Tiere in Thailand: Wo du sie siehst und richtig reagierst

by Sascha Tegtmeyer | März 30, 2022

Vor meinem Motorroller saß auf Koh Phangan ein Bindenwaran, ungefähr eineinhalb Meter lang, mitten auf der Straße. Das Tier sah mich an, ich sah zurück – und drehte um. Diese Begegnung ist mir geblieben, weil sie eine Regel für Tiere in Thailand auf den Punkt bringt: Der Moment entsteht nicht durch maximale Nähe. Manchmal ist Abstand die ganze Geschichte.

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Thailand ist kein Zoo ohne Zäune. Wilde Elefanten, Gibbons, Nashornvögel oder Haie lassen sich nicht für einen Urlaubstag bestellen. Makaken, Warane, Flughunde, Geckos und kleine Strandtiere begegnen dir dagegen mitunter dort, wo du gar nicht nach ihnen gesucht hast. Unter Wasser wächst die Auswahl – vom kaum sichtbaren Skorpionsfisch bis zum Schwarzspitzen-Riffhai.

Für die Reiseplanung sind deshalb nicht möglichst lange Artenlisten entscheidend, sondern vier Fragen: Wo ist eine Begegnung realistisch? Wie viel Abstand braucht das Tier? Welcher Anbieter arbeitet ohne Zwang? Und was tust du, wenn es zu einem Biss oder Kratzer kommt?

Meine kurze Antwort: Beobachte Wildtiere in Nationalparks nach den Vorgaben der Ranger, suche für Elefanten möglichst ein reines Beobachtungsangebot und wähle unter Wasser einen Anbieter mit klarem Naturschutzbriefing. Füttern, anfassen, anlocken, verfolgen, baden oder für ein Foto in die Enge treiben fällt aus. Das gilt auch dann, wenn ein Veranstalter genau diese Nähe als „ethisch“ verkauft.

  • Wilde Elefanten: mit Glück und unter Parkregeln in Khao Yai oder auf geführten Beobachtungsfahrten in Kui Buri.
  • Makaken: leicht zu sehen, aber gerade deshalb kein harmloses Fotomodell. Essen wegpacken, Abstand halten, nicht provozieren.
  • Flughunde, Vögel und Gibbons: am besten früh, ruhig und mit einem ortskundigen Guide beobachten – ohne Rufe oder Futter als Lockmittel.
  • Meerestiere: beim Schnorcheln und Tauchen schauen, nicht berühren. Auch ein Tier, das selbst näher kommt, wird nicht verfolgt.

Wo du Tiere in Thailand realistisch sehen kannst

Wer eine Reise nur auf eine seltene Sichtung zuschneidet, baut unnötig Enttäuschung ein. Sinnvoller ist eine Route, bei der der Lebensraum schon ohne das gewünschte Tier trägt: ein Waldweg, eine geführte Nationalparktour oder ein gut erhaltenes Riff. Dann bleibt der Tag wertvoll, auch wenn sich der Elefant im Dickicht aufhält oder der Hai nicht auftaucht.

BegegnungGeeigneter RahmenRealistische ErwartungRichtiges Verhalten
Wilde ElefantenKhao Yai; geführte Beobachtung in Kui BuriMöglich, niemals garantiert. Sichtungen können auch auf Straßen stattfinden.Rangeranweisungen befolgen, im Fahrzeug bleiben, Rückweg freihalten, nicht blockieren.
MakakenWaldränder, Tempelumfeld, Küsten- und Siedlungsränder; bei mir zwischen Phuket Town und Koh SireHäufiger als Großwild, aber konfliktanfällig, wenn Menschen Futter zeigen.Nicht füttern, nicht anfassen, keine Tüte oder offene Nahrung präsentieren.
Gibbons, Nashornvögel und andere WaldtiereNationalparks und Schutzgebiete, möglichst mit lokalem NaturguideStimmen sind oft früher wahrnehmbar als die Tiere selbst.Leise bleiben, Wege nicht verlassen, keine Tonaufnahmen zum Anlocken abspielen.
Warane und andere ReptilienGewässer, Mangroven, Waldränder und gelegentlich StraßenSpontane Begegnung statt planbares Programm.Fluchtweg lassen, nicht einkreisen oder hochheben, Straße nicht für ein Foto versperren.
Fische, Haie und andere MeerestiereAndamanensee und Golf von Thailand; Schnorchel- oder Tauchausfahrt mit seriösem BriefingStark abhängig von Tauchplatz, Saison, Wetter und schlicht Glück.Nicht füttern, anfassen, verfolgen oder auf Korallen stehen.

