Vom Ufer aus wirkte der Pillersee größer. Kaum stand ich auf dem Board, rückte alles zusammen: das Nordufer hinter mir, die Berge seitlich, das flache Wasser unter der Finne. Kleine Fische zogen durch das klare Grün, das Board lief ruhig, und für eine Weile bestand der ganze Plan nur aus ein paar sauberen Paddelschlägen.
Titelfoto: Sascha Tegtmeyer

Wir waren am Nordufer bei SUP’n’Fun gestartet und hatten feste Boards sowie leichte Paddel bekommen. Der See lag an diesem Tag vergleichsweise ruhig. Trotzdem wurde schnell klar, dass eine SUP-Runde hier nicht einfach eine kleine Version irgendeines großen Sees ist. Der Pillersee ist kompakt, kalt und an einzelnen Stellen sehr flach. Genau das macht ihn für eine entspannte Tour interessant – und verlangt ein wenig mehr Aufmerksamkeit, als die friedliche Oberfläche vermuten lässt.
Für mich war das Stehpaddeln auf dem Pillersee deshalb kein sportliches Langstreckenprogramm. Es war ein Perspektivwechsel innerhalb eines aktiven Bergurlaubs: eine Stunde auf dem Wasser, die Beine einmal anders belasten, die Bergkulisse vom See aus ansehen und danach noch genug Tag übrig haben.
Lohnt sich SUP auf dem Pillersee? Ja – besonders für Einsteiger, Paare und Familien, die eine ruhige Runde von ungefähr einer bis zwei Stunden suchen. Der See ist überschaubar, am Nordufer gibt es einen Verleih und Kurse, und große Teile lassen sich nah am Ufer erkunden. Für ausgedehntes Distanztraining ist das Revier weniger geeignet. Prüfe vor dem Start Wind, Gewitterrisiko und Wassertemperatur; an heißen Tagen bleibt der Pillersee meist unter 20 Grad.
Transparenz: Ich war im Rahmen einer Pressereise im PillerseeTal und bin selbst mit einem Leihboard auf dem Pillersee gepaddelt. Meine Erfahrung bezieht sich auf diesen damaligen Besuch. Die Preis- und Saisonangaben wurden am 18. Oktober 2026 mit den veröffentlichten Anbieterseiten abgeglichen. Ob der Verleih an deinem Reisetag geöffnet hat, klärst du am besten direkt dort. Wetter, Wasserstand und Bedingungen können sich kurzfristig ändern.
Der Pillersee bleibt auch im Sommer kühl
Vom Nordufer aus kannst du eine überschaubare Strecke wählen und die Berge vom Wasser aus ansehen. Bleib dabei in Ufernähe und plane genug Kraft und Zeit für den Rückweg ein.

Gerade für erste Versuche sind die kurzen Wege am Nordufer angenehm. Auch an warmen Tagen solltest du jedoch mit kühlem Wasser rechnen: Der Tourismusverband schreibt zur Wassertemperatur, dass der Pillersee selbst im Hochsommer kaum über 20 Grad steigt. Das ist eine allgemeine Einordnung für den Sommer; erkundige dich vor deiner Tour nach den Bedingungen vor Ort.
Bereite dich auch auf einen Sturz in kaltes Wasser vor. Für eine eigenständige Tour solltest du sicher schwimmen und wieder aufs Board kommen können. Trage eine passende Auftriebshilfe und stimme den Kälteschutz auf die niedrigere Luft- oder Wassertemperatur ab. Lass dich bei Unsicherheit vor dem Start fachlich beraten.
Meine Tour begann am Nordufer – und endete bewusst vor dem Flachwasser
Wir hatten uns vor der Reise informiert, wo man im PillerseeTal ein Board leihen kann, und kamen so zu SUP’n’Fun. Der Einstieg am Nordufer war unkompliziert. Nach einer kurzen Gewöhnung liefen die Boards stabil, und wir paddelten in Richtung St. Ulrich.

Die Perspektive vom Wasser war der eigentliche Gewinn. Das Jakobskreuz stand südlich über dem Tal, in die andere Richtung öffnete sich der Blick zur Steinplatte. Vom Board aus wirkten die Ufer nicht spektakulärer, aber klarer voneinander getrennt: Wald, Wiese, flache Zonen, offene Wasserfläche.

An einer Seite wurde das Wasser so seicht, dass das Paddel in die Wasserpflanzen geriet. Wir drehten um. Nimm Rücksicht auf Wasserpflanzen und wähle eine Strecke mit ausreichend Wassertiefe. So kannst du die flachen Uferbereiche mit Abstand vom Board aus ansehen.

