Maya Bay: The-Beach-Strand auf Koh Phi Phi bleibt gesperrt

Der beliebte Strand auf Koh Phi Phi hat erhebliche Schäden durch den Tourismus erlitten und soll deshalb weiterhin gesperrt bleiben

So ein wunderschöner Strand: Die Maya Bay auf Koh Phi Phi ist der Strand aus The Beach. Foto: Pixabay
So ein wunderschöner Strand: Die Maya Bay auf Koh Phi Phi ist der Strand aus The Beach. Foto: Pixabay

Die Strände in Thailand sind nicht nur traumhaft schön – zumindest in der Hauptsaison im Winter sind sie auch von Heerscharen an Touristen überlaufen. So auch der berühmte The-Beach-Strand Maya Bay auf der Insel Koh Phi Phi. Der Strand und die zugehörige Unterwasserwelt sind so stark beschädigt, dass der beliebte Küstenabschnitt auf unbestimmte Zeit gesperrt bleiben soll. Wie schlimm ist die Situation? 

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05. Oktober 2018. Der bei Touristen beliebte Strand Maya Bay in der Nähe der Ferieninsel Phuket soll auf unbestimmte Zeit gesperrt bleiben. Das hat die Leitung des Nationalparks Mu Ko Phi Phi entschieden. Der Strandabschnitt und vor allem die vorgelagerte Unterwasserwelt würden sich deutlich langsamer erholen als zunächst gedacht, betonten die zuständigen Behörden.

Was war passiert? Die Provinzregierung in Krabi und mit ihr das Department of National Parks, Wildlife and Plant Conservation hatten bereits seit längerem überlegt, den berühmten Maya Bay Strand auf Koh Phi Phi zumindest vorübergehend für Besucher zu sperren (wir berichteten, siehe unten). Das ist anschließend auch geschehen und der Strand blieb ab dem 01. Juni 2018 für drei Monate geschlossen. Die Schließung von Maya Bay wurde anschließend durch die Leitung des Nationalparks Mu Ko Phi Phi um einen Monat verlängert. Dadurch sollte sich die arg gebeutelte Natur in diesem Refugium wieder erholen können. Das tat es offensichtlich nicht im ausreichenden Maße, denn nun bleibt die Maya Bay weiterhin auf unbestimmte Zeit geschlossen.

Bis zu 5000 Besucher täglich – auf dieser Luftaufnahme ist erkennbar, wie sehr das Ökosystem unter den Touristenmassen geächzt haben muss. Foto: Pixabay
Bis zu 5000 Besucher täglich – auf dieser Luftaufnahme ist erkennbar, wie sehr das Ökosystem unter den Touristenmassen geächzt haben muss. Foto: Pixabay

Seitdem der berühmte Film „The Beach“ mit Leonardo DiCaprio an diesem Strand in Thailand gedreht wurde, pilgern jedes Jahr abertausende von Urlaubern zu diesem Ort, der durch den Kinofilm weltweite Berühmtheit erlangt hat. Leider zeigen sich auch die Schattenseiten: Der berühmte Strand leidet unter dem Ansturm. Bis zu 5000 Touristen haben sich täglich an diesem relativ kleinen Strandabschnitt die Füße plattgetrampelt und bei ihren Aufenthalten nicht nur Unmengen an Müll hinterlassen. Besonders die Korallen im Wasser haben kräftig gelitten. Die sensiblen Tiere brauchen in der Regel Jahre, um sich von tiefgreifenden Schäden zu erholen.

Schaut wirklich idyllisch aus ohne Touristen: Bald soll die Maya Bay gesperrt werden! Foto: Pixabay.com | Lizenz: CC0 Public Domain
Schaut wirklich idyllisch aus ohne Touristen: Bald soll die Maya Bay gesperrt werden! Foto: Pixabay

Maya Bay soll Chance auf Erholung bekommen

18. Mai 2017. Thanya Nethithammakul, der Chef des Umwelt-Departments, sagte gegenüber der Bangkok Post, dass die Behörde überlege, den Noppharat Thara Beach-Phi Phi Islands National Park für eine Weile zu schließen, damit sich das marine Ökosystem erholen könne. Der Tourismus habe die Natur fast vollständig zerstört. „Wir haben auch schon an weiteren bekannten Spots gesehen, dass eine Sperrung Wirkung gezeigt hat. So könnte es auch in der Maya Bay funktionieren. Wir sondieren die Möglichkeiten und suchen nach der besten Zeit, um den Strand zu sperren“, so Nethithammakul. Die benachbarte Insel Yung Island wurde für zwei Jahre gesperrt und die positiven Folgen für die Natur und das marine Leben waren einzigartig.