Khao Yai: Waldbeobachtung mit möglichem Elefantenkontakt

Khao Yai ist für eine Thailandreise interessant, weil der Park mehr bietet als die Hoffnung auf Elefanten: Wald, Wege, Wasserfälle, Vögel und weitere Wildtiere tragen den Besuch. Die thailändische Regierung nennt für Begegnungen mit wilden Elefanten auf der Straße konkrete Regeln. Das Auto soll mindestens 30 Meter entfernt halten; nähert sich das Tier, fährt man kontrolliert zurück. Hupen, Blitzlicht, Aussteigen und das Blockieren der Straße sind ausdrücklich keine gute Idee.

Diese 30 Meter sind eine offizielle Vorgabe für die beschriebene Straßensituation, kein allgemeiner Freibrief, sich jedem Elefanten bis auf genau diese Distanz zu nähern. Vor Ort zählen die Anweisungen des Parks. Öffnungen, Wege und Regeln können sich saisonal ändern und sollten kurz vor dem Besuch direkt geprüft werden.

Kui Buri: gezielte Beobachtung bleibt trotzdem Wildtierbeobachtung

Kui Buri ist die gezieltere Option, wenn wilde Elefanten und Gaure im Mittelpunkt stehen. Die thailändische Tourismusbehörde führt den Park in ihrem aktuellen Leitfaden zum Biodiversitätstourismus ausdrücklich als Ort für Wildtierbeobachtung und gemeindebasierten Tourismus. Der Leitfaden ist kein aktueller Fahrplan: Zeiten, Zugänge und Kosten müssen unmittelbar beim Park geprüft werden.

Auch hier gilt: Du buchst eine gute Chance in geeignetem Lebensraum, keine Tiergarantie. Ein Guide darf Spuren lesen und Verhalten erklären. Er sollte aber weder Wege verlassen noch Tiere mit Futter, Geräuschen oder Fahrzeugen bedrängen.

Makaken im Mangrovengebiet zwischen Phuket Town und Koh Sire
Makaken zwischen Phuket Town und Koh Sire: beobachten ja, füttern oder anfassen nein. Foto: Sascha Tegtmeyer.

Phuket und andere Urlaubsorte: häufige Tiere sind nicht automatisch zahm

Zwischen Phuket Town und Koh Sire habe ich Makaken in einem sumpfigen, von Mangroven geprägten Gelände beobachtet. Die Tiere waren von der Straße aus zu sehen. Gerade leicht zugängliche Begegnungen verleiten dazu, den Abstand immer weiter zu verkürzen.

Makaken, die an Menschen gewöhnt sind, bleiben Wildtiere. Essen, raschelnde Tüten und lose Gegenstände können ihre Aufmerksamkeit wecken. Ich würde dort heute weder Futter auspacken noch mit dem Smartphone dicht an ein Tier herantreten. Wer Phuket genauer plant, findet die räumliche Einordnung in meinem Reisebericht über Phuket.

Meine Tierbegegnungen – und was ich heute daraus ableite

Persönliche Erfahrung hilft nur, wenn sie nicht zur allgemeinen Garantie aufgeblasen wird. Meine Szenen stammen aus Südthailand: von Koh Phangan, aus dem Raum Phuket und aus der Andamanensee. Was ich daraus ableite, ist bewusst nüchterner als eine Liste vermeintlicher Sensationen.

Der Bindenwaran auf Koh Phangan: Umkehren war die richtige Entscheidung

Der Waran auf Koh Phangan saß vor mir auf der Straße und schien es nicht eilig zu haben. Ich hätte näher heranfahren oder versuchen können, ihn für ein Foto von der Fahrbahn zu scheuchen. Stattdessen drehte ich um.

Das klingt unspektakulär. Genau darin liegt der Wert: Ein Tier muss nicht fliehen, drohen oder sein Verhalten ändern, damit ich eine Geschichte mit nach Hause nehme. Bei einem Waran lasse ich ihm Platz und einen offenen Rückweg. Ich versuche nicht, ihn anzufassen, am Schwanz zu ziehen oder mit dem Roller vorbeizudrängen.

