Strandurlaub planen: So findest du den Strand, der wirklich passt

by Sascha Tegtmeyer | Juni 16, 2021

Ein Strand kann auf einem Foto makellos aussehen und trotzdem der falsche Ort für deinen Urlaub sein. Weißer Sand hilft wenig, wenn du wegen kräftiger Wellen kaum ins Wasser kommst, mittags keinen Schatten findest oder vom Hotel jeden Tag zwanzig Minuten über eine Straße laufen musst. Umgekehrt kann ein unscheinbarer Küstenabschnitt genau passen: flacher Einstieg für Kinder, klares Wasser zum Schnorcheln oder morgens genügend Ruhe für lange Schwimmrunden. Nach vielen Reisen ans Mittelmeer, an die Ostsee und zu tropischen Inseln plane ich Strandurlaub deshalb nicht mehr nach Schönheit allein.

Meine kurze Antwort: Der richtige Strand erfüllt deine wichtigste Urlaubsaufgabe. Prüfe vor der Buchung Jahreszeit, Wasser, Einstieg, Wind und Wellen, Auslastung, Schatten, Infrastruktur, Zugang, Regeln und Alternativen in der Umgebung. Hotelsterne, Strandnamen und einzelne Fotos beantworten diese Fragen nicht zuverlässig. Erst wenn mindestens die drei wichtigsten Kriterien passen, würde ich die Unterkunft buchen.

Dieser Ratgeber nennt deshalb bewusst nicht die angeblich schönsten Strände der Welt. Dafür gibt es zu viele unterschiedliche Bedürfnisse und zu viele eigene Reiseberichte auf Just Wanderlust. Hier geht es um die Methode dahinter: Wie findest du vorab heraus, ob ein Strandurlaub für dich, deine Begleitung und deine geplanten Aktivitäten wirklich funktioniert?

Vor dem Strandurlaub: Welche Aufgabe soll der Strand erfüllen?

„Schön“ ist kein brauchbares Buchungskriterium, solange du nicht erklärst, was du dort tun möchtest. Ein flacher Sandstrand kann für Familien ideal und für Schnorchler langweilig sein. Eine felsige Bucht mit klarem Wasser kann unter der Oberfläche spannend wirken, aber Menschen mit eingeschränkter Mobilität den Einstieg erschweren. Ein Surfstrand mit kräftiger Brandung ist kein verlässlicher Platz für ruhiges Bahnenziehen.

Dein HauptwunschDarauf solltest du achtenTypischer Fehlgriff
Mit kleinen Kindern badenFlacher Einstieg, übersichtliche Badezone, Rettungsdienst, kurzer Weg zu Toilette und SchattenSchöne Bucht mit steilem Ufer, Brandung oder Bootsverkehr
Ruhig schwimmenGeschützte Lage, markierte Badezone, wenig motorisierter Wassersport, klare AusstiegspunkteOffene Küste mit Strömung oder dichtem Bootsverkehr
SchnorchelnStruktur unter Wasser, brauchbare Sicht, sicherer Ein- und Ausstieg, Riff oder Fels außerhalb der SchwimmrouteReiner Sandgrund oder ein Riff, das nur per Boot erreichbar ist
Viel RuheErreichbarkeit, Bettenzahl im Umfeld, Tagesausflüge, Parkplätze und Nebensaison prüfen„Geheimtipp“ neben großem Parkplatz oder Bootsanleger
KomfortLiegen, Schatten, Gastronomie, Dusche, Toilette und barrierearmer ZugangAbgelegene Naturbucht ohne Versorgung und mit langem Fußweg
Wellen und WassersportWindrichtung, Saison, ausgewiesene Sportzone, Verleih und eigenes KönnenGeschützte Lagune ohne Wind oder ein voller Badestrand

Ich lege vor einer Buchung drei Muss-Kriterien und drei Kann-Kriterien fest. „Sicherer, flacher Einstieg“, „maximal zehn Minuten zu Fuß“ und „Schatten am Nachmittag“ wären beispielsweise Muss-Kriterien für eine Familie. Eine Strandbar, besonders heller Sand und ein Sonnenuntergang über dem Meer können dann Kann-Kriterien sein. Diese kleine Priorisierung verhindert, dass ein spektakuläres Foto die praktische Entscheidung übernimmt.

