Delfine im Roten Meer: verantwortungsvoll beobachten und schwimmen

by Sascha Tegtmeyer | Dez. 25, 2022

Plötzlich waren sie da: Während einer Tauchsafari im Roten Meer trafen wir am Riff Shaab Umusk auf frei schwimmende Delfine. Ich ging mit Maske, Schnorchel und Flossen ins Wasser; die Tiere kamen nahe genug heran, um mich zu mustern, und zogen wieder weiter. Diese Begegnung ist im Video dokumentiert. Sie war gerade deshalb so stark, weil niemand sie bestellen konnte: Wer Delfine im Roten Meer sehen oder mit ihnen schwimmen möchte, sollte eine Tour nur dann buchen, wenn auch ein Tag ohne Delfinsichtung als völlig normales Ergebnis gilt.

Delfine lassen sich vor der ägyptischen Küste vom Boot aus, beim Schnorcheln und mit viel Glück beim Tauchen beobachten. Daraus folgt aber weder ein Anspruch auf Nähe noch ein Anspruch darauf, ins Wasser zu gehen. Einige bekannte „Dolphin Houses“ sind für die Tiere vor allem Ruhegebiete. Dort entscheidet nicht die Erwartung der Gäste, sondern das Verhalten der Delfine und die jeweils geltende Zonierung.

Meine kurze Antwort auf die Buchungsfrage lautet deshalb: Ein seriöser Anbieter verkauft eine gut geführte Bootstour, keine Begegnung mit einem wilden Tier. Er erklärt vor der Abfahrt die Regeln, hält Abstand, bricht eine Annäherung bei Stressanzeichen ab und verspricht keine Sichtung. Fehlt diese Haltung schon im Verkaufsgespräch, würde ich die Tour nicht buchen.

Dieser Ratgeber trennt drei Situationen, die in Werbetexten gern vermischt werden: Beobachten vom Boot, passives Schnorcheln und eine zufällige Begegnung während eines Tauchgangs. Außerdem übersetze ich den aktuellen Dolphin Code of Conduct der ägyptischen Meeresschutzorganisation HEPCA in konkrete Entscheidungen vor und während einer Tour.

Meine Begegnungen mit Delfinen im Roten Meer

Ich habe Delfine im Roten Meer in zwei sehr unterschiedlichen Situationen erlebt. Einmal war ich mit ihnen im Wasser, einmal blieben wir an Bord. Beides war eindrücklich. Vor allem hat mir der Vergleich gezeigt, dass eine gute Beobachtung nicht daran zu messen ist, wie nah ein Mensch an ein Tier herankommt.

Am Shaab Umusk kamen die Delfine zu uns

Die Begegnung am Shaab Umusk ereignete sich während einer Tauchsafari im Roten Meer. Wir trafen am Riff auf eine Gruppe wilder Delfine. Ich stieg mit Schnorchelausrüstung ins Wasser. Die Tiere näherten sich, sahen uns an, tauchten ab und bestimmten selbst, wie lange die Begegnung dauerte.

Mehr lässt sich aus dieser Szene nicht seriös ableiten. Sie beweist weder eine hohe Sichtungswahrscheinlichkeit am Riff noch die Qualität eines bestimmten Veranstalters. Sie dokumentiert lediglich eine Begegnung mit frei schwimmenden Delfinen, die jederzeit hätten verschwinden können.

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Mehr Informationen
Eigene Videoaufnahme frei schwimmender Delfine am Riff Shaab Umusk während einer Tauchsafari. Video: Sascha Tegtmeyer

Vor Safaga Island war das Boot der richtige Platz

Vor Safaga Island sah ich Delfine an der Oberfläche neben unserem Boot. Ich filmte und fotografierte sie von oben. Auf den Aufnahmen ist zu erkennen, dass die Tiere in der Nähe des Boots schwimmen. Sie zeigen nicht, dass wir eine spezielle Delfintour gebucht hatten oder dass eine Sichtung dort planbar wäre.

