Reisebericht Safaga – Tipps & Erfahrungen zum Tauchen, Schnorcheln & Strandurlaub

by Sascha Tegtmeyer | Dez. 16, 2025

Safaga ist für mich kein beliebiger Badeort am Roten Meer. Vor der Küste habe ich 2005 meine ersten Taucherfahrungen gemacht, später bin ich mehrfach zurückgekehrt. Empfehlen würde ich die Region heute vor allem Menschen, die einen ruhigen Hotel- und Tauchurlaub suchen und dafür auf eine große Promenade, ein breites Nachtleben und ständig neue Ausflugsziele verzichten können. Entscheidend ist allerdings, was bei Buchungsportalen gern verschwimmt: Safaga, das nördlich anschließende Abu Soma und die eigenständige Resortdestination Soma Bay lösen nicht dieselbe Urlaubsaufgabe.

Transparenz: Teile der ursprünglichen Reise fanden im Rahmen einer Pressereise statt. Ich habe unter anderem im damaligen Orca Dive Village und im The Breakers Soma Bay gewohnt. Meine persönlichen Erfahrungen und Fotos stammen aus mehreren Aufenthalten seit 2005; veränderliche Angaben habe ich für diese Überarbeitung am 24. August 2026 neu geprüft. Wo ich den früheren Zustand beschreibe, kennzeichne ich ihn ausdrücklich.

Die kurze Antwort lautet deshalb: Buche nicht einfach „Safaga“, sondern zuerst den passenden Küstenabschnitt und danach das Hotel. Für Taucher zählen Basis, Bootsanleger und Logistik. Beim Schnorcheln sind Hausriff, Einstieg und Windschutz wichtiger als die Zahl der Pools. Für einen reinen Strandurlaub brauchst du eine brauchbare Sandzone; ein langer Steg zu einem guten Riff kann für Schnorchler großartig und für jemanden, der nur bequem schwimmen möchte, ziemlich unpraktisch sein.

Mein Reisebericht Safaga beginnt 2005 – und braucht heute eine wichtige Korrektur

Safaga hängt für mich eng mit dem Anfang meiner Tauchgeschichte zusammen. 2005 habe ich dort im Roten Meer die ersten Erfahrungen unter Wasser gesammelt. Aus diesem ersten Aufenthalt wurde keine einmalige Urlaubserinnerung: Ich kam später mehrfach zurück, fuhr mit Tagesbooten hinaus und lernte sowohl die Riffe vor Safaga als auch das deutlich anders angelegte Soma Bay kennen.

Gerade deshalb möchte ich den Ort nicht größer reden, als er ist. Safaga ist eine alte Hafenstadt und zugleich der Name, unter dem ein recht weit auseinandergezogenes Urlaubsgebiet verkauft wird. Das eigentliche Stadtgebiet, die Hotels an der Safaga-Soma-Bay-Road und die Resorts von Soma Bay werden in Angeboten bisweilen bequem zusammengerückt. Vor Ort können Lage, Atmosphäre und Wege aber erheblich voneinander abweichen.

Frühere ORCA-Tauchbasis am geschlossenen Orca Dive Village in Safaga
So sah die frühere ORCA-Tauchbasis am Orca Dive Village während meines Aufenthalts aus. Der Standort ist Geschichte; die Basis befindet sich heute weiter nördlich. Foto: Sascha Tegtmeyer

Das Orca Dive Village ist geschlossen

Die größte sachliche Korrektur gegenüber älteren Versionen dieses Reiseberichts betrifft das Orca Dive Village. Ich habe dort selbst gewohnt und die angeschlossene Tauchbasis genutzt. Diese Erfahrung bleibt real, ist aber keine aktuelle Unterkunftsempfehlung mehr: Das Management des Village endete zum 31. Dezember 2023, die Anlage wurde in dieser Form aufgegeben und der ORCA Dive Club zog zum 1. Januar 2024 um.