Zehn Checks, bevor du den Strandurlaub buchst

1. Jahreszeit und Mikroklima statt Landesdurchschnitt

Ein Land kann im selben Monat mehrere Strandklimate haben. Windseite und geschützte Küste, Norden und Süden sowie Insel und Festland unterscheiden sich teils deutlich. Prüfe deshalb Klimanormale für die konkrete Region und erst kurz vor der Reise die Wettervorhersage. Ein Monatsmittel verrät die Wahrscheinlichkeit; es verspricht keinen bestimmten Urlaubstag.

Wichtig sind nicht nur Lufttemperatur und Sonnenstunden. Wassertemperatur, Wind, Niederschlag und Tageslänge bestimmen, ob sich ein Strandtag angenehm anfühlt. Für eine Reise außerhalb des Hochsommers schaue ich besonders auf den Wind: 23 Grad in einer geschützten Bucht können wärmer wirken als 27 Grad an einer offenen Küste.

2. Strandmaterial und Einstieg genau ansehen

Sand, Kies, Fels und Korallenschutt fühlen sich nicht nur verschieden an. Sie verändern Einstieg, Wassertrübung und Ausrüstung. Feiner Sand ist barfuß angenehm, kann bei Wellen aber die Sicht verschlechtern. Kies fällt häufig steiler ab. Felsige Buchten bieten Struktur für Fische, brauchen jedoch einen sicheren Zugang und oft Badeschuhe.

Flacher heller Sandstrand mit klarem türkisfarbenem Wasser auf Sardinien
An diesem Strand auf Sardinien passten heller Sand und flacher Einstieg zusammen. Ein Foto verrät trotzdem nicht, wie voll der Ort in der Hauptsaison wird oder wie weit der Parkplatz entfernt liegt. Foto: Sascha Tegtmeyer

Satellitenbilder helfen, Sandbänke, Riffkanten und Buchtenform zu erkennen. Hotelbilder zeigen oft nur einen engen Ausschnitt. Ergänze sie durch aktuelle Fotos verschiedener Reisender und suche gezielt nach Wörtern wie „Einstieg“, „Badeschuhe“, „Seegras“, „Brandung“ oder „Gezeiten“. Eine einzelne negative Bewertung beweist wenig; wiederkehrende konkrete Hinweise sind wesentlich aussagekräftiger.

3. Wind, Wellen, Strömung und Gezeiten trennen

Ruhig aussehendes Wasser ist nicht automatisch sicher, und sichtbare Wellen sind nicht das einzige Risiko. Küstenparallele Strömungen können dich seitlich versetzen; Brandungsrückströmungen können Schwimmer vom Ufer wegtragen. Die DLRG erklärt Strömungen an Küsten und empfiehlt, Warnungen sowie Hinweise der Rettungskräfte zu beachten.

An Gezeitenküsten kann ein Strand bei Ebbe sehr breit und bei Flut fast verschwunden sein. Ein flaches Riff kann nur zeitweise tief genug zum Schwimmen sein; Strömung in einem Riffkanal kann sich mit dem Wasserstand verändern. Verlasse dich nicht auf die Uhrzeit eines alten Reiseberichts, sondern nutze die örtliche Vorhersage für den konkreten Tag.

4. Wasserqualität und aktuelle Warnungen prüfen

In Europa kannst du die amtliche Einstufung vieler Badestellen vorab prüfen. Die Europäische Umweltagentur meldete für 2025, dass 85 Prozent der EU-Badestellen als ausgezeichnet eingestuft waren und 96 Prozent mindestens die Mindestanforderungen erfüllten. Die EEA-Auswertung samt Kartenviewer zeigt dabei keine Momentaufnahme, sondern eine mehrjährige mikrobiologische Klassifizierung: Sie beruht auf Messdaten aus der aktuellen und den drei vorangegangenen Badesaisons und ausschließlich auf den Parametern Escherichia coli und intestinale Enterokokken.

Diese Klassifizierung ist kein tagesaktueller Sicherheitscheck und sagt nichts über Strömung, Quallen, Algen, Chemikalien oder Wellengang aus. Öffne deshalb zusätzlich die lokale Badewasser-Seite und beachte Beschilderung vor Ort. Nach Starkregen können kurzfristige Belastungen auftreten, obwohl eine Badestelle langfristig gut bewertet ist.

