Steinplatte Waidring im Sommer: Erfahrungen, Preise und Tourentipps

by Sascha Tegtmeyer | Sep. 14, 2023

Im Tal zeigt das Thermometer ungefähr 25 Grad. Ich lasse meine Jacke im Auto, steige in die rote Gondel und fahre in Richtung Sommer. Oben liegen noch Schneereste, und ein kalter Wind zieht über das Hochplateau. Bei einem Aufenthalt im PillerseeTal war ich mehrfach auf der Steinplatte unterwegs und bin verschiedene Wege gegangen. Die vergessene Jacke ist mir trotzdem besonders geblieben.

Die Steinplatte Waidring passt im Sommer sowohl zu Familien als auch zu aktiven Wanderern rund um Fieberbrunn. Es sind nur zwei verschiedene Ausflüge: Mit Kindern und einem halben Tag sind Triassic Park, Wasserspiele und Aussichtsplattform realistisch. Wer weiter zu den Speicherteichen und in Richtung Gipfel geht, beginnt einen anderen Bergtag und sollte ihm deutlich mehr Zeit geben.

Für Ende September ist 2026 ein Detail entscheidend: Die Gondel fährt nur bis einschließlich 20. September. Die Höhenstraße beziehungsweise Mautstraße, der Triassic Park und der Imbiss bleiben nach aktueller Betreiberangabe bis 4. Oktober geöffnet. Das klingt nach einer Kleinigkeit, verändert den Tag aber vollständig.

Deine SituationWas auf der Steinplatte realistisch ist
Halber Tag mit FamilieGondelfahrt, zentrale Bereiche des Triassic Parks und Aussichtsplattform; je nach Tempo noch ein Stück zum ersten Speicherteich
Aktiver WandertagTriassic Park und Plattform als Auftakt, danach Speicherteiche, Gipfel oder eine weiterführende Tour
Besuch Ende September 2026Bis 20. September mit Gondel; danach Anreise und Tagesablauf ohne Gondel planen und die aktuellen Bedingungen prüfen

Lohnt sich die Steinplatte Waidring im Sommer?

Ja, wenn du entweder einen unkomplizierten Familienausflug am Berg oder einen Wandertag mit ungewöhnlichem Einstieg suchst. Für beides funktioniert die Steinplatte gut. Nur nicht im selben Zeitfenster.

Ihre Stärke liegt im Übergang. Rund um Bergstation und Triassic Park stehen Dinosaurier, Wasserspiele und Mitmachstationen im Mittelpunkt. Wenig später öffnet sich die Landschaft in Richtung Speicherteiche und Gipfel. Der Familienbereich verschwindet zunehmend hinter dir; Wind, Kalk und Weite bekommen mehr Raum.

Das ist zugleich die ehrliche Einschränkung: Wer mit Kindern jede Station auskosten und anschließend noch den Gipfel erreichen will, sollte nicht mit einem knappen halben Tag rechnen. Der Betreiber empfiehlt schon für den Triassic Park mindestens einen halben Tag. An schönen Ferientagen kann es rund um Bergstation und Park zudem belebt sein. Wer vor allem Ruhe sucht, startet früh und plant den unmittelbaren Familienbereich nicht als Tagesziel ein.

Frau vor einer Stegosaurus-Figur im Triassic Park auf der Steinplatte
Der Triassic Park liegt nicht neben dem Berg, sondern mitten auf dem Hochplateau.

Bergwetter: Sommer unten, Schnee oben

Bei meiner ersten Auffahrt waren es im Tal ungefähr 25 Grad. Die Jacke blieb im Auto. Oben lagen noch Schneereste, und über das Hochplateau zog ein kalter Wind.

Seitdem rechne ich das Wetter in Waidring nicht mehr einfach auf die Steinplatte hoch. Das Tal liefert einen Anhaltspunkt, aber keine verlässliche Aussage darüber, wie sich Temperatur und Wind im oberen Bereich anfühlen.

Der Triassic Park ist deshalb kein vom Berg getrenntes Freizeitgelände. Er liegt mitten in einer alpinen Landschaft. Wetter, Höhe und Wege bleiben Teil des Ausflugs, auch wenn der Anfang rund um Gondel und Wasserspiele sehr unkompliziert wirkt.

