Tauchen in Soma Bay: Erfahrungen, Tauchplätze und ehrliche Tipps

by Sascha Tegtmeyer | Jan. 9, 2023

Tauchen in Soma Bay lohnt sich vor allem, wenn du geschützte Riffe mit Bootsausfahrten zu anspruchsvolleren Plätzen verbinden möchtest. Anfänger und Wiedereinsteiger finden hier geeignete Bedingungen, sofern die ersten Tauchgänge bewusst ruhig geplant werden. Erfahrene Taucher können Außenriffe und die Salem Express ins Programm nehmen, wenn Qualifikation, Wetter und Tagesplanung passen. Meine wichtigste Erkenntnis nach mehreren Reisen: Nicht der bekannteste Name auf der Tauchplatzkarte entscheidet über den Urlaub, sondern die Basis, ihr Betriebsmodell und die Frage, ob sie deine Erfahrung realistisch einschätzt.

Unbezahlte Werbung / Erfahrungsbericht. Meine persönlichen Eindrücke stammen aus mehreren Aufenthalten, beginnend mit meinem ersten Meerestauchgang im September 2005. Den ausführlich beschriebenen Wiedereinstieg habe ich im Dezember 2022 mit Scuba World Divers erlebt. Veränderliche Betreiber- und Sicherheitsangaben habe ich am 27. August 2026 anhand aktueller Primärquellen geprüft.

Die Sonne steht über dem Roten Meer, der Wind zieht über das Deck und das Tauchboot hebt und senkt sich in den kurzen Wellen. Ich stehe mit einem Kaffee am Bug und sehe auf die schmale Linie des Horizonts. Genau so mag ich einen Tauchtag: Die Flaschen sind vorbereitet, das Briefing kommt später, und für ein paar Minuten gibt es nur das Boot und das Wasser.

Vor Soma Bay hat taucherisch vieles für mich angefangen. Am Tauchplatz Gamul Al Kabeir machte ich 2005 meinen ersten Tauchgang in einem Meer. Siebzehn Jahre später kam ich nach einer dreijährigen Pause zurück. Dazwischen lagen viele Tauchgänge, andere Länder und deutlich mehr Routine. Trotzdem war ich vor dem ersten Abtauchen 2022 nervös. Diese Mischung aus Erfahrung und Respekt ist der ehrlichere Ausgangspunkt für diesen Ratgeber als jedes Versprechen von garantiert einfachen Bedingungen.

Tauchen in Soma Bay: Für wen passt das Revier?

Soma Bay ist kein einzelner Tauchplatz und auch kein festes Tagesprogramm. Je nach Basis, Hotel und Wetter können Ausfahrten zu den Riffen der Soma Bay, Richtung Safaga oder nach Norden in die Region um Makadi Bay führen. Genau deshalb lohnt es sich, nicht nur Hotelbewertungen zu lesen, sondern vorab zu klären, wie der Tauchbetrieb tatsächlich organisiert ist.

Dein TauchstilMeine Einschätzung
Erster Tauchurlaub nach dem BrevetGut geeignet, wenn die Basis mit geschützten Plätzen beginnt, kleine Gruppen bildet und die Bedingungen am Tauchtag ehrlich bewertet.
Wiedereinstieg nach längerer PauseGut geeignet mit geplantem Refresher, Übungen im flachen Wasser und einem einfachen ersten Tauchgang. Direkt mit Außenriff oder Wrack zu starten, halte ich für die falsche Reihenfolge.
Erfahrene UrlaubstaucherInteressant durch die Mischung aus Innenriffen, Außenriffen und längeren Ausfahrten. Welche Plätze möglich sind, entscheidet nicht die Wunschliste allein.
Hausriff-FansDen Standort sehr genau wählen. Das Betriebsmodell am The Breakers mit ORCA unterscheidet sich deutlich von einer hotelgebundenen Basis, bei der geführte Ausfahrten im Vordergrund stehen.
WracktaucherDie Salem Express ist erreichbar, aber weder eine Pflichtstation noch ein beiläufiger Urlaubstauchgang. Erfahrung, mentale Bereitschaft und ein respektvoller Umgang gehören zur Entscheidung.
Großtier-SammlerKeine gute Buchungsgrundlage. Ich habe dort Außergewöhnliches gesehen, doch Tiere erscheinen nicht nach Wochenplan.