Delfine schwimmen an der Wasseroberfläche neben unserem Boot vor Safaga Island. Video: Sascha Tegtmeyer
Zwei Delfine an der Wasseroberfläche vor Safaga Island
Zwei Delfine an der Wasseroberfläche vor Safaga Island, vom Boot aus fotografiert. Foto: Sascha Tegtmeyer

In einer solchen Situation muss nicht automatisch jemand ins Wasser. Wer an Bord bleibt, kann das Verhalten der Tiere und des Kapitäns viel besser beobachten: Ändert das Boot hektisch den Kurs? Werden die Delfine eingekreist?

Bleibt ihnen eine freie Schwimmrichtung? Oder nimmt die Crew Gas heraus und lässt die Tiere entscheiden? Das ist keine zweitklassige Form der Begegnung. Oft ist es die vernünftigere.

Wo kann man in Ägypten Delfine sehen?

Delfine kommen im ägyptischen Roten Meer vor, doch eine brauchbare Reiseentscheidung entsteht nicht aus einer möglichst langen Ortsliste. Wichtiger ist, welche Funktion ein Gebiet für die Tiere hat, welche Begegnungsform dort erlaubt ist und wie die Regeln am Reisetag umgesetzt werden.

Gebiet oder ReiseformWas belastbar istWas du daraus nicht ableiten solltest
Riffe um HurghadaHEPCA nennt Fanous, Shaab El Erg und Abu Nugar als Gebiete, die Delfine hauptsächlich zum Ruhen nutzen.Dass jede Ausfahrt eine Sichtung oder einen Einstieg ins Wasser ermöglicht.
Samadai bei Marsa AlamHEPCA dokumentiert eine historische Zonierung zum Schutz der dort lebenden Spinnerdelfine.Dass ältere Besucherzahlen, Gebühren oder Zugangsregeln heute unverändert gelten.
Sataya im südlichen Roten MeerHEPCA beschreibt das Riff als Ruhegebiet und veröffentlichte 2018 einen Management- und Zonenplan.Dass historische Sichtungsquoten eine heutige Garantie darstellen.
Safaga und vorgelagerte RiffeMeine Aufnahmen belegen eine eigene Zufallsbeobachtung vor Safaga Island.Dass genau diese Stelle ein verlässlicher „Delfinspot“ ist.
TauchsafariWeiter draußen gelegene Riffe können Begegnungen ermöglichen; meine Sichtung am Shaab Umusk ist dokumentiert.Dass eine Safari wegen eines bestimmten Tieres gebucht werden sollte.
Orte helfen bei der Reiseplanung, ersetzen aber weder aktuelle Regeln noch das Verhalten der Tiere.

Ein „Dolphin House“ ist kein Tierpark

Der Name „Dolphin House“ klingt nach einer Attraktion, die nur auf Gäste wartet. Ökologisch ist die Logik häufig umgekehrt: Für die Tiere sind solche geschützten Riffbereiche eher ein Schlafzimmer. HEPCA weist darauf hin, dass Delfine Fanous, Shaab El Erg und Abu Nugar hauptsächlich zum Ruhen nutzen. Im Projekt DolphinWatch beschreibt die Organisation, wie zu viele nahe Boote, Lärm und das Zusammentreiben der Tiere Ruhe, Jagd, Paarung, Tauchverhalten und Gruppenstruktur stören können.

Das verändert die wichtigste Frage. Sie lautet nicht: „Wo komme ich den Delfinen am nächsten?“ Sie lautet: „Kann der Anbieter diesen Ort besuchen, ohne die Ruhephase der Tiere zu stören?“ Wenn die Antwort unklar bleibt, ist eine normale Schnorchel- oder Tauchausfahrt ohne Delfinversprechen die bessere Wahl.

Samadai und Sataya: historische Pläne, aktuelle Regeln prüfen

Für Samadai und Sataya hat HEPCA Schutz- und Managementmaßnahmen veröffentlicht. Die Seiten belegen, warum Besucherlenkung und Ruhezonen nötig wurden. Sie sind jedoch historische Dokumente und kein verlässlicher Ersatz für die Betriebsregeln am Tag deiner Tour.

Frage den Anbieter deshalb vor der Zahlung nach der aktuell zuständigen Schutzgebietsverwaltung, den geöffneten Zonen, der zulässigen Begegnungsform und dem Ablauf, falls Delfine in einem gesperrten Bereich ruhen. Eine konkrete Antwort ist mehr wert als eine alte Prozentzahl zur Sichtungschance.