In meinen Rucksack gehören deshalb auch an warmen Tagen:

  • eine wind- und regendichte Jacke,
  • eine zusätzliche warme Schicht,
  • feste Schuhe für alles jenseits der zentralen Parkwege,
  • Wasser und ein kleiner Snack,
  • Sonnenschutz,
  • bei Kindern Wechselkleidung für die Wasserspiele.

Die wichtigste Regel ist schlicht: Die Jacke fährt mit nach oben. Wenn das Wetter gegen einen Bergtag spricht, hilft dir mein Ratgeber zu Fieberbrunn bei Regen bei der Wahl eines alternativen Tagesprogramms.

Ein halber Tag mit Familie: Park und Plattform statt Gipfeldruck

Für einen Familienausflug mit begrenzter Zeit würde ich den Tag bewusst klein halten. Nach der Gondelfahrt konzentrierst du dich auf den Triassic Park und gehst anschließend zur Aussichtsplattform. Wenn die Kinder noch laufen möchten und genug Zeit bleibt, kannst du den Weg in Richtung des ersten Speicherteichs verlängern.

Der Park verbindet die geologische Geschichte der Steinplatte mit einem Familienangebot aus Dinofiguren, Fossilien- und Mitmachstationen, Wasserspielen sowie dem Triassic Center und der Tropfsteinhöhle. Der Eintritt ist beim regulären Gondelbesuch im Gondeltarif enthalten. Bei wechselhaftem Wetter machen die Innenbereiche den Ausflug robuster. Sie ersetzen aber keine realistische Einschätzung der Bedingungen auf den offenen Wegen.

Mit kleinen Kindern ist die Grenze des Kinderwagens wichtig: Auf dem Triassic Trail ist er laut Betreiber bis zum ersten Speicherteich sinnvoll. Für den restlichen Weg zum Gipfel wird eine Trage oder Kraxe empfohlen.

Meine praktische Entscheidungshilfe:

  • Triassic Park und Plattform: gut als halber Familientag planbar.
  • Zusätzlich erster Speicherteich: möglich, wenn Wetter, Zeit und Tempo passen.
  • Gipfel: besser als eigener, großzügiger geplanter Bergtag.

Zur Aussichtsplattform: der stärkste kurze Weg

Wer nicht weit wandern möchte, sollte mindestens bis zur Aussichtsplattform gehen. Sie ragt laut Sommerinformation 70 Meter über den Abgrund; der Weg dorthin ist rollstuhl- und kinderwagentauglich.

Von der Plattform hatte ich an meinem Besuchstag ein weites Panorama und klare Fernsicht auf die umliegende Bergwelt. Das war meine Beobachtung an diesem Tag, keine Wettergarantie. Bei Wolken oder schlechter Sicht kann der landschaftliche Teil des Ausflugs deutlich kleiner ausfallen.

Für einen halben Tag ist die Plattform ein sauberer Wendepunkt. Du kannst anschließend zum Triassic Park und zur Bergstation zurückkehren. Wer von hier weiter zu Speicherteichen und Gipfel geht, verlässt zunehmend den kurzen Familienausflug.

Besucherin auf der Aussichtsplattform der Steinplatte mit Blick in die Bergwelt
Die Plattform ist ein kurzer, gut erreichbarer Aussichtspunkt - Fernsicht bleibt trotzdem eine Frage des Tageswetters.

Ab wann aus dem Parkbesuch ein echter Bergtag wird

Ich bin mindestens einmal von der Bergstation über den Bereich des Triassic Parks und der Plattform weiter in Richtung Speicherteiche und Gipfelbereich gegangen. Besonders geblieben ist mir der Wechsel: erst Dinosaurier, Mitmachstationen und Wasserspiele, dann eine offenere und windigere Berglandschaft.

Für mich beginnt der eigentliche Wandertag dort, wo die zentralen Parkbereiche hinter dir liegen und du den Weg zu den Speicherteichen fortsetzt. Die Grenze ist nicht durch ein Schild markiert. Du merkst sie an der Landschaft und daran, dass der Weg nicht mehr nur die nächste Attraktion verbindet.

Der offizielle Triassic Trail ist ein rund vier Kilometer langer Rundwanderweg mit 210 Höhenmetern. Er führt vom Park über Panorama-Muschel und Aussichtsplattform, vorbei an Speicherteichen und versteinerten Korallen bis zum Gipfel der Steinplatte auf 1.860 Metern. Im offiziellen Sommerfolder 2026 ist für die Runde eine Gehzeit von ungefähr zwei Stunden angegeben.