Meine Anti-Empfehlung: Buche Soma Bay nicht, wenn deine Reise nur dann gelungen wäre, wenn du einen Walhai siehst, an einem bestimmten Außenriff tauchst oder die Salem Express abhaken kannst. Wind, Strömung, Gruppenerfahrung und betriebliche Entscheidungen können den Plan verändern. Wer darin eine Enttäuschung sieht, macht sich unnötig abhängig von Dingen, die niemand seriös garantieren kann.

Sascha Tegtmeyer mit Kaffeebecher auf einem Tauchboot vor Soma Bay
Ein kurzer ruhiger Moment am Bug, bevor der eigentliche Tauchtag beginnt. Die Aufnahme entstand bei meinem Aufenthalt im Dezember 2022.

Was meine Erfahrungen abdecken – und was nicht

Meine erste Begegnung mit dem Roten Meer fand im September 2005 an Gamul Al Kabeir statt. Ich war Anfänger und zum ersten Mal in einem Meer unter Wasser. Die Korallenblöcke, das klare Blau und die vielen Fische waren für mich damals keine Positionen auf einer Artenliste. Es war fast zu viel, um alles auf einmal wahrzunehmen.

In den folgenden Jahren habe ich in der Region unter anderem Panorama Reef, Abu Kafan, Shaab Sheer, Abu Soma Garden und die Salem Express betaucht. Manche Plätze besuchte ich mehrfach. Daraus folgt trotzdem keine aktuelle Zustandsbewertung für jedes einzelne Riff. Korallen verändern sich, Bojen werden gewartet, Ausfahrten fallen aus und eine Tauchplatzbezeichnung kann mehrere Routen umfassen.

Mein letzter Tauchgang vor der längeren Pause war im Oktober 2019 an der Stellar Maru auf Mauritius. Als ich im Dezember 2022 in Soma Bay wieder vor Flasche, Jacket und Nitrox-Analysegerät stand, waren viele Abläufe vertraut und einige erstaunlich weit weg. Meine Erfahrung mit Scuba World Divers beschreibt diesen damaligen Aufenthalt. Sie ist kein Versprechen darüber, wer heute dort arbeitet oder wie ein bestimmter Tauchtag im Jahr 2026 abläuft.

Gebäude der Scuba-World-Divers-Basis am Mövenpick Soma Bay im Jahr 2022
Die damalige Scuba-World-Divers-Basis am Mövenpick Soma Bay während meines Besuchs 2022. Das Foto dokumentiert meinen Aufenthalt, nicht den heutigen Zustand. Foto: Sascha Tegtmeyer

Wiedereinstieg nach der Tauchpause: langsam ist schneller

Tauchen wird gern mit Fahrradfahren verglichen. Der Satz klingt beruhigend und ist als Sicherheitskonzept unbrauchbar. Ein Fahrrad steht nicht unter Umgebungsdruck, und eine vergessene Nitrox-Analyse ist kein wackeliger Lenker. Nach meiner Pause war nicht alles weg. Aber die Handgriffe waren nicht mehr so selbstverständlich wie 2019.

Die damaligen Guides Hassan, Sawy und Mustafa gaben uns 2022 eine ausführliche Einweisung. Danach übten wir im flachen Wasser, bevor es zum ersten richtigen Tauchgang an Sharm El Arab ging. In den ersten Minuten war ich noch sehr bei mir: Atmung, Tarierung, Sitz der Ausrüstung. Dann wurde der Atem ruhiger und die Routine kam zurück. Das war ein gutes Gefühl. Es wäre aber fahrlässig, daraus die Regel abzuleiten, dass nach wenigen Minuten bei jedem alles wieder sitzt.

