Reisebericht Teneriffa: meine Erfahrungen, Rundfahrten und Tipps

by Sascha Tegtmeyer | Aug. 11, 2021

Dichter Urwald, schwindelerregende Berge, vertrocknete Lavawüsten, historische Altstädte, einzigartige Kultur und herrliche Strände – die Insel Teneriffa ist unglaublich vielfältig und abenteuerlich. Sie ist nicht nur die größte der Kanarischen Inseln, sondern auf ihr ragt auch der höchste Berg Spaniens empor. Was kannst du auf der großen, wilden Schönheit der Kanaren entdecken? Ich habe mich vor Ort umgesehen und stelle dir in meinem Reisebericht aus Teneriffa Tipps zu Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten vor.

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Manchmal entwickelt sich Magie spontan. Sie entsteht, während du nicht darauf vorbereitet bist und eigentlich etwas völlig anderes erwartet hättest. Das Magische raubt dir den Atem und lässt dich am Ende sprachlos mit schönen Erinnerungen zurück. Klingt das für dich zu pathetisch? Ja, mir eigentlich auch. Aber es bringt meine Teneriffa-Erfahrung recht präzise auf den Punkt. Die größte Insel der Kanaren hat etwas Magisches, Lebendiges und Anziehendes, was ich dort zu finden nicht für möglich gehalten hätte.

Sie wirkt gewaltig und imposant, einschüchternd und zugleich offen für den neugierigen Besucher. Sie erschließt sich dem präzisen Beobachter nur langsam, anstatt sich sofort preiszugeben. Im Gegenteil: Sie verkauft sich erst einmal wie eine graue Maus völlig unter Wert, obwohl mir das Bauchgefühl sagt, dass unter ihr ein Vulkan schlummert. Das macht sie so spannend und abenteuerlich. Denn so richtig in ein Reiseziel verlieben kann man sich doch nur, wenn es auch Ecken und Kanten hat, nicht wahr? Vielleicht kann ich dir in meinem Reisebericht über Teneriffa deutlich machen, was genau ich damit meine.

Meine Teneriffa-Erfahrung in Kürze

Ein kurzer Überblick

  • Die Landschaft wechselt auf Teneriffa überraschend schnell zwischen grünen Berghängen, dichten Wäldern, vulkanischen Hochflächen, gewachsenen Orten und touristischen Küstenabschnitten.
  • Aus meinem geplanten Erholungsurlaub wurde beinahe sofort ein aktiver Urlaub mit langen Rundfahrten, Spaziergängen, Strandbesuchen und einer Bootstour.
  • Der Norden und der Süden wirkten auf mich landschaftlich und atmosphärisch so unterschiedlich, dass die Wahl der Reisebasis einen großen Einfluss auf das Urlaubserlebnis hat.
  • Los Realejos erwies sich für meine drei Mietwagen-Rundfahrten als passender Ausgangspunkt, weil ich von dort sehr unterschiedliche Teile der Insel erkunden konnte.
  • Ein Mietwagen verschaffte mir viel Freiheit, verlangte auf steilen Bergstraßen und in kleinen Orten aber deutlich mehr Aufmerksamkeit als erwartet.
  • Mein erster Eindruck war ernüchternd. Gerade deshalb hat mich umso stärker überrascht, wie lebendig, abwechslungsreich und eigenwillig Teneriffa hinter den touristischen Kulissen sein kann.

Mein holpriger Start auf Teneriffa

Der erste Eindruck war alles andere als magisch

Meine Beziehung zu Teneriffa beginnt ziemlich mittelmäßig. Der Flughafen wirkt auf mich in die Jahre gekommen. Am Schalter versucht der bekannte internationale Mietwagenanbieter zudem mit der Vehemenz einer ganzen Drückerkolonne, mir Zusatzversicherungen aufzuschwatzen. Ich brauche sie nicht, weil ich den entsprechenden Schutz bereits vorab gebucht habe. Statt entspannt in den Urlaub zu starten, diskutiere ich erst einmal über Leistungen, die für mich längst geklärt sind.

Kurz vor Sonnenuntergang auf Teneriffa: herrlicher Ausblick auf das Masca Gebirge am Abend. Foto: Sascha Tegtmeyer
Kurz vor Sonnenuntergang auf Teneriffa: herrlicher Ausblick auf das Masca Gebirge am Abend. Foto: Sascha Tegtmeyer

Auch nach der Abfahrt wird es zunächst nicht besser. Rund um den Flughafen im Süden sehe ich in die Jahre gekommene Industrie und vor sich hin rostende Wirtschaftsruinen. Die Landschaft wirkt auf mich karg, und entlang meiner ersten Strecke entdecke ich wenig von der architektonischen Schönheit, die ich später in anderen Teilen der Insel finden werde. Das ist eine Momentaufnahme meiner Ankunft – aber zunächst eben die einzige, die ich habe.