Die Makaken bei Koh Sire: Nähe kann das Risiko erhöhen

Bei Koh Sire konnte ich mehrere Makaken beobachten. Von ihnen gibt es eigene Bilder; vom Waran nicht. Sicherer war die Nähe zur Straße deshalb nicht. Affen können beißen oder kratzen, besonders wenn Menschen sie füttern, bedrängen oder ihnen etwas entreißen wollen.

Die praktische Regel ist einfach: Essen bleibt im geschlossenen Rucksack, Abstand bleibt bestehen und ein gestohlener Gegenstand wird nicht im Gerangel zurückerobert. Ein Foto mit Telebrennweite ist besser als ein Selfieabstand, bei dem das Tier bereits reagieren muss.

Flughund ruht tagsüber kopfüber in einem Baum in Thailand
Ein Flughund ruht tagsüber im Baum. Nähe oder Aufscheuchen braucht es für die Beobachtung nicht. Foto: Sascha Tegtmeyer.

Flughund und Strandkrabbe: Die leisen Motive funktionieren oft besser

Ein Flughund hing tagsüber kopfüber in einem Baum. Die Aufnahme zeigt ihn ruhend zwischen den Blättern. Für dieses Motiv braucht es weder Futter noch den Versuch, das Tier aufzuscheuchen.

Dasselbe gilt für kleinere Tiere. Eine Strandkrabbe, ein Gecko an der Wand oder ein Vogel am Waldrand erzählt mehr über einen Lebensraum als die hektische Jagd nach dem seltensten Säugetier. Gerade mit Fernglas oder Teleobjektiv wird aus Distanz kein Verlust, sondern ein besserer Blick.

Strandkrabbe auf hellem Sand in Thailand
Nicht jede Tierbegegnung ist groß: Diese Strandkrabbe blieb mir ebenso im Bild. Foto: Sascha Tegtmeyer.

Schwarzspitzen-Riffhaie beim Schnorcheln: Das Tier bestimmt die Distanz

Vor einer abgelegenen Insel habe ich beim Schnorcheln Schwarzspitzen-Riffhaie gesehen, erstaunlich nah am Ufer. Diese eine Begegnung ist kein Versprechen für den nächsten Tag – und erst recht keine Einladung, Haie gezielt anzulocken oder zu verfolgen.

Eine solche Sichtung sagt nichts darüber aus, was du an derselben Stelle morgen sehen wirst. Arten, Risiken und meine ausführlichere Einordnung gehören in den spezialisierten Beitrag über Haie in Thailand; hier bleibt die Regel: nicht anlocken, nicht verfolgen, nicht den Fluchtweg abschneiden.

Elefanten in Thailand: Der Name Sanctuary beweist gar nichts

Meine Begegnung mit Elefanten im Phuket Elephant Sanctuary gehört zu den prägenden Erlebnissen der Reise. Für eine heutige Empfehlung reicht diese Erinnerung allein aber nicht: Angebote verändern sich, und der Markt hat gelernt, problematische Nähe mit Begriffen wie „Sanctuary“, „Rescue“ oder „Care“ freundlicher klingen zu lassen.

Elefant im Wald des Phuket Elephant Sanctuary in Thailand
Bei meinem Besuch im Phuket Elephant Sanctuary konnte ich die Tiere beobachten. Heutige Angebote prüfe ich zusätzlich nach aktuellen Tierschutzkriterien. Foto: Sascha Tegtmeyer.

Der Elephant Friendly Tourist Guide von World Animal Protection setzt die Messlatte inzwischen klar: anschauen statt anfassen. Reiten, Baden und direkter Körperkontakt setzen voraus, dass ein großes Wildtier die Nähe wechselnder Besucher duldet. Gute Anlagen schaffen dagegen Raum für Bewegung, Futtersuche, Sozialkontakt und Rückzug.

Wie nötig diese Prüfung ist, zeigt der Welfare Report 2026. Die Organisation untersuchte zwischen Februar 2024 und Januar 2025 insgesamt 236 thailändische Tourismusanlagen mit 2.849 Elefanten. Fast zwei von drei Tieren lebten demnach weiterhin unter schlechten Bedingungen. Beobachtungsangebote nahmen zwar zu, doch auch „observation only“ garantiert für sich noch kein hohes Tierwohl.

