Ich zähle die Schildkröten. Eine sitzt direkt vor mir, eine zweite schräg rechts dahinter, ein drittes Tier schwimmt einige Meter entfernt vorbei. Was ist denn hier los? Sonst sprechen Taucher gern von Fischsuppe. Vor Mauritius ist es an diesem Tag eher Schildkrötensuppe.
Dazu kommen große Fischschwärme, farbige Riffe und Wracks, die längst zu künstlichen Lebensräumen geworden sind. Am Mast der Stella Maru sitzt ein Anglerfisch so gut getarnt, dass ich ihn beinahe übersehe. Und während ich dort auf ungefähr 20 Metern durchs klare Wasser gleite, frage ich mich vor allem eines: Warum hatte ich vor dieser Reise so wenig über das Tauchen auf Mauritius gehört?
Lohnt sich Tauchen auf Mauritius? Ja. Die Insel ist besonders stark für Reisende, die einen Strandurlaub mit abwechslungsreichen Boots- und Rifftauchgängen verbinden möchten. Im Nordwesten habe ich kurze Ausfahrten, lebendige Riffe, mehrere Schildkröten und die Stella Maru erlebt. Mauritius ist allerdings kein Automat für Haie oder andere Großtiere. Wer ausschließlich zum Tauchen anreist, sollte Küste, Tauchbasis und gewünschte Tiefen sehr bewusst auswählen.
Zur Einordnung meiner Perspektive: Ich tauche seit 2005, bin Master Scuba Diver und habe inzwischen mehr als 300 Tauchgänge absolviert. Meine eigenen Mauritius-Erfahrungen stammen aus dem Nordwesten bei Trou aux Biches und Grand Baie. Andere Reviere und Tauchplätze in diesem Beitrag kennzeichne ich als recherchierte Empfehlungen – nicht als persönlich betaucht.


Meine Erfahrungen beim Tauchen auf Mauritius

Ich war während meines Mauritius-Urlaubs mit Dive Spirit Mauritius unterwegs. Die Basis lag in der Nähe unseres Hotels. Genau deshalb hatte ich sie ausgewählt – und diese scheinbar banale Entscheidung war ziemlich klug. Auf einer Inselreise musst du nicht jeden Tauchtag mit langen Transfers aufblasen. Eine gute Basis in der Nähe macht aus dem Tauchgang einen entspannten Teil des Urlaubs statt eines logistischen Tagesprojekts.
Das Team holte mich am Hotel ab. In der geräumigen Basis bereiteten wir die Ausrüstung vor, anschließend ging es zum Boot und in wenigen Minuten hinaus zu den Riffen und Wracks vor Trou aux Biches und Grand Baie. Thierry Jeanne, der mauritische Leiter der Basis, kannte die Plätze nicht aus einer Karte. Er kannte sie wie jemand, der dort seit Jahren arbeitet: mit ihren Strömungen, ihren Tieren und den kleinen Stellen, an denen man sonst einfach vorbeischwimmt.



Klare Sicht, viele Fische und drei Schildkröten auf einmal
Auf meinen Tauchgängen war die Sicht sehr gut. Ich konnte die Strukturen der Riffe früh erkennen und hatte genügend Abstand, um nicht nur den Guide, sondern die ganze Szenerie wahrzunehmen. Zwischen Korallen und sandigen Flächen schwammen Clownfische, Kaiserfische, Riffbarsche und große Gruppen von Großaugenbarschen.
Der stärkste Moment waren die Schildkröten. Nicht eine zufällige Begegnung am Rand des Blickfelds, sondern mehrere Tiere gleichzeitig. Zwei saßen zwischen den Korallen, ein drittes zog vorbei. Genau solche Szenen lassen sich nicht bestellen. Sie passieren – oder eben nicht. Auf Mauritius hatte ich Glück.