Der ORCA Dive Club Safaga nennt heute das Amarina Abu Soma Resort an der Adresse „Km 8 Safaga Soma Bay Road“ als Standort. Auf der aktuellen Seite werden Tages- und Halbtagestouren, Speedbootfahrten, Ausbildung und Schnorchelausflüge angeboten. Das alte Gebäude auf meinen Fotos hilft also beim Einordnen meiner Geschichte – zum Check-in fahren solltest du dort nicht mehr.

Gebäude und Strand des früheren Orca Dive Village bei Safaga
Das frühere Orca Dive Village war konsequent auf Tauchgäste ausgerichtet. Seit Anfang 2024 arbeitet der ORCA Dive Club Safaga an einem anderen Standort. Foto: Sascha Tegtmeyer

Für wen Safaga nach meinen Erfahrungen passt

Safaga passt eher zu dir, wenn ...Ich würde eher anderswo suchen, wenn ...
Tauchen oder Schnorcheln den Tagesrhythmus bestimmen solldu jeden Abend zwischen vielen Restaurants, Bars und Geschäften wählen möchtest
du mit einer ruhigen, hotelgeprägten Urlaubswoche zufrieden bistdu Ägypten hauptsächlich über Stadtleben und Kulturstätten kennenlernen willst
du dein Hotel nach Hausriff, Einstieg und Tauchbasis auswählstdu nur nach Preis und Sternezahl buchst und außerhalb der Anlage spontan viel Auswahl erwartest
du Tagesbootfahrten zu unterschiedlichen Rifftypen schätztdu ohne organisierte Ausflüge täglich neue Sehenswürdigkeiten erreichen möchtest
Safaga ist besonders stark als ruhige Basis am Roten Meer. Wer klassische Stadterlebnisse sucht, sollte diese Erwartung nicht auf einen Resorturlaub übertragen.

Mir gefällt an Safaga gerade, dass der Ort nicht versucht, ein zweites Hurghada zu sein. Das kann erholsam wirken, setzt aber eine ehrliche Erwartung voraus. Wenn das Hotel, das Riff oder die Tauchbasis nicht zu dir passt, rettet dich keine große touristische Infrastruktur gleich um die Ecke. Gute Vorbereitung ist hier nicht Pedanterie, sondern der Unterschied zwischen einer ruhigen Woche und einer ziemlich langen Woche.

Safaga, Abu Soma oder Soma Bay: Wo solltest du wohnen?

Die offizielle ägyptische Tourismusseite verortet Safaga 53 Kilometer südlich von Hurghada. Für die Urlaubsplanung reicht diese Entfernungsangabe nicht. Viele Unterkünfte liegen nicht im kompakten Zentrum, sondern nördlich davon an der Küste. Und Soma Bay ist nicht bloß ein weiteres Hotelviertel von Safaga, sondern eine separat geplante Resortdestination mit eigener Infrastruktur.

BereichCharakterWorauf ich bei der Buchung achten würde
Safaga und stadtnähere KüsteHafenstadt, einfachere Strukturen, stärkerer Bezug zum eigentlichen OrtEntfernung des Hotels zu Basis, Bootsanleger, Strand und tatsächlich nutzbaren Angeboten
Abu Soma / nördliches HotelbandResorts entlang der Küstenstraße; viele Angebote werden weiterhin unter Safaga verkauftHausriffzugang, Sandzone, Windschutz und die genaue Lage statt nur des Ortsnamens
Soma Bayeigenständige, gehobener positionierte Resortdestination auf einer Halbinselob die abgeschlossene Resortlogik zu dir passt und welche Wege zwischen Hotel, Riff und Aktivitäten entstehen
Die Bezeichnungen werden in Reiseangeboten nicht immer trennscharf verwendet. Prüfe deshalb die Position auf der Karte und den konkreten Zugang zum Meer.

Ich habe beide Seiten erlebt: das damalige, sehr auf Taucher zugeschnittene Orca Dive Village bei Safaga und das The Breakers Diving & Surfing Lodge in Soma Bay. Im alten Village war das Tauchen der Kern der ganzen Anlage. Im The Breakers war das Erlebnis komfortabler und stärker in die organisierte Resortwelt von Soma Bay eingebettet. Beides konnte für mich funktionieren, aber nicht aus demselben Grund. Die Halbinsel und ihre Hotels ordne ich ausführlicher in meinem eigenständigen Reisebericht über Soma Bay ein.