Eines der Wahrzeichen von Teneriffa: das Auditorio de Tenerife, eine große Konzerthalle. Foto: Sascha Tegtmeyer
Eines der Wahrzeichen von Teneriffa: das Auditorio de Tenerife, eine große Konzerthalle. Foto: Sascha Tegtmeyer

Auf der Autobahn überhole ich einen Flughafentransferbus nach dem anderen. In meinem Kopf bestätigt sich damit erst einmal jedes Vorurteil, das ich über ein bekanntes Pauschalreiseziel mitgebracht habe. Das kommt davon, wenn man Urlaub an einer touristisch stark erschlossenen Kanareninsel bucht, denke ich. Was ist da los, Teneriffa? Das kann nur besser werden, oder? Und das wurde es auch. Versprochen.

Teneriffa im Norden: mein erster Wendepunkt

Hinter dem Hochplateau verändert sich die Insel

Der Norden Teneriffas zeigt mir ein ganz anderes Gesicht. Meine Strecke führt an der Inselhauptstadt Santa Cruz und der ehemaligen Hauptstadt La Laguna vorbei, über die Hochebene am Flughafen Teneriffa-Nord und schließlich an die Nordseite der Insel. Dort habe ich das Gefühl, eine unsichtbare Grenze zu passieren: Die Landschaft, die Vegetation und die Atmosphäre verändern sich so deutlich, dass Norden und Süden auf mich beinahe wie zwei verschiedene Inselwelten wirken.

Kaum hat man das Hochplateau im Norden von Teneriffa passiert, erwarten einen spektakuläre Ausblicke auf die Nordseite der Insel. Foto: Sascha Tegtmeyer
Kaum hat man das Hochplateau im Norden von Teneriffa passiert, warten spektakuläre Ausblicke auf die Nordseite der Insel. Foto: Sascha Tegtmeyer

Auf meiner Strecke durch den Norden sehe ich grüne Hänge, Palmen, Wälder und Bananenplantagen. Auch die Orte und ihre Architektur wirken auf mich insgesamt gepflegter als das, was ich kurz nach meiner Ankunft im Süden wahrgenommen habe. Viele Häuser ziehen sich an den Berghängen entlang und öffnen den Blick hinunter in die Täler und bis zur Küste.

Besonders während der goldenen Stunde kurz vor Sonnenuntergang entfaltet diese Landschaft eine enorme Wirkung. Die Hänge liegen im warmen Licht, während sich weiter oben bereits Wolken sammeln können. Ist der Norden damit automatisch die Schokoladenseite der Insel? Für meine Art zu reisen passte er deutlich besser als der erste Eindruck vom Süden. Ganz so einfach ist die Entscheidung zwischen beiden Seiten aber nicht: Welche Basis sinnvoll ist, hängt davon ab, welche Orte du erkunden und wie viel Zeit du im Auto verbringen möchtest.

Los Realejos und das Route Active Hotel als Reisebasis

Ein einfaches Hotel, das zu meinen Plänen passte

Für eine Reise mit langen Entdeckungstagen brauche ich persönlich kein Fünf-Sterne-Hotel. Mir genügt ein gutes Zimmer für die Nacht, solange Lage, Frühstück und Gesamteindruck stimmen. Für meinen Aufenthalt habe ich den kleinen Ort Los Realejos und das dortige Route Active Hotel gewählt. Eigentlich wollte ich auf Teneriffa vor allem Sonne und Wärme tanken und hatte weder an den Ort noch an das Hotel besonders hohe Erwartungen.

Beides erwies sich für den tatsächlichen Verlauf meiner Reise als gute Entscheidung. Los Realejos liegt an einem Berghang im Norden und bot mir immer wieder weite Ausblicke. Noch wichtiger war für mich die Lage als Ausgangspunkt: Von dort konnte ich meine drei großen Rundfahrten in unterschiedliche Richtungen starten, ohne mich auf einen einzelnen Ferienort festzulegen.

Das Active Route Hotel in Los Realejos: der perfekte Ausgangspunkt für alle Unternehmungen auf Teneriffa. Foto: Sascha Tegtmeyer
Das Active Route Hotel in Los Realejos: der perfekte Ausgangspunkt für alle Unternehmungen auf Teneriffa. Foto: Sascha Tegtmeyer

Das Route Active Hotel ist ein einfaches, auf Aktivurlauber und unternehmungslustige Reisende ausgerichtetes Haus. Ich hatte es wegen der auffallend guten Bewertungen im Internet ausgewählt. Mein Urteil nach dem Aufenthalt fällt ähnlich klar aus: Das Zimmer war top, das Frühstück gut und die Gestaltung wirkte modern und jung. Für meine konkrete Reise war das wichtiger als zusätzliche Luxusleistungen, die ich während der langen Tage ohnehin kaum genutzt hätte.

