Thailand-Tauchsafari zum Richelieu Rock: mein Erfahrungsbericht

by Sascha Tegtmeyer | Okt. 4, 2021

Am Richelieu Rock gab es für mich irgendwann nur noch eine sinnvolle Reaktion: sauber austarieren und schauen. Barrakudas, Stachelmakrelen, Thunfische und Tausende Füsiliere zogen um den Felsen. Weiter unten saß ein daumengroßes gelbes Seepferdchen, während sich mehrere Taucher mit ihren Kameras davor sammelten. Nach fast vier Wochen in Thailand und drei Tagen auf der kleinen Genesis I war das der Moment, an dem diese Reise unter Wasser ihren Höhepunkt erreichte.

Meine Thailand-Tauchsafari führte damals von Khao Lak über Koh Bon und Koh Tachai bis zum Richelieu Rock. Wir waren drei Tage unterwegs und machten zwölf Tauchgänge. Die Genesis I, das Team und der genaue Ablauf gehören zu meiner damaligen Erfahrung. Sie sind keine aktuelle Produktbeschreibung.

Lohnt sich eine Tauchsafari in Thailand zum Richelieu Rock? Ja, wenn du mehrere Tauchplätze der nördlichen Andamanensee erleben möchtest, mit Strömung zurechtkommst und mehrere Tauchgänge pro Tag gut wegsteckst. Wenn du nur den Richelieu Rock sehen, aber nicht auf einem Boot schlafen möchtest, kann ein aktuell angebotener Tagestrip die vernünftigere Wahl sein.

Für frisch brevetierte, lange inaktive oder stark seekranke Taucher ist die Tour dagegen kein automatischer Pflichttermin. Der Felsen liegt im offenen Meer, die Bedingungen können fordernd sein und ein Liveaboard lässt sich nicht am zweiten Abend einfach verlassen. Das klingt banal. Auf engem Raum wird daraus eine ziemlich konkrete Reiseentscheidung.

Transparenz: Der ursprüngliche Aufenthalt fand im Rahmen einer Pressereise statt. Die persönlichen Erlebnisse stammen von dieser damaligen Tour; aktuelle Anbieter- und Sicherheitsangaben habe ich am 31. Juli 2026 neu geprüft.

Meine Tour: vier Wochen Thailand, drei Tage auf der Genesis I

Die Tauchsafari war kein isolierter Kurzurlaub. Sie lag mitten in einer vierwöchigen Thailand-Reise. Zuvor war ich auf Koh Lipe ganz im Süden unterwegs gewesen. Von dort ging es mit Booten und über Land nach Norden, über Koh Lanta und Phuket bis nach Khao Lak.

Nach dieser langen Etappe verbrachte ich zunächst eine Nacht im Palm Garden Resort. Dort checkte ich bei der damaligen Sea-Bees-Basis ein, bereitete meine Ausrüstung vor und bekam das Gefühl, dass die Reise nun in einen anderen Takt wechseln würde. Nicht mehr weiterziehen, einchecken, auschecken. Sondern: tauchen, essen, schlafen. Dann wieder von vorn.

Liveaboard Genesis I vor der bewaldeten Küste von Koh Tachai
Die Genesis I war das kleine Liveaboard meiner damaligen Drei-Tage-Tour. Das Foto dokumentiert diese frühere Reise, nicht die heutige Flotte des Anbieters. Foto: Sascha Tegtmeyer

Das Boot war klein. Wirklich klein.

Mein erster Eindruck an der Anlegestelle war: Die ist ja niedlich. Die Genesis I wirkte mit ihrer glatten Silhouette deutlich weniger verbaut als viele andere Tauchboote, die ich in Thailand gesehen hatte. Luxus war trotzdem nicht das Konzept. Meine Kabine bestand im Kern aus einem Bett und einer Tür davor.

Zehn Gäste, drei Guides und die Crew teilten sich das Boot. Privatsphäre war entsprechend knapp. Wer auf einem Liveaboard eine geräumige Kabine, ein stilles Bad und mehrere Rückzugsräume erwartet, wäre mit diesem Schiff nicht glücklich geworden. Für drei Tage funktionierte es für mich, weil wir ohnehin den größten Teil des Tages tauchten, aßen oder auf dem Oberdeck saßen.