Meine Prüfliste vor der Buchung

  • Kein Reiten, keine Shows, kein Baden und kein Anfassen.
  • Die Elefanten können sich voneinander und von Besuchern entfernen.
  • Futtersuche, Bewegung und Sozialkontakt bestimmen den Tagesablauf stärker als ein Fotoprogramm.
  • Jungtiere werden nicht ohne Mutter als Publikumsmagnet präsentiert.
  • Die Website erklärt Haltung, Fläche, Pflege, Mahout-Arbeit und Grenzen des Besucherkontakts konkret.
  • Eine aktuelle unabhängige Bewertung bestätigt die Praxis; Marketingfotos allein genügen nicht.

Meine Anti-Empfehlung ist eindeutig: Ich würde kein Angebot buchen, bei dem der Höhepunkt darin besteht, einen Elefanten zu reiten, zu waschen, anzufassen oder für ein gemeinsames Foto zu positionieren. Auch vermeintlich sanftes Handfüttern ist kein Qualitätsbeweis. Die jeweils aktuelle Liste geprüfter Angebote sollte kurz vor der Buchung neu aufgerufen werden, statt einen Namen aus einem Jahre alten Blogbeitrag blind zu übernehmen.

Wie ich meinen damaligen Besuch erlebt habe, steht getrennt davon in meinem Bericht über das Phuket Elephant Sanctuary. Diese Trennung ist wichtig: Erinnerung beschreibt meinen Aufenthalt; Tierschutzbewertung braucht aktuelle Kriterien.

Abstand halten: Was du bei Affen, Waranen und wilden Elefanten tun solltest

Für die meisten Begegnungen gibt es keine seriöse universelle Meterzahl. Der passende Abstand ist groß genug, dass das Tier sein Verhalten deinetwegen nicht ändern muss. Stellt es die Nahrungsaufnahme ein, fixiert dich, weicht aus, droht oder kommt wegen deines Essens näher, warst du bereits zu aufdringlich oder hast einen Konflikt ausgelöst.

  • Nicht füttern: Die offiziellen thailändischen Parkregeln untersagen das Füttern und Berühren von Wildtieren. Futter verknüpft Menschen mit Nahrung und verschärft spätere Konflikte.
  • Fluchtweg offenlassen: Nie zwischen Tier und Wald, Wasser, Jungtier oder Gruppe geraten.
  • Nicht einkreisen: Auch mehrere ruhige Fotografen können zusammen eine Barriere bilden.
  • Kein Blitz und kein Lockruf: Ein Bild rechtfertigt weder Stress noch eine Verhaltensänderung.
  • Im Fahrzeug bleiben: Bei einem wilden Elefanten auf der Straße gelten die Anweisungen des Parks. Rückwärts ausweichen ist besser als aussteigen und filmen.
  • Im Zweifel abbrechen: Die Begegnung ist vorbei, sobald Sicherheit oder Tierwohl fraglich werden.

Biss, Kratzer, Fledermauskontakt oder Schlangenbiss: jetzt nicht abwarten

Die meisten Tierbeobachtungen enden ohne Zwischenfall. Falls doch etwas passiert, ist Gelassenheit nicht dasselbe wie Abwarten. Thailand gilt laut Weltgesundheitsorganisation als Tollwut-Endemiegebiet. Eine kleine Affenschramme ist deshalb kein Souvenir, das man erst zu Hause zeigt.

Nach Biss oder Kratzer

  1. Wunde sofort mit viel fließendem Wasser und Seife etwa 15 Minuten gründlich spülen.
  2. Danach so schnell wie möglich medizinisch abklären lassen – auch bei einer kleinen Verletzung.
  3. Der Arzt entscheidet über Tollwut-Postexpositionsprophylaxe, Tetanusschutz, Antibiotika und weitere Versorgung.
  4. Nicht darauf warten, ob das Tier krank wirkte oder Symptome auftreten.

Diese Schritte entsprechen den WHO-Hinweisen zu Tierbissen. Bei einer Fledermaus gilt dieselbe Vorsicht: Nach direktem Kontakt oder wenn ein Biss beziehungsweise Kratzer nicht sicher auszuschließen ist, gehört der Fall zeitnah in medizinische Hände. Der CDC-Reisehinweis für Thailand warnt, dass Fledermausbisse schwer zu erkennen sein können.