Der ausführliche Hotelcheck beantwortet, wie ich Zimmer, Frühstück, Ausrichtung und Lage im Einzelnen erlebt habe. Für diesen Reisebericht ist vor allem die praktische Konsequenz entscheidend: Los Realejos und das Route Active Hotel funktionierten für mich als verlässliche Basis, von der aus ich Teneriffa mit dem Mietwagen erkunden konnte.

Teneriffa mit dem Mietwagen erkunden

Drei intensive Rundfahrten von morgens bis abends

Von Los Realejos aus gehe ich auf intensive Entdeckungstour über die Insel. Insgesamt verbringe ich drei komplette Tage jeweils ungefähr von morgens um acht Uhr bis abends um acht Uhr damit, Teneriffa mit dem Mietwagen zu erkunden. In dieser Zeit sehe ich viel und gewinne einen guten Eindruck von den unterschiedlichen Landschaften, Orten und Küstenabschnitten. Gleichzeitig merke ich, wie schnell ein vermeintlich kompakter Inseltag überfrachtet sein kann.

Bei deiner Planung würde ich deshalb lieber mehr als zu wenig Zeit ansetzen. Entlang der Strecken tauchen Aussichtspunkte, Bergdörfer, Altstädte, Strände und spontane Stopps auf, die auf der Karte kaum vermitteln, wie lange du tatsächlich bleiben möchtest. Die Stunden vergehen schnell, und am Ende eines Tages bleiben fast zwangsläufig Orte übrig, die du gern ausführlicher gesehen hättest.

Mein Programm an drei langen Tagen lässt sich deshalb ohne Weiteres auf fünf entspanntere Tage verteilen. Das wäre keine künstliche Verlängerung, sondern würde mehr Raum schaffen, um einzelne Orte nicht nur anzufahren, sondern wirklich wahrzunehmen. Meine drei Rundfahrten zeigen im weiteren Verlauf, welche Kombinationen für mich funktioniert haben und an welchen Stellen der Zeitplan besonders dicht wurde.

Bergstraßen und kleine Orte verlangen Konzentration

Ein Mietwagen gibt dir auf Teneriffa viel Freiheit, macht die Reise aber nicht automatisch bequem. Die von mir genutzten Autobahnen waren gut ausgebaut und vergleichsweise leicht zu fahren. Abseits davon änderte sich die Situation zum Teil deutlich. Besonders im Gebirge und in kleinen Bergdörfern traf ich auf starke Steigungen, unebene Straßen und schwierige Passagen.

Auch das Parken sowie das Anfahren an einem steilen Hang solltest du sicher beherrschen. Einige Straßen wirkten zunächst harmlos und wurden erst unterwegs wirklich anspruchsvoll. Wer sich auf engen, steilen oder unübersichtlichen Strecken unsicher fühlt, sollte die geplanten Etappen deshalb realistisch prüfen, ausreichend Zeit lassen und nicht mehrere schwierige Bergabschnitte unter Zeitdruck miteinander verbinden.

Für meine Reise blieb der Mietwagen dennoch das entscheidende Verkehrsmittel. Er erlaubte mir spontane Stopps und verband Orte, die landschaftlich und atmosphärisch weit auseinanderlagen. Die praktische Konsequenz lautet für mich deshalb nicht, auf das Auto zu verzichten, sondern die Rundfahrten weniger vollzupacken und die anspruchsvolleren Strecken bewusst einzuplanen.

Sieht harmloser aus als es ist: einige Straßen auf Teneriffa haben es echt in sich – also vorsicht mit dem Mietwagen. Im Bild: die Straße von Teresitas auf den Pass von Anaga. Foto: Sascha Tegtmeyer
Sieht harmloser aus als es ist: einige Straßen auf Teneriffa haben es echt in sich – also vorsicht mit dem Mietwagen. Im Bild: die Straße von Teresitas auf den Pass von Anaga. Foto: Sascha Tegtmeyer

Meine drei Mietwagen-Rundfahrten auf Teneriffa

Meine drei Entdeckungstage führten mich in den Nordosten, in den Südwesten und schließlich durch die Inselmitte bis in den Süden. Jede Rundfahrt verband mehrere sehr unterschiedliche Stationen. Genau das machte für mich den Reiz aus, sorgte aber auch dafür, dass die Tage schnell voller wurden als geplant. Die folgende Übersicht zeigt, wie ich die tatsächlich gefahrenen Routen heute einordnen würde.