Gäste, Tauchguides und Crew auf dem Deck der Genesis I
Auf einem kleinen Liveaboard prägt die Gruppe die Reise fast so stark wie die Tauchplätze. Hier sind Gäste und Team unserer damaligen Tour an Bord der Genesis I zu sehen. Foto: Sascha Tegtmeyer

Warum Team und Essen auf einem Liveaboard so wichtig sind

Auf einem Tagesboot kannst du dich nach der Rückkehr ins Hotel zurückziehen. Auf einer Tauchsafari bleiben dieselben Menschen zusammen: beim Briefing, auf dem Tauchdeck, am Tisch und in den Oberflächenpausen. Eine gute Gruppendynamik ist deshalb kein netter Bonus. Sie entscheidet mit darüber, ob sich das Boot nach zwei Tagen gemütlich oder sehr eng anfühlt.

Bei unserer Tour passte das. Das Team war aufmerksam, die Stimmung locker und das Essen deutlich besser, als ich es auf einem so kleinen Schiff erwartet hatte. Nach dem ersten Teller mit thailändischen Gerichten und mehreren Beilagen war zumindest diese Frage erledigt. Vier Tauchgänge am Tag machen hungrig. Sehr hungrig.

Taucher bereiten ihre Ausrüstung auf dem Deck der Genesis I vor
Vor dem nächsten Tauchgang wird es auf dem kleinen Deck geschäftig. Klare Abläufe und eine feste Ordnung sind auf engem Raum keine Nebensache. Foto: Sascha Tegtmeyer

Die Genesis I und dieser konkrete Ablauf gehören jedoch in die Vergangenheit meines Reiseberichts. Wer heute bucht, sollte nicht aus alten Fotos auf das aktuelle Schiff schließen. Auf seiner aktuellen Liveaboard-Seite stellt Sea Bees die MV Marco Polo vor. Für den Richelieu Rock wird außerdem ein separater Tagestrip angeboten. Darauf komme ich weiter unten noch genauer zurück.

Koh Bon und Koh Tachai: Schon vor Richelieu Rock wird es ernst

Der erste Tauchgang führte uns nach Koh Bon. Am Vortag hatten zwei Mitreisende dort einen neugierigen Manta erlebt. Bei unserem Tauchgang kam keiner. Das war gleich zu Beginn eine brauchbare Erinnerung daran, wie wenig sich Begegnungen im offenen Meer bestellen lassen. Der Bericht von gestern ist keine Garantie für heute.

Felseninsel Koh Bon in der nördlichen Andamanensee
Koh Bon war die erste große Station unserer Route. Wir erreichten die kleine Insel damals per Boot von Khao Lak. Foto: Sascha Tegtmeyer

Was wir bekamen, war Fisch. Sehr viel Fisch. Makrelen und Barrakudas standen in dichten Schwärmen am Riff. Dazwischen zogen Thunfische und Stachelmakrelen. Ich kannte große Schwärme von den Kanaren, aus dem Roten Meer und von den Malediven. Die Dichte an Koh Bon spielte trotzdem in einer anderen Liga.

Dichter Schwarm kleiner Rifffische in der Andamanensee
Die Fischschwärme waren keine Randnotiz dieser Reise. Sie bestimmten mehrere Tauchgänge an Koh Bon, Koh Tachai und später am Richelieu Rock. Foto: Sascha Tegtmeyer

Danach folgten unter anderem Koh Bon Pinnacle, Koh Tachai und das Boonsung Wrack. Der Rhythmus war immer derselbe: Briefing, Ausrüstung anlegen, Tauchgang, Ausstieg, essen, etwas ausruhen. Nach wenigen Durchläufen musste niemand mehr erklären, wo Flossen, Kamera oder Maske lagen. Das Boot war klein, aber der Ablauf saß.

Der damalige Landgang auf Koh Tachai

Bei Koh Tachai lag die Genesis I im Strömungsschatten einer Bucht. Damals konnten wir an Land gehen. Am Strand und im Inselinneren sahen wir Flughunde, große Krabben und Warane. Nach mehreren Tauchgängen war dieser kurze Wechsel an Land angenehm, gerade weil die Welt an Bord inzwischen nur noch aus Neopren, Flaschen, Essen und Schlafen zu bestehen schien.

