Tauchen auf Mallorca mit Mar Balear – meine Erfahrungen in Port Adriano

by Sascha Tegtmeyer | Okt. 25, 2022

Zwischen großen Yachten im Hafen von Port Adriano trage ich Maske, Flossen, Jacket und Atemregler zum Zodiac. Wenige Minuten später liegt der Luxus an Land hinter uns, und vor dem Felsen El Toro geht es auf rund 30 Meter hinunter. Dort wartet die eigentliche Überraschung: große Zackenbarsche, Muränen und ein Barrakudaschwarm, der so nah an uns vorbeizieht, wie ich es im Mittelmeer zuvor kaum erlebt hatte.

Dieser Tauchgang ist der Grund, warum mir Mar Balear in Erinnerung geblieben ist. Die Basis war bei meinem damaligen Besuch groß, gut organisiert und außergewöhnlich günstig zu den Meeresschutzgebieten El Toro und Malgrats gelegen.

Das ist keine Garantie für denselben Tauchgang und kein aktueller Blindtest. Team, Preise, Boote und Abläufe können sich seit meinem Besuch verändert haben. Aktuell wird Mar Balear vom Hafen Port Adriano weiterhin als PADI-Fünf-Sterne-Center geführt. Wer heute bucht, sollte die konkreten Bedingungen direkt mit der Basis klären.

Lohnt sich Mar Balear für einen Tauchurlaub auf Mallorca?

Mar Balear passt besonders zu zertifizierten Tauchern, die im Südwesten Mallorcas wohnen und kurze Bootsfahrten zu El Toro oder Malgrats schätzen. Die Basis liegt direkt im Yachthafen, verfügt laut aktuellem Hafenprofil über Schulungsräume, Umkleiden und Platz für Ausrüstung.

Weniger passend ist sie, wenn du einen abgeschiedenen Tauchort ohne Marina-Atmosphäre suchst oder im Februar reisen möchtest: Laut aktuellem Eintrag von Port Adriano bleibt das Center im Februar geschlossen und öffnet sonst derzeit täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr.

Meine Anti-Empfehlung: Buche nicht allein wegen meiner Barrakudas. Tierbegegnungen, Sicht, Strömung und angefahrener Platz hängen vom Tag ab. Buche wegen der Lage und frage nach den Bedingungen deiner konkreten Reisezeit.

Die Basis in Port Adriano: viel Platz, kurze Wege zum Boot

Bei meinem Besuch koordinierte Ayelén Ganser die Touren und führte mich durch die Basis. Der Empfangsbereich war groß, die Ausrüstungsausgabe klar getrennt und der Umkleideraum bot genug Platz, ohne dass sich Taucher mit Kisten und Anzügen gegenseitig im Weg standen.

Es gab Spinde für Stammkunden und zwei Schulungsräume. In einem lief gerade eine Tauchlehrerausbildung mit Basischef Óscar Espinasa. Unser Guide für den Tag war Jandro beziehungsweise Alejandro, der das Briefing verständlich auf Englisch gab.

Diese Namen und Beobachtungen dokumentieren meinen damaligen Besuch. Ob dieselben Personen heute vor Ort arbeiten, behaupte ich nicht.

Tauchboot von Mar Balear auf dem Weg zum Tauchplatz El Toro
Vom Yachthafen Port Adriano sind die Tauchplätze bei El Toro schnell erreichbar. Foto: Sascha Tegtmeyer

Der Ablauf war erfreulich unkompliziert

Maske, Flossen, Jacket und Atemregler brachten wir selbst zum Boot; die Flaschen übernahm damals das Team. Auf dem Zodiac bauten wir die Ausrüstung zusammen, zogen an der Basis den Anzug an und gingen nach einem ausführlichen Briefing an Bord.

Das ist für mich ein guter Ablauf, weil er Verantwortung und Service sinnvoll trennt. Ich prüfe meine eigene Konfiguration trotzdem selbst. Wer ein ungewohntes Leihset nutzt, klärt Bleimenge, Inflator, Notablass, Flaschendruck und die Position der Instrumente vor dem Ablegen.