RundfahrtStationenCharakterMeine praktische Konsequenz
NordostenSanta Cruz, Igueste de San Andrés, Playa de las Teresitas, Anaga-Gebirge und La LagunaStadt, Küste, Strand und anspruchsvolle Bergstraße an einem TagFrüh starten und für Anaga sowie die einzelnen Stopps ausreichend Zeit lassen
SüdwestenGarachico, Buenavista del Norte, Masca-Gebirge, Santiago del Teide und Los GigantesGewachsene Orte, Berglandschaften und anschließend eine BootstourDie Strecke nicht unterschätzen und die Abfahrtszeit der Bootstour fest einplanen
Inselmitte und SüdenLa Orotava, Teide-Nationalpark, Hochebene, Corona Forestal, Playa de las Américas, Los Cristianos, El Medano und CandelariaStarker Wechsel zwischen Wald, Vulkanlandschaft und touristischen KüstenortenWeniger Zwischenstopps würden mehr Zeit für die einzelnen Landschaften schaffen

Rundfahrt 1: Santa Cruz, Playa de las Teresitas, Anaga und La Laguna

Meine erste Mietwagen-Rundfahrt führt mich in den Nordosten Teneriffas. Als echter Strandurlaub-Fan möchte ich unbedingt den Playa de las Teresitas sehen. Auf dem Weg dorthin halte ich zunächst in der Inselhauptstadt Santa Cruz und schaue mir einige der markanten Bauwerke und Orte der Stadt an. Danach fahre ich an der Küste weiter bis nach Igueste de San Andrés.

Von dort geht es zurück zum Playa de las Teresitas. Nach dem Strandbesuch wechselt die Route ihren Charakter vollständig: Ich fahre hinauf ins Anaga-Gebirge und anschließend weiter nach La Laguna. Küste, Strand, steile Bergstraße und Stadtbesuch an einem Tag sind eine intensive Kombination. Möchtest du dieselbe Strecke nicht nur abfahren, sondern auch genießen, solltest du früh starten und keinen knappen Rückkehrzeitpunkt einplanen.

Rundfahrt 2: Garachico, Masca und Los Gigantes

Am zweiten Tag breche ich in die entgegengesetzte Richtung auf und erkunde den Südwesten der Insel. Meine Strecke beginnt im kleinen Ort Garachico und führt über Buenavista del Norte in das beeindruckende Masca-Gebirge. Anschließend fahre ich weiter nach Santiago del Teide und schließlich hinunter nach Los Gigantes.

Auch diese Rundfahrt ist ein volles Tagesprogramm. In Los Gigantes tausche ich den Mietwagen gegen ein Boot und starte zu meiner Whale-Watching-Tour. Dadurch bekommt der Tag einen festen zeitlichen Anker: Die Stationen davor müssen so geplant sein, dass die Abfahrt am Hafen nicht zur Hetzerei wird. Gerade im Masca-Gebirge hätte ich problemlos länger an einzelnen Aussichtspunkten bleiben können.

Rundfahrt 3: Teide, Hochebene, Süden und Candelaria

Meine dritte Mietwagen-Rundfahrt hat es ebenfalls in sich. Ich fahre über den Hang von La Orotava hinauf in den Teide-Nationalpark, folge der Hochebene und gelange durch den Corona Forestal wieder hinab in Richtung Süden. Allein der Wechsel zwischen Wald und vulkanischer Hochlandschaft macht diese Strecke für mich besonders eindrucksvoll.

Im Süden lege ich kurze Abstecher nach Playa de las Américas, Los Cristianos und El Medano ein. Anschließend halte ich länger in Candelaria, einer kleinen Stadt, die auf mich besonders schön und künstlerisch wirkt. Rückblickend war diese Rundfahrt die dichteste Mischung aus sehr unterschiedlichen Inselwelten. Mit weniger Zwischenstationen hätte ich den Teide-Nationalpark, die Hochebene oder Candelaria noch ausführlicher erleben können.

Orte und Landschaften entlang meiner drei Rundfahrten

Vom Teide über gewachsene Städte bis an den Strand

Vor meiner Reise hatte ich unterschätzt, wie viele unterschiedliche Orte und Landschaften Teneriffa auf vergleichsweise engem Raum verbindet. Aus dem geplanten Badeurlaub zum Sonnetanken wurde deshalb kurzerhand ein Aktivurlaub mit langen Rundfahrten und zahlreichen spontanen Stopps. Der Teide-Nationalpark, der Playa de las Teresitas, das Masca-Gebirge und Candelaria gehörten für mich zu den stärksten Stationen.