Sitzbereich am Strand des The Breakers in Soma Bay
Im The Breakers Soma Bay habe ich eine deutlich stärker organisierte Resortumgebung erlebt als am früheren Orca Dive Village. Foto: Sascha Tegtmeyer

Wer hauptsächlich am Strand liegen und gelegentlich schnorcheln möchte, braucht außerdem andere Kriterien als ein Taucher. Ein spektakuläres Hausriff kann über einen langen Steg erreichbar sein, während direkt vor dem Hotel nur sehr flaches Wasser oder Riffdach liegt. Das ist für den Schutz der Korallen sinnvoll, aber nicht automatisch der bequemste Badezugang. Frage vor der Buchung deshalb konkret nach Sandstrand, ausgewiesener Schwimmzone, Wassertiefe und Einstieg – nicht nur nach „direkter Strandlage“.

Tauchen in Safaga: Meine Erfahrungen zwischen Innenriff, Außenriff und Wrack

Safaga ist für mich zuerst ein Tauchziel. Ich habe dort nicht nur meine ersten Erfahrungen gesammelt, sondern bei späteren Reisen sehr unterschiedliche Tauchgänge erlebt: Ausfahrten zu geschützteren Riffen, Bootsbriefings vor längeren Tagestrips und Tauchgänge an Panorama Reef, Abu Kafan und der Salem Express. Gerade diese Bandbreite ist die Stärke des Reviers. Sie bedeutet aber nicht, dass jeder Platz an jedem Tag oder für jedes Erfahrungsniveau passt.

Tauchgangsbriefing auf einem Boot vor Safaga
Briefing vor einem Bootstauchgang in Safaga. Welche Stelle angefahren wird, hängt unter anderem von Wetter, Strömung, Gruppe und Einschätzung der Basis ab. Foto: Sascha Tegtmeyer

1. Geschütztere Riffe: nicht automatisch kinderleicht

Die Innenriffe und das Tobia-Riffsystem werden häufig als die zugänglichere Seite des Reviers beschrieben. Das ist als grobe Orientierung brauchbar, ersetzt aber keine Tagesentscheidung. Wind, Sicht, Strömung, Einstieg, Gruppengröße und der konkrete Tauchplatz verändern den Anspruch. Wer gerade erst brevetiert wurde oder nach langer Pause zurückkommt, sollte der Basis offen sagen, was sicher sitzt und was nicht. Ein Logbuch voller Jahre ist kein Ersatz für aktuelle Routine.

Für mich waren diese Tauchgänge nicht die zweitklassige Variante gegenüber den Außenriffen. Gerade an einem Korallenriff lohnt es sich, langsam zu werden. Kleine Rifffische, Anemonenbewohner und gut getarnte Tiere fallen nicht auf, wenn die ganze Gruppe gedanklich schon beim nächsten vermeintlichen Großfisch ist. Meine eigenen Bilder zeigen genau diese ruhigere Seite von Safaga.

Clownfisch in einer Seeanemone an einem Riff vor Safaga
Ein Clownfisch zwischen den Tentakeln seiner Anemone. Solche kleinen Beobachtungen sind für mich mindestens so interessant wie die Suche nach Großfischen. Foto: Sascha Tegtmeyer

2. Panorama Reef und Abu Kafan: nur, wenn die Bedingungen passen

Panorama Reef und Abu Kafan habe ich selbst betaucht. Diese Namen werden in Safaga schnell zu Versprechen aufgeladen. Ich würde sie nüchterner lesen: Es sind exponiertere Ziele, bei denen Strömung, Welle und Bootslogistik eine größere Rolle spielen können. Ob ein Tauchgang stattfindet und welches Profil sinnvoll ist, entscheidet sich nicht beim Lesen einer Bestenliste, sondern am konkreten Tag mit der verantwortlichen Basis.