Taucher beim Einstieg per Riesenschritt von einem Tagesboot vor Soma Bay
Der Riesenschritt ist erst der letzte Handgriff vor dem Tauchgang. Ein sauber geplanter Wiedereinstieg beginnt deutlich früher. Foto: Sascha Tegtmeyer

Das Divers Alert Network empfiehlt nach längerer Inaktivität eine formale Auffrischung von Wissen und Fertigkeiten im Wasser. Für den ersten Tauchgang nennt DAN einen flachen, strömungsarmen, nicht abgelegenen Platz ohne größere Gefahren. Das ist keine übertriebene Vorsicht, sondern eine vernünftige Reihenfolge.

So würde ich meinen ersten Tauchtag heute planen

  1. Vor der Reise: Gesundheitszustand ehrlich prüfen, Ausrüstung warten lassen und einen Refresher mit Wissens- und Wasseranteil buchen, wenn die Pause oder Unsicherheit ihn sinnvoll macht.
  2. Bei der Anmeldung: Zertifikat, Zahl der Tauchgänge, letzter Tauchgang und eigene Unsicherheiten ohne Beschönigung nennen.
  3. Vor dem Wasser: Bleimenge, Buddy-Check, Computer, Gas, Nitroxanalyse und Notfallabläufe in Ruhe durchgehen.
  4. Im flachen Bereich: Tarierung, Maske, Atemregler und die von Ausbildungsorganisation beziehungsweise Instructor vorgesehenen Übungen wiederholen.
  5. Beim ersten Tauchgang: keinen Tiefenrekord, keine starke Strömung, keine Überkopfumgebung und keinen Gruppendruck akzeptieren.
  6. Danach: nicht nur Luftverbrauch und Tiefe besprechen, sondern auch Stress, Kälte, Ohrendruck, Tarierung und Ausrüstungssitz.

Der aktuelle medizinische Teilnehmerfragebogen der CDWS ist ein sinnvoller Ausgangspunkt, ersetzt aber keine ärztliche Beurteilung, wenn eine Antwort darauf hinweist oder du Zweifel an deiner Tauchtauglichkeit hast. Wer krank ist, sollte nicht tauchen. Das gilt unabhängig davon, wie teuer das gebuchte Paket war.

Taucher schwebt über einem abfallenden Riff bei Soma Bay
Als Atmung und Tarierung wieder zusammenpassten, wich bei mir die Anspannung. Dieser Moment kam 2022 zurück, aber nicht auf Knopfdruck. Foto: Sascha Tegtmeyer

Die Tauchplätze rund um Soma Bay als Entscheidungskarte

Eine Rangliste von eins bis zehn täuscht eine Genauigkeit vor, die es beim Tauchen nicht gibt. Ein geschütztes Riff kann am ersten Tag die bessere Wahl sein als der berühmte Außenplatz. Ein vermeintlich einfacher Tauchgang kann durch Wind, Sicht, Strömung oder eine unruhige Gruppe anspruchsvoll werden. Ich teile die Plätze deshalb nach ihrer Funktion im Tauchurlaub ein.