Breiter heller Sandstrand auf Koh Tachai in Thailand
Der Strand von Koh Tachai bei unserem damaligen Landgang. Ob und in welcher Form ein Landgang heute möglich ist, muss für die konkrete Route neu geprüft werden. Foto: Sascha Tegtmeyer

Diesen Landgang würde ich heute nicht als festen Bestandteil versprechen. Schutzregeln und zugängliche Bereiche können sich ändern. Entscheidend ist die Route, die der Anbieter für den konkreten Reisetermin bestätigt.

Richelieu Rock: Fischschwärme, Makro und ein gelbes Seepferdchen

An der Oberfläche wirkt der Richelieu Rock erstaunlich unscheinbar. Je nach Wasserstand ist kaum mehr als eine kleine Felskante zu sehen. Unter Wasser öffnet sich ein verzweigter Platz aus Felsen, Spalten und bewachsenen Flächen. Die Tourism Authority of Thailand führt ihn als Tauchplatz im Bereich des Mu-Ko-Surin-Nationalparks.

Mein stärkster Eindruck war nicht ein einzelnes Tier, sondern die Menge. Barrakudas, Stachelmakrelen, Thunfische, Drückerfische, Süßlippen sowie Tausende gelbe und blaue Füsiliere bewegten sich um uns herum. Ein Schwarzspitzen-Riffhai zog etwas abseits vorbei. Zeitweise verschwand der Felsen hinter dem Schwarm.

Taucher neben einem dichten Fischschwarm am Richelieu Rock
Ein Taucher verschwindet fast hinter dem Fischschwarm am Richelieu Rock. Dieses Verhältnis der Größen beschreibt meinen Eindruck besser als jede Artenliste. Foto: Sascha Tegtmeyer

Wer nur nach Großfisch sucht, übersieht allerdings die Hälfte. In einer Vertiefung saß ein kleines gelbes Seepferdchen. An anderer Stelle zeigte uns der Guide einen Frogfish, der optisch beinahe mit dem Untergrund verschmolz. Für Unterwasserfotografen ist genau dieser Wechsel schwierig: eben noch Weitwinkel und Fischschwarm, im nächsten Moment ein Tier, das kaum größer als ein Finger ist.

Gelbes Seepferdchen zwischen Schwämmen am Richelieu Rock
Das gelbe Seepferdchen war eines der kleinsten und zugleich auffälligsten Tiere unserer Tauchgänge am Richelieu Rock. Foto: Sascha Tegtmeyer
Getarnter Frogfish in einer bewachsenen Felsspalte am Richelieu Rock
Erst beim genaueren Hinsehen wird der Frogfish zwischen den bewachsenen Felsen erkennbar. Foto: Sascha Tegtmeyer

Auch ein sehr guter Tauchplatz hat Grenzen

Der Richelieu Rock ist berühmt. Das merkt man unter Wasser. Um das Seepferdchen sammelten sich mehrere Taucher mit Kameras, bis mir das kleine Tier eher leidtat. Wer einen einsamen Tauchplatz erwartet, kann enttäuscht werden. Abfahrtszeit, Zahl der Boote, Strömung und Sichtweite verändern den Tauchgang erheblich.

Wir sahen keinen Walhai und bei unseren eigenen Tauchgängen auch keinen Manta. Beides machte die Tour nicht schlechter. Die Fischdichte, der Schwarzspitzen-Riffhai, das Seepferdchen und der Frogfish reichten vollkommen. Ich würde den Richelieu Rock gerade deshalb nicht wegen einer einzigen erhofften Tierart buchen.

Was Jacques-Yves Cousteau mit dem Felsen zu tun hat

In der alten Fassung dieses Beitrags schrieb ich den Namen falsch und bedankte mich bei ihm für die Entdeckung. Richtig ist Jacques-Yves Cousteau.

Auch die Entdeckungsgeschichte ist weniger sauber, als sie in vielen Tauchplatztexten klingt. Die Erzählung, Cousteau habe lokale Fischer nach dem fischreichsten Platz gefragt und so den Richelieu Rock gefunden, wird häufig wiederholt. Eine belastbare Primärquelle dafür habe ich nicht gefunden. Deshalb behandle ich sie nicht mehr als Tatsache. Der Tauchplatz braucht diese Legende ohnehin nicht.

Liveaboard oder Tagestrip zum Richelieu Rock?