Nach einem Schlangenbiss

Raus aus der Gefahrenzone, möglichst wenig bewegen, betroffene Gliedmaße ruhigstellen und sofort Hilfe organisieren. Nicht in die Wunde schneiden, nicht aussaugen und keinen engen Tourniquet anlegen. Die aktuelle WHO-Leitlinie für die präklinische Notfallversorgung nennt genau diese Schritte. Ein Foto des Tieres ist nur sinnvoll, wenn es ohne neue Gefahr möglich ist. Fangen sollst du die Schlange nicht.

Der medizinische Notruf in Thailand ist 1669; die Nummer wird auf der offiziellen Regierungsseite zu Notfallkontakten geführt. Das hier ist Erste Hilfe, keine Ferndiagnose. Bei ernstem Kontakt zählt die unmittelbare professionelle Versorgung.

Wenn ein Tier im Zimmer sitzt

Gecko, Insekt, Schlange oder Fledermaus werden nicht mit bloßen Händen eingesammelt. Tür zum restlichen Zimmer schließen, Abstand halten und die Unterkunft um Hilfe bitten. Offene Lebensmittel wegräumen und nachts auf dunklen Wegen eine Lampe benutzen. Ein ruhiger Ablauf ist sicherer als die improvisierte Jagd mit Handtuch und Besen.

Unter Wasser gilt dieselbe Regel: beobachten, nicht eingreifen

Beim Tauchen fällt Abstand schwerer, weil sich ein Riff wie ein dreidimensionaler Raum öffnet. Tiere sitzen im Sand, unter Überhängen oder scheinbar direkt vor der Maske. Ein gut getarnter Skorpionsfisch zeigt, warum Hände und Knie nicht auf den Grund gehören. Ein Seepferdchen zeigt das Gegenteil: ruhig werden, tarieren, schauen – und den Platz so verlassen, wie man ihn vorgefunden hat.

Getarnter Skorpionsfisch auf dem Riffboden in der Andamanensee
Der Skorpionsfisch zeigt, warum Hände und Füße am Riff nichts zu suchen haben. Foto: Sascha Tegtmeyer.

Das thailändische Department of Marine and Coastal Resources untersagt unter anderem das Berühren und Betreten von Korallen. Zu einem brauchbaren Briefing gehören deshalb Auftriebskontrolle, Ein- und Ausstieg, Abstand zu Tieren und das Verhalten bei Strömung – nicht nur der Satz, wo das Boot später wartet.

Fünf Fragen an den Schnorchel- oder Tauchanbieter

  1. Wie groß sind Gruppen und wie viele Guides begleiten sie?
  2. Wird vor dem Einstieg erklärt, dass Füttern, Anfassen und Verfolgen ausfallen?
  3. Wie werden Anfänger betreut, damit sie nicht auf dem Riff stehen oder knien?
  4. Wird an Bojen festgemacht oder in empfindlichen Riffbereichen geankert?
  5. Bricht der Guide eine Begegnung ab, wenn Tiere bedrängt werden?
Seepferdchen zwischen Schwämmen an einem Riff in Thailand
Ein Seepferdchen am Riff: entdecken, Abstand halten und den Tauchplatz unverändert verlassen. Foto: Sascha Tegtmeyer.

Was ich für Tierbeobachtungen in Thailand einpacke

Die nützlichste Ausrüstung vergrößert nicht deinen Mut, sondern deinen Abstand. Vieles davon gehört ohnehin in eine vernünftige Thailand-Packliste.

  • Fernglas oder Teleobjektiv: gute Sicht ohne Annäherung.
  • Geschlossene, profilierte Schuhe und leichte lange Kleidung: für Waldwege, hohes Gras und unübersichtliche Ränder.
  • Kleine Lampe: für Wege nach Einbruch der Dunkelheit, nicht zum Anblitzen ruhender Tiere.
  • Wasserdichte Tasche: schützt Technik und hält Lebensmittel für Affen unsichtbar.
  • Reiseapotheke und Versicherungsdaten: so verstaut, dass sie im Ernstfall nicht erst im Hotelkoffer gesucht werden.
  • Offline gespeicherte Notfallkontakte: darunter 1669 und die Daten deiner Versicherung.