KategorieBeispiele aus meinem ErfahrungshorizontWofür sie sinnvoll sein kannWichtige Grenze
Geschützte Riffe und KorallenblöckeGamul Al Kabeir, Abu Soma Garden, Tobia-PlätzeEingewöhnung, ruhiger Tauchgang, Beobachtung kleiner Riffdetails„Geschützt“ ist keine Garantie für einfache Bedingungen; aktuelles Briefing entscheidet.
Ausfahrten Richtung Makadi BaySharm El Arab, Abu Hashish Lagoon, El Malek, Ras Disha, Gota Abu MakadiAbwechslung bei mehrtägigen Paketen und je nach Platz geschützte EinstiegeNicht jeder dieser Plätze gehört geografisch zur Soma Bay; Tagesprogramme und Transfers unterscheiden sich.
AußenriffePanorama Reef, Abu Kafan, Shaab SheerSteilwände, Plateaus und größere Riffstrukturen für passende ErfahrungsstufenStrömung, Freiwasser und Tiefe können höhere Anforderungen stellen; kein Platz für einen erzwungenen Wiedereinstieg.
WrackSalem ExpressHistorisch und taucherisch eindrücklicher TagesausflugEmotional belastet, nicht für jeden geeignet und kein Ort für Trophäenmentalität.

Geschützte Riffe: mehr als das Aufwärmprogramm

Gamul Al Kabeir bleibt für mich untrennbar mit 2005 verbunden. Solche Plätze werden manchmal als bloße Anfängeroption abgetan. Das halte ich für einen Fehler. Wer nicht gegen Strömung und Zeitplan arbeitet, kann an Korallenblöcken genauer hinsehen: kleine Fische, Übergänge zwischen Sand und Riff, Licht, Schäden und intakte Bereiche.

Korallenblock mit Fahnenbarschen und Tauchern im Roten Meer vor Soma Bay
An den Korallenblöcken lohnt es sich, das Tempo herauszunehmen. Foto: Sascha Tegtmeyer

Abu Soma Garden und verschiedene Tobia-Plätze sind in aktuellen Betreiber- und CDWS-Tauchplatzübersichten weiterhin aufgeführt. Daraus folgt nicht, dass eine bestimmte Basis sie in deinem Reisezeitraum tatsächlich anfährt, sie am Tauchtag verfügbar oder strömungsarm sind oder sich in einem bestimmten Zustand befinden. Bitte die Basis am Vorabend um die geplante Route und morgens um eine neue Bewertung.

Rifffisch zwischen Hartkorallen an einem Tauchplatz bei Soma Bay
Die interessanten Szenen sind nicht immer groß: Ein einzelner Fisch zwischen Hartkorallen kann mehr Aufmerksamkeit verdienen als die Suche ins Blau. Foto: Sascha Tegtmeyer

Makadi-Ausfahrten: Warum der Name Soma Bay nicht das ganze Programm erklärt

Während meines Aufenthalts 2022 fuhren wir auch nach Norden. Sharm El Arab, Abu Hashish Lagoon, El Malek und Ras Disha waren für mich damals neue Namen. Besonders Gota Abu Makadi überraschte mich positiv. Ich mochte die Riffkante und die Abwechslung zu den Plätzen, die ich aus Soma Bay bereits kannte.

Geschützte Lagune mit Korallenriff vor Makadi Bay
Die Lagune von Abu Hashish bei Makadi Bay während einer Ausfahrt im Dezember 2022. Foto: Sascha Tegtmeyer

Für die Buchung folgt daraus eine praktische Frage: Fährt deine Basis nur Plätze unmittelbar vor dem Hotel an, oder umfasst das Wochenprogramm auch Makadi und Safaga? Eine lange Liste auf der Website hilft wenig, wenn ein Platz nur selten, nur bei Mindestteilnehmerzahl oder nur als kostenpflichtige Sondertour angeboten wird.

Zwei Taucher an einem Korallenriff zwischen Soma Bay und Makadi Bay
Tauchgang an einem Korallenhang während meines Aufenthalts 2022. Foto: Sascha Tegtmeyer

Außenriffe: Panorama, Abu Kafan und Shaab Sheer

Panorama Reef, Abu Kafan und Shaab Sheer gehören zu den Namen, wegen derer erfahrene Taucher die Region interessant finden. Ich habe diese Riffe im Laufe meiner Reisen betaucht. In Erinnerung geblieben sind mir größere Strukturen, Kanten und das Gefühl, nicht mehr in einer geschützten Lagune unterwegs zu sein.