Die Fußgängerzone von Candelaria: die Stadt ist festlich geschmückt. Foto: Sascha Tegtmeyer
Die Fußgängerzone von Candelaria: die Stadt ist festlich geschmückt. Foto: Sascha Tegtmeyer

Ich möchte diese Stationen nicht als beliebige Liste von Sehenswürdigkeiten behandeln. Entscheidend ist für mich, wie sie sich in die drei tatsächlich gefahrenen Routen einfügten: Einige waren geplante Ziele, andere entdeckte ich unterwegs. Manche hätten einen längeren Aufenthalt verdient, während bei anderen ein kurzer Eindruck für meine persönliche Einordnung genügte.

Teide-Nationalpark: Vulkanlandschaft statt schneller Fotostopp

Der Teide-Nationalpark war einer der Höhepunkte meiner dritten Rundfahrt. Schon die Fahrt über den Hang von La Orotava verändert ihren Charakter mit jedem Höhenmeter. Grüne Berghänge und Nadelwald gehen allmählich in eine karge Hochlandschaft mit erstarrten Lavaströmen, ungewöhnlichen Gesteinsformationen und weiten Blicken über die Insel über.

Der Teide ist nach aktuellem amtlichen Stand 3.715 Meter hoch und damit der höchste Berg Spaniens. Der Nationalpark gehört seit 2007 zum UNESCO-Welterbe. Für mich lag die eigentliche Faszination jedoch nicht allein im Gipfel, sondern in der gesamten vulkanischen Landschaft rund um den Berg.

Mondlandschaft: auf dem Hochplateau am Fuß des Teide kann man Lavaströme und kuriose Gesteinsformationen sehen. Foto: Sascha Tegtmeyer
Mondlandschaft: auf dem Hochplateau am Fuß des Teide kann man Lavaströme und kuriose Gesteinsformationen sehen. Foto: Sascha Tegtmeyer

Auf meiner Fahrt hielt ich an Aussichtspunkten und nahm mir Zeit, die Lavaflächen und Felsformationen aus der Nähe zu betrachten. Trotzdem war mein Tagesprogramm zu dicht, um dem Gebiet wirklich gerecht zu werden. Möchtest du den Nationalpark ausführlicher erkunden, würde ich dafür nach Möglichkeit einen eigenen Tag reservieren und nicht gleichzeitig mehrere Ferienorte im Süden einplanen.

Wichtig für deine Planung: Der Zugang zu einzelnen Wegen ist reguliert. Für den Telesforo-Bravo-Weg und mehrere weitere Routen gelten aktuelle Reservierungs- und Zugangsregeln. Prüfe deshalb vor deinem Besuch die Regeln für den Aufstieg bei Tenerife ON, das offizielle Reservierungsportal und die aktuellen Informationen zum Teide-Nationalpark. Eine Fahrt in das Gebiet und eine Gipfeltour sind planerisch nicht dasselbe.

Auf meiner Route setzte sich der Kontrast anschließend in der Corona Forestal fort. Der Nadelwald wirkte auf mich stellenweise eher wie eine Landschaft in Kanada oder Skandinavien als wie das Bild, das ich zuvor von einer Kanareninsel im Kopf hatte. Gerade dieser abrupte Wechsel machte die Rundfahrt so eindrucksvoll.

Santa Cruz de Tenerife: Architektur zwischen Stadt und Hafen

Santa Cruz war die erste größere Station meiner Rundfahrt durch den Nordosten. Rund um den Hafen nahm ich zwar erneut viel Industrie wahr, doch gerade daneben stehen einige der markantesten Bauwerke der Insel. Besonders das Auditorio de Tenerife fällt mit seiner ungewöhnlichen Form sofort auf.

Zum Stadtbild am Hafen gehört auch der Parque Marítimo César Manrique. Gemeinsam mit dem Auditorio bildet die Anlage einen starken architektonischen Kontrast zu den funktionalen Hafenbereichen. Weiter im Zentrum liegt die Plaza de España. Für einen vollständigen Stadtbesuch hätte ich deutlich mehr Zeit benötigt, doch als Station auf meiner Rundfahrt vermittelte mir Santa Cruz bereits ein anderes Bild als die Umgebung des südlichen Flughafens.

Parque Marítimo César Manrique: das Schwimmbad am Hafen von Santa Cruz de Tenerife wurde von dem kanarischen Ausnahmekünstler entworfen. Foto: Sascha Tegtmeyer
Parque Marítimo César Manrique: das Schwimmbad am Hafen von Santa Cruz de Tenerife wurde von dem kanarischen Ausnahmekünstler entworfen. Foto: Sascha Tegtmeyer

Mein praktisches Urteil fällt deshalb differenziert aus: Santa Cruz war für mich kein Ort, an dem ich während dieser Reise einen ganzen Urlaubstag verbringen musste. Als Verbindung aus Hauptstadt, Hafenarchitektur und Ausgangspunkt für die Weiterfahrt nach San Andrés passte der Stopp jedoch gut in die Nordost-Rundfahrt.

