Reisebericht aus Zypern: Tauchurlaub auf der Insel der Kontraste

Die Insel Zypern ist herrliches Urlaubsziel für Taucher – was gibt es zu entdecken?

Tauchurlaub auf Zypern: Die Insel ist landschaftlich ein Traum und kann sich auch unter Wasser sehen lassen! Im Bild: Kyrenia im Norden der Insel. Foto: Sascha Tegtmeyer
Tauchurlaub auf Zypern: Die Insel ist landschaftlich ein Traum und kann sich auch unter Wasser sehen lassen! Im Bild: Kyrenia im Norden der Insel. Foto: Sascha Tegtmeyer

[Werbung, weil PressereiseZypern ist im Frühjahr ein grünes, blühendes Eiland mit milden Temperaturen. Nach dem Ende der Regenzeit wird der winzige Staat ein Magnet für Ausdauersportler, Wracktaucher und Wanderer. Die drittgrößte Insel im Mittelmeer glänzt mit abgeschiedenen Bergdörfern, lebhaften Großstädten und dem wohl größten versunkenen Schiff in Südeuropa: Der Zenobia. In jedem Fall führt bei einer Visite kein Weg an der konfliktreichen Geschichte der Einheimischen vorbei. Denn Gegensätze sind im Land der Zyprioten allgegenwärtig. Ein Reisebericht über einen außergewöhnlichen Tauchurlaub auf Zypern.

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Zsolt „George“ Teplan kennt sich aus auf Zypern. Der gebürtige Ungar lebt seit zwei Jahren mit seiner kleinen Familie auf der Insel und arbeitet sehr erfolgreich als Tauchbasisleiter. George kennt die Insel mittlerweile wie seine Westentasche. Das milde Klima und die hohe Lebensqualität haben ihn hergezogen. Er hat das Land lieben gelernt: “Du kannst hier im Winter morgens Ski fahren und am Nachmittag bei fast dreißig Grad Wakeboarden. Im Gebirge gibt es ein Skigebiet mit sieben Skiliften”, erzählt George. “Wo ist das sonst möglich?” In seiner Obhut verbringe ich meinen Zypern-Tauchurlaub.


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Tauchurlaub auf Zypern: Abwechslungsreiches Mittelmeerziel mit bewegter Geschichte!

Zypern ist enorm abwechslungsreich und ein Ort der Kontraste: ewig lange Sandstrände gehen in Steilküsten über, ruhige Bergdörfer mit gut versteckten Geheimtipp-Restaurants existieren neben Metropolen wie Limassol, Kyrenia und der Hauptstadt Nikosia, in denen Tag und Nacht das Leben tobt. Sowohl auf der griechischen als auch auf der türkischen Seite gibt es zahlreiche Hochschulen und ausgezeichnete, international beachtete Universitäten wie die amerikanische Hochschule in Kyrenia. Wirtschaftlich ruht das kleine EU-Mitglied nach wie vor auf seinem Bankenwesen, das ein Jahr nach dem GAU wieder „business as usual” betreibt.

Kleiner Fischerhafen auf Zypern. Foto: Pixabay
Kleiner Fischerhafen auf Zypern. Foto: Pixabay

Mit Panik in den Augen berichten die Zyprer, wie sie im vergangenen Jahr keine Euros mehr aus den Geldautomaten bekamen. Nur Bares war Wahres. Aber jetzt ist alles wieder gut, versichern sie. Der Wohlstand ist zurückgekehrt. Von ihrer Heimat hinge-gen schwärmen sie: Die Insel blüht in den Wintermonaten, denn das Klima ist sub-tropisch. Die Luft riecht nach Orangen-blüten und Seeluft. Sogar Bananen werden in einigen Gegenden angebaut. Die Sommer sind im Gegensatz zum Frühling Mittelmeer-typisch heiß und trocken. Manchmal bleibt monatelang der Regen aus, sodass selbst hartgesottene Insulaner unter den Temperaturen und dem Wassermangel ächzen.

Zypern-Tauchurlaub: Tauchen an der Zenobia ein imposantes Vergnügen

Kapitän Nikos Mentonis ist Skipper aus Leidenschaft. Mit seiner Motoryacht Atlantis bringt er mehrmals täglich Taucher zur Zenobia, einem der berühmt berüchtigtsten Wracks der Welt. Er ist längst geschäftig, als wir als erste Tauchgruppe beim Boot aufschlagen. George bringt gemeinsam mit uns das Equipment an Bord. “Good morning, Captain!” grüßen wir. Man möchte den Seebären mit der ledrigen, sonnenverbrannten Haut und der Fliegerbrille nicht vergrätzen. “Morning”, murmelt er, ohne aufzublicken. Er macht die Taue los und die nur fünfminütige Überfahrt zum Wrack beginnt.