Plane deine Runde im freigegebenen Bereich. Lass dir beim Verleih zeigen, wo du paddeln darfst, und beachte Absperrungen und Hinweise am See. Wähle die Strecke nach Wassertiefe, Wind und deinem Können. Du kannst auf demselben Weg zurückpaddeln und dir dabei Zeit für den Blick aufs Ufer und die Berge nehmen.

Vor dem Start: fünf Punkte für deine SUP-Runde
Prüfe vor deiner Tour Wind, Gewitterlage, Wassertemperatur, Können und Route. Die Tabelle hilft dir, offene Fragen vor dem Start zu erkennen. Auch bei Grün bleiben die Wetterentwicklung und die Hinweise vor Ort wichtig.
| Prüfung | Grün | Gelb | Rot |
|---|---|---|---|
| Wind | schwach, gleichmäßig, Rückweg am Ufer möglich | zunehmende Böen; an Land bleiben und Lage neu beurteilen | starker oder ablandiger Wind, deutlich bewegte Oberfläche |
| Gewitter | keine Warnung, stabile Lage | unsichere Entwicklung; an Land bleiben | Donner, sichtbare Gewitterzellen oder Gewitterwarnung; nicht starten |
| Wassertemperatur | Kleidung und Können passen zu Luft- und Wassertemperatur | Kälteschutz oder Erfahrung unklar; vor dem Start fachlich beraten lassen | Ausrüstung oder Schwimmfähigkeit reichen für einen Sturz nicht aus |
| Können | sicherer Wiederaufstieg, kontrolliertes Wenden und Bremsen | erste Versuche; Kurs oder Einweisung nutzen | Schwimmen oder Wiederaufstieg unsicher; kein Rückweg geplant |
| Route | Uferlinie, Einstieg und Rückweg klar | flache oder belebte Bereiche voraus | gesperrter Abschnitt oder kein geeigneter Ausstieg |
Bei Rot bleibt das Board an Land, ebenso bei unklarer Gewitterentwicklung. Die DLRG empfiehlt, im Zweifel an Land zu bleiben. Beobachte das Wetter auch während der Tour und kehre bei einer Verschlechterung frühzeitig ans Ufer zurück.
Wenn du zum ersten Mal paddelst, ist ein Kurs sinnvoll. SUP’n’Fun nennt Basic-Kurse und SUP-Yoga im veröffentlichten Angebot. Frage vorab nach einem passenden Termin und besprich mit dem Anbieter, welche Einweisung und Betreuung du oder deine Kinder brauchen.
Wie viel Zeit solltest du einplanen?
Der Pillersee passt gut in einen halben Urlaubstag. Du kannst paddeln, am Ufer bleiben, essen gehen oder den See mit einem Spaziergang verbinden. Wie lange du das Board mietest, richtet sich am besten nach deinem Tempo, der geplanten Strecke und den Bedingungen.
| Zeit auf dem Wasser | Wofür sie realistisch reicht | Meine Einordnung |
|---|---|---|
| 30 Minuten | Board testen, Gleichgewicht finden, kurze Runde am Nordufer | gut zum Reinschnuppern, für eine echte See-Erkundung knapp |
| 1 Stunde | große Teile des kompakten Sees erkunden, Pausen und Fotos in Maßen | für viele Besucher die sinnvollste Wahl |
| 2 Stunden | sehr ruhiges Tempo, längere Stopps, Technik üben oder mit unterschiedlichem Können paddeln | lohnt sich, wenn Bedingungen, Kleidung und Ausdauer dazu passen |
Wir konnten in weniger als einer Stunde viel vom See sehen. Eine exakte Rundendauer würde ich trotzdem nicht versprechen. Wind, Pflanzenzonen, Badebetrieb und das Tempo der Gruppe verändern die Route. Plane deshalb etwas Spielraum bis zur vereinbarten Rückgabe ein und kläre vorher, wie der Verleih mit einer längeren Mietzeit umgeht.

Verleih, Preise und Öffnungszeiten 2026
SUP’n’Fun liegt am Nordufer des Pillersees im Bereich Niedersee 4 in St. Ulrich am Pillersee. Der Anbieter vermietet Boards und Kajaks und führt Kurse sowie Gruppenangebote durch. Die offiziellen Preise waren am 18. Oktober 2026 wie folgt aufgeführt:
| Angebot | Preis laut Anbieter |
|---|---|
| SUP, 30 Minuten | 8 Euro |
| SUP, 1 Stunde | 15 Euro |
| SUP, 2 Stunden | 25 Euro |
| Relax-SUP mit Hängematte, 1 Stunde | 20 Euro pro Person |
| Basic-Kurs, Drop-in | 15 Euro |
| SUP-Yoga, Drop-in | 25 Euro |
Die Öffnung ist wetterabhängig. Die am 18. Oktober 2026 gelesene Anbieterwebsite nennt für Juli bis 14. September täglich 11 bis 17 Uhr. Für Juni und ab 15. September stehen dort Dienstag bis Freitag 13 bis 16 Uhr, Samstag und Sonntag 11 bis 17 Uhr und montags geschlossen. Ein Saisonende oder Winterbetrieb ist damit nicht geklärt. Frage für deinen Reisetag direkt nach; Gruppen können die Zeiten ebenfalls verändern.
Im veröffentlichten Sommerprogramm stehen für Juli und August unter anderem ein Basic-Kurs am Dienstag und SUP-Yoga am Samstag. Die Seite nennt kein Programmjahr. Prüfe Termine und Verfügbarkeit deshalb direkt bei SUP’n’Fun.