Meine damalige Antwort war eindeutig: Liveaboard. Anders wären Koh Bon, Koh Tachai, der Richelieu Rock und zwölf Tauchgänge in drei Tagen kaum zu dieser kompakten Reise geworden. Heute gibt es jedoch ausdrücklich beworbene Tagestrips. Die Entscheidung hängt deshalb weniger vom Prestige der Tour ab als von deiner eigentlichen Leserfrage: Möchtest du ein Tauchgebiet erleben oder einen bestimmten Tauchplatz?

EntscheidungLiveaboardTagestrip
Zeit auf dem WasserMehrere Tage und Nächte; das Boot ist Unterkunft und Tauchbasis.Ein langer Ausflugstag ab Khao Lak, danach zurück ins Hotel.
TauchprofilMehrere Plätze und häufig bis zu vier Tauchgänge am Tag, abhängig von Route und Bedingungen.Beim aktuell beworbenen Richelieu-Trip zwei Tauchgänge.
StärkeKoh Bon, Koh Tachai, Richelieu Rock und weitere Stationen bilden eine zusammenhängende Reise.Kein Schlafen auf dem Boot; sinnvoll bei knappem Zeitbudget und klarem Fokus auf den Richelieu Rock.
GrenzeEnge, wenig Privatsphäre, wiederholte Tauchbelastung und keine spontane Rückkehr an Land.Lange An- und Rückfahrt, weniger Tauchgänge und stärkere Abhängigkeit von einem einzelnen Tag.
Passt eher zuAktiven, erfahrenen Tauchern, die das gesamte Revier kennenlernen möchten.Zertifizierten Tauchern, die in Khao Lak wohnen und genau diesen Platz besuchen wollen.
Die konkrete Eignung hängt von Zertifizierung, Erfahrung, Tagesbedingungen und den Vorgaben des jeweiligen Anbieters ab.

Meine damalige Genesis-I-Tour ist keine heutige Buchungsempfehlung

Die Genesis I gehört zu meiner Reisegeschichte. Für aktuelle Buchungen nennt Sea Bees auf seiner Liveaboard-Seite die MV Marco Polo und mehrtägige Routen zu den Similan Islands, Koh Bon, Koh Tachai, Richelieu Rock und den Surin Islands. Das ist ein anderes Produkt auf einem anderen Schiff.

Daneben bewirbt der Anbieter derzeit einen Richelieu-Rock-Tagestrip mit zwei Tauchgängen: dienstags, zunächst mit dem Speedboot Haida und anschließend auf dem Katamaran MC Stingray. Am Recherchetag wurde zusätzlich eine Nationalparkgebühr von 700 Baht pro Taucher genannt. Wochentag, Schiff, Gebühr, Ausrüstungskosten und Route können sich ändern. Vor der Zahlung würde ich mir alles schriftlich bestätigen lassen.

Ich würde wieder ein Liveaboard wählen, wenn Koh Bon und Koh Tachai ausdrücklich Teil meiner Reise sein sollen. Hätte ich nur einen freien Tag in Khao Lak und wollte ausschließlich zum Richelieu Rock, würde ich den Tagestrip ernsthaft prüfen. Einen Walhai würde ich in keiner der beiden Varianten in die Rechnung aufnehmen.

Beste Reisezeit: Plane mit der Saison, nicht mit einer Tiergarantie

Die aktuellen Anbieterinformationen legen die Tauchsaison in der nördlichen Andamanensee in die Monate November bis April. In der grünen Jahreszeit bleiben die betroffenen Nationalparks geschlossen und die üblichen Touren finden nicht statt. Die exakten Öffnungs- und Abfahrtsdaten können jedes Jahr angepasst werden.

Sea Bees nennt März und April als Zeitraum mit häufig besseren Chancen auf Mantas und Walhaie. Das ist eine saisonale Einordnung des Anbieters, keine Sichtungsgarantie. Planktonreiche Strömungen können mit Großfischsichtungen zusammenfallen und zugleich die Sicht verschlechtern. Wind, Welle und Strömung entscheiden zusätzlich darüber, welche Plätze tatsächlich angefahren werden.

Ich würde deshalb nicht nach dem angeblich perfekten Walhai-Monat buchen. Wichtiger sind ein seriöser Anbieter, ein realistischer Reiseplan, genügend Puffer und die Bereitschaft, einen guten Tauchgang auch dann als gut zu erkennen, wenn kein Großfisch erscheint.

