Wandern auf Madeira: Routen, Regeln und sichere Planung

by Sascha Tegtmeyer | Dez. 9, 2025

Auf der Ponta de São Lourenço habe ich gelernt, wie wenig eine Kilometerangabe über eine Wanderung auf Madeira verrät. Wir waren dort zu Fuß unterwegs; der Weg war stellenweise rau, steil und schlecht befestigt. Wer an ausgesetzten Passagen unsicher wird, sollte die eigene Schwindelfreiheit hier nicht erst unterwegs testen.

Für das Wandern auf Madeira brauchst du deshalb keine möglichst lange Liste berühmter Wege. Du brauchst eine Route, die an diesem Tag zu deinem Können, zum offiziellen Wegstatus, zum Wetter und zu deinem Rücktransport passt. Seit 2026 musst du für die vom IFCN verwalteten und vom Reservierungsmodell erfassten PR-Wege außerdem vorab ein Zeitfenster reservieren.

Mein wichtigster Rat lautet: Lege dich nicht schon vor der Reise auf einen starren Wandertag fest. Wähle zwei oder drei passende Routentypen als Optionen und entscheide erst mit aktuellen Informationen, welche davon wirklich verantwortbar ist. Der sonnige Blick aus dem Hotelfenster in Funchal sagt wenig über Wind, Wolken und Sicht in Madeiras Bergen aus.

  • Status: Ist der konkrete Weg offiziell offen, eingeschränkt oder geschlossen?
  • Routentyp: Erwartet dich ein offener Küstenpfad, ein Hochgebirgsweg, eine Levada oder eine Strecke mit Tunneln?
  • Wetter: Was melden Warnungen und Bergprognose für Startzeit und Höhenlage?
  • Logistik: Kommst du am Ende tatsächlich zurück zum Auto oder zur Unterkunft?
  • Reservierung: Hast du für jeden betroffenen PR-Weg das richtige Zeitfenster gebucht?
  • Ausrüstung: Passen Schuhe, Kleidung, Wasser, Licht und Zeitreserve zur Route?

Seit 2026 gilt: Erst Status prüfen, dann Zeitfenster reservieren

Seit dem 1. Januar 2026 musst du für die vom IFCN verwalteten und vom Reservierungsmodell erfassten klassifizierten PR-Wege auf Madeira vorab ein Zeitfenster über das digitale Portal SIMplifica reservieren. Die Eintrittszeiten werden in 30-Minuten-Fenstern vergeben. Diese Regel gilt für individuelle Besucher ebenso wie für Gruppen.

Das bedeutet nicht, dass jede beliebige Spur auf Madeira gebührenpflichtig ist. Nach der aktuellen Gebühren-FAQ des IFCN betrifft das System die klassifizierten Wege, die vom Institut verwaltet werden. Die offizielle Wanderübersicht von Visit Madeira führt diese PR-Wege samt Status auf.

Reservierung für Besucher 2026GebührWichtig
Ein einzelner klassifizierter PR-Weg, außer PR14,50 EuroZeitfenster für den konkreten Weg bleibt Pflicht.
PR1 nur Pico do Areeiro–Pedra Rija und zurück4,50 EuroDieses Ticket berechtigt nicht zur vollständigen Überschreitung.
Vollständiger PR1 vom Pico do Areeiro zum Pico Ruivo10,50 EuroSchließt die angegebenen Ausstiegswege PR1.1, PR1.2 und den PR1.3 ein, sofern sie geöffnet sind.
Mehrere Wege an einem Tag, ohne PR19,00 EuroKeine Flatrate: Jeden Weg und jedes Zeitfenster einzeln reservieren.
Mehrere Wege innerhalb von drei Tagen, ohne PR122,50 EuroDas Portal wendet bei den gewählten Reservierungen den günstigeren Tarif an.
Mehrere Wege innerhalb von sieben Tagen, ohne PR152,50 EuroAuch hier gibt es keinen freien Zugang ohne Einzelreservierungen.
Gebühren für individuelle Besucher laut IFCN, Stand 31. Juli 2026. Kinder bis einschließlich zwölf Jahre sind von der Gebühr befreit, müssen aber registriert und reserviert werden.