Playa de las Teresitas: mein Strandstopp im Nordosten

Am Playa de las Teresitas hätte ich ohne Weiteres einen ganzen Tag verbringen können. In der durch eine Mole geschützten Bucht liegt heller, feiner Sand, der sich deutlich von den dunkleren und gröberen Strandabschnitten unterscheidet, die das Bild Teneriffas vielerorts prägen. Genau dieser Kontrast hat mich überzeugt.

Der Strand Playa de las Teresitas ist unserer Meinung nach der schönste auf Teneriffa – hier solltet Ihr einen kompletten Badetag einplanen. Foto: Sascha Tegtmeyer
Der Strand Playa de las Teresitas ist unserer Meinung nach der schönste auf Teneriffa – hier solltet Ihr einen kompletten Badetag einplanen. Foto: Sascha Tegtmeyer

Das Wasser wirkte bei meinem Besuch türkis und klar, während die geschützte Lage der Bucht dem Strand einen ganz anderen Charakter gab als vielen raueren Küstenabschnitten der Insel. Für meine Nordost-Rundfahrt war der Playa de las Teresitas deshalb mehr als ein kurzer Fotostopp. Rückblickend hätte ich das Tagesprogramm sogar stärker reduzieren und hier deutlich länger bleiben können.

Der Strand liegt nordöstlich von Santa Cruz und ließ sich auf meiner Route gut mit der Hauptstadt, Igueste de San Andrés und der anschließenden Fahrt ins Anaga-Gebirge verbinden. Genau diese Kombination war reizvoll, aber auch anspruchsvoll: Wer einen vollständigen Badetag möchte, sollte den Strand nicht mit zu vielen weiteren Stationen überfrachten.

Igueste de San Andrés: spontaner Abstecher an der Küste

Igueste de San Andrés hatte ich zunächst gar nicht als feste Station eingeplant. Auf dem Weg zum Playa de las Teresitas fuhr ich die Küstenstraße einfach noch ein Stück weiter und landete eher zufällig in dem kleinen Ort im äußersten Nordosten Teneriffas. Zwischen den Häusern entdeckte ich viele Blumen und Pflanzen – ein ruhiger Kontrast zu Santa Cruz und zum stärker besuchten Strand.

Das Dorf Igueste de San Andrés liegt im äußersten Nordosten der Insel – man kann hier wirklich mal sagen: fernab der großen Touri-Ströme. Foto: Sascha Tegtmeyer
Das Dorf Igueste de San Andrés liegt im äußersten Nordosten der Insel – man kann hier wirklich mal sagen: fernab der großen Touri-Ströme. Foto: Sascha Tegtmeyer

Treppen und kleine Fußwege führen durch den Ort bis hinunter zum Steinstrand. Igueste ist keine Station, die du mit einer langen Liste klassischer Sehenswürdigkeiten abarbeiten musst. Der Reiz lag für mich gerade darin, langsam durch die schmalen Wege zu gehen, die Umgebung wahrzunehmen und für einen Moment aus dem dichten Tagesprogramm auszusteigen.

Puerto de la Cruz: touristisch und trotzdem sehenswert

Puerto de la Cruz ist ein großer und deutlich touristisch geprägter Ort im Norden Teneriffas. Viele Hotels und Besucher lassen sich nicht übersehen. Gleichzeitig hat die Stadt Bereiche, die sich klar von einer austauschbaren Ferienkulisse abheben. Besonders die Straßen der Altstadt und der Plaza del Charco als zentraler Platz gefielen mir.

Zentrum von Puerto de la Cruz im Norden von Teneriffa. Foto: Sascha Tegtmeyer
Zentrum von Puerto de la Cruz im Norden von Teneriffa. Foto: Sascha Tegtmeyer

Zu den markanten Anlagen des Orts zählt der von César Manrique gestaltete Lago Martiánez mit Wasserflächen, Inseln, Gärten und Terrassen. An der Küste liegen außerdem der dunkle Playa Jardín und das historische Castillo de San Felipe. Der schwarze Sand passt für mich gut zu Teneriffa: Er wirkt weniger wie das klassische Bild eines hellen Urlaubsstrands, gehört aber gerade deshalb zum Charakter der Vulkaninsel.