Der HEPCA-Code: Regeln für Boote und Menschen im Wasser

HEPCA bezeichnet seinen Dolphin Code of Conduct als verbindlich und weist darauf hin, dass Verstöße geahndet werden können. Das Grundprinzip ist passive Interaktion: Eine Begegnung soll das Verhalten der Tiere nicht verändern. Besonders vorsichtig soll sich die Crew bei Müttern und Jungtieren verhalten.

Für Boote gilt ein Mindestabstand von 30 Metern

Die oft zitierte 30-Meter-Regel steht im Abschnitt für Bootsführer. Sie ist keine Aufforderung an Schwimmer, eigenständig bis auf 30 Meter an eine Delfingruppe heranzuschwimmen.

  • Das Boot hält mindestens 30 Meter Abstand.
  • Es nähert sich im offenen Wasser vorsichtig und parallel zur Schwimmrichtung.
  • Sobald Delfine beobachtet werden, gilt maximal vier Knoten beziehungsweise sieben Kilometer pro Stunde oder das Tempo des langsamsten Tieres.
  • Kein Rückwärtsfahren, plötzliches Beschleunigen oder abruptes Ändern der Richtung.
  • Kommen Delfine von sich aus zum Boot, wird der Motor in Neutralstellung gebracht.
  • Die Tiere werden weder verfolgt noch zusammengetrieben, eingekreist oder von ihrer Gruppe getrennt. Eine Fluchtroute bleibt offen.
  • Ist bereits ein anderes Boot bei den Delfinen, wartet die Crew, statt sich dazwischenzudrängen.
  • Ruhezonen und Lagunen werden nicht zur Verfolgung befahren; Lärm, Rufen, Pfeifen, Hupen und Musik sind zu vermeiden.

Ausweichbewegungen und Schläge mit der Schwanzflosse nennt HEPCA als mögliche Stressanzeichen. Dann soll sich das Boot sehr langsam entfernen. Für Gäste ist das ein wichtiger Prüfpunkt: Eine Crew zeigt ihre Qualität nicht nur beim Heranfahren, sondern vor allem beim rechtzeitigen Aufgeben.

Für Schwimmer gelten eigene Regeln

Wo das Einsteigen nach den örtlichen Regeln zulässig ist und die Crew es freigibt, verlangt HEPCA Maske, Schnorchel, Flossen und Schwimmweste. Der Einstieg erfolgt sanft, ohne Sprung und starkes Spritzen. Im Wasser wird ruhig und nur mit den Flossen geschwommen.

  • Seitlich und parallel zur Gruppe bleiben.
  • Nicht von oben in die Gruppe abtauchen.
  • Nicht hinterherschwimmen und keinen Unterwasserscooter einsetzen.
  • Nicht rufen, pfeifen oder durch andere Geräusche Aufmerksamkeit erzwingen.
  • Delfine niemals berühren oder füttern.
  • Die Tiere entscheiden lassen, ob und wie weit sie sich nähern.
Frei schwimmender Delfin unter Wasser am Riff Shaab Umusk
Frei schwimmender Delfin unter Wasser am Riff Shaab Umusk im Roten Meer. Die Tiere bestimmten bei meiner Begegnung selbst den Abstand. Foto: Sascha Tegtmeyer

Diese Zurückhaltung dient auch der eigenen Sicherheit. HEPCA erinnert daran, dass Delfine kräftige, wilde Tiere mit nicht vollständig vorhersehbaren Reaktionen sind. Das ist kein Grund für Angst. Es ist ein Grund, sie nicht wie trainierte Tiere in einem Becken zu behandeln.

So erkennst du einen seriösen Anbieter von Delfintouren

Die Qualität einer Tour lässt sich teilweise prüfen, bevor du am Hafen stehst. Bewertungen können einen Hinweis geben, reichen aber nicht aus. Frage schriftlich nach dem Ablauf. So kannst du konkrete Aussagen später mit dem tatsächlichen Verhalten der Crew vergleichen.