Zeit für einen kleinen Plausch. Einmal gefragt, erzählt der Captain seine ganze Lebensgeschichte: „Once I was a simple fisherman“, beginnt er, und erzählt in gebrochenem Zyprioten-Englisch vom Untergang der Zenobia und von den dramatischen letzten Stunden. Er hat gesehen, wie das Schiff nur ein paar 100 Meter vor der Hafeneinfahrt in Schräglage kippte. Wie alle in Panik waren und evakuiert wurden. „Keiner hat geglaubt, dass das Schiff wirklich sinkt“, erzählt der heutige Geschäftsmann und Besitzer von Atlantis Seacruises, einer kleinen Ausflugsreederei. “Das war alles nur ein Computerfehler. Es sah so aus, als würden die das schon hinbekommen!” Am nächsten Morgen habe ihn seine Ehefrau aus dem Bett geholt, weil das riesige Schiff gesunken und das Meer voller Treibgut war. Das sei alles unter mysteriösen Umständen passiert, verrät er.

Untergang der Zenobia: Steckte der Mossad dahinter?

Ein Zypern-Tauchurlaub beinhaltet auch direkt ein paar Elemente eines Agenten-Thrillers. Manche glaubten an Versicherungsbetrug oder daran, dass der israelische Geheimdienst Mossad dahintersteckte, weil das Schiff ja an Syrien ausgeliefert werden sollte. Leute seien an diesem Morgen zum Strand gekommen und hätten alles aus dem Wasser gefischt, was noch brauchbar war: Kühlschränke, Gepäck, Kleidung. Während die Atlantis das Wrack ansteuert, erzählt Nikos Mentonis mit vollem Herzblut, dass er nach dem Untergang der Fähre schon bald die ersten Taucher mit seinem Fischerboot zur Zenobia gefahren habe. “Das war 1980”, weiß er. Fortan kamen immer mehr Abenteurer, um tief ins Wrack zu tauchen. So ließ auch das erste Opfer nicht lange auf sich warten. Er hieß Alberto und war Spanier. Er war mit seiner Freundin und einem weiteren Pärchen unterwegs.


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Das zweite Paar ist umgekehrt, als es zu brenzlig wurde, aber Alberto und seine Partnerin sind tief ins Wrack getaucht. Kapitän Mentonis saß oben auf seinem kleinen Fischerboot und hat auf die Taucher gewartet. Er sei ganz nervös gewesen, berichtet er. Das andere Pärchen kam zurück. Alberto nicht. Retter und Polizei sind angerückt, haben den Captain befragt, sodass Rettungstaucher schließlich die Freundin von Alberto entdeckt hätten.

Sie habe sich in eine Luftblase im Schiff gerettet und gegen ein Fenster geklopft, als die Retter kamen. Alberto hatte nicht so viel Glück. Er konnte nur noch tot aus den verworrenen Gängen im Schiff geborgen werden. Der Skipper hat im Laufe der Jahre viele Leute sterben sehen. Jedes Jahr gebe es tödliche Unfälle, erzählt der ehemalige Fischer. „Geht nicht ins Wrack!“ warnt er: „Schön draußen bleiben. Taucht auf keinen Fall rein, dort seid ihr nicht sicher – und nicht versichert! Keine Tauchversicherung zahlt, wenn Euch was passiert“. Er wird richtig böse und schaut die Tauchgruppe eindringlich an.

Zypern-Tauchurlaub ist Abenteuer-Tauchen!

Zeit, sich fertig zu machen. Anzüge an, Tauchcomputer auf 32% Nitrox umstellen, Buddy Check machen – und mit einem beherzten Sprung vom Boot ins Wasser. Instruktor George taucht vorweg und kopfüber ins Blaue. Das Wrack zeichnet sich nur langsam ab. Undefinierbar, welcher Schiffsteil genau das jetzt ist, bis die Taucher eine der riesigen Schiffs-schrauben entdecken. Eines der ersten Ziele und gleichzeitig für diesen Tauch-gang die tiefste Stelle auf den mit 32% Nitrox erlaubten knapp 30 Metern. Weil das Schiff ja sauber auf der Seite liegt, ist nur eine Schiffsschraube in dieser Tiefe erreichbar. Ein gewaltiger Stahlkoloss! Ein Taucher ist winzig daneben! Von dort geht es weiter zu den Ladeklappen, über die die für Syrien bestimmten LKWs und Trailer in Schweden aufs Schiff gefahren wurden.