Plane diese Gebühren nicht wie ein flexibles Bahnticket. Eine Umbuchung oder Erstattung ist laut IFCN nur vorgesehen, wenn die zuständige Behörde den Weg offiziell schließt oder einschränkt. Wenn du wegen persönlicher Planänderungen oder bloß wegen Regen nicht startest, verfällt die bezahlte Gebühr grundsätzlich.

Prüfe den Live-Status zweimal

Öffne die offizielle Statusseite am Abend vor der Tour und noch einmal am Morgen. „Offen“ ist dabei nur der Ausgangspunkt. „Eingeschränkt“ kann eine geänderte Laufrichtung, einen verkürzten Abschnitt oder eine besondere Regel bedeuten; „geschlossen“ beendet die Planung.

Beim Faktencheck am 31. Juli 2026 führte das IFCN den PR8 als begehbar. Das ist ausdrücklich keine Zusage für deinen Reisetag. Speichere Ticket und aktuelle Wegmeldung vorab auf dem Telefon, denn in den Bergen ist die Datenverbindung nicht überall verlässlich. Für die Offline-Vorbereitung von Reiseunterlagen findest du außerdem meine Erfahrungen mit iPhone und iPad auf Reisen.

Wähle zuerst den Routentyp, nicht das Postkartenmotiv

Zwei offiziell als „mittel“ bezeichnete Wanderungen können sich vollkommen unterschiedlich anfühlen. Auf einem Küstenpfad dominieren Wind, Sonne und Ausgesetztheit. An einer Levada können schmale Passagen, Nässe und Gegenverkehr wichtiger sein als die Höhenmeter; in einem Tunnel werden Dunkelheit und Kopffreiheit zum Thema.

RoutentypOffizielles BeispielDarauf kommt es wirklich anLogistikfrage
Offener KüstenpfadPR8 Ponta de São LourençoWind, fehlender Schatten, rauer Untergrund und ausgesetzte AbschnitteHin- und Rückweg zum selben Ausgangspunkt
HochgebirgswegPR1 beziehungsweise PR1.2Wetterwechsel, Treppen, Höhe, Sicht und SchwindelfreiheitBei Überschreitungen Rücktransport vor dem Start fest buchen
Beliebte LevadaPR6 Levada das 25 FontesFeuchte Stellen, Wegbreite, Besucherlenkung und gewählte WegvarianteAktuelle Laufrichtung und Zugang zum Start prüfen
Lange Tunnel-LevadaPR9 Levada do Caldeirão VerdeDunkle Tunnel, lange Gehzeit, Nässe und Konzentration auf schmalen PassagenZeit für kompletten Rückweg und Zufahrt einplanen

Nutze Routennummer und Name nur als Einstieg. Öffne danach die offizielle Detailseite, lies Distanz und Dauer und vergleiche sie mit deinen eigenen Grenzen. Status und Laufrichtung prüfst du in der aktuellen IFCN-Übersicht, Reservierung und Gebühr im SIMplifica-Portal. Eine kurze Strecke ist nicht automatisch leicht, eine Levada nicht automatisch flach und ein vorhandenes Geländer keine Garantie dafür, dass du dich wohlfühlst.

Ponta de São Lourenço ragt als schmale Halbinsel in den Atlantik
Aus der Luft wird sichtbar, wie exponiert der Weg über Madeiras Ostspitze verläuft. Foto: Sascha Tegtmeyer.

Ponta de São Lourenço: Meine Erfahrung und die heutige Einordnung

Wir waren im Gebiet der Ponta de São Lourenço zu Fuß unterwegs. Die teils steilen und schlecht befestigten Passagen hatten es in sich. Für mich war das ein deutlicher Hinweis, Schwindelfreiheit und Trittsicherheit bei Madeiras Wanderwegen nicht als kleine Randnotiz zu behandeln.

Der heutige offizielle PR8 beginnt an der Baía d’Abra und führt vier Kilometer bis zur Casa do Sardinha; für den Rückweg kommen weitere vier Kilometer hinzu. Visit Madeira gibt einen mittleren Schwierigkeitsgrad und ungefähr zweieinhalb Stunden an. Die baumlose Halbinsel ist einem halbtrockenen Klima und Nordwinden ausgesetzt, weshalb Sonnenschutz und genug Wasser hier mindestens so wichtig sein können wie eine Regenjacke.