Das ist eine Orientierung für den Weg, kein Versprechen für jeden Besuch. Wer Stationen ansieht, fotografiert, mit Kindern unterwegs ist oder Pausen macht, braucht mehr Zeit. Für einen entspannten Gipfeltag würde ich deshalb nicht rückwärts von der letzten Gondel rechnen, sondern Reserve für Hinweg, Rückweg und Unterbrechungen einplanen.

Wer eine längere oder anspruchsvollere Tour wählt, sollte sie unmittelbar vor dem Start auf Wegzustand, Wetter und die eigenen Voraussetzungen prüfen. Dieser Beitrag ist eine Entscheidungshilfe für den Tag auf der Steinplatte, keine Ersatzkarte für eine alpine Tour.

Wanderin mit Rucksack neben Schneeresten auf dem Hochplateau der Steinplatte
Abseits der zentralen Parkbereiche fühlt sich die Steinplatte schnell wie ein exponierter Bergtag an.

Ende September 2026: Die Gondel fährt nicht bis 4. Oktober

Für die Planung im September ist die aktuelle Betreiberangabe wichtiger als die allgemeine Saisonspanne im Sommerprospekt.

Die Gondelbahn Steinplatte fährt 2026 täglich vom 23. Mai bis einschließlich Sonntag, 20. September, jeweils von 9:00 bis 16:45 Uhr. Wegen Instandhaltungsarbeiten endet der Gondelbetrieb früher als andere Sommerangebote am Berg.

Vom 21. September an kannst du nicht mehr mit dem üblichen Ablauf planen: an der Talstation ankommen, mit der Gondel hochfahren und am Nachmittag wieder hinunterfahren. Nach aktueller Betreiberangabe bleiben Höhenstraße beziehungsweise Mautstraße, Triassic Park und Imbiss bis einschließlich 4. Oktober geöffnet. Konkrete Zufahrts- und Betriebsdetails solltest du unmittelbar vor deinem Besuch auf der aktuellen Öffnungsseite prüfen.

Für deine Entscheidung bedeutet das:

  • Besuch bis 20. September: Gondelausflug wie beschrieben möglich.
  • Besuch vom 21. September bis 4. Oktober: keine Gondel; Anreise und Tagesablauf anders planen.
  • Planung nach dem 4. Oktober: Aus diesen Sommerangaben lässt sich kein Betrieb ableiten.

Gerade für Familien verändert das Gondelende den Charakter des Ausflugs erheblich. Der bequeme kurze Weg von der Talstation in den Park fällt weg. Wer Ende September reist, sollte diesen Unterschied nicht erst vor der geschlossenen Gondel bemerken.

Preise 2026 und ein sinnvoller Rahmen für die Planung

Die folgenden Tarife gelten laut aktueller Betreiberseite für die Berg- und Talfahrt im Sommer 2026. Preisänderungen und Druckfehler behält sich der Betreiber vor.

TarifgruppeRegulärMit Gästekarte
Erwachsene31 Euro29,50 Euro
Senioren30 Euro28 Euro
Jugendliche28 Euro27 Euro
Kinder18,50 Euro18 Euro

Zusätzlich nennt der Betreiber Familienpreise von 77 Euro für zwei Eltern mit einem Kind, 95 Euro mit zwei Kindern und 113 Euro mit drei Kindern. Die jeweils geltenden Kinder-, Jugend- und Seniorjahrgänge stehen auf der aktuellen Preisseite.

Der Eintritt in den Triassic Park ist im Gondeltarif enthalten. Auch der Parkplatz an der Gondelbahn wird nach aktuellem Stand nicht separat berechnet.

Wenn du mehrere Tage in der Region verbringst, lässt sich die Steinplatte gut mit meinem Reisebericht aus Fieberbrunn und dem PillerseeTal verbinden. Für weitere Urlaubstage findest du in meinen Ausflugszielen im PillerseeTal passende Ergänzungen. Für eine Tagesentscheidung selbst würde ich zuerst Zeitbudget, Wetter und Gondelbetrieb klären - und erst dann auf die Karte schauen.

Holzkapelle oberhalb von Waidring mit Blick über die Kitzbüheler Alpen
Die Steinplatte gehört in einen längeren Aufenthalt im PillerseeTal, nicht in einen überladenen Tagesplan.