Speziell hier am Heck tummeln sich tausende kleiner und großer Fische. Viele tausend silberne Brassen begleiten die Gruppe. Barrakudas auf der Jagd scheuchen ganze Schwärme um das dicht bewachsene Wrack. Begleitet werden sie von einer Schule großer, silberner Thunfische und etwas kleinerer, hübsch gemusterter Zackenbarsche. Als Taucher hat man den Eindruck, als würden die unterschiedlichen Jäger Teamwork betreiben und sich die Beute gegenseitig in die Flossen treiben. Gleitet man um die gewaltigen Lade-klappen herum, taucht man automatisch auf das Fahrzeugdeck, das wie eine Steilwand senkrecht steht.

Die Fische sind nicht scheu und begleiten die Tauchgruppe. Die Brassen schwimmen wie eine Wolke um die Buddy Teams, während die Barrakudas in Lauerstellung in größerer Entfernung bleiben. Unter uns liegen noch die Lastkraftwagen, wie sie vor knapp 35 Jahren vom auf dem Deck ineinandergerutscht sind, als das Wrack in Seitenlage auf dem Meeresboden aufschlug.

Sascha Tegtmeyer von Just Wanderlust beim Wracktauchen auf Zypern.
Sascha Tegtmeyer von Just Wanderlust beim Wracktauchen auf Zypern.

Autodeck der Zenobia: Noch immer sieht man die LKWs

Einige Trailer und Zugmaschinen ragen noch aus dem riesigen Schrotthaufen empor. Einerseits sind sie bewachsen, andererseits erkennt man sogar noch heute problemlos das Profil der Reifen. Am Ende des Decks wird die Ladefläche von den Personendecks überspannt. Dort lädt das mächtige Autodeck zum Hineintauchen ein und man kann sich lebhaft vorstellen, wie Alberto und seine Freundin hier hineingetaucht sind, angezogen von der Faszination des Unbekannten und der Räume, die weit tiefer im Schiff liegen und über die Sicherheitsschleusen auf dem Autodeck erreichbar sind. Ein paar Stockwerke höher lässt sich etwas gefahrloser in die Zenobia eindringen. Das Oberdeck hat eine Einstiegsstelle und mündet nach einem knapp 100 Meter langen Korridor in die Brücke, aus der man heraustauchen kann. Kleinere Fenster lassen Licht herein.

Impressionen vom Tauchen an der Zenobia. Foto: Sascha Tegtmeyer
Impressionen vom Tauchen an der Zenobia. Foto: Sascha Tegtmeyer

Aber vorsicht! Als Notausgang aus dem engen Korridor lassen sie sich nicht benutzen. Einmal drinnen, geht es nur noch in eine Richtung: nach vorne. Vorbei an Toiletten, alten Decken, Stromkästen, einer Kaffeemaschine und durch die Überreste der Kommandobrücke. Alles ist voll mit spitzen, rostigen Ecken und Kanten. Wieder draußen wartet auf einem Treppenabsatz ein großer, geselliger Zacken-barsch. Nicht nur, dass er keine Angst vor Tauchern hat und Neu-gierige bis auf fünfzig Zentimeter an sich heranlässt. Der Zacki verteidigt seinen Treppenabsatz auch vehement und verscheucht neugierige Taucher völlig angstfrei aus seinem Revier. Glücklicherweise ist mittlerweile sowieso Zeit für den Aufstieg. Auch an diesem Tag wartet Kapitän Mentonis wieder auf zwei Taucher.


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Während alle anderen zurück an Bord sind, fehlen die beiden. Ein Armeetaucher und sein Begleiter sind nach einer Stunde Tauchzeit immernoch nicht zurückgekehrt. Die Stimmung an Bord ist angespannt. Zuerst keine Spur, dann erscheinen plötzlich Luftblasen unter dem Boot. Alle sind erleichtert. Beide sind bei ihrer Unterwassertour tief in die Deko gerutscht und hängen für ihren Dekostop nun noch über eine halbe Stunde an der Ankerleine, während der Rest an Deck in der Sonne liegt und warten muss. Der Captain schäumt vor Wut und marschiert ganz nervös auf dem Deck auf und ab. Aber im Gegensatz zu vergangenen Tagen und Albertos Zeiten nicht mehr aus Sorge um die waghalsigen Taucher, sondern lediglich, weil er einen Freund am Flughafen abholen will und wohl zu spät kommen wird, um ihn zu empfangen.

Video: Spannende Zypern-Reportage

Seite 2: Grenzposten und Check-Points – wie ist der Urlaub in einem zweigeteilten Land?  

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