Diese Angaben beschreiben die Route, aber nicht dein Empfinden an einer Kante. Wenn du nicht weißt, wie du auf schmale oder steile Passagen reagierst, ist eine exponierte Küstenwanderung kein guter Selbsttest. Wähle dann zuerst einen weniger ausgesetzten Weg oder gehe mit einem seriösen lokalen Guide, dem du deine Unsicherheit vorher offen sagst. Wenn du Profil und Anspruch einer Wanderreise grundsätzlich einordnen möchtest, hilft dir mein Überblick zum Wanderurlaub.

Lies den Weg: Schwindelfreiheit, Breite und Tunnel zählen mehr als Etiketten

Die offizielle Schwierigkeitsstufe ist nützlich, beantwortet aber nicht jede persönliche Frage. Ein Wanderer kann genug Kondition für zwölf Kilometer haben und sich trotzdem an einer schmalen Passage neben einem steilen Hang unwohl fühlen. Ein anderer kommt mit der Höhe klar, stolpert aber in dunklen, feuchten Tunneln ohne Lampe in eine unnötige Stresssituation.

Prüfe deshalb vor der Reservierung fünf Eigenschaften getrennt:

  1. Ausgesetztheit: Wie nah verläuft der Weg an einem Abhang und gibt es Gegenverkehr?
  2. Untergrund: Gehst du auf Fels, Erde, Stufen, nassem Stein oder losem Material?
  3. Breite: Kannst du sicher stehen, wenn andere Wanderer vorbeimüssen?
  4. Dunkelheit: Gibt es Tunnel und hast du eine eigene Lampe statt nur das Telefonlicht?
  5. Rückweg: Bleiben Kraft, Wasser und Tageslicht für den zweiten Teil der Strecke?

Eine Levada führt zwar Wasser mit geringem Gefälle. Der begleitende Weg kann trotzdem schmal, rutschig oder ausgesetzt sein. Genau an dieser Stelle hilft eine reine Kilometer- und Höhenmeteransicht nur begrenzt.

Wetter auf Madeira: Ein offener Weg ist noch keine persönliche Freigabe

Madeiras Relief erzeugt auf kleinem Raum sehr unterschiedliche Bedingungen. Bei unserer Fahrt über das Hochplateau zeigte sich die Insel windig und karg; die Landschaft erinnerte mich eher an den Harz bei Torfhaus als an das grüne Bild, das viele mit Madeira verbinden. Genau dieser Kontrast macht eine einzige Inselprognose für die Tourenentscheidung zu grob. Für den saisonalen Vergleich findest du meine Erfahrungen mit Madeira im Winter aus dem Dezember separat.

Grünes Bergtal mit Wanderweg und Haus im Inneren Madeiras
Im Inselinneren liegen Wege zwischen steilen Hängen. Ein flaches Höhenprofil allein sagt wenig über ihre Ausgesetztheit. Foto: Sascha Tegtmeyer.

Der IFCN rät ausdrücklich, bei starkem Regen, Wind, Hagel oder Schnee nicht zu starten, den Waldbrandstatus zu prüfen und die Tour vor Einbruch der Dunkelheit zu beenden. Die Behörde empfiehlt außerdem, nicht allein zu gehen und einer anderen Person Route und geplante Rückkehrzeit mitzuteilen.

Mein Morgencheck in vier Schritten

  1. Offiziellen Wegstatus lesen: Eine Sperrung wird nicht diskutiert oder umgangen.
  2. Amtliche Warnungen prüfen: Die IPMA-Wetterwarnungen und lokale Prognosen gehören zusammen mit dem Wegstatus auf den Bildschirm.
  3. Start und Rückkehr rechnen: Gehzeit, Pausen, langsame Passagen und eine echte Reserve müssen vor die Dunkelheit passen.
  4. Alternative wählen: Wenn Wind, Sicht oder Regen nicht zur exponierten Route passen, wird nicht „trotzdem mal geschaut“, sondern auf einen geeigneteren Tag oder Weg gewechselt.

Eine amtliche Wetterwarnung schließt laut IFCN nicht automatisch jeden Weg. Umgekehrt macht ein offiziell offener Weg deine persönliche Entscheidung nicht automatisch vernünftig. Behördenstatus und eigene Risikoprüfung sind zwei getrennte Schranken; beide müssen passen.