Diese Fragen würde ich vor der Buchung stellen

  1. Garantiert ihr eine Sichtung oder das Schwimmen mit Delfinen? Die belastbare Antwort lautet nein.
  2. Nach welchem Verhaltenskodex arbeitet ihr? Der Guide sollte die Regeln erklären können, nicht nur ein Siegel oder das Wort „eco“ nennen.
  3. Was geschieht, wenn die Tiere ruhen, Jungtiere dabei sind oder Stress zeigen? Erwartbar ist ein Abbruch beziehungsweise ausreichend Abstand.
  4. Wie viele Gäste gehen gleichzeitig mit einem Guide ins Wasser? Eine Zahl allein beweist noch nichts. Entscheidend ist, dass der Anbieter kleine, kontrollierbare Gruppen und eine klare Reihenfolge beschreibt.
  5. Gibt es ein verpflichtendes Briefing vor dem ersten Kontakt? Es sollte Boots- und Schwimmerregeln, Handzeichen, Ein- und Ausstieg sowie einen Abbruchplan enthalten.
  6. Was ist das Alternativprogramm ohne Delfine? Eine seriöse Tour bleibt als Riff- oder Bootsausflug sinnvoll, auch wenn kein Tier erscheint.

Gute Antwort oder Warnsignal?

FrageBelastbare AntwortWarnsignal
Sichtung„Es sind Wildtiere; wir können nichts garantieren.“„Bei uns siehst du zu 100 Prozent Delfine.“
Annäherung„Wir bleiben parallel, halten Abstand und brechen bei Stress ab.“„Unser Captain weiß, wie man sie vor das Boot bekommt.“
Einstieg„Nur nach Freigabe, ruhig und in betreuten Gruppen.“„Sobald wir sie sehen, springen alle schnell hinein.“
Ruhezone„Sperrungen und Zonen haben Vorrang vor dem Programm.“„Wir fahren so weit hinein, bis wir nah genug sind.“
Nähe„Die Tiere entscheiden, ob sie kommen.“„Wir bringen dich direkt zu den Delfinen.“

Auch ein Tauchcenter ist nicht automatisch seriös, nur weil dort ausgebildete Taucher arbeiten oder die Leitung aus Europa kommt. Herkunft, Sprache und Verbandslogo ersetzen kein beobachtbares Verhalten. Maßgeblich sind Briefing, Bootsführung, Gruppenkontrolle und die Bereitschaft, auf Umsatznähe zu verzichten.

Meine klare Anti-Empfehlung: Buche keine Tour, deren Hauptversprechen aus Körperkontakt, garantierter Sichtung, „Spielen“ mit den Delfinen oder maximaler Nähe besteht. Steht auf den Werbebildern eine Wand aus Schwimmern über einer Delfingruppe, ist das ebenfalls kein Qualitätsmerkmal.

Drei Situationen, drei Entscheidungen

Eine einzige Liste mit „Abstand halten“ reicht in der Praxis nicht. Auf einem fahrenden Boot hast du andere Möglichkeiten als mit Maske im Wasser oder mit Tauchgerät an einer Riffkante.

1. Delfine vom Boot aus beobachten

Bleib zunächst dort, wo du bist, und achte auf den Kurs des Boots. Ein ruhiger Captain fährt nicht quer durch die Gruppe und dreht keine hektischen Schleifen. Wenn Delfine am Bug mitschwimmen, darf daraus keine Verfolgungsfahrt werden. HEPCA verlangt, dass die Richtung nicht plötzlich verändert wird.

Ein Foto vom Deck braucht keine Annäherung mit ausgestreckter Hand. Achte außerdem darauf, nichts über Bord zu halten oder fallen zu lassen. Entscheidet die Crew, dass niemand ins Wasser geht, ist das kein gescheiterter Ausflug. Es kann die fachlich richtige Entscheidung sein.

Delfin dicht unter der Wasseroberfläche am Riff Shaab Umusk
Ein Delfin schwimmt dicht unter der Wasseroberfläche am Riff Shaab Umusk. Nähe ist nur vertretbar, wenn das Tier sie selbst herstellt. Foto: Sascha Tegtmeyer

2. Mit Delfinen schnorcheln

Gehe nur ins Wasser, wenn der Guide den Einstieg freigibt, die örtliche Zone es erlaubt und du dich mit Maske, Schnorchel, Flossen und Schwimmweste sicher bewegen kannst. Ein hektischer Sprung direkt vor die Tiere ist das Gegenteil einer passiven Begegnung.