Auch Sichtungen lassen sich nicht bestellen. Das offene Wasser kann die Chance auf größere Tiere erhöhen, aber aus einer Chance wird keine Garantie. Wer Safaga nur bucht, weil irgendwo Haie, Mantas oder Delfine aufgezählt werden, baut seine Reise auf eine Lotterie. Die Riffstruktur und der eigentliche Tauchgang müssen auch dann interessant genug sein, wenn kein großes Tier vorbeikommt.

Korallenriff mit Rifffischen beim Tauchen vor Safaga
Korallen und Rifffische vor Safaga. Der Zustand eines Riffs ist nicht überall gleich und kann sich verändern; dieses Foto dokumentiert meinen Tauchgang, keine pauschale Bestandsaufnahme. Foto: Sascha Tegtmeyer
Sepia über einem Korallenriff im Roten Meer vor Safaga
Eine Sepia über dem Riff. Gute Tierbeobachtungen entstehen häufig beim geduldigen Hinschauen – nicht beim Abhaken möglichst vieler Arten. Foto: Sascha Tegtmeyer

3. Salem Express: kein gewöhnlicher Wracktauchgang

Die Salem Express gehört geografisch und emotional in eine andere Kategorie. Das Fährschiff sank 1991; viele Menschen starben. Ich habe das Wrack selbst betaucht und halte es für falsch, diesen Ort zwischen bunten Fischlisten als bloßes „Highlight“ abzuhaken. Neben Brevet, Tiefe und Tauchpraxis braucht es dort Respekt vor der Geschichte und eine Basis, die den Tauchgang entsprechend einordnet.

In meinem eigenen Erfahrungsbericht über das Tauchen an der Salem Express gehe ich ausführlich auf den Tauchgang und die schwierige Bedeutung des Wracks ein. Hier reicht die Entscheidungshilfe: Du verpasst Safaga nicht, wenn du auf diesen Tauchgang bewusst verzichtest. Und du solltest ihn nicht allein buchen, um später einen bekannten Namen im Logbuch zu haben.

So würde ich heute eine Tauchbasis auswählen

  • Logistik: Liegt die Basis im Hotel, am Bootsanleger oder ist täglich ein Transfer nötig?
  • Programm: Gibt es Hausrifftauchen, Halbtagestouren und Tagesboote – und was davon findet in deiner Reisezeit tatsächlich regelmäßig statt?
  • Gruppen und Betreuung: Wie groß sind die Gruppen, welche Sprachen spricht das Team und wie werden Wiedereinsteiger betreut?
  • Sicherheit: Wie laufen Check-dive, Briefing, Notfallplanung, Sauerstoffversorgung und die Einschätzung anspruchsvollerer Plätze?
  • Gesamtkosten: Sind Flasche, Nitrox, Bootsgebühr, Nationalpark- oder Hafengebühr, Guide, Leihausrüstung und Transfers enthalten?
  • Ruhetage: Passt der Flugplan zum notwendigen Abstand zwischen letztem Tauchgang und Rückflug? Die aktuellen Mindestempfehlungen und meine konservative Planung erkläre ich im Ratgeber Fliegen nach dem Tauchen.

Safaga ist ein starkes Revier, aber kein Freibrief für eine beliebige Basis. Die Qualität des Tages entsteht aus Team, Gruppe, Wetter und Tauchplatz – nicht aus dem Ortsnamen allein.

Schnorcheln und Strandurlaub: Das Hotel entscheidet mehr als Safaga

Beim Schnorcheln gilt dieselbe Regel wie beim Tauchen: Das konkrete Setup schlägt die pauschale Ortsbeschreibung. Manche Riffe werden über einen Steg erreicht, andere über einen Strandabschnitt oder per Boot. Ein Hausriff kann fischreich sein und trotzdem wegen Wind, Welle, Tiefe oder Einstieg nicht zu einer unsicheren Schwimmerin passen. Vor allem Familien sollten nicht aus dem Wort „Hausriff“ automatisch einen einfachen Wasserspielplatz machen.