Steile grüne Küste Madeiras mit roten Aloe-Blüten und Atlantik
Küste, Vegetation und Wetter können auf Madeira innerhalb kurzer Distanzen stark wechseln. Foto: Sascha Tegtmeyer.

Lineare Wege: Plane den Rücktransport vor dem ersten Schritt

Ein Mietwagen löst die Anreise, aber nicht automatisch die Rückfahrt. Das wird besonders wichtig, wenn Start und Ziel auseinanderliegen oder die Verwaltung eine Laufrichtung vorgibt. Wer morgens einfach beide Autoschlüssel in dieselbe Hosentasche steckt, hat am Ziel noch keinen Transport organisiert.

Beim PR1 musst du die kurze Variante bis Pedra Rija von der vollständigen Strecke bis Pico Ruivo unterscheiden. Die am 12. Oktober 2026 gelesenen offiziellen IFCN-Angaben sehen bis zum Miradouro da Pedra Rija beide Gehrichtungen vor; für die Fortsetzung gilt die Richtung Pico do Areeiro → Pico Ruivo. Auch SIMplifica führt diese beiden Varianten getrennt; das Ticket für den kurzen Abschnitt erlaubt keinen Zugang zum Pico Ruivo. Das bestätigt die Wegführung, nicht die Freigabe für deinen Wandertag. Prüfe vor der Buchung und unmittelbar vor dem Start die offiziellen Wegmeldungen sowie das passende Zeitfenster. Für den vollständigen Weg musst du deinen Rücktransport selbst organisieren.

Für eine lineare Route kommen je nach aktueller Lage ein vorab gebuchter Transfer, ein Taxi mit bestätigter Abholung, zwei Fahrzeuge oder eine geführte Tour mit geregelter Rückfahrt infrage. „Am Ziel wird schon irgendetwas fahren“ ist keine Logistik. Prüfe außerdem, ob dein Ticket alle benötigten PR-Abschnitte abdeckt.

Mit dem Mietwagen zum Startpunkt

Ich war auf Madeira viel mit dem Mietwagen unterwegs und kenne die schmalen, steilen Zufahrtsstraßen. Wer dort nicht souverän fährt oder an steilen Hängen mit Schwindel reagiert, sollte diesen Teil der Tour ebenso ernst nehmen wie den Wanderweg. Eine Bus- oder Transferlösung kann dann die bessere Entscheidung sein.

Rechne nicht nur die Fahrzeit aus der Karten-App. Parkplatzsuche, Zugangsbeschränkungen und der Weg vom Stellplatz zum offiziellen Start brauchen Puffer. Parke so, dass Rettungs- und Linienfahrzeuge passieren können, und lege keine Wertsachen sichtbar ins Auto. Für Vertrag, Übernahme und Absicherung findest du getrennt davon meine Tipps zum Mietwagen im Ausland.

Ausrüstung: Nicht viel mitnehmen, sondern das Richtige

Die passende Ausrüstung ergibt sich aus der Route. Für einen offenen Küstenweg brauchst du andere Reserven als für eine lange Levada mit Tunneln. Wie ich technische Reiseausrüstung nach ihrer tatsächlichen Aufgabe auswähle, erläutere ich separat unter Technische Ausrüstung auf Reisen. Diese Grundausstattung deckt die häufigsten Fehlstellen ab:

  • Schuhe mit griffiger Sohle: eingelaufen und passend zum Untergrund, nicht erst am Urlaubsort getestet.
  • Regen- und Wärmeschicht: auch bei Sonne an der Küste; in höheren Lagen kann das Wetter schnell wechseln.
  • Wasser und Essen: nach Dauer, Hitze und fehlendem Schatten bemessen, nicht nach der Hoffnung auf einen geöffneten Kiosk.
  • Stirn- oder Taschenlampe: eine eigene Lichtquelle für Tunnel; das Telefon bleibt Kommunikations- und Navigationsreserve.
  • Geladenes Telefon und Offline-Karte: plus Ticket, Wegmeldung und Rücktransport als gespeicherte Nachweise.
  • Sonnen- und Wetterschutz: Kopfbedeckung, Sonnencreme und je nach Lage wasserdichte Hülle für Elektronik.
  • Kleine Erste-Hilfe-Ausstattung: für Blasen und leichte Verletzungen; persönliche Medikamente gehören griffbereit dazu.