Korallenbewuchs an einem Riff im Tauchgebiet von Soma Bay und Safaga
Riffstruktur aus meinem Bildbestand der Region. Der Zustand eines einzelnen Abschnitts lässt sich daraus nicht auf das Jahr 2026 übertragen. Foto: Sascha Tegtmeyer

Dass ein Betreiber einen Platz als „advanced“ oder Außenriff führt, ist nur die grobe Einordnung. Entscheidend sind Route, Maximaltiefe, Strömung, Ein- und Ausstieg, Oberflächenbedingungen, Gruppengröße und dein tatsächlicher Erfahrungsstand. Ein Brevet auf der Karte ersetzt keine aktuelle Routine. Wer gerade erst wieder eingestiegen ist, verliert nichts, wenn Abu Kafan auf die nächste Reise wartet.

Salem Express: eindrücklich, aber kein Pflichtprogramm

Ich habe zwei Tauchgänge an der Salem Express gemacht. Das Wrack war für mich verstörend und zugleich schwer zu ignorieren. Die große Seitenwand, die Aufbauten und das gedämpfte Licht erzeugen eine Wirkung, die sich nicht von der Geschichte des Schiffs trennen lässt. Die Fähre sank 1991; viele Menschen kamen dabei ums Leben.

Außenwand und Aufbauten des Wracks Salem Express bei Safaga
Blick auf die Außenwand der Salem Express. Das Wrack verlangt eine andere Haltung als ein gewöhnlicher Rifftauchgang. Foto: Sascha Tegtmeyer

Im alten Beitrag hatte ich den Ausflug sinngemäß als etwas beschrieben, das man nicht verpassen dürfe. Das sehe ich heute anders. Du verpasst nichts, wenn du dich an diesem Ort unwohl fühlst, nicht die passende Erfahrung mitbringst oder die Bedingungen nicht stimmen. Aktuelle Betreiber führen die Salem Express als Ganztagesfahrt für erfahrene Taucher. Ob und wie du dort tauchst, besprichst du mit einer qualifizierten Basis. Mein ausführlicher Bericht über das Tauchen an der Salem Express behandelt Geschichte und persönliche Eindrücke getrennt von diesem Revierratgeber.

Taucher in einem dunklen Bereich des Wracks Salem Express
Dunkle Bereiche im Wrack erhöhen die Anforderungen und können emotional belasten. Niemand sollte sich zu einer Route drängen lassen. Foto: Sascha Tegtmeyer

An diesem Tag sahen wir auf der Hinfahrt eine große Delfinschule. Auf dem Rückweg beobachteten wir drei Walhaie vom Boot aus. Das war außergewöhnliches Glück und gehört zu meiner Erinnerung. Es ist keine Prognose für den nächsten Ausflug und kein Grund, das Wrack zu buchen.

Taucher an den bewachsenen Aufbauten der Salem Express
Taucher an den Aufbauten der Salem Express während meines damaligen Besuchs. Foto: Sascha Tegtmeyer

Welche Tauchbasis in Soma Bay passt zu dir?

Bei meinem Aufenthalt 2022 war ich mit Scuba World Divers am damaligen Mövenpick Soma Bay unterwegs. Ich erlebte die Organisation, die Einweisung und den Umgang mit unserem Wiedereinstieg positiv. Besonders wichtig war mir, dass wir nicht einfach aufs Boot gesetzt wurden, sondern vorher Zeit für die eingerosteten Abläufe bekamen.

Sascha Tegtmeyer mit Gaetano und Moni an der Tauchbasis im Dezember 2022
Mit Gaetano und Moni an der damaligen Tauchbasis während meines Aufenthalts im Dezember 2022. Das Foto ist eine historische Momentaufnahme.