Haie habe ich bei meinen Tauchgängen dagegen nicht gesehen. Das war kein Mangel, sondern eine gute Erinnerung daran, wie schlecht sich Natur an Wunschlisten hält. Rund um Mauritius leben verschiedene Haiarten, doch eine Begegnung ist nicht planbar. Mehr dazu findest du in meinem ausführlichen Beitrag über Haie auf Mauritius.
Die Stella Maru war mein persönlicher Höhepunkt
Mein Lieblingstauchplatz war die Stella Maru. Der frühere japanische Trawler wurde 1987 gezielt versenkt und ist heute ein künstliches Riff. Das Wrack steht aufrecht auf sandigem Grund. Fische ziehen durch die Aufbauten, Muränen finden Verstecke, Korallen und Schwämme besiedeln die Metallflächen.
Das eigentliche Highlight war klein. Auf dem bewachsenen Mast saß ein Anglerfisch. Wer nicht genau hinsah, sah nur Struktur und Farbe. Wer einen Moment länger blieb, erkannte plötzlich ein Tier. Genau deshalb mag ich Wracks: Sie sind nicht nur große Metallkörper mit Geschichte. Sie funktionieren wie mehrstöckige Riffe, in denen sich auf wenigen Metern erstaunlich viel Leben verdichtet.

Mein ehrliches Urteil: Mauritius ist ein unterschätztes Tauchziel
Mauritius drängt sich nicht so laut als Tauchdestination auf wie Ägypten, die Malediven oder Teile Südostasiens. Genau darin lag für mich die Überraschung. Unter Wasser findest du keine einzige, überall identische Kulisse, sondern verschiedene Reviere: flache Übungsplätze, Korallengärten, Steilwände, Höhlen, strömungsreiche Passagen und eine ganze Reihe versenkter Schiffe.

Die offizielle Tourismusseite nennt mehr als 100 erreichbare Tauchplätze rund um Mauritius. Diese Zahl ist weniger wichtig als das Prinzip dahinter: Du solltest nicht einfach „Tauchen auf Mauritius“ buchen. Du solltest entscheiden, welche Art von Tauchen du suchst und an welcher Küste du wohnst.
Für einen gemischten Urlaub aus Strand, Inselerkundung, Schnorcheln und einigen guten Tauchgängen ist Mauritius hervorragend. Wer einen reinen Tauchurlaub plant, sollte genauer hinsehen. Einige der bekanntesten Plätze liegen deutlich tiefer als 18 Meter, manche sind strömungsabhängig, andere verlangen längere Bootsfahrten. Die Insel kann Anfänger und erfahrene Taucher glücklich machen – aber nicht am selben Platz und nicht unter allen Bedingungen.
Und noch etwas: Ich würde die Riffe heute nicht pauschal als „unberührt“ bezeichnen. Korallenriffe verändern sich. Hitzestress, Bleiche, Stürme, Sedimente und lokale Belastungen hinterlassen Spuren. Mauritische Behörden überwachen und restaurieren Riffe, unter anderem in den Marine Parks von Blue Bay und Balaclava. Eine aktuelle Auskunft der örtlichen Tauchbasis ist deshalb mehr wert als eine zehn Jahre alte Bestenliste.
Welche Küste eignet sich zum Tauchen auf Mauritius?