Was du für deine SUP-Runde dabeihaben solltest
Neben dem Leihboard und Paddel brauchst du passende Kleidung und Sicherheitsausrüstung. Lass dir vor Ort erklären, was der Verleih bereitstellt und was du selbst mitbringen solltest:
- Kleidung und Kälteschutz passend zur niedrigeren Luft- oder Wassertemperatur,
- Sonnenschutz und Kopfbedeckung,
- passende Auftriebshilfe, die du bei jeder Tour trägst,
- Leash und Sicherheitsanweisung passend zu Revier und Bedingungen,
- Trinkwasser,
- wasserdichte Hülle für Telefon und Schlüssel,
- trockene Kleidung für danach.
Lass dir beim Verleih zeigen, wie Finne, Leash und Paddellänge eingestellt werden. Bei einem eigenen aufblasbaren Board solltest du vor dem Start auch das Ventil und den vom Hersteller vorgesehenen Luftdruck prüfen.
Das Telefon würde ich wasserdicht, griffbereit und am Körper sichern, damit es auch nach einer Trennung vom Board erreichbar bleibt. So kannst du im Notfall Hilfe rufen. Paddle möglichst in Begleitung und stimme die Tour auf euer Können und die Bedingungen ab.
Anreise und Zugang zum Nordufer
Der Verleih befindet sich am Nordufer in St. Ulrich am Pillersee. Wenn du mit dem Bus kommst, suche im Fahrplan der Linie 8302 nach „St. Ulrich a. P. Pillersee/Angelteich“. Prüfe die Verbindung und den Fußweg zum Verleih für deinen Ausflug. Mit dem Fahrrad erreichst du den Einstieg über die Wege rund um den Pillersee.
Unterscheide zwischen kostenloser Gästekarte für Übernachtungsgäste und den zusätzlich buchbaren, kostenpflichtigen FamilienMomenten. Die FamilienMomente sind die seit Sommer 2026 überarbeitete PillerseeTal Card und auch ohne Gästekarte erhältlich. Parkplätze direkt am Pillersee sind laut Tourismusverband kostenpflichtig. Prüfe Parkgebühren, mögliche Ermäßigungen und Liegeplatzregeln direkt beim Anbieter oder an der Zufahrt.
Mit der Gästekarte sind regionale Bus- und Nahverkehrsverbindungen enthalten. Das macht einen SUP-Tag ohne Auto möglich, sofern du kein eigenes großes Board transportieren musst. Für die größere Reiseplanung findest du meinen Reisebericht aus Fieberbrunn und dem PillerseeTal.
Für wen sich eine SUP-Runde auf dem Pillersee lohnt
Der Pillersee passt besonders gut zu dir, wenn du eine erste oder entspannte SUP-Runde in einen Bergurlaub einbauen möchtest. Die Wege sind überschaubar, der Verleih liegt direkt am Wasser und du kannst den Sport mit einem Essen, Spaziergang oder weiteren Zielen im Tal verbinden.
Für reines Ausdauertraining, lange Geradeaus-Strecken oder mehrstündige Touren ist ein größerer See interessanter. Zum Baden solltest du am Pillersee auch im Sommer mit kühlem Wasser rechnen. Wenn dir wärmeres Wasser lieber ist, kommt im Sommer eher der Lauchsee infrage.
Familien können die überschaubaren Wege und die Kursangebote nutzen. Wichtig ist, dass Können, Ausrüstung und Betreuung zum Kind passen. Kläre vorab mit dem Anbieter, ob ein eigener Kurs oder eine begleitete Runde geeignet ist. Kinder, die allein auf einem Board paddeln, müssen laut SUP’n’Fun ohne Schwimmhilfen gut schwimmen können.