Im aktuellen CDWS-Mitgliederverzeichnis für Safaga erscheint Scuba World weiterhin unter der Nummer 100312 am Mövenpick. Auch das PADI-Verzeichnis führt den Standort als PADI 5 Star Dive Resort. Am 27. August 2026 leitete die frühere Soma-Bay-Zielseite von Scuba World Divers jedoch auf Makadi Bay weiter. Kläre deshalb vor der Buchung schriftlich, ob und unter welchem Betriebsmodell das Center am Mövenpick in deinem Reisezeitraum arbeitet, welche Transfers gelten und wie die Tagesausfahrten organisiert sind. Verzeichniseinträge allein beantworten diese Fragen nicht.

Taucher auf dem Steg zu den Tagesbooten bei Soma Bay
Der Weg zum Tagesboot gehört zum Betriebsmodell: feste Ausfahrten bieten Reichweite, binden den Tag aber stärker als flexible Hausrifftauchgänge. Foto: Sascha Tegtmeyer

Hotelbasis oder Hausriffstandort?

Wer gern gemeinsam aufs Tagesboot geht und sich um Route und Logistik nicht kümmern möchte, kann mit einer hotelgebundenen Basis sehr zufrieden sein. Wer dagegen früh, spät oder mehrfach am selben Riff tauchen und den Tagesrhythmus flexibler halten möchte, sollte gezielt nach einem direkt nutzbaren Hausriff fragen.

Ein aktuelles Gegenmodell zeigt The Breakers mit dem integrierten ORCA Dive Club. Das Hotel beschreibt einen etwa 400 Meter langen Steg zum Hausriff; ORCA führt daneben Halb- und Ganztagesfahrten, Speedboot- und Drifttauchgänge auf. Das ist keine pauschale Empfehlung für einen der beiden Betriebe. Es zeigt, warum die Lage der Basis deinen Urlaub stärker verändern kann als ein kleiner Preisunterschied beim Tauchpaket.

Diese Fragen würde ich vor der Buchung schriftlich stellen

  • Wie sieht ein typischer Tauchtag konkret aus: Hausriff, Halbtag oder Ganztagesboot?
  • Welche Plätze werden im gebuchten Zeitraum realistisch angefahren und welche nur als Sondertour?
  • Wie groß sind die Gruppen, und nach welchen Kriterien werden Taucher eingeteilt?
  • Was umfasst der Refresher nach einer Pause: Theorie, begrenztes Freiwasser und vollständige Übungseinheit?
  • Welche Flaschen, Ventile, Leihanzüge und Computer stehen in meiner Größe zur Verfügung?
  • Ist Nitrox enthalten, und wie läuft die persönliche Analyse und Dokumentation ab?
  • Welche Zuschläge fallen für Boot, Sondertouren, Guide, Ausrüstung, Nationalpark oder Transfer an?
  • Wie entscheidet die Basis bei Wind, Strömung, technischen Problemen oder zu geringer Teilnehmerzahl?

Die Antworten sollten konkret sein. „Wir fahren die besten Riffe“ ist keine Information. Ein nachvollziehbarer Wochenrhythmus, transparente Zuschläge und eine ehrliche Aussage dazu, welche Touren wetterabhängig sind, helfen dir deutlich mehr. Weitere Hintergründe zur damaligen Arbeitsweise findest du in meinem Interview mit Scuba World Divers; für die heutige Buchung zählen trotzdem die aktuellen schriftlichen Angaben.

Sicherheit auf Boot und Riff: Was ich tatsächlich prüfen würde

Eine gepflegte Rezeption und neue Leihjackets sagen wenig darüber aus, wie ein Betrieb mit einem Notfall auf See umgeht. DAN empfiehlt Tauchern, auf Booten nach leicht zugänglicher Erster Hilfe, einem vollständigen und funktionsfähigen Sauerstoffsystem, Kommunikationsmitteln, Rettungsmitteln, Feuerlöschern und schriftlichen Notfallplänen zu fragen. Auch die Ausbildung und Übung der Crew gehört dazu.