Langer Steg vom The Breakers zum Hausriff in Soma Bay
Der lange Steg am The Breakers führt über das flache Riffdach zum Einstieg. Das schont die Korallen, verlängert aber den Weg ins tiefere Wasser. Foto: Sascha Tegtmeyer

Ich würde dem Hotel vor der Buchung fünf konkrete Fragen schicken: Wo genau steige ich ein? Gibt es eine beaufsichtigte Sand- und Schwimmzone? Wie lang ist der Steg? Wann wird der Zugang wegen Wind oder Wellengang geschlossen? Und gibt es alternativ geführte Schnorchelausfahrten? Die Antworten sind nützlicher als ein Katalogsatz über „beste Schnorchelbedingungen“.

Für einen Strandurlaub zählt außerdem, ob du wirklich baden oder hauptsächlich auf einer Liege lesen möchtest. Strandbreite, Schatten, Windschutz, Badeschuhe, Wassertiefe und der Zustand der Einstiege sind keine Nebensachen. Einen ausführlicheren Überblick über die verschiedenen Zugänge und typische Fehler findest du in meinen Tipps zum Schnorcheln im Roten Meer.

Sandstrand mit Liegen und Sonnenschirmen bei Safaga
Ein Hotelstrand bei Safaga mit Liegen, Sonnenschirmen und flachem Uferbereich. Ob sich ein Abschnitt gut zum Schwimmen eignet, solltest du trotzdem am konkreten Hotel prüfen. Foto: Sascha Tegtmeyer

Praktische Safaga-Tipps für Anreise, Reisezeit und Budget

Anreise: über Hurghada und dann nach Süden

Für die meisten Urlauber beginnt die Reise am Flughafen Hurghada. Die offizielle Entfernungsangabe von Hurghada nach Safaga beträgt 53 Kilometer; die tatsächliche Fahrzeit hängt von deinem Hotel, der Route und den Zwischenstopps des Transfers ab. ORCA schreibt für das nördlich von Safaga gelegene Amarina Abu Soma von etwas mehr als einer halben Stunde ab Flughafen. Ein Sammeltransfer kann deutlich länger dauern.

Lass dir bei einer Individualbuchung den Transfer vom Hotel oder einem etablierten Anbieter bestätigen und speichere Adresse sowie Telefonnummer offline. Bei einer Pauschalreise solltest du in den Unterlagen prüfen, ob der Transfer enthalten ist. Vor Ort brauchst du für einen reinen Hotel- und Tauchurlaub meist keinen Mietwagen; einzelne Fahrten würde ich über Unterkunft oder seriösen lokalen Transfer organisieren.

Beste Reisezeit: Wind und Wassertemperatur mitdenken

Safaga ist grundsätzlich ganzjährig bereisbar, aber nicht jede Jahreszeit fühlt sich am Wasser gleich an. Im Hochsommer kann die Hitze Aktivitäten an Land stark einschränken. Im Winter sind die Lufttemperaturen angenehmer, Wind und der Moment nach dem Tauchgang können jedoch kühl wirken. Frühjahr und Herbst sind für viele Wassersportler ein brauchbarer Kompromiss. Meine ausführliche Einordnung nach Reiseart steht im Beitrag zur besten Reisezeit für Ägypten.

Budget: Nicht nur den Pauschalpreis vergleichen

Die Reisekosten schwanken stark nach Ferienzeit, Hotelstandard, Abflughafen und Tauchumfang. Eine einzelne Tageszahl wäre deshalb eher Scheingenauigkeit als Hilfe. Vergleiche stattdessen den Gesamtpreis für dieselbe Leistung: Flug und Gepäck, Transfer, Verpflegung, Getränke, Visum, Tauchpaket, Boots- und Zusatzgebühren, Leihausrüstung, Trinkgeld sowie mögliche Schnorchel- oder Landausflüge.