Sicherheit: Was ich vor einer Thailand-Tauchsafari heute prüfen würde

Richelieu Rock und die vorgelagerten Plätze können Strömung haben. Das ist kein Grund für Panik, aber ein schlechter Ort für Selbstüberschätzung. Der Anbieter empfiehlt für den aktuellen Tagestrip fortgeschrittene Erfahrung beziehungsweise Advanced Open Water. Wichtiger als das Kürzel auf der Karte sind für mich aktuelle Tauchpraxis, saubere Tarierung, ruhiger Gasverbrauch und Erfahrung mit Freiwasseraufstiegen.

Vier Taucher schwimmen als Gruppe im blauen Freiwasser
Im offenen Wasser zählen Gruppenabstand, Orientierung und ein klarer Aufstiegsplan mehr als die Jagd nach dem nächsten Foto. Foto: Sascha Tegtmeyer

Das Divers Alert Network empfiehlt für Strömungstauchgänge eine passende Ausbildung und Vorbereitung. Ein DSMB mit Reel sowie akustische oder optische Signalmittel helfen, wenn eine Gruppe oder das Boot aus dem Blick gerät. Diese Ausrüstung nützt allerdings nur, wenn du sie sicher bedienen kannst.

Für das Boot selbst nennt DAN klare Prüfpunkte: zugängliche Rettungswesten, Feuerlöscher, Erste-Hilfe- und Sauerstoffausrüstung, funktionierende Kommunikation sowie schriftliche Notfallpläne. Ein gutes Briefing erklärt nicht nur den Tauchplatz, sondern auch Ein- und Ausstieg, Personenzählung, vermisste Taucher, Feueralarm und das Verlassen des Schiffs. Die ausführlichen Kriterien stehen bei DAN unter Dive Boat Safety und What To Look for on a Dive Boat.

Taucher steigen nach einem Tauchgang über eine Leiter an Bord
Der Ausstieg wirkt im Reisebericht nebensächlich. Bei Welle, Strömung und voller Ausrüstung gehört er jedoch zu den Abläufen, die vor jedem Tauchgang eindeutig sein müssen. Foto: Sascha Tegtmeyer

Meine Fragen an den Anbieter vor der Buchung

  1. Welches konkrete Schiff fährt an meinem Termin, und kann ich aktuelle Fotos der Kabine und des Tauchdecks sehen?
  2. Welche Route und wie viele Tauchgänge sind geplant? Wie oft wird tatsächlich am Richelieu Rock getaucht?
  3. Welche Zertifizierung, Zahl geloggter Tauchgänge und Aktualität der Erfahrung verlangt der Anbieter?
  4. Wie groß sind die Gruppen, und nach welchen Kriterien werden sie eingeteilt?
  5. Sind Nationalparkgebühren, Transfer, Flaschen, Blei, Nitrox und Leihausrüstung im Endpreis enthalten?
  6. Welche Sauerstoffmenge, Kommunikationsmittel und Notfallpläne sind an Bord vorhanden?
  7. Wie lauten die Regeln zum Laden von Kamera-, Lampen- und Tauchcomputer-Akkus?
  8. Was passiert, wenn Wetter oder Strömung die geplante Route verhindern?

Nach mehreren Tauchtagen gehört außerdem genügend Abstand zum Rückflug in den Reiseplan. Die konkrete Wartezeit hängt vom Tauchprofil ab und sollte konservativ mit Ausbildung, Tauchcomputer und aktuellen Fachinformationen abgestimmt werden. Mein separater Ratgeber erklärt, was beim Fliegen nach dem Tauchen zu beachten ist.

Große Fächerkoralle an einem Tauchplatz der nördlichen Andamanensee
Zwischen Felsen und Fischschwärmen prägen große Fächerkorallen das Riffbild. Abstand und gute Tarierung schützen die empfindliche Struktur. Foto: Sascha Tegtmeyer

Für wen die Tour passt – und für wen eher nicht

Eine mehrtägige Tauchsafari zum Richelieu Rock passt besonders gut, wenn du regelmäßig tauchst, mehrere Tauchgänge am Tag magst und Koh Bon sowie Koh Tachai nicht nur als Namen auf einer Karte abhaken möchtest. Du solltest akzeptieren können, dass Kabinen klein, Pläne wetterabhängig und Tierbegegnungen unberechenbar sind.