Ich würde die Fragen ruhig und sachlich stellen: Wo liegt der Sauerstoff? Wie kommuniziert das Boot mit Land? Was geschieht bei einem vermissten Taucher? Wer Fragen zur Sicherheit als Misstrauen behandelt, gibt damit ebenfalls eine Antwort.

Ebenso wichtig ist die Versicherung. Die CDWS weist ausdrücklich darauf hin, dass gewöhnliche Kranken- oder Reiseversicherungen Tauchunfälle, Druckkammerbehandlungen und medizinische Evakuierungen ausschließen können. Prüfe deine Police deshalb vor der Reise und verlasse dich nicht auf den Satz „Auslandskrankenversicherung vorhanden“.

Am Riff gilt für mich: gute Tarierung vor dem Foto, Abstand statt Berührung und keine Abkürzung über lebende Korallen. Der Green-Fins-Verhaltenskodex der CDWS fordert eine strikte No-Touch-Praxis. HEPCA erklärt zudem, wie Festmacherbojen Ankerschäden an den Riffen reduzieren. Die ägyptische Umweltbehörde EEAA nennt in einer Mitteilung vom Oktober 2025 strengere Aufsicht, Umweltstandards, Monitoring und Bojen als zentrale Schutzinstrumente. Die dort konkret beschriebenen Besucherlimits betreffen das Blue Hole bei Dahab und lassen sich nicht auf Soma Bay übertragen. Als Gast kannst du zumindest beobachten, ob Briefing und Bootsbetrieb zu diesen Grundsätzen passen.

Die ehrlichen Grenzen eines Tauchurlaubs in Soma Bay

  • Wind verändert das Programm. Ein geschützter Platz kann möglich sein, während die gewünschte Außenriffausfahrt ausfällt.
  • Bootstage sind nicht flexibel. Wer zwei Tauchgänge auf einer Ganztagesfahrt bucht, verbringt einen großen Teil des Tages in der Gruppe und an Bord.
  • Nicht jedes Riff liegt vor der Hoteltür. Namen aus Soma Bay, Safaga und Makadi tauchen oft gemeinsam in Programmen auf; Transfers und Fahrzeiten unterscheiden sich.
  • Bekannte Plätze können belebt sein. Mehrere Boote und Gruppen verändern die Erfahrung, selbst wenn das Riff interessant bleibt.
  • Großtiere sind Zufall. Meine Delfine und Walhaie waren Glück, kein buchbarer Bestandteil.
  • Ein Brevet löst kein Routineproblem. Tiefer Außenplatz oder Wrack werden nicht dadurch passend, dass die Zertifizierung formal ausreicht.
  • Der Riffzustand ist nicht statisch. Eigene Fotos aus früheren Jahren und aktuelle Betreiberbilder ersetzen keine ehrliche Auskunft über die gegenwärtig betauchten Abschnitte.

Diese Grenzen machen Soma Bay nicht zu einem schlechten Tauchziel. Sie machen aus einer Prospektidee einen echten Urlaub, in dem Entscheidungen getroffen werden müssen. Für mich gehört genau das zum Tauchen.

Meine kompakte Planung für eine Woche Tauchen in Soma Bay

Ich würde nicht sieben Tage im Voraus mit berühmten Tauchplatznamen füllen. Sinnvoller ist ein belastbarer Rahmen, der Luft für Wetter und Tagesform lässt.