Die beste Tauchbasis ist nicht automatisch die mit dem berühmtesten Namen. Sie ist diejenige, die von deiner Unterkunft aus die passenden Tauchplätze sicher und ohne unnötige Fahrerei erreicht. Für die Hotelwahl lohnt sich deshalb zuerst der Blick auf meinen Vergleich: Welche Küste von Mauritius ist die beste?
| Revier | Typische Stärke | Geeignet für | Grundlage meiner Einordnung |
|---|---|---|---|
| Trou aux Biches und Grand Baie im Nordwesten | Riffe, flachere Trainingsplätze und mehrere Wracks; meist kurze Bootsausfahrten | Einsteiger bis erfahrene Taucher – abhängig vom konkreten Platz | Persönlich betaucht |
| Coin de Mire und die nördlichen Inseln | Wände, Canyons und tiefere Wracks wie die Djabeda | Häufig fortgeschrittene Taucher, Tieftaucher und Wrackfans | Recherchiert |
| Flic en Flac an der Westküste | Cathedral, Rempart Serpent, Bögen, Höhlen und Drop-offs | Erfahrene Taucher und Unterwasserfotografen | Recherchiert |
| Black River und Le Morne im Südwesten | Strömungstauchgänge, Felsstrukturen und je nach Platz Schildkröten oder Rochen | Taucher mit guter Tarierung und Erfahrung in Strömung | Recherchiert |
| Blue Bay und Mahébourg im Südosten | Geschützter Marine Park, Korallengärten, Ausbildung und ausgewählte Außentauchplätze | Einsteiger, Familien und Taucher, die kurze Wege im Südosten suchen | Recherchiert |
Mein persönlicher Vorteil im Nordwesten war die Kombination aus Vielfalt und kurzen Wegen. Ich musste nicht die halbe Insel überqueren, um einen guten Tauchgang zu bekommen. Das klingt wenig spektakulär. Im Urlaub ist es Gold wert.
Für die ganze Reiseplanung jenseits der Tauchbasis findest du weitere Erfahrungen in meinem Mauritius-Reisebericht. Wer lieber ohne Flasche loszieht, findet im Guide zum Schnorcheln auf Mauritius die passenden Einstiege, Küsten und Sicherheitshinweise.

Tauchplätze auf Mauritius, die du kennen solltest
Die folgende Auswahl ist bewusst kurz. Eine endlose Liste mit angeblich „besten“ Tauchplätzen hilft dir wenig, wenn der Spot zu tief liegt, die Ausfahrt an deinem Urlaubstag nicht stattfindet oder du auf der anderen Seite der Insel wohnst. Kläre immer mit der Basis, welcher Platz zu Brevet, Erfahrung, Wetter und aktueller Strömung passt.
Stella Maru – mein persönlich getesteter Favorit

Dive Spirit gibt für die Stella Maru eine Tiefe von etwa 18 bis 24 Metern an. Damit beginnt das Wrack ungefähr an der üblichen Tiefengrenze eines Open Water Divers und reicht deutlich darüber hinaus. Entscheidend ist deshalb nicht nur der Name des Brevets, sondern das geplante Profil. Frage vor der Buchung nach maximaler Tiefe, Route und eventueller Penetration.
Die Stella Maru lohnt sich auch ohne in das Wrack einzudringen. Aufbauten, Mast und Außenflächen bieten genügend Motive. Wer in Innenräume tauchen möchte, braucht dafür die passende Ausbildung, Erfahrung und Führung. Ein Wrack ist kein Spielplatz. Gerade seine Öffnungen, Leinen, scharfen Kanten und Sedimente machen es interessant – und anspruchsvoll.
Weitere Wracks im Norden sind laut aktueller Übersicht von Dive Spirit die Emily und Water Lily in etwa 23 bis 25 Metern, die Silver Star bis rund 39 Meter und die Djabeda bis etwa 34 Meter. Die letzten beiden sind keine beiläufigen Urlaubstauchgänge für Anfänger, sondern Plätze für entsprechend qualifizierte und eingetauchte Gäste.
Grand Baie Aquarium und Merville Patches – für Einsteiger und den ersten Tauchgang

Die offizielle Tourismusseite beschreibt Grand Baie Aquarium mit ungefähr 15 Metern und Merville Patches mit etwa 12 bis 15 Metern als vergleichsweise zugängliche Plätze. Solche Tauchgänge sind sinnvoll, wenn du nach längerer Pause wieder ins Wasser gehst, deine Bleimenge prüfen möchtest oder dich zunächst an Ausrüstung und Bedingungen gewöhnen willst.
Ein flacher Platz ist trotzdem nicht automatisch ein leichter Platz. Sicht, Welle, Strömung, Bootsverkehr und die eigene Tagesform bleiben entscheidend. Die Tiefe ist nur ein Faktor.
Cathedral – dramatische Topografie an der Westküste
Cathedral bei Flic en Flac gehört zu den bekanntesten Tauchplätzen der Insel. Große Felsblöcke, Bögen, Höhlen und eine steile Wand erzeugen die namensgebende Architektur. Der Platz reicht je nach Route bis ungefähr 30 Meter und ist deshalb vor allem für Taucher interessant, die mit Tiefe, guter Tarierung und dunkleren Durchgängen sicher umgehen können.