Ich würde von einem Liveaboard abraten, wenn du gerade erst brevetiert wurdest und dich bei Strömung oder freiem Aufstieg noch unsicher fühlst, wenn du nach zwei Tauchgängen am Tag erschöpft bist oder wenn dir fehlende Privatsphäre den Urlaub verhagelt. Dann ist eine gute landbasierte Basis mit einzelnen, passend ausgewählten Ausfahrten wahrscheinlich die bessere Schule.

Wer noch weitere Routen vergleichen möchte, findet in meinem Erfahrungsbericht von einer Tauchsafari im Roten Meer ein deutlich anderes Revier und Bootskonzept. Einen größeren Überblick über Ausbildung, Ausrüstung und Reiseziele gibt mein Tauchen-Hub. Die gesamte Reise ordne ich außerdem in meinem Thailand-Reisebericht ein.

Mein Fazit zur Thailand-Tauchsafari am Richelieu Rock

Nach drei Tagen und zwölf Tauchgängen kehrten wir nach Khao Lak zurück. Die Strecke, die Enge und der dichte Rhythmus hatten aus wenigen Tagen eine Reise in der Reise gemacht. Genau das ist die Stärke eines Liveaboards: Du besuchst den Tauchplatz nicht nur. Dein gesamter Tagesablauf richtet sich nach dem Meer.

Der Richelieu Rock war der stärkste einzelne Platz dieser Tour. Nicht wegen einer Walhai-Sichtung, die es nicht gab. Nicht wegen einer Cousteau-Legende, die sich nicht sauber belegen lässt. Sondern wegen dieser eigenartigen Verbindung aus schierer Fischmenge und winzigen Tieren, die man ohne einen aufmerksamen Guide glatt übersieht.

Ich würde wieder hinfahren. Heute würde ich nur genauer buchen: das konkrete Schiff prüfen, Liveaboard und Tagestrip ehrlich vergleichen, die Sicherheitsausrüstung abfragen und bei der Tierwelt mit nichts rechnen. Dann kann ein kleiner gelber Punkt im Riff plötzlich wichtiger werden als alles, was vorher auf der Wunschliste stand.

Würdest du für Koh Bon, Koh Tachai und mehrere Tauchgänge auf ein Liveaboard gehen – oder wäre dir ein langer Tagestrip zum Richelieu Rock lieber?


Recherche-Stand: 31. Juli 2026. Persönliche Erlebnisse und Bilder stammen von meiner damaligen Thailand-Reise. Aktuelle Betriebsangaben wurden anhand der verlinkten Seiten von Sea Bees geprüft; Sicherheitsinformationen stammen vom Divers Alert Network. Schiffe, Fahrpläne, Gebühren, Nationalparkzeiten, Routen und Tauchbedingungen können sich ändern. Maßgeblich sind die schriftliche Buchungsbestätigung, aktuelle Behördenentscheidungen, das Briefing vor Ort und deine eigene Ausbildung.

Über Sascha Tegtmeyer

Über Sascha Tegtmeyer

Reisejournalist, Autor und Gründer von Just Wanderlust

Ich schreibe auf Just Wanderlust aus eigener Reiseerfahrung über Orte, Meer und Outdoor-Abenteuer. Mehr über mich und meine Arbeit.

2 Comments

  1. Ein Hallo aus Hessen, wir waren vor 2 Jahren an genau den gleichen Stellen und Richelieu Rock ist definitiv sensationell.
    Schon das abtauchen an der Ankerleine mit Blick nach unten auf die Fische ist einfach unvergesslich. Wir sind sogar an zwei Tagen am Richelieu Rock getaucht. An beiden Tagen war außer unserem Boot nur noch EIN Weiteres Boot vor Ort. Eine Gruppe geht raus und wir rein. Nur wir 20 Taucher… unfassbar toll.
    Das war sicher nicht das letzte Mal, dass wir hier tauchen waren.

    Antworten
    • Traumhaft, oder? Definitiv einer der schönsten Tauchplätze, die ich weltweit besucht habe – und damit hatten wir gar nicht unbedingt gerechnet, dass wir sowas dort in der Andamanensee entdecken 🙂

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