5. Die wirkliche Strecke vom Zimmer bis zum Wasser messen

„Direkt am Strand“ kann ein Hotelgrundstück mit langer Zufahrt, Treppenanlage oder Straße bedeuten. Öffne die Karte, miss den Fußweg und prüfe den Höhenunterschied. Schau außerdem, ob ein öffentlicher Weg zwischen Anlage und Wasser liegt und ob der abgebildete Strand tatsächlich zum Hotel gehört oder nur in der Nähe liegt.

Palmen, Hängematten und Sandstrand an einer Resortinsel auf den Malediven
Auf einer kleinen Malediveninsel ist der Weg zum Wasser kurz. Dafür entscheiden Hausriff, Lagune, Strömung und Transfer viel stärker über den Urlaub als die reine Entfernung zum Strand. Foto: Sascha Tegtmeyer

Auf Resortinseln ist die Lage besonders tückisch: Manche Villen liegen an einer breiten Lagune, andere an einer schmalen oder strömungsreichen Seite. Für Schnorchler zählt nicht „Strandlage“, sondern der Zugang zum Riff. Mein Ratgeber zur Wahl eines Malediven-Hausriffs geht genau auf diese Unterschiede ein.

6. Schatten, Toilette und Versorgung nicht unterschätzen

Ein abgelegener Strand kann morgens großartig und mittags anstrengend sein. Gibt es natürlichen Schatten, mietbare Schirme, Trinkwasser, Toilette und einen Platz für Abfall? Sind Liegen an Gäste bestimmter Hotels oder Restaurants gebunden? Wer mit Kindern, älteren Menschen oder temperaturempfindlichen Personen reist, sollte diese Fragen höher gewichten als die Farbe des Wassers.

Palmen sind kein verlässlicher Sonnenschirm, denn ihr Schatten wandert im Laufe des Tages. Ich plane lieber mit einer eigenen leichten Schattenlösung, wenn lokale Regeln sie erlauben, und verlasse mich nicht darauf, am beliebtesten Strand spontan eine freie Liege zu bekommen.

7. Auslastung nach Uhrzeit und Besucherströmen beurteilen

Ein Foto vom leeren Strand kann bei Sonnenaufgang entstanden sein. Entscheidend ist, wer später kommt: Hotelgäste, Mietwagen, Ausflugsboote, Kreuzfahrttouren oder lokale Wochenendbesucher. Suche nach Parkflächen, Bootsanlegern und großen Resorts in der Umgebung. Bei kleinen Buchten verändert schon ein Ausflugsboot die Atmosphäre.

Kleine Bucht Ya Nui Beach mit Sandstrand, Badenden und bewaldeten Felsen
Der Ya Nui Beach auf Phuket ist kompakt und landschaftlich reizvoll. Gerade deshalb füllt er sich schnell; frühe Uhrzeit und Besucherströme sind Teil der Strandwahl. Foto: Sascha Tegtmeyer

Meine bevorzugte Lösung ist nicht immer ein anderer Strand, sondern eine andere Tageszeit. In Scharbeutz habe ich den gleichen Küstenabschnitt am frühen Morgen fast leer und mittags dicht belegt erlebt. Wer Ruhe sucht, gewinnt durch einen kurzen Weg zur Unterkunft: Dann kannst du vor dem Tagesandrang kommen, mittags pausieren und am Abend zurückkehren.

8. Regeln, Gebühren und Nutzungszonen lesen

Strände können Eintritt, Kurtaxe, Parkgebühren oder Kosten für Liegen verursachen. Hunde, Grillen, Drohnen, Zelte, Wassersport und das Betreten geschützter Dünen können eingeschränkt sein. Bei einem Hotelstrand ist zu klären, welche Leistungen im Preis enthalten sind. Eine kostenlose Liege auf dem Foto ist kein Vertragsbestandteil.

Auch Zonen sind wichtig. Die schwarz-weiße Flagge markiert nach DLRG-System einen Bereich für Wassersport, in dem Schwimmen nicht erlaubt ist. Rot-Gelb kennzeichnet eine bewachte Badezone. Gelb warnt vor erhöhtem Risiko, Rot bedeutet Badeverbot. Die DLRG-Übersicht der Strandflaggen gehört für mich zur Reisevorbereitung.