Eine Sportuhr kann Track, Zeit und Höhenprofil ergänzen. Sie ersetzt weder die Wegfreigabe noch die eigene Aufmerksamkeit; genau diese Grenze erkläre ich ausführlicher in meinen Erfahrungen mit der Apple Watch beim Wandern.

Meine klare Anti-Empfehlung: Alte GPX-Dateien und gesperrte Wege

Nutze keinen alten GPX-Track, Blogbeitrag oder Reisebericht als Beleg dafür, dass ein Weg heute geöffnet ist. Eine Datei kann den früheren Verlauf korrekt zeigen und trotzdem an einer aktuellen Sperre, neuen Einbahnregelung oder beschädigten Passage enden. Sie ist eine Navigationshilfe, keine Zutrittserlaubnis.

Gehe nicht um Absperrungen herum, suche keine Abkürzung neben dem markierten Weg und klettere nicht über eine beschädigte Stelle, nur weil der Track auf der anderen Seite weiterläuft. Das IFCN nennt Improvisation, Nachlässigkeit und ungeeignete Ausrüstung ausdrücklich als häufige Unfallursachen. Wenn Wegzustand, Sicht oder dein eigenes Gefühl nicht stimmen, setzt du die Tour nicht einfach fort. Plane vorher, wo du sicher abbrechen kannst, und berücksichtige dabei auch vorgeschriebene Gehrichtungen.

Ein GPX-Track kann dir sagen, wo ein Weg einmal verlief. Ob du ihn heute gehen darfst und verantworten kannst, sagen nur der aktuelle Status, die Bedingungen vor Ort und eine ehrliche Selbsteinschätzung.

So planst du mehrere Wandertage ohne starres Programm

Für drei Wandertage würde ich nicht drei feste Routennamen auf Montag, Mittwoch und Freitag verteilen. Ich würde drei unterschiedliche Profile vorbereiten: einen offenen Küstenweg, eine Levada und eine höher gelegene Tour. Erst nach Status- und Wettercheck bekommt jedes Profil seinen Tag. Den übergeordneten Ablauf mit Buchungsblatt und Plan B beschreibe ich separat in meiner Reiseplanung und Urlaubsvorbereitung.

  • Option Küste: für einen trockenen Tag, an dem Wind und Sonne zur gewählten Route passen.
  • Option Levada: nach Prüfung von Tunneln, Wegbreite, Nässe und offizieller Laufrichtung.
  • Option Höhe: nur mit passenden Sicht-, Wind- und Wetterbedingungen sowie geklärtem Transport.
  • Schlechtwetter-Alternative: kein erzwungener Ersatztrail, sondern ein Tag für Ort, Markt, Museum oder eine andere Aktivität.

Für den Rest der Reiseplanung findest du Orte, Unterkunftserfahrung und weitere Aktivitäten in meinem ausführlichen Madeira-Reisebericht. Dieser Wanderbeitrag bleibt bewusst bei der Frage, wie du einen Weg auswählst und sicher organisierst. Für die grundsätzliche Inselorientierung führt dich mein Madeira-Hub weiter.

Wann ein Guide sinnvoll ist

Ein Guide ist nicht für jede Wanderung vorgeschrieben. Er kann aber sinnvoll sein, wenn du deine Reaktion auf Höhe und schmale Wege nicht kennst, eine anspruchsvollere Route planst, keine Transportlösung findest oder Wetter und Wegmeldungen nicht sicher einordnen kannst.

Frage vor der Buchung konkret nach Gruppengröße, Sprache, Route, Rücktransport, Stornoregeln und dem Plan bei Wetteränderung. Eine seriöse Antwort enthält auch die Möglichkeit, eine Tour abzusagen oder umzulegen. Verspricht dir jemand die Durchführung unabhängig von offizieller Sperre und Wetter, ist das ein Ausschlussgrund.

Wenn etwas passiert

Bei einem Unfall rufst du den europäischen Notruf 112; der Anruf ist nach Angaben des regionalen Zivilschutzes kostenlos. Nenne so genau wie möglich den Weg, die letzte Markierung oder Koordinate, was passiert ist, wie viele Menschen betroffen sind und welchen Zustand sie haben. Bleibe erreichbar und folge den Anweisungen der Leitstelle.

Häufige Fragen zum Wandern auf Madeira

Muss ich jeden Wanderweg auf Madeira reservieren?