Vom Hafen fuhren wir an eindrucksvollen Yachten vorbei. Mein Buddy Frank arbeitete nach eigener Aussage auf einem der großen Schiffe. Mehr durfte er über den Eigner nicht erzählen. Der Kontrast war ziemlich absurd: an Land diskreter Superyachtbetrieb, wenige Minuten später nur noch Fels, Wellen und Tauchgerät.

El Toro: mein stärkster Tauchgang im Südwesten Mallorcas

Die Überfahrt dauerte bei unserem Tauchgang ungefähr zehn Minuten und war wegen der Wellen unruhig. Unter der Oberfläche wurde es sofort angenehmer. Wir sanken zunächst auf das Riffdach und folgten anschließend der Kante bis in etwa 30 Meter Tiefe.

Diese Tiefe beschreibt meinen damaligen Tauchgang. Sie ist keine Empfehlung. Profil, Gas, Brevet, Erfahrung und Tagesbedingungen bestimmen, was für einen einzelnen Taucher angemessen ist.

Felseninseln Malgrats vor der Südwestküste Mallorcas
El Toro und die Malgrats-Inseln prägen das Tauchen im Südwesten Mallorcas. Foto: Sascha Tegtmeyer

Unter Wasser war deutlich mehr Fisch, als ich erwartet hatte. Wir sahen mehrere große Zackenbarsche, Muränen verschiedener Größen und einen Schwarm aus sehr vielen Barrakudas. Die Tiere hielten wenig Abstand und zogen weniger als einen Meter über uns vorbei.

Jandro sagte nach dem Auftauchen: „Wow, das war einer meiner besten Tauchgänge des Jahres, haben wir ein Glück!“ Das traf auch mein Gefühl. Gerade die Formulierung „Glück“ ist wichtig. Ein guter Platz erhöht Chancen. Er bestellt keine Tiere.

Warum die Meeresschutzgebiete den Standort interessant machen

Port Adriano liegt nahe den Schutzgebieten El Toro und Malgrats. Der offizielle Hafenauftritt hebt genau diese Lage und den Fischreichtum hervor. Bei meinem Tauchgang passte das Bild: viel Leben, felsige Strukturen und ein für das Mittelmeer bemerkenswerter Barrakudaschwarm.

Ich würde daraus keine einfache Kausalbehauptung für jeden Tag machen. Schutzregeln, Habitat, Saison, Wetter und Fischerei in angrenzenden Gebieten wirken zusammen. Für Reisende ist die praktische Schlussfolgerung einfacher: Frage bei der Basis, welche Plätze aktuell angefahren werden, wie die Bedingungen sind und welche Erfahrung dafür verlangt wird.

Wer weitere Perspektiven im Westen der Insel sucht, findet in meinem Bericht über das Tauchen an der Isla Dragonera eine bewusst getrennte Tauchregion.

Óscar Espinasa über seinen bevorzugten Platz

Óscar Espinasa beschrieb seinen Favoriten damals so:

Mein absoluter Favorit ist Spotdive 3 vor Isla del Toro – einer der beliebtesten Tauchplätze auf Mallorca. Sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene können das glasklare Wasser des Meereschutzgebiets vom Spot 3 genießen. Jeder Tauchgang ist unterschiedlich und etwas ganz Besonderes, denn in diesem Gebiet leben viele verschiedene Arten: Zackenbarsche, Kraken, Muränen und Barrakudas. Ein Ort, an den alle gerne wiederkommen.

Das Zitat gibt seine damalige Einschätzung wieder. Ob Bezeichnung, Einstufung und aktueller Ablauf identisch sind, muss die Basis für den Reisetermin bestätigen.

Was du vor der Buchung direkt fragen solltest

Alte Preislisten helfen bei einem Tauchurlaub wenig. In der früheren Fassung standen konkrete Eurobeträge für Ausrüstung und Ausfahrten. Ich habe sie entfernt, weil ein günstiger historischer Preis heute eine falsche Erwartung erzeugt.