Ich habe Cathedral nicht selbst betaucht. Für mich wäre es bei einer weiteren Mauritius-Reise aber einer der Plätze, die ganz oben auf der Liste stehen würden – nicht wegen eines garantierten Tieres, sondern wegen der Landschaft.
Rempart Serpent – klein, tief und stark für Makrofotografie
Rempart Serpent, auch Snake Reef genannt, liegt vor Flic en Flac an der Westküste. Das langgezogene Riff befindet sich ungefähr auf 25 Metern und ist für versteckte Arten wie Skorpionfische, Steinfische, Muränen, Oktopusse und Nacktschnecken bekannt. Gerade Fotografen mögen den Platz, weil auf relativ kleiner Fläche viel zu entdecken ist.
Die Tiefe lässt wenig Spielraum für schlechte Luftplanung oder eine lange Suche nach Motiven. Ein konservatives Profil und saubere Tarierung sind hier wichtiger als eine möglichst große Artenliste im Logbuch.
Coin de Mire und Djabeda – der Norden für erfahrene Taucher

Vor der Nordküste liegt Coin de Mire mit mehreren Wänden, Riffen und dem Wrack der Djabeda. Das Schiff wurde 1998 versenkt und liegt bis ungefähr 34 Meter tief. Damit gehört der Platz klar in die Kategorie fortgeschrittenes Tauchen.
Wer solche Tauchgänge plant, sollte die eigene Tiefenerfahrung ehrlich einschätzen. Ein Advanced-Brevet allein ersetzt keine Routine. Nitrox kann bei passenden Profilen die Nullzeitplanung verbessern, setzt aber eine entsprechende Ausbildung, eine korrekt analysierte Flasche und die richtige Einstellung des Tauchcomputers voraus.
Blue Bay Marine Park – Schutzgebiet statt Unterwasser-Freizeitpark
Der Blue Bay Marine Park im Südosten wurde 2000 als Marine Protected Area ausgewiesen und 2008 als Ramsar-Gebiet von internationaler Bedeutung anerkannt. Er ist für seine Korallenvielfalt, große Korallenköpfe und zahlreiche Rifffische bekannt.

Gerade weil Blue Bay geschützt ist, gilt: Nicht jeder Bereich ist für jede Aktivität freigegeben. Nutze eine zugelassene örtliche Basis, respektiere die Zonierung und folge den aktuellen Vorgaben. Der Marine Park ist kein Ort, an dem möglichst viele Boote und Menschen gleichzeitig möglichst nah an dieselbe Koralle gebracht werden sollten.
Beste Reisezeit zum Tauchen auf Mauritius
Tauchen ist auf Mauritius grundsätzlich das ganze Jahr möglich. Die Bedingungen unterscheiden sich jedoch deutlich zwischen warmem, feuchtem Sommer und kühlerem, windigerem Winter.
| Zeitraum | Wassertemperatur laut Mauritius Now | Typische Einordnung |
|---|---|---|
| November bis April | etwa 26 bis 30 °C | Wärmeres Wasser und beliebte Tauchmonate; zugleich höhere Luftfeuchtigkeit und mehr Regen, besonders von Januar bis März |
| Mai bis Oktober | etwa 22 bis 25 °C | Kühleres Wasser; Passat und Seegang können exponierte Küsten stärker beeinflussen |