Im Wasser bleibst du seitlich, schwimmst parallel und lässt die Delfine ziehen. Versuche nicht, für ein Foto ihre Linie zu kreuzen. Nähert sich ein Tier, hältst du Hände und Kamera bei dir. Entfernt es sich, schwimmst du nicht hinterher.

Wir hatten am Shaab Umusk eine Begegnung. Wir hatten keinen Anspruch auf sie.

3. Delfine während eines Tauchgangs sehen

Beim Tauchen kommt zur Tierbeobachtung die Tauchgangsplanung. Tiefe, Gasvorrat, Nullzeit, Strömung, Buddy und Rückweg bleiben wichtiger als ein Foto. Steigt ein Delfin auf oder ab, ist das kein Grund, die eigene Planung zu verlassen oder die Gruppe auseinanderzuziehen.

Tauchgruppe über einem Korallenriff im Roten Meer ohne sichtbaren Delfin
Eine Tauchgruppe über einem Korallenriff im Roten Meer. Ein Delfin ist auf dieser Aufnahme nicht zu sehen – und genau das ist der Normalfall: Begegnungen beim Tauchen bleiben Zufall. Foto: Sascha Tegtmeyer

Plane den Tauchgang wegen des Riffs, nicht wegen einer Delfingarantie. Einen Überblick über weitere Arten und Lebensräume findest du in meinem Ratgeber zu den Tieren im Roten Meer. Wenn du ohne Gerät unterwegs bist, hilft dir der Beitrag über das Schnorcheln im Roten Meer bei der Auswahl von Revier und Ausrüstung.

Wann ich nicht ins Wasser gehen würde

Manchmal ist die beste Entscheidung ausgesprochen unspektakulär: an Bord bleiben. Das gilt für mich insbesondere in diesen Situationen:

  • Mehrere Boote drängen gleichzeitig an dieselbe Gruppe.
  • Der Captain beschleunigt, kreuzt die Schwimmrichtung oder schneidet den Tieren den Weg ab.
  • Gäste sollen ohne Briefing und auf ein hektisches Kommando hin springen.
  • Delfine weichen wiederholt aus, schlagen mit der Schwanzflosse oder werden in eine Lagune verfolgt.
  • Jungtiere sind in der Gruppe und die Crew reduziert weder Nähe noch Aktivität.
  • Du fühlst dich im offenen Wasser, mit Strömung oder beim Wiedereinstieg ins Boot nicht sicher.
  • Die örtliche Zonierung ist unklar oder der Guide kann sie nicht erklären.

Du musst eine schlechte Situation auch nach der Zahlung nicht mitmachen. Sprich den Guide an, verzichte auf den Einstieg und dokumentiere einen gravierenden Verstoß nur dann, wenn das ohne zusätzliches Risiko möglich ist. HEPCA bietet auf seiner Website eine Funktion zum Melden von Verstößen an.

Was gehört für eine Delfintour ins Gepäck?

Die wichtigste Ausrüstung sollte der Veranstalter in passender Größe bereitstellen und vor der Abfahrt kontrollieren. Trotzdem lohnt es sich, die eigene Maske mitzunehmen, wenn sie zuverlässig dicht sitzt. Eine schlecht passende Leihmaske erzeugt Hektik genau in dem Moment, in dem du ruhig bleiben solltest.

  • passende Maske und Schnorchel;
  • Flossen, mit denen du sicher umgehen kannst;
  • Schwimmweste entsprechend dem HEPCA-Code;
  • UV-Shirt oder geeigneter Wärmeschutz für längere Boots- und Wasserzeit;
  • Sonnenschutz, Kopfbedeckung und ausreichend Wasser;
  • eine gesicherte Kamera nur dann, wenn du sie bedienen kannst, ohne den Tieren hinterherzuschwimmen.

Ein Unterwasserscooter gehört ausdrücklich nicht in eine nahe Delfinbegegnung. Auch Futter, Lockmittel und die Vorstellung, das Tier für ein Bild anzufassen, bleiben an Land.