9. Anreise, Parkplatz und Barrieren realistisch planen

Eine abgelegene Bucht ist nur dann erholsam, wenn der Weg für alle Mitreisenden machbar ist. Prüfe Treppen, lose Wege, Schatten auf dem Zustieg, Parkregeln und die Rückfahrt nach Sonnenuntergang. Bei Busverbindungen zählen Frequenz und letzte Abfahrt, nicht nur eine Haltestelle auf der Karte.

Kleine felsige Badebucht mit türkisfarbenem Wasser auf Mallorca
Kleine Buchten auf Mallorca können wunderschön sein und zugleich Treppen, knappe Parkplätze oder wenig Platz bieten. Der Zugang gehört deshalb in dieselbe Prüfung wie das Wasser. Foto: Sascha Tegtmeyer

Für barrierearmen Strandurlaub suche ich nicht nur nach einem barrierefreien Hotel. Entscheidend sind durchgehende Wege, geeignete Toiletten, Strandmatten oder -rollstühle, erreichbarer Schatten und Unterstützung vor Ort. Solche Angebote können saisonal sein; eine aktuelle Bestätigung der zuständigen Stelle ist verlässlicher als ein altes Symbol in einem Buchungsportal.

10. Einen Plan B in Reichweite haben

Selbst der sorgfältigste Check kontrolliert das Wetter nicht. Ich bevorzuge deshalb Orte mit mehreren unterschiedlich ausgerichteten Stränden oder Alternativen jenseits des Wassers. Auf Inseln kann die windabgewandte Küste ruhiger sein; nach Starkregen kann eine andere Badestelle bessere aktuelle Werte haben. Bei Quallenwarnung, roter Flagge oder starkem Wind braucht es einen Plan, der nicht aus Trotz trotzdem ins Meer führt.

Ein guter Plan B kann ein Küstenweg, Markt, Museum, Spa, Bootsausflug an einem späteren Tag oder ein geschützter Pool sein. Wer den gesamten Urlaub an einen einzigen Strand bindet, erhöht den Erwartungsdruck unnötig.

Was Strandfotos nicht zeigen: drei Beispiele aus meinen Reisen

Auf Sardinien habe ich Strände mit fast unwirklich klarem, flachem Wasser erlebt. Das Bild erklärt sofort, warum sie beliebt sind. Es erklärt nicht, wie sich Parkplatzsuche und Hauptsaison auswirken. Wer die Insel unabhängig erkundet, sollte mehrere Küstenabschnitte vorbereiten und nicht alles auf eine berühmte Bucht setzen. Mehr dazu steht in meinem Sardinien-Reisebericht.

Auf den Malediven lag das Wasser häufig nur wenige Schritte entfernt. Trotzdem war nicht jeder Inselabschnitt gleich gut zum Schwimmen oder Schnorcheln. Lagune, Riffkante, Strömung und Küstenschutz verändern den Nutzwert. Die Kategorie „Resort mit Strand“ ist viel zu grob.

An der Ostsee entscheidet oft der Tag stärker als der Ortsname. Wind, Wellen, Badeflaggen und Wasserqualität können einen vertrauten Strand verändern. Morgens ist der Abschnitt in Scharbeutz häufig ruhiger; zur Hauptzeit kommen Familien, Strandkörbe und Wassersport hinzu. Das ist kein Mangel, solange es zu deinem Wunsch passt.

Ruhiger Ostseestrand mit Strandkörben in Scharbeutz am frühen Morgen
Am frühen Morgen ist der Strand in Scharbeutz oft noch ruhig. Derselbe Abschnitt kann wenige Stunden später eine völlig andere Atmosphäre haben. Foto: Sascha Tegtmeyer

Mein Zehn-Minuten-Check am ersten Strandtag

Auch nach guter Vorbereitung treffe ich die endgültige Badeentscheidung erst vor Ort. Ich gehe nicht direkt mit Maske oder Luftmatratze ins Wasser, sondern beobachte den Strand etwa zehn Minuten. Das kostet kaum Zeit und beantwortet viele Fragen, die keine Karte lösen kann.