Die offizielle Zyklonsaison reicht vom 1. November bis 15. Mai. Das bedeutet nicht, dass in diesem Zeitraum ständig ein Sturm droht. Es bedeutet aber, dass Wetterwarnungen, Wellengang und kurzfristige Absagen Teil der Planung sein können. Prüfe kurz vor dem Tauchgang den Seewetterbericht der Mauritius Meteorological Services und akzeptiere, wenn eine gute Basis eine Ausfahrt streicht.
Der beste Monat allein löst das Problem also nicht. Ein ruhiger Tag an der passenden Küste schlägt einen theoretischen Traumzeitraum mit schlechtem Seegang. Meinen ausführlichen Monatsvergleich findest du im Beitrag zur besten Reisezeit für Mauritius.
Was kostet Tauchen auf Mauritius im Jahr 2026?
Preise ändern sich, Pakete sind unterschiedlich aufgebaut und eine Euro-Umrechnung ist bereits beim nächsten Wechselkurs veraltet. Als belastbare Orientierung nutze ich deshalb die aktuelle offizielle Preisliste der Basis, mit der ich selbst unterwegs war.
Preisbeispiel Dive Spirit Mauritius, Stand Juli 2026:

| Leistung | Preis laut offizieller Preisliste |
|---|---|
| Ein Tauchgang für brevetierte Taucher | 2.200 MUR |
| Paket mit sechs Tauchgängen | 12.000 MUR |
| Paket mit zehn Tauchgängen | 20.000 MUR |
| Schnuppertauchen mit Pool- und Freiwassereinheit | 3.500 MUR |
| Nachttauchgang | 3.300 MUR |
| Safari mit zwei Tauchgängen, Mittagessen und Getränk | 7.000 MUR |
Das ist eine Momentaufnahme eines Anbieters, kein Insel-Durchschnitt. Frage vor der Buchung schriftlich nach, ob Leihausrüstung, Tauchcomputer, Boot, Flaschen, Gewichte, Transfer, Nitrox und mögliche Zusatzgebühren enthalten sind. Ein günstiger Einzelpreis hilft wenig, wenn am Ende fünf Pflichtposten dazukommen.
So wählst du eine gute Tauchbasis auf Mauritius
Ich würde nicht mehr allein nach Google-Sternen oder der Entfernung zum Hotel entscheiden. Beides ist hilfreich, aber nicht ausreichend. Auf Mauritius kannst du die Auswahl relativ sauber prüfen:

- Die Mauritian Scuba Diving Association (MSDA) führt Mitgliedsbasen nach Regionen auf und weist darauf hin, dass ihre Akkreditierung sichtbar in der Basis hängen sollte.
- Die Mauritius Tourism Authority veröffentlicht Listen lizenzierter Anbieter. Dive Spirit wird dort aktuell als lizenzierte Tauchbasis in Trou aux Biches geführt.
- Frage nach Gruppengröße, geplantem Tauchplatz, maximaler Tiefe und dem Umgang mit unterschiedlichen Erfahrungsstufen.
- Lass dir erklären, welche Notfallausrüstung an Basis und Boot vorhanden ist und wie der Rettungsplan aussieht.
- Prüfe, ob die Basis eine Ausfahrt bei schlechten Bedingungen ohne Diskussion absagt. Ein Anbieter, der immer fährt, ist nicht automatisch besonders engagiert.
- Achte auf den Zustand von Atemreglern, Jackets, Flaschen, Ventilen und Boot. Ein sauberer Empfangsbereich ist nett. Die sicherheitsrelevanten Teile sind wichtiger.
- Seriöse Guides lassen Tiere in Ruhe, füttern nichts an und setzen Gäste nicht unter Druck, hinter Schildkröten, Rochen oder Haien herzuschwimmen.
Meine Erfahrung mit Dive Spirit war sehr positiv. Der aktuelle Betrieb ist weiterhin über die eigene Website, PADI und die Tourism Authority auffindbar. Trotzdem bleibt jede Empfehlung eine Momentaufnahme. Prüfe vor deiner Reise, ob Angebot, Team und Leistungen noch zu deinen Erwartungen passen.
Dive Spirit Mauritius – aktuell geprüfter Kontakt:
- Royal Road, Trou aux Biches, Mauritius
- Telefon: +230 5719 7082
- E-Mail: divespiritmauritius@gmail.com
- Website: divespiritmauritius.com