Was ich nicht einpacken würde: Futter zum Anlocken, eine Drohne für niedrige Überflüge oder die Erwartung, dass jedes Tier für ein Foto stillhält.

Häufige Fragen zu Tieren in Thailand

Wo kann ich in Thailand wilde Elefanten sehen?

Khao Yai bietet eine vielseitige Nationalparkerfahrung mit möglicher Elefantensichtung; Kui Buri ist stärker auf geführte Wildtierbeobachtung ausgerichtet. In beiden Fällen gibt es keine Garantie. Prüfe kurz vor dem Besuch Öffnung, Zugang und aktuelle Parkregeln und folge vor Ort den Rangern.

Sind Affen in Thailand gefährlich?

Makaken suchen nicht automatisch einen Konflikt. Fütterung, offene Lebensmittel, geringe Distanz und der Versuch, einen Gegenstand zurückzureißen, erhöhen ihn aber. Nach jedem Biss oder Kratzer die Wunde 15 Minuten mit Wasser und Seife spülen und sofort medizinisch abklären lassen.

Woran erkenne ich ein seriöseres Elefantenangebot?

Besucher beobachten, statt zu reiten, zu baden, anzufassen oder Handfütterungen zu inszenieren. Die Elefanten können sich frei bewegen, Futter suchen, Sozialkontakte pflegen und zurückziehen. Prüfe zusätzlich eine aktuelle unabhängige Bewertung, denn der Name „Sanctuary“ ist für sich noch keine Qualitätsprüfung.

Welche Tiere in Thailand sollte ich besonders fürchten?

Eine Angst-Rangliste hilft wenig. Für Reisende sind vermeidbare Kontakte oft wichtiger als die seltenste Giftschlange: keine Affen füttern, Wildtiere nicht anfassen, nachts auf Wege achten, beim Schwimmen lokale Warnungen beachten und am Riff nichts berühren. Nach Biss, Kratzer oder Schlangenbiss zählt schnelles, richtiges Handeln.

Fazit: Die bessere Tierbegegnung braucht keinen Beweis aus nächster Nähe

Thailand hat mir sehr unterschiedliche Begegnungen geschenkt: den Bindenwaran auf Koh Phangan, Makaken bei Koh Sire, einen ruhenden Flughund, Elefanten im Sanctuary und Schwarzspitzen-Riffhaie beim Schnorcheln. Keine davon wird wertvoller, wenn ich im Nachhinein die Distanz kleiner oder das Tier gefährlicher schreibe, als es tatsächlich war.

Heute würde ich noch konsequenter auswählen. Wilde Elefanten gehören in einen Parkbesuch mit Regeln und ohne Sichtungsgarantie. Ein Elefantenangebot fällt aus, sobald Reiten, Baden oder Anfassen Teil des Produkts ist. Bei Affen bleibt Essen unsichtbar. Unter Wasser bleiben Hände bei mir. Und nach einem Biss oder Kratzer gehe ich nicht zur Tagesordnung über.

Die Begegnung mit dem Waran endete damit, dass ich umdrehte. Ich habe dadurch kein Foto aus nächster Nähe bekommen. Verpasst habe ich trotzdem nichts.

Welche Tierbegegnung in Thailand ist dir besonders geblieben – und gab es einen Moment, in dem Abstand die bessere Entscheidung war?


Transparenz und Recherche-Stand

Die persönlichen Erfahrungen und Fotos stammen aus meinen eigenen Thailandreisen. Aktuelle Hinweise zu Nationalparks und Notrufnummern wurden anhand thailändischer Regierungs- und Behördenquellen geprüft, die Gesundheitsangaben anhand der WHO und die Kriterien für Elefantenangebote anhand von World Animal Protection. Recherche-Stand: 31. Juli 2026. Parkzugänge, Anbieterpraxis und Regeln können sich ändern und sollten vor der Reise erneut geprüft werden.

Weitere Planungshilfe und meine Einordnung der bereisten Regionen findest du in meinem ausführlichen Thailand-Reisebericht.

Über Sascha Tegtmeyer

Über Sascha Tegtmeyer

Reisejournalist, Autor und Gründer von Just Wanderlust

Ich schreibe auf Just Wanderlust aus eigener Reiseerfahrung über Orte, Meer und Outdoor-Abenteuer. Mehr über mich und meine Arbeit.

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