Diese Fragen sind belastbarer:

  • Welche Tauchplätze werden in meiner Reisewoche voraussichtlich angefahren?
  • Wie viele Taucher kommen auf einen Guide?
  • Welche Brevets und Nachweise verlangt die Basis?
  • Ist eine aktuelle Tauchtauglichkeitsbescheinigung erforderlich?
  • Welche Flaschen, Anschlüsse und Gase sind verfügbar?
  • Was enthält der Preis tatsächlich: Flasche, Blei, Boot, Guide und Leihequipment?
  • Wie werden wetterbedingte Absagen oder Platzwechsel gehandhabt?
  • In welchen Sprachen findet das Briefing statt?

Ich würde zudem erklären, wann ich zuletzt getaucht habe und wie viele Tauchgänge ich mitbringe. Eine gute Basis kann nur sinnvoll einteilen, wenn sie nicht raten muss.

Reisezeit und Ausrüstung: Oktober war für mich gut, aber kein Versprechen

Mein Tauchgang fand Anfang Oktober statt. Das Wasser war noch angenehm, und mein Halbtrockenanzug passte für mich. Daraus folgt nicht, dass der Oktober pauschal der beste Monat ist. Menschen frieren unterschiedlich, Wetterlagen ändern sich und Schutzanzug sowie Unterzieher müssen zur Person passen.

Wer mit eigener Ausrüstung fliegt, klärt Gepäckgrenzen und Flaschenanschlüsse. Bei Leihequipment würde ich Größen und Verfügbarkeit vorab reservieren. Eine eigene Maske und der vertraute Tauchcomputer sind für mich besonders wertvoll, weil Passform und Bedienung unmittelbar sicherheitsrelevant sind.

Port Adriano als Basis für den Südwesten

Santa Ponsa, Paguera und Palmanova liegen für einen Aufenthalt mit Mar Balear praktisch. Port d’Andratx ist weiter westlich und stärker auf Hafen, Gastronomie und gehobenes Ambiente ausgerichtet. Die passende Unterkunft hängt nicht nur von der Entfernung auf der Karte ab, sondern auch von Verkehr und der Abfahrtszeit am Morgen.

Für Tage ohne Tauchen bieten sich Palma, Sóller und der Westen der Insel an. Mein großer Mallorca-Reisebericht übernimmt diese allgemeine Reiseplanung; hier bleibt der Fokus bewusst auf Mar Balear und den Tauchplätzen im Südwesten.

Sicherheit: Was ein alter Erfahrungsbericht nicht beantworten kann

Ich nenne keine ungeprüfte 24-Stunden-Druckkammerbereitschaft und verspreche keine medizinische Versorgung auf Deutsch. Solche Angaben können sich ändern und gehören vor der Reise über Basis, Tauchversicherung und offizielle Notfallinformationen geprüft.

Unabhängig vom Revier gelten die Grundregeln: innerhalb der Ausbildung und des persönlichen Könnens bleiben, kontinuierlich atmen, Instrumente kontrollieren, mit dem Buddy kommunizieren und bei Unsicherheit abbrechen. Ein Urlaubstauchgang ist kein Ort, um jahrelange Pause durch Ehrgeiz zu kompensieren.

Fazit: Die Lage von Mar Balear ist stark – mein Tauchgang war außergewöhnliches Glück

Mar Balear hat mir damals gezeigt, wie komfortabel Tauchen auf Mallorca organisiert sein kann: viel Platz an Land, kurzer Weg zum Boot und schnelle Anfahrt zu einem sehr fischreichen Platz.

Der Barrakudaschwarm bleibt meine stärkste Erinnerung. Für eine heutige Buchung würde ich mich dennoch nicht an dieser Szene festhalten. Ich würde aktuelle Preise, Team, Gruppengröße und Tauchplätze direkt prüfen. Wenn diese Punkte passen, ist Port Adriano weiterhin ein sehr interessanter Ausgangspunkt für El Toro und Malgrats.

Was wäre für dich ausschlaggebender: eine besonders komfortable Basis oder die kürzestmögliche Fahrt zu den Schutzgebieten?

Über Sascha Tegtmeyer

Über Sascha Tegtmeyer

Reisejournalist, Autor und Gründer von Just Wanderlust

Ich schreibe auf Just Wanderlust aus eigener Reiseerfahrung über Orte, Meer und Outdoor-Abenteuer. Mehr über mich und meine Arbeit.

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