Vorbereitung, Ausrüstung und Sicherheit
Mauritius ist tropisch, aber deshalb nicht automatisch unkompliziert. Manche Plätze sind flach und ruhig, andere tief, strömungsreich oder durch Höhlen und Wracks anspruchsvoll. Eine gute Vorbereitung macht aus dem Urlaubstauchgang keine Heldengeschichte. Genau das ist das Ziel.
Was ich selbst mitnehmen würde
Mindestens die Maske würde ich immer selbst einpacken. Eine schlecht sitzende Leihmaske kann einen ansonsten guten Tauchgang komplett zerlegen. Auch mein eigener Tauchcomputer gehört ins Gepäck, weil ich seine Einstellungen, Warnungen und Bedienung kenne.
Je nach Gepäck und persönlichem Komfort sind außerdem sinnvoll:

- Brevetkarte oder digitaler Nachweis und Logbuch;
- eigener Computer mit frischer Batterie oder geladenem Akku;
- gut sitzende Maske und gegebenenfalls eigene Flossen;
- zum Wasser passende Kälteschutzbekleidung – abgestimmt auf Jahreszeit und persönliches Kälteempfinden;
- Oberflächenboje, falls sie zum geplanten Tauchgang gehört und du damit umgehen kannst;
- Ersatzteile wie Maskenband, Mundstück und O-Ringe für die eigene Ausrüstung.
Atemregler, Jacket, Flasche und Gewichte kannst du bei vielen Basen leihen. Prüfe die Ausrüstung vor dem ersten Tauchgang trotzdem selbst. „Die Basis hat das vorbereitet“ ersetzt keinen Buddy-Check.
Nach längerer Pause lieber einen ruhigen Einstieg wählen
Wenn dein letzter Tauchgang lange zurückliegt, buche einen Refresher oder starte an einem flachen, geschützten Platz. Der erste Tauchgang muss nicht Cathedral oder ein tiefes Wrack sein. Tarierung, Atemrhythmus, Maske ausblasen und Notfallabläufe sollten wieder selbstverständlich werden, bevor Tiefe und Strömung dazukommen.

Tauchversicherung und medizinische Eignung
Eine spezielle Tauchunfallversicherung ist nicht bloß ein weiteres Kästchen in der Reiseplanung. Druckkammerbehandlung, Evakuierung und medizinische Transporte können teuer werden, während normale Auslandskrankenversicherungen Tauchen nur unter bestimmten Bedingungen abdecken. Prüfe ausdrücklich Tiefengrenzen, Brevetanforderungen, technische Tauchgänge und hyperbare Behandlung.
Wer gesundheitliche Beschwerden, relevante Vorerkrankungen oder neue Medikamente hat, sollte die Tauchtauglichkeit vor der Reise tauchmedizinisch klären. Eine Tauchbasis kann eine medizinische Untersuchung verlangen, ersetzt sie aber nicht.
Fliegen nach dem Tauchen richtig planen
Nach den Empfehlungen von Divers Alert Network gelten für symptomfreie Sporttaucher mindestens:

- 12 Stunden nach einem einzelnen Tauchgang innerhalb der Nullzeit;
- 18 Stunden nach mehreren Tauchgängen an einem Tag oder mehreren Tauchtagen;
- deutlich länger als 18 Stunden nach Tauchgängen mit vorgeschriebenen Dekompressionsstopps.
Längere Abstände senken das Risiko weiter. Bei typischen Urlauben mit mehreren Tauchtagen plane ich deshalb gern einen vollständigen tauchfreien Tag vor dem Rückflug. Mehr Hintergründe findest du in meinem Ratgeber zum Fliegen nach dem Tauchen.
Tiere beobachten, ohne den Tauchgang zu verbrauchen
Schildkröten waren das große Tiererlebnis meiner Tauchgänge. Gerade bei solchen Begegnungen zeigt sich, wie gut eine Gruppe geführt wird. Abstand halten, nicht anfassen, nicht einkreisen und den Weg zur Oberfläche freilassen – mehr braucht es meistens nicht.
Das gilt ebenso für Rochen, Muränen, Oktopusse und Haie. Wer einem Tier hinterherjagt, bekommt selten die bessere Begegnung. Er bekommt vor allem ein flüchtendes Tier und eine hektische Gruppe.