Historisches Fort: das Castillo de San Felipe in Puerto de la Cruz. Foto: Sascha Tegtmeyer
Historisches Fort: das Castillo de San Felipe in Puerto de la Cruz. Foto: Sascha Tegtmeyer

Der Jardín de Aclimatación de La Orotava ergänzt die historischen und küstennahen Eindrücke um einen botanischen Schwerpunkt. Puerto de la Cruz bietet damit genügend Stoff für einen längeren Aufenthalt. Auf meiner Reise blieb der Ort jedoch eine Station unter mehreren – und mein Urteil entsprechend ein Ausschnitt, kein vollständiger Stadtführer.

Den Loro Parque habe ich bewusst nicht besucht. Der Park hält unter anderem Delfine und Orcas. Genau deshalb kam ein Besuch für mich nicht infrage. Diese Entscheidung ist keine nachträgliche Bewertung vom Schreibtisch, sondern gehörte bereits vor Ort zu meiner persönlichen Abgrenzung.

Anaga-Gebirge: Lorbeerwald über der Küste

Nach meinem Aufenthalt am Playa de las Teresitas fahre ich über die TF-12 hinauf ins Anaga-Gebirge. Die Gebirgsstraße gewinnt deutlich an Höhe und gehört zu den anspruchsvolleren Strecken meiner Rundfahrt. Für mich ist bereits die Fahrt ein Erlebnis – zugleich verlangt sie wesentlich mehr Konzentration als die gut ausgebauten Autobahnen der Insel.

Im Wald des Anaga-Gebirges kann man wunderbar wandern gehen. Foto: Sascha Tegtmeyer
Im Wald des Anaga-Gebirges kann man wunderbar wandern gehen. Foto: Sascha Tegtmeyer

Als ich das Hochplateau erreiche, ist das Aufatmen groß. Auf dem Kamm erwartet mich ein dichter, beinahe mystisch wirkender Lorbeerwald, durch den immer wieder Nebelschwaden ziehen. Nach Strand, Küstenstraße und steilem Anstieg fühlt sich diese grüne, feuchte Landschaft wie ein vollständiger Szenenwechsel an.

Das Anaga-Gebirge solltest du deshalb nicht nur als Durchgangsstrecke nach La Laguna betrachten. Plane Zeit für einen Stopp, einen Spaziergang oder eine Wanderung und für die Ausblicke in die Täler ein. Gerade der Kontrast zwischen Küste und Lorbeerwald machte diesen Abschnitt für mich zu einem der eindrucksvollsten Teile der Nordost-Rundfahrt.

Masca-Gebirge, Montañas Negras und Santiago del Teide

Auf meiner zweiten Rundfahrt wird die Landschaft im Südwesten Teneriffas noch einmal deutlich dramatischer. Das Masca-Gebirge verbindet Hochtäler, steile Berghänge, viel Vegetation und weite Ausblicke. Für mich gehörte dieser Abschnitt zu den stärksten Landschaftserlebnissen der gesamten Reise.

Masca Gebirge: Abendpanorama auf Teneriffa. Foto: Sascha Tegtmeyer
Masca Gebirge: Abendpanorama auf Teneriffa. Foto: Sascha Tegtmeyer

Gerade gegen Abend entfaltet das Gebirge eine besondere Wirkung. Das Licht verändert die Konturen der Berge, während sich hinter jeder Kurve ein neuer Blick öffnet. Die Fahrt verlangt Konzentration, belohnt mich aber mit einer Landschaft, die deutlich wilder wirkt als die touristischen Küstenorte.

Wandern und klettern im Masca Gebirge auf Teneriffa lohnt sich – die Ausblicke sind wirklich spektakulär. Foto: Sascha Tegtmeyer
Wandern und klettern im Masca Gebirge auf Teneriffa lohnt sich – die Ausblicke sind wirklich spektakulär. Foto: Sascha Tegtmeyer

Wer das Masca-Gebirge nicht nur durchfahren, sondern zu Fuß erkunden möchte, sollte dafür einen eigenen Zeitblock einplanen. Meine dicht getaktete Rundfahrt ließ vor allem Raum für Stopps und Aussichtspunkte. Schon dabei wurde deutlich, dass sich diese Landschaft nicht sinnvoll zwischen mehrere weitere Programmpunkte quetschen lässt.

Blick auf die Montanas Negras in der Nähe von Santiago del Teide. Foto: Sascha Tegtmeyer
Blick auf die Montanas Negras in der Nähe von Santiago del Teide. Foto: Sascha Tegtmeyer

In der Nähe von Santiago del Teide verändert sich das Landschaftsbild erneut. Der Blick auf die dunklen Montañas Negras bringt den vulkanischen Charakter der Insel zurück, nachdem zuvor grüne Täler und schroffe Berghänge die Strecke geprägt haben. Santiago del Teide selbst wirkte auf mich klein und beschaulich und eignete sich als ruhiger Zwischenstopp für eine Pause und einen kurzen Rundgang.