Für wen die Steinplatte nicht die beste Wahl ist

Ich würde den Ausflug in vier Situationen anders anlegen oder ganz verschieben:

  1. Du willst Triassic Park und Gipfel in einen knappen halben Tag pressen. Beides ist möglich, aber nicht sinnvoll im Eiltempo. Entscheide dich für den Familienbereich oder plane mehr Zeit ein.
  2. Du reist nach dem 20. September 2026 und gehst von einer laufenden Gondel aus. Die Gondel ist dann außer Betrieb, auch wenn andere Bereiche noch bis 4. Oktober geöffnet bleiben.
  3. Du planst Kleidung ausschließlich nach dem Talwetter. Meine Jacke blieb bei ungefähr 25 Grad unten im Auto, während mich oben Schneereste und kalter Wind erwarteten.
  4. Du fährst ausschließlich wegen der Fernsicht hin und behandelst sie wie eine Zusage. Das Panorama war an meinem Besuchstag stark. Es bleibt trotzdem vom Wetter abhängig.

Häufige Fragen zur Steinplatte im Sommer

Ist der Triassic Park kostenlos?

Beim regulären Besuch mit der Gondel fällt nach Betreiberangabe kein zusätzlicher Eintritt für den Triassic Park an: Er ist im Gondeltarif enthalten. Für einen Besuch nach Ende des Gondelbetriebs solltest du die aktuelle Regelung direkt beim Betreiber prüfen.

Reicht ein halber Tag mit Kindern?

Für Triassic Park und Aussichtsplattform ist ein halber Tag realistisch. Der Betreiber empfiehlt selbst mindestens einen halben Tag. Wer sämtliche Stationen, längere Pausen und den Gipfel einplant, sollte deutlich mehr Zeit vorsehen.

Ist die Steinplatte kinderwagentauglich?

Der Weg zur Aussichtsplattform ist rollstuhl- und kinderwagentauglich. Auf dem Triassic Trail ist der Kinderwagen laut Betreiber bis zum ersten Speicherteich sinnvoll nutzbar. Für den weiteren Weg zum Gipfel wird bei kleinen Kindern eine Trage oder Kraxe empfohlen.

Fährt die Gondel Ende September 2026?

Nur bis einschließlich 20. September. Vom 21. September bis 4. Oktober bleiben nach aktueller Angabe Höhenstraße beziehungsweise Mautstraße, Triassic Park und Imbiss geöffnet, die Gondel jedoch nicht.

Kann im Sommer noch Schnee liegen?

Bei meinem Besuch lagen im oberen Bereich trotz ungefähr 25 Grad im Tal noch Schneereste. Das beschreibt diesen konkreten Tag und ist weder Vorhersage noch Garantie für andere Termine.

Fazit: Familienausflug und Wandertag beginnen am selben Ort

Die Steinplatte Waidring kann beides: einen gut zugänglichen halben Tag mit Triassic Park und Aussichtsplattform sowie einen längeren Wandertag zu Speicherteichen und Gipfel.

Die eigentliche Entscheidung fällt hinter dem zentralen Parkbereich. Drehst du nach der Plattform um, bleibt der Ausflug kompakt und familienfreundlich. Gehst du weiter in Richtung Speicherteiche und Gipfel, beginnt die offenere Berglandschaft, die mir von meinen Wegen auf der Steinplatte besonders geblieben ist.

Für 2026 kommt eine zweite Entscheidung hinzu: Mit Gondel funktioniert dieser Ablauf nur bis einschließlich 20. September. Danach bleiben Teile des Sommerangebots geöffnet, aber der bequeme Gondelstart fällt weg.

Und unabhängig von Route und Zeitbudget gilt meine persönliche Regel seit dem ersten Besuch: Das Talwetter bleibt im Tal. Die Jacke gehört mit nach oben.

Quellen und Stand

Faktenstand: 29. August 2026. Bei einem Widerspruch zwischen dem allgemeinen Sommerprospekt und den laufend aktualisierten Betreiberseiten haben die Preis- und Öffnungszeiten Vorrang.

Über Sascha Tegtmeyer

Über Sascha Tegtmeyer

Reisejournalist, Autor und Gründer von Just Wanderlust

Ich schreibe auf Just Wanderlust aus eigener Reiseerfahrung über Orte, Meer und Outdoor-Abenteuer. Mehr über mich und meine Arbeit.

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