  1. Vor Anreise: Basis, aktuelles CDWS-Verzeichnis, Refresherbedarf, medizinische Selbstauskunft, Versicherung und vollständigen Paketpreis prüfen.
  2. Erster Tauchtag: Anmeldung, Ausrüstungscheck, Übungen und ein geschützter erster Tauchgang.
  3. Danach: zwei oder drei Rifftage nach tatsächlicher Routine und dem aktuellen Programm auswählen.
  4. Außenriff: erst einplanen, wenn Tarierung, Luftverbrauch und Komfort wieder stimmen und die Basis die Bedingungen freigibt.
  5. Salem Express: als eigene bewusste Entscheidung behandeln, nicht als automatisch notwendigen Programmpunkt.
  6. Puffertag: für Wind, Erholung oder einen zweiten Tauchgang an einem guten Platz offenlassen.

Für den Urlaub außerhalb des Wassers findest du in meinem Soma-Bay-Reisebericht die allgemeine Einordnung der Region. Einen breiteren Einstieg in die Reiseplanung gibt mein Themenbereich Tauchurlaub. Die Tiere im Roten Meer behandle ich separat, damit dieser Beitrag nicht wieder zu einer Sichtungswunschliste wird.

Fazit: Soma Bay ist stark, wenn der Ablauf zu dir passt

Soma Bay ist für mich eng mit zwei sehr verschiedenen Momenten verbunden. 2005 tauchte ich dort zum ersten Mal in einem Meer. 2022 stand ich nach drei Jahren Pause wieder mit leichter Nervosität vor dem Wasser. Beide Male war nicht der prominenteste Name auf der Karte entscheidend. Wichtig war ein Platz, der in diesem Moment zu mir passte.

Genau darin liegt die Stärke der Region. Geschützte Riffe, Ausfahrten Richtung Makadi und Safaga, größere Außenriffe und ein bekanntes Wrack schaffen Auswahl. Auswahl ist aber nur dann ein Vorteil, wenn die Basis nicht versucht, jeden Taucher in dasselbe Programm zu stecken.

Ich würde wieder in Soma Bay tauchen. Ich würde vor der Buchung heute mehr Fragen stellen, einen Wiedereinstieg nicht kleinreden und die Salem Express nicht mehr als Pflichtausflug bezeichnen. Und ich würde mir wieder einen Kaffee mit an den Bug nehmen.

Was ist dir für einen Tauchurlaub wichtiger: ein flexibel nutzbares Hausriff oder ein abwechslungsreiches Programm mit Tagesbooten?


Recherche-Stand: 27. August 2026. Die persönlichen Szenen stammen aus meinen eigenen Aufenthalten 2005 und 2022; die letzte Tauchpause begann nach meinem Tauchgang auf Mauritius im Oktober 2019. Aktuelle Angaben zu Tauchbasen und angebotenen Tauchplätzen wurden mit den offiziellen Seiten von Scuba World Divers, ORCA Dive Club, The Breakers Soma Bay, dem CDWS-Verzeichnis, dem PADI-Verzeichnis und der ägyptischen Umweltbehörde EEAA abgeglichen. Dabei zeigte sich ein uneinheitliches Quellenbild zum Mövenpick-Standort: CDWS und PADI führen Scuba World dort weiterhin, während die frühere Soma-Bay-Zielseite des Betreibers auf Makadi Bay weiterleitet. Sicherheits- und Wiedereinstiegshinweise stützen sich auf DAN und CDWS. Tagesprogramme, Teams, Preise, Riffzugänge und Bedingungen können sich ändern; die Entscheidung am Tauchtag trifft die verantwortliche Basis gemeinsam mit dem Taucher.

Über Sascha Tegtmeyer

Über Sascha Tegtmeyer

Reisejournalist, Autor und Gründer von Just Wanderlust

Ich schreibe auf Just Wanderlust aus eigener Reiseerfahrung über Orte, Meer und Outdoor-Abenteuer. Mehr über mich und meine Arbeit.

0 Comments

Deine Erfahrung zählt

Für Prüfung, Moderation und Spam-Abwehr verarbeiten wir deinen Namen, deine E-Mail-Adresse, den Kommentar, deine IP-Adresse und Browserdaten. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Mehr dazu steht in der Datenschutzerklärung.