Korallen werden weder berührt noch als Fotostativ benutzt. Eine stabile Tarierung schützt das Riff besser als jede wohlklingende Öko-Broschüre. Wer noch häufig mit Flossen, Knien oder Instrumenten am Grund landet, sollte genau dort ansetzen. Tauchen ist nicht nur die Fähigkeit, unter Wasser zu atmen. Es ist die Fähigkeit, sich dort kontrolliert zu bewegen.

FAQ: Tauchen auf Mauritius
Ist Tauchen auf Mauritius wirklich gut?

Ja. Mauritius bietet abwechslungsreiche Riffe, Wände, Höhlen und zahlreiche Wracks. Besonders stark ist die Insel für Reisende, die gute Tauchgänge mit Strandurlaub, Ausflügen und Schnorcheln verbinden möchten. Für einen reinen Tauchurlaub solltest du Revier und Basis gezielt auswählen.
Wann ist die beste Zeit zum Tauchen auf Mauritius?
Tauchen ist ganzjährig möglich. Von November bis April ist das Wasser mit ungefähr 26 bis 30 °C wärmer; von Mai bis Oktober liegt es laut offizieller Tourismusseite eher bei 22 bis 25 °C. Im warmen Halbjahr steigt zugleich das Risiko für starken Regen und Zyklone, im kühleren Halbjahr kann der Passat exponierte Küsten unruhiger machen.
Wo kann man auf Mauritius am besten tauchen?
Mein persönlich getestetes Revier ist der Nordwesten um Trou aux Biches und Grand Baie. Dort findest du kurze Bootsausfahrten, Riffe und Wracks wie die Stella Maru. Für dramatische Topografie ist Flic en Flac mit Cathedral bekannt; erfahrene Wracktaucher schauen Richtung Coin de Mire. Blue Bay ist im Südosten ein geschütztes Korallenrevier.

Kann ich auf Mauritius als Anfänger tauchen?
Ja. Rund um Grand Baie, Trou aux Biches und andere Küsten gibt es flachere Plätze und geschützte Ausbildungsbereiche. Entscheidend ist, dass die Basis den Tauchplatz an deine Erfahrung anpasst. Ein Schnuppertauchgang gehört in einen kontrollierten, flachen Bereich – nicht an eine tiefe Wand oder in starke Strömung.
Brauche ich einen Tauchschein?
Für normale Fun Dives brauchst du ein anerkanntes Brevet. Ohne Tauchschein kannst du bei einer zugelassenen Basis ein begleitetes Schnuppertauchen buchen. Tiefe Wracks, Nitrox, Penetration und andere Spezialprofile verlangen zusätzliche Ausbildung und Erfahrung.
Welche Tiere kann ich beim Tauchen sehen?

Typisch sind Rifffische, Muränen, Skorpionfische, Anglerfische, Oktopusse, Rochen und Schildkröten. Haie leben ebenfalls in den Gewässern rund um Mauritius, sind bei normalen Urlaubstauchgängen aber keine Garantie. Meine stärkste Begegnung waren mehrere Schildkröten gleichzeitig; Haie sah ich nicht.
Was kostet ein Tauchgang auf Mauritius?
Als aktuelles Beispiel nennt Dive Spirit im Juli 2026 für einen einzelnen Tauchgang 2.200 MUR, für sechs Tauchgänge 12.000 MUR und für zehn Tauchgänge 20.000 MUR. Andere Basen und Pakete können deutlich abweichen. Lass dir immer schriftlich bestätigen, was im Preis enthalten ist.
Muss ich meine eigene Ausrüstung mitbringen?
Nein. Viele Basen verleihen komplette Sets. Ich würde mindestens eine eigene, gut sitzende Maske und nach Möglichkeit den vertrauten Tauchcomputer mitbringen. Bei Leihausrüstung prüfst du Passform und Funktion vor dem Bootstransfer.