Plane für deinen SUP-Tag eine Alternative an Land ein, falls Wind oder Gewitter die Tour verhindern. Im Sommer teilen sich Paddler den See mit anderen Gästen. Halte deshalb Abstand zu Badenden, Anglern, Tieren, Ufervegetation und anderen Boards.
So würde ich den Pillersee-Tag kombinieren
Nach einer Stunde SUP kannst du den Tag am See fortsetzen, in St. Ulrich essen oder den Ausflug mit der Buchensteinwand verbinden. So bleibt neben der Runde auf dem Wasser noch Zeit für das Tal.
Mein sinnvollster Ablauf wäre:
- Wetter und Anbieter am Morgen prüfen.
- Eine Stunde Board buchen; als Anfänger vorher Basic-Einweisung.
- Vom Nordufer ufernah starten und zunächst gegen den leichten Wind paddeln, sofern der Betreiber dies für die aktuelle Lage empfiehlt.
- Flachwasser und Pflanzenzonen respektieren, nicht auf einer kompletten Runde bestehen.
- Trockene Kleidung anziehen und den Tag ohne Zeitdruck am See fortsetzen.
Für einen aktiveren Gegenpol findest du meine Erfahrungen mit dem E-Bike im PillerseeTal und beim Wandern in Fieberbrunn. Weitere SUP-Reviere und Grundlagen bündelt mein Stand-Up-Paddling-Blog. Wenn du nach der Tour lieber in wärmeres Wasser möchtest, ist der Lauchsee in Fieberbrunn der passendere nächste Stopp.
Häufige Fragen zum SUP auf dem Pillersee
Kann man am Pillersee ein SUP mieten?
Ja. SUP’n’Fun vermietet am Nordufer in St. Ulrich Boards und bietet Kurse an. Die Öffnung ist wetterabhängig; aktuelle Zeiten und Verfügbarkeit solltest du am selben Tag prüfen.
Was kostet SUP auf dem Pillersee 2026?
Die am 18. Oktober 2026 gelesene Preisliste nennt 8 Euro für 30 Minuten, 15 Euro für eine Stunde und 25 Euro für zwei Stunden. Kurse und Sonderboards haben eigene Preise. Prüfe vor der Buchung die aktuelle Preisliste des Anbieters.
Ist der Pillersee für Anfänger geeignet?
Bei ruhigem Wetter und mit Einweisung eignet sich das kompakte Revier gut für Anfänger, die sicher schwimmen können. Bleib zunächst in Ufernähe, übe Wiederaufstieg und Wenden und trage eine passende Auftriebshilfe. Kaltes Wasser und Wind bleiben auch auf einem kleinen See relevant.
Wie warm ist der Pillersee im Sommer?
Der Tourismusverband schreibt, dass die Temperatur selbst an heißen Sommertagen meist nicht über 20 Grad steigt. Das ist kein Messwert für deinen Reisetag. Erkundige dich vor der Tour nach der Wassertemperatur und wähle den Kälteschutz passend zur niedrigeren Luft- oder Wassertemperatur.
Wie lange braucht man für eine Runde?
Der See ist kompakt, und wir konnten in weniger als einer Stunde große Teile erkunden. Eine vollständige Runde ist wegen Wind, Flachwasser, Pflanzenzonen und Badebetrieb nicht immer sinnvoll. Plane eher nach Bedingungen als nach einer festen Zeit.
Kann ich mit Kindern paddeln?
Das hängt von Schwimmfähigkeit, Bedingungen und Betreuung ab. Kläre mit dem Anbieter, welches Format zu deinen Kindern passt. SUP’n’Fun verlangt von Kindern, die allein auf einem Board paddeln, gutes Schwimmen ohne Schwimmhilfen; für Kinder unter zwölf Jahren schreibt der Verleih eine Schwimmweste vor.
Mein Fazit: eine ruhige SUP-Runde im Bergurlaub
Am Ende unserer Runde standen keine sportlichen Rekorde. Wir hatten den See vom Board aus gesehen, kleine Fische unter uns beobachtet, vor dem Flachwasser umgedreht und danach Hunger. Das war genug.
Gerade darin liegt die Qualität dieses Reviers. Du kannst SUP in einen Bergurlaub einbauen, ohne den ganzen Tag um Material, Transfer und Strecke herum zu organisieren. Eine Stunde auf dem Wasser verändert den Blick auf das Tal und lässt trotzdem Raum für alles, was danach kommt.
Ich würde wieder starten – bei ruhigem Wetter, mit passendem Kälteschutz und einer Strecke, die die flachen Pflanzenzonen ausspart. Vom Nordufer lospaddeln, die Berge vom Wasser aus sehen und kleine Fische unter dem Board beobachten: Dafür würde ich mir im Bergurlaub wieder Zeit nehmen.

Würdest du den Pillersee lieber für eine ruhige erste SUP-Runde nutzen oder bewusst zwei Stunden Technik und Balance üben?


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