Nein. Reservierung und Gebühr gelten für die klassifizierten PR-Wege im Verwaltungssystem des IFCN, nicht pauschal für jede Gehstrecke auf Madeira. Prüfe den konkreten Weg auf der offiziellen Wanderübersicht. Für die dort erfassten PR-Wege ist die Zeitreservierung seit dem 1. Januar 2026 Pflicht.

Kann ich einen PR-Weg kurzfristig reservieren?

Ja, auch eine Reservierung für denselben oder den folgenden Tag ist laut IFCN möglich, solange im gewünschten 30-Minuten-Fenster Kapazität frei ist. Beliebte Zeitfenster können ausgebucht sein. Buche nicht erst am Einstieg, weil Mobilfunkempfang und Verfügbarkeit dort zum Problem werden können.

Welche Wanderung auf Madeira eignet sich für Anfänger?

Das lässt sich nicht allein über einen Routennamen beantworten. Wähle einen offiziell geöffneten Weg mit passender Länge, wenig Ausgesetztheit und einer einfachen Rückkehr zum Ausgangspunkt. Lies die Routendetails und aktuelle Einschränkungen; bei Schwindel, unsicherem Tritt oder schlechtem Wetter gehst du eine Stufe defensiver.

Kann ich eine alte GPX-Datei weiterverwenden?

Nur als zusätzliche Orientierung, nachdem du aktuellen Status, Wegvariante und Laufrichtung offiziell geprüft hast. Folge niemals einer alten Datei durch eine Sperrung oder neben den markierten Weg. Lade nach Möglichkeit die aktuelle offizielle Karte neu herunter.

Brauche ich auf Madeira Wanderschuhe?

Für viele PR-Wege ist stabiles, eingelaufenes Schuhwerk mit griffiger Sohle die vernünftige Wahl. Ob ein niedriger Wanderschuh genügt oder du mehr Halt brauchst, hängt von Untergrund, Nässe und deiner Erfahrung ab. Glatte Freizeitschuhe sind auf rauen, feuchten oder steilen Passagen keine gute Idee.

Fazit: Auf Madeira gewinnt der flexible Plan

Madeira belohnt keine sture Liste, die ungeachtet von Wind, Sperrungen und Rücktransport abgearbeitet wird. Die bessere Tour beginnt mit einer ehrlichen Frage: Passt dieser Weg heute zu den Bedingungen und zu mir?

Meine Wanderung auf der Ponta de São Lourenço hat mir genau das gezeigt. Die offene Landschaft war eindrucksvoll, aber die rauen, teils steilen Passagen verlangten Aufmerksamkeit. Ich würde wieder dort losgehen – mit geprüftem Status, passendem Zeitfenster, genug Wasser und ohne den Ehrgeiz, bei falschen Bedingungen etwas erzwingen zu müssen.

Welche Art von Weg liegt dir mehr: die offene Küste, eine Levada oder das Hochgebirge – und bei welchem Punkt würdest du auf Madeira lieber umkehren?


Transparenz und Recherche-Stand: Der ursprüngliche Beitrag entstand als Sponsored Post für einen Reiseveranstalter. Die vorliegende Neufassung enthält keine Veranstalterwerbung mehr; meine persönlichen Erfahrungen stammen aus meinem eigenen Madeira-Aufenthalt. Aktuelle Angaben zu Reservierungen, Gebühren, Wegstatus und Sicherheit wurden am 26. August 2026 anhand von Visit Madeira, IFCN, IPMA und dem regionalen Zivilschutz geprüft. Die Reservierungs- und Gebührenhinweise, die beschriebenen Routenmerkmale und die verlinkten amtlichen Sicherheitshinweise wurden am 12. Oktober 2026 erneut mit den offiziellen Quellen abgeglichen. Eine konkrete Freigabe für deinen Wandertag oder ein verfügbares Zeitfenster ist damit nicht bestätigt. Status, Preise, Zeitfenster und Wegführungen können sich ändern; kontrolliere sie unmittelbar vor deiner Tour erneut.

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Über Sascha Tegtmeyer

Reisejournalist, Autor und Gründer von Just Wanderlust

Ich schreibe auf Just Wanderlust aus eigener Reiseerfahrung über Orte, Meer und Outdoor-Abenteuer. Mehr über mich und meine Arbeit.

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