  1. Flaggen und Schilder lesen: Wo liegt die Badezone, was ist gesperrt, gibt es aktuelle Warnungen?
  2. Wasser beobachten: Wie brechen die Wellen, treiben Schwimmer seitlich ab, gibt es Boots- oder Surfverkehr?
  3. Ein- und Ausstieg festlegen: Gibt es Felsen, Stufen, scharfe Kanten oder einen Punkt, den ich vom Wasser aus wiedererkenne?
  4. Lokale Menschen beobachten: Welche Bereiche nutzen geübte Schwimmer und welche meiden sie? Das ersetzt keine Warnung, kann aber zusätzliche Hinweise liefern.
  5. Rückweg und Reserven prüfen: Wo bleiben Wasser, Schlüssel und Sonnenschutz, und habe ich genug Kraft für den Rückweg?

Bei roter Flagge gehe ich nicht hinein. Bei gelber Flagge sollten ungeübte Schwimmer, Kinder und ältere Personen nach DLRG-Hinweis an Land bleiben; auch geübte Schwimmer sollten ihre Entscheidung sehr konservativ treffen. In meinem gesonderten Ratgeber über das Schwimmen in der Ostsee erkläre ich Flaggen und Strömungsrisiken ausführlicher. Die Grundregel gilt an jedem Meer: Lokale Rettungskräfte und Sperren stehen über dem Urlaubsplan.

Gütesiegel richtig lesen: Was die Blaue Flagge aussagt

Die Blaue Flagge kann ein nützlicher Hinweis sein. Das internationale Programm prüft Kriterien unter anderem zu Wasserqualität, Umweltmanagement, Sicherheit, Service, Information und Barrierefreiheit. Es ist aber kein Schönheitspreis und keine Garantie für ruhiges Wasser, leere Strände oder einen flachen Einstieg. Die aktuellen Blue-Flag-Kriterien zeigen, was tatsächlich geprüft wird.

Ich behandle ein Siegel deshalb als einen Datenpunkt unter mehreren. Ein Strand ohne Blaue Flagge kann naturbelassen und hervorragend sein; ein ausgezeichneter Strand kann für deine Aktivität ungeeignet bleiben. Wichtiger sind die konkrete Badestelle, aktuelle Warnungen und deine Muss-Kriterien.

Kostenfallen beim Strandurlaub

Der Flug oder das Hotel ist nur ein Teil des Strandbudgets. Bei einer Woche können tägliche Liegen, Parken, Transfers und Essen am Strand stärker ins Gewicht fallen als erwartet. Auf einer Insel kommen möglicherweise Boots- oder Inlandsflugtransfers hinzu; bei einer Ferienwohnung fehlen vielleicht Handtücher oder Schattenausrüstung.

  • Zugang: Eintritt, Kurtaxe, Parken, Shuttle oder Boot.
  • Komfort: Liegen, Schirm, Handtücher, Schließfach, Dusche und Toilette.
  • Verpflegung: Strandrestaurant, Mindestverzehr oder Einkauf vor der Anreise.
  • Aktivitäten: Schnorchelausflug, Kajak, Surfkurs oder Bootstransfer zum Riff.
  • Plan B: Mietwagen, Poolzugang oder Alternativprogramm bei ungeeignetem Meer.

Ich rechne diese Posten vor dem Hotelvergleich auf die gesamte Reise hoch. Eine teurere Unterkunft am wirklich passenden Strand kann günstiger und erholsamer sein als ein Schnäppchen, von dem du täglich zu einer anderen Bucht fahren musst.

Packliste: wenig, aber strandtauglich

Die genaue Ausrüstung folgt dem Strandprofil. Für eine bewachte Sandbucht brauchst du anderes als für einen felsigen Schnorcheleinstieg. Ich packe lieber wenige Dinge mit klarer Funktion als Zubehör, das am Ende nur im Hotelzimmer liegt.

  • Sonnenschutz: Kopfbedeckung, passende Kleidung, Sonnencreme und möglichst verlässlicher Schatten.
  • Wasser und Sicherheit: Trinkflasche, kleines Erste-Hilfe-Set und wasserdichte Hülle für Notfallkontakt und wichtige Daten.
  • Passender Einstieg: Badeschuhe nur dort, wo Untergrund oder Hitze sie sinnvoll machen; sie ersetzen keinen vorsichtigen Weg.
  • Fürs Schnorcheln: eigene gut sitzende Maske, Schnorchel und gegebenenfalls Flossen oder UV-Shirt. Meine Schnorcheltipps für Reisen helfen bei Technik und Ausrüstung.
  • Wertsachen: so wenig wie möglich mitnehmen und nicht unbeaufsichtigt sichtbar liegen lassen.