Für deutsche Staatsangehörige nennt das Auswärtige Amt mit Stand 24. August 2026 für das Visum bei Einreise eine Gebühr von 30 US-Dollar; Abweichungen vor Ort und kurzfristige Änderungen sind möglich. Seit dem 1. August 2026 sollen die bisherigen Visasticker schrittweise durch digitale QR-Codes ersetzt werden, zunächst am Internationalen Flughafen in Kairo und nach einer Testphase an weiteren Flughäfen. Für den Erhalt des QR-Codes wurde zusätzlich eine Bearbeitungsgebühr von 6 US-Dollar angekündigt. Prüfe die aktuellen Einreise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts unmittelbar vor Abflug. Ältere Beiträge, die noch 25 US-Dollar nennen, sind dafür keine verlässliche Quelle.

Was ich für Safaga einpacken würde

  • UV-Schutz, Kopfbedeckung und eine nachfüllbare Trinkflasche für trockene, sonnige Tage
  • Badeschuhe für steinige oder korallennahe Einstiege, sofern das Hotel sie empfiehlt
  • gut sitzende eigene Maske, wenn du regelmäßig schnorcheln möchtest
  • leichte Windjacke oder warmes Oberteil für Bootsfahrten und Winterabende
  • Kopien von Pass, Versicherung, Brevet und tauchmedizinisch relevanten Unterlagen
  • persönliche Medikamente in ausreichender Menge und passend vor Hitze geschützt

Sicherheit und Naturschutz: zwei Punkte ohne Urlaubsprosa

Safaga liegt nach dem Stand vom 24. August 2026 nicht in den vom Auswärtigen Amt ausdrücklich genannten ägyptischen Teilreisewarnungsgebieten. Das ist trotzdem keine pauschale Entwarnung. Die Behörde rät auch in den Touristengebieten am Roten Meer zu besonderer Vorsicht, beschreibt die regionale Lage als volatil und empfiehlt, Nachrichten sowie Hinweise von Behörden und Veranstaltern laufend zu verfolgen.

Tauch- und Schnorchelausflüge würde ich in Safaga nur bei etablierten, ortsansässigen Anbietern buchen. Das Auswärtige Amt empfiehlt für Ägypten außerdem eine Auslandsreise-Krankenversicherung mit Rückholung. Beim Tauchen kommen eine ehrliche Selbsteinschätzung, konservative Profile und der passende Abstand zum Rückflug hinzu. Eine Reiseblog-Empfehlung ersetzt weder Sicherheitsbriefing noch medizinische Beratung.

Unter Wasser gilt die einfache Regel: nichts anfassen, nicht auf dem Riff stehen und keine Tiere verfolgen. Korallen, Muscheln und andere geschützte Naturgegenstände gehören außerdem nicht ins Gepäck. Das Auswärtige Amt weist ausdrücklich darauf hin, dass ihre Ausfuhr verboten sein kann – auch dann, wenn etwas scheinbar legal verkauft wurde.

Delfine an der Wasseroberfläche vor Safaga
Delfine vor Safaga, von einem Boot aus fotografiert. Eine eigene Sichtung ist ein schöner Moment – aber kein Tier lässt sich für eine Ausfahrt garantieren. Foto: Sascha Tegtmeyer

Die Schattenseiten von Safaga

Die Ruhe ist die größte Stärke der Region und kann zugleich ihr Nachteil sein. Wer gern spontan zu Fuß Restaurants ausprobiert, durch unterschiedliche Viertel läuft oder abends viel Auswahl braucht, kann sich in einem abgelegenen Resort eingeschlossen fühlen. Auch die Wege zwischen Hotels, Stadt, Basis und Ausflugsstart werden auf der Buchungsseite nicht immer anschaulich. Ein Blick auf die Karte gehört für mich zwingend dazu.

Hinzu kommt die starke Abhängigkeit vom konkreten Hotel. Ein ungeeigneter Meerzugang, enttäuschendes Essen oder umständliche Tauchlogistik wiegen schwerer, wenn es in der Umgebung wenige einfache Alternativen gibt. Meine Anti-Empfehlung ist deshalb ziemlich klar: Buche Safaga nicht allein wegen eines billigen Pauschalangebots. Prüfe zuerst, wie du deine Tage tatsächlich verbringen willst, und dann, ob genau diese Anlage dafür funktioniert.