Transparenz und Quellenstand

Meine persönlichen Aussagen beruhen auf den beiden im Beitrag gezeigten und von mir aufgenommenen Begegnungen am Shaab Umusk und vor Safaga Island. Ich nenne keinen Veranstalter, weil das vorhandene Material keine belastbare aktuelle Anbieterbewertung erlaubt. Die Fotos und Videos belegen einzelne Situationen, keine Sichtungsquote.

Die Verhaltensregeln wurden am 31. Juli 2026 anhand des aktuellen HEPCA Dolphin Code of Conduct geprüft. Zur Einordnung der Ruhegebiete diente das HEPCA-Projekt DolphinWatch. Die verlinkten Seiten zu Samadai und Sataya dokumentieren frühere Managementmaßnahmen; aktuelle Zonen, Gebühren, Zugänge und betriebliche Regeln solltest du direkt vor der Buchung bei Anbieter und Schutzgebietsverwaltung bestätigen lassen.

Weitere Reiseplanung bündele ich auf meiner Ägypten-Themenseite. Eine ebenfalls sensible Begegnung beschreibe ich in meinem Erfahrungsbericht über die Seekuh in Ägypten.

Häufige Fragen zu Delfinen im Roten Meer

Kann man in Ägypten mit wilden Delfinen schwimmen?

Es gibt geführte Ausfahrten, bei denen ein Einstieg in ausgewiesenen Bereichen möglich sein kann. Ob er am konkreten Tag erlaubt und verantwortbar ist, hängt von der örtlichen Zonierung, dem Verhalten der Tiere, den Bedingungen und der Entscheidung der Crew ab. Eine gute Tour funktioniert auch ohne Einstieg.

Wo ist die Chance auf Delfine in Ägypten am größten?

Bekannte Gebiete sind unter anderem Riffe vor Hurghada sowie Samadai und Sataya im südlichen Roten Meer. Ein bekannter Ortsname ist trotzdem keine Garantie. Einige dieser Gebiete dienen Delfinen als Ruheplätze und verlangen deshalb besonders strenge Zurückhaltung.

Müssen auch Schwimmer 30 Meter Abstand halten?

Die konkrete Mindestdistanz von 30 Metern nennt der HEPCA-Code für Boote. Für Schwimmer gelten eigene Regeln: seitlich und parallel bleiben, nicht verfolgen oder von oben abtauchen und die Tiere entscheiden lassen, ob sie sich nähern. Eine vermeintlich fehlende Meterangabe ist kein Freibrief für Nähe.

Sind Delfine im Roten Meer gefährlich?

HEPCA beschreibt Delfine als starke Wildtiere mit nicht vollständig vorhersehbaren Reaktionen. Bei einer regelkonformen, passiven Beobachtung besteht kein Anlass zur Panik. Berühren, Füttern, Verfolgen und das eigenmächtige Annähern sind trotzdem ausgeschlossen.

Mein Fazit: Eine gute Tour kann ohne Delfin enden

Die Begegnung am Shaab Umusk ist mir geblieben. Nicht, weil ich einen Delfin berührt oder für ein Foto in Position gebracht hätte. Sondern weil die Tiere auftauchten, uns beobachteten und wieder verschwanden, ohne dass wir über den Ablauf bestimmen konnten.

Genau daran würde ich eine Delfintour im Roten Meer messen. Der Captain hält Abstand. Der Guide sagt auch einmal nein.

Eine Ruhezone bleibt eine Ruhezone. Niemand verspricht dir ein wildes Tier. Und wenn am Ende kein Delfin erscheint, war die Crew nicht erfolglos – sie war ehrlich.

Hast du in Ägypten eine gut geführte oder eine problematische Delfintour erlebt? Welche konkrete Beobachtung hat dir gezeigt, wie der Anbieter mit den Tieren umgeht?

Über Sascha Tegtmeyer

Über Sascha Tegtmeyer

Reisejournalist, Autor und Gründer von Just Wanderlust

Ich schreibe auf Just Wanderlust aus eigener Reiseerfahrung über Orte, Meer und Outdoor-Abenteuer. Mehr über mich und meine Arbeit.

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