Häufige Fragen zur Planung eines Strandurlaubs

Ist Sand oder Kies besser für einen Strandurlaub mit Kindern?

Meist ist nicht das Material allein entscheidend, sondern ein flacher, übersichtlicher Einstieg, geringe Wellen, eine bewachte Badezone und kurzer Zugang zu Schatten und Toilette. Ein ruhiger Kiesstrand kann geeigneter sein als ein Sandstrand mit kräftiger Brandung.

Wie finde ich einen ruhigen Strand ohne falschen Geheimtipp?

Prüfe Besucherquellen statt Superlative: Parkplätze, Resorts, Bootsanleger, Tagesausflüge und Wochenenden. Ein bekannter Strand kann früh morgens ruhig sein; eine kleine Bucht kann ab zehn Uhr voll werden. Reisezeit und Tageszeit sind oft wirksamer als die Suche nach einem unbekannten Namen.

Reicht die Blaue Flagge als Qualitätsnachweis?

Nein. Sie weist auf definierte Kriterien unter anderem zu Wasserqualität, Management, Sicherheit und Service hin. Sie sagt nicht, ob der Strand zu deinen Aktivitäten passt, wie voll er wird oder ob das Wasser am Reisetag ruhig ist.

Wie viele Strände sollte ich vor der Reise speichern?

Für einen einwöchigen Urlaub reichen mir meist drei realistische Optionen: der Hauptstrand, eine geschütztere Alternative für Windtage und ein Küstenabschnitt mit anderer Infrastruktur oder Aktivität. Entscheidend ist nicht die Menge, sondern dass du Anfahrt, Zugang und mögliche Einschränkungen bereits geprüft hast. So wird der Plan B am ungeeigneten Badetag nicht zur hektischen Internetsuche.

Wann lohnt sich der Aufpreis für ein Hotel direkt am Strand?

Der Aufpreis lohnt sich besonders, wenn du den Strand täglich mehrfach nutzen möchtest, mit Kindern viel Ausrüstung trägst oder morgens und abends außerhalb der Hauptzeit baden willst. Prüfe trotzdem den tatsächlichen Fußweg und die Qualität genau dieses Abschnitts. Eine günstigere Unterkunft an einem passenden Strand kann sinnvoller sein als ein teures Hotel an einer Küste, von der du täglich wegfährst.

Mein Fazit: Der beste Strand ist eine passende Entscheidung

Ein gelungener Strandurlaub beginnt nicht mit einer Top-Ten-Liste, sondern mit einer ehrlichen Priorität. Möchtest du mit Kindern sicher baden, lange schwimmen, schnorcheln, surfen oder einfach im Schatten lesen? Wenn diese Aufgabe klar ist, werden Klima, Einstieg, Wellen, Zugang und Infrastruktur zu überprüfbaren Kriterien.

Meine wichtigsten Prüfungen dauern vor der Buchung vielleicht eine halbe Stunde und am ersten Strandtag zehn Minuten. Sie verhindern keine Wetteränderung. Sie verringern aber das Risiko, eine ganze Reise um ein Foto herumzubauen, das nur Farbe und Perspektive zeigt.

Welche drei Muss-Kriterien hat dein perfekter Strand: flacher Einstieg, Ruhe, Hausriff, Wellen, Schatten oder etwas ganz anderes? Schreib deine persönliche Reihenfolge gern in die Kommentare.

Über Sascha Tegtmeyer

Über Sascha Tegtmeyer

Reisejournalist, Autor und Gründer von Just Wanderlust

Ich schreibe auf Just Wanderlust aus eigener Reiseerfahrung über Orte, Meer und Outdoor-Abenteuer. Mehr über mich und meine Arbeit.

1 Comment

  1. Osteuropa können wir für einen schönen Strandurlaub ebenfalls empfehlen. Vor vier Jahren verbrachten wir zwei schöne Wochen am Schwarzen Meer in Bulgarien. Neulich kam uns die Idee auf, uns ein eigenes Strandhaus bauen zu lassen, welches wir im Jahr besuchen können, wann es uns beliebt. Auf eine bestimmte Region müssen wir uns jedoch noch einigen. 

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