Maya Bay war durch den Film The Beach bekannt geworden

Der Strand in der Maya Bay war im Jahr 2000 durch den Film The Beach mit Leonardo DiCaprio bekannt geworden. In dem Hollywood-Streifen sucht der Aussteiger Richard nach dem perfekten Strand in Südostasien und bekommt von eine Karte zugesteckt, die ihn geradewegs zum Strand führt, an dem bereits einige Aussteiger leben. Das Zusammenleben nimmt nach Richards eintreffen eine dramatische Wendung. Weit eindrucksvoller als die Handlung des Films waren jedoch die Naturaufnahmen, die zum Teil in der Maya Bay gedreht wurden und bis heute jedes Jahr tausende von Touristen dazu veranlassen, den berühmten Strand aus dem Film zu besuchen.

Die Maya Bay war anfangs einer der schönsten Strände in Thailand. Foto: Pixabay
Die Maya Bay war anfangs einer der schönsten Strände in Thailand. Doch Touristen haben das Paradies zerstört. Foto: Pixabay

Was im Film ein unberührter Strand war, ist heute ein Touristen-Moloch, an dem kein Stein mehr auf dem anderen steht. Die ökologischen Folgen sind eklatant: 5.000 Besucher pro Tag in der Hochsaison hinterlassen Müll und Schäden. Wie brisant die Lage ist, verdeutlicht die Reaktion des Tourismusverbands von Koh Phi Phi. Dort hatte man keine Einwände gegen die Sperrung der Maya Bay. Wenn schon der Tourismusverband, der an den Besuchern verdient, für die Schließung plädiert, muss die Lage wirklich schlimm sein. Die Tour-Anbieter und Bootsbetreiber baten nur darum, rechtzeitig informiert zu werden. Die Sperrung des Strands hat eine große Mehrheit in der Bevölkerung: Über 1000 Personen haben sich für die Schließung des Strandes eingesetzt.

Das Umweltministerium setzte schließlich eine Schließung von Juni bis September durch. Damit ist nicht die beste Reisezeit für Thailand betroffen, sondern die Nebensaison, wenn in Thailand der Monsun herrscht und sowieso wenig Touristen vor Ort sind. Ob diese Zeit für den Strand reicht, um für eine Erholung zu sorgen, wird sich zeigen. Zwei Monate sind nicht viel Zeit, um jahrelange Schäden wieder rückgängig zu machen.

Video: Offizieller Trailer zum Film “The Beach” mit Leonardo DiCaprio

Umweltzerstörung in Thailand: ähnliches Problem wie auf Koh Lipe

Die Insel Koh Phi Phi leidet seit längerem unter ihrer eigenen Berühmtheit. Während Inseln wie Koh Phangan oder Koh Samui (mit Einschränkung) noch als halbwegs verschlafen gelten, ist Koh Phi Phi, die kleine Nachbarinsel von Phuket zu einem Touristenmagnet sondergleichen und vor allem zu einer Partyhochburg geworden. Gerade europäische, amerikanische und australische Touristen strömen in Massen auf die kleine Felsinsel, um dort zu feiern und hemmungslos zu trinken.

Ähnlich sieht es in vielen Paradiesen aus: Auch auf der kleinen Insel Koh Lipe weiter im Süden von Thailand häufen sich die Berichte über die Ausmaße der Umweltzerstörung durch Touristen: Die Insel hat ein massives Müllproblem und ist übersäht mit Baustellen neuer Hotels. Erst kürzlich hat man versucht, sich des Problems mit einem Beach Clean ups anzunehmen. Ob es hilft oder nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist, wird sich zeigen. Eine Sperrung wie am Maya Bay hilft der geschundenen Natur da schon eher.

Auf unserer Tour durch Thailand haben wir viele wunderschöne, atemberaubende Landstriche gesehen. Aber leider auch viel Müll und Umweltverschmutzung. Bleibt zu hoffen, dass die Regierung des asiatischen Landes etwas unternimmt, um die Folgen des Tourismus in erträglichen Maßen zu halten.

Über Sascha Tegtmeyer 140 Artikel
Moin, ich bin Sascha! Meer-Fan, Reise-Liebhaber und immer für ein Abenteuer zu haben. Auf meinem Reiseblog Just Wanderlust verbinde ich die Liebe zum Reisen und zur Natur mit einem Faible für Wassersport wie Stand Up Paddling, Tauchen und Surfen. Ich bin Journalist und von Natur aus Neugierig, wenn ich neue Reiseziele kennen lerne und anschließend ausführlich darüber berichte. Wenn ich mit meiner Familie oder allein unterwegs bin, dürfen bei mir als Technik-Fan auch immer gern ein paar Reise-Gadgets zu Testzwecken mit dabei sein. Meine bevorzugten Reiseländer: USA, Thailand und Malediven.
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