Ist Tauchen auf Mauritius sicher?
Tauchen ist nie risikofrei. Mauritius verfügt über regulierte und lizenzierte Tauchbasen; die MSDA veröffentlicht Mitgliedscenter und Sicherheitsstandards. Sicherheit hängt trotzdem vom konkreten Anbieter, dem Tauchplatz, der Tagesform, dem Wetter und deinem Verhalten ab. Tauche innerhalb deiner Ausbildung, höre auf lokale Briefings und sage einen Tauchgang ab, wenn sich etwas nicht richtig anfühlt.
Brauche ich eine spezielle Tauchversicherung?
Sie ist sehr sinnvoll. Prüfe, ob deine Versicherung Druckkammerbehandlung, Bergung, medizinischen Transport und die geplante maximale Tiefe abdeckt. Eine normale Reisekrankenversicherung kann Tauchsport einschränken oder an Bedingungen knüpfen.
Wie lange sollte ich vor dem Rückflug nicht mehr tauchen?

DAN empfiehlt mindestens 12 Stunden nach einem einzelnen Nullzeittauchgang und mindestens 18 Stunden nach mehreren Tauchgängen oder mehreren Tauchtagen. Nach vorgeschriebener Dekompression ist deutlich mehr Zeit nötig. Ich plane bei einer Tauchreise möglichst einen ganzen tauchfreien Tag vor dem Abflug.
Mein Fazit: Mauritius hat mich unter Wasser überrascht
Wenn ich an das Tauchen auf Mauritius zurückdenke, sehe ich zuerst die drei Schildkröten. Dann den Anglerfisch auf dem Mast der Stella Maru. Dann das klare Wasser, die kurzen Bootsfahrten und diese angenehme Mischung aus entspanntem Urlaub und echten Tauchmomenten.
Mauritius ist nicht deshalb gut, weil dort bei jedem Sprung ein Hai wartet oder jedes Riff aussieht wie ein unberührtes Werbefoto. Die Insel ist gut, weil sie abwechslungsreich ist. Du kannst einen ruhigen ersten Tauchgang machen, am nächsten Tag ein Wrack besuchen und später eine anspruchsvollere Wand einplanen. Und du kannst nach dem Tauchen wieder in deinen Inselurlaub zurückkehren, statt dass die ganze Reise nur aus Flaschen, Booten und Logistik besteht.
Mein wichtigster Tipp ist deshalb einfach: Buche nicht nur „Tauchen auf Mauritius“. Buche die passende Küste, eine aktuell lizenzierte Basis und Tauchplätze, die wirklich zu deiner Erfahrung passen. Dann ist die Chance groß, dass die Insel dich genauso überrascht wie mich.

Warst du bereits auf Mauritius tauchen? Welcher Tauchplatz ist dir im Gedächtnis geblieben – und welche Bedingungen hast du dort erlebt? Teile deine Erfahrungen gern in den Kommentaren.
Transparenz und Quellen
Meine persönlichen Schilderungen stammen aus eigenen Tauchgängen mit Dive Spirit Mauritius im Nordwesten der Insel. Ich habe nicht alle in diesem Beitrag genannten Tauchplätze selbst betaucht; recherchierte Empfehlungen sind entsprechend gekennzeichnet. Ich tauche seit 2005, bin Master Scuba Diver und habe mehr als 300 Tauchgänge absolviert.
Zeitabhängige Angaben habe ich im Juli 2026 mit folgenden Quellen abgeglichen:
- Mauritius Now: Scuba diving in Mauritius
- Mauritius Now: Klima und Wassertemperaturen
- Mauritian Scuba Diving Association: zugelassene Mitgliedsbasen
- Mauritius Tourism Authority: Liste lizenzierter Anbieter
- Dive Spirit Mauritius: aktuelles Angebot, Tauchplätze, Preise und Kontakt
- Marine Conservation Division: Blue Bay Marine Park
- Mauritius Meteorological Services
- Divers Alert Network: Fliegen nach dem Tauchen








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