Häufige Fragen zu Safaga

Ist Safaga besser als Hurghada?

Nicht besser, sondern anders. Safaga passt eher zu einem ruhigen, hotel- und wasserorientierten Urlaub. Hurghada bietet deutlich mehr städtische Infrastruktur, Restaurants, Geschäfte und touristische Auswahl. Für mich wäre Safaga die ruhigere Tauchbasis; für einen abwechslungsreichen Stadt- und Badeurlaub kann Hurghada praktischer sein.

Kann man in Safaga gut schnorcheln?

Ja, aber die Qualität und Zugänglichkeit hängen stark vom Hotel, Hausriff, Wind und Einstieg ab. Frage konkret nach Steglänge, Schwimmzone, Aufsicht und möglichen Sperrungen. Ein gutes Riff ist nicht automatisch ein einfacher Einstieg.

Ist das Orca Dive Village noch geöffnet?

Nein. Das frühere Orca Dive Village wurde Ende 2023 in dieser Form aufgegeben. Der ORCA Dive Club Safaga zog Anfang 2024 zum Amarina Abu Soma Resort an der Safaga-Soma-Bay-Road. Prüfe vor der Reise immer die aktuelle Adresse direkt bei der Basis.

Lohnt sich Safaga auch ohne Tauchen?

Wenn du Ruhe, Strand, Schnorcheln oder Wind- und Kitesport suchst und mit einer hotelgeprägten Woche zufrieden bist, kann Safaga auch ohne Gerätetauchen passen. Für tägliches Sightseeing, große gastronomische Auswahl und lebhaftes Nachtleben würde ich den Ort nicht an erste Stelle setzen.

Quellen und Aktualisierungsstand

Persönliche Erfahrungen und Fotos: mehrere eigene Aufenthalte seit 2005. Zeitabhängige Angaben wurden zuletzt am 24. August 2026 mit der Egyptian Tourism Authority, dem ORCA Dive Club Safaga, dem The Breakers Soma Bay und den Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amts abgeglichen. Die historische Standortänderung der Tauchbasis dokumentiert eine Meldung von UnterWasserWelt aus dem Jahr 2023.

Mein Fazit: Safaga funktioniert, wenn du sehr genau weißt, weshalb du hinfährst

Safaga bleibt für mich ein wichtiger Ort, weil dort 2005 ein großer Teil meiner persönlichen Tauchgeschichte begonnen hat. Die späteren Reisen haben diesen Eindruck erweitert: Die Region kann ruhige Hoteltage, abwechslungsreiche Bootstauchgänge und gute Zugänge zum Roten Meer miteinander verbinden. Sie ist aber kein Selbstläufer. Die Unterschiede zwischen stadtnaher Küste, Abu Soma und Soma Bay sind zu groß, um nur nach dem gemeinsamen Namen zu buchen.

Ich würde zuerst den Reisezweck festlegen, dann die Lage wählen und erst danach Hotel und Basis vergleichen. Taucher prüfen Logistik und Programm, Schnorchler den realen Einstieg, Badeurlauber die Sand- und Schwimmzone. Wer außerdem mit der ruhigen Resortstruktur leben kann, findet südlich von Hurghada eine Region mit einem sehr klaren Profil. Wer Vielfalt an Land erwartet, sollte diese Grenze ernst nehmen.

Warst du schon in Safaga, Abu Soma oder Soma Bay? Mich interessiert besonders, welcher Küstenabschnitt und welcher Einstieg für dich in der Praxis funktioniert haben.

Über Sascha Tegtmeyer

Über Sascha Tegtmeyer

Reisejournalist, Autor und Gründer von Just Wanderlust

Ich schreibe auf Just Wanderlust aus eigener Reiseerfahrung über Orte, Meer und Outdoor-Abenteuer. Mehr über mich und meine Arbeit.

0 Comments

Deine Erfahrung zählt

Für Prüfung, Moderation und Spam-Abwehr verarbeiten wir deinen Namen, deine E-Mail-Adresse, den Kommentar, deine IP-Adresse und Browserdaten. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Mehr dazu steht in der Datenschutzerklärung.