Los Gigantes: Ferienort unter gewaltigen Felsen

Am Ende der Bergetappe erreiche ich Los Gigantes. Über dem Meer ragen die gleichnamigen Felsen auf und geben dem Ort eine Kulisse, die schon bei der Anfahrt beeindruckt. Los Gigantes ist touristisch geprägt, wirkte auf mich aber zugleich gediegener und etwas abgeschiedener als die großen Ferienorte im Süden.

Kirche in Los Gigantes: der touristische Ort macht einen recht gediegenen Eindruck. Foto: Sascha Tegtmeyer
Kirche in Los Gigantes: der touristische Ort macht einen recht gediegenen Eindruck. Foto: Sascha Tegtmeyer
In Los Gigantes gibt es ein kostenloses öffentliches Schwimmbad. Foto: Sascha Tegtmeyer
In Los Gigantes gibt es ein kostenloses öffentliches Schwimmbad. Foto: Sascha Tegtmeyer

Für mich war Los Gigantes vor allem der Übergang vom Roadtrip auf das Wasser. Am Hafen ließ ich den Mietwagen stehen und startete zu meiner dreistündigen Bootstour. Den Ort nur auf diese Aktivität zu reduzieren, würde ihm jedoch nicht ganz gerecht: Durch die Lage unter den Felsen, den Hafen und den vergleichsweise ruhigen Gesamteindruck konnte ich mir Los Gigantes auch als eigenständige Reisebasis vorstellen.

Meine konkrete Sichtung und die Regeln für eine verantwortungsvolle Tour ordne ich später im Aktivitätenteil ein. Der separate Beitrag über meine Whale-Watching-Erfahrungen auf Teneriffa hilft dir bei der detaillierten Entscheidung für eine Bootstour, ohne dass dieser persönliche Inselbericht dieselbe Leseraufgabe noch einmal vollständig übernimmt.

Candelaria: Basilika, Altstadt und künstlerische Atmosphäre

Candelaria war der längere Abschluss meiner dritten Rundfahrt und entwickelte sich für mich zu einem der schönsten Orte dieser Reise. Die Stadt wirkte architektonisch stimmig, im Zentrum entdeckte ich kleine Restaurants und rund um die Basilika entstand eine Atmosphäre, die sich deutlich von den zuvor besuchten Ferienorten unterschied.

Besonders eindrucksvoll fand ich die Verbindung aus religiösem Zentrum, Küstenlage und der sichtbaren Erinnerung an die Guanchenkönige. Candelaria fühlte sich für mich nicht wie ein weiterer kurzer Pflichtstopp an, sondern wie ein Ort, an dem ich bewusst länger bleiben wollte.

Die Basilika von Candelaria: ein idyllischer Künstlerort mit künstlerischem Ambiente. Foto: Sascha Tegtmeyer
Die Basilika von Candelaria: ein idyllischer Künstlerort mit künstlerischem Ambiente. Foto: Sascha Tegtmeyer
Neun Bronzeskulpturen der Menceyes auf dem Platz in Candelaria erinnern an die alten Könige der Guanchen und die neun Reiche Teneriffas. Foto: Sascha Tegtmeyer
Neun Bronzeskulpturen der Menceyes auf dem Platz in Candelaria erinnern an die alten Könige der Guanchen und die neun Reiche Teneriffas. Foto: Sascha Tegtmeyer

Besonders eindrucksvoll sind die Statuen der Guanchenkönige an der Küste. Sie erinnern an die Ureinwohner Teneriffas und geben dem Platz vor der Basilika eine historische Dimension, die über einen rein architektonischen Stadtbesuch hinausgeht. Ich konnte mich an den neun Figuren kaum sattsehen.

Genau diese Mischung machte Candelaria für mich so besonders: Die Basilika, die Figuren, die Fußgängerzone und die kleinen Restaurants liegen nah beieinander, ohne dass der Ort auf mich wie eine bloße Ansammlung einzelner Sehenswürdigkeiten wirkte. Nach den kurzen Abstechern in die Ferienorte im Süden war der längere Aufenthalt hier ein stimmiger Abschluss meiner dritten Rundfahrt.

Orotava-Tal: vom historischen Ort hinauf in den Nadelwald

Das Orotava-Tal ist weniger ein abgeschlossenes Tal als eine weitläufige Hanglandschaft, in die La Orotava mit seiner historischen Altstadt hineingebaut ist. Auf meiner Fahrt hinauf zum Teide verändert sich die Umgebung oberhalb des Orts deutlich: Häuser und Gärten gehen allmählich in Nadelwald und vulkanisch geprägte Gesteinsformationen über.

Auf Teneriffa gibt es ausgedehnte Nadelwälder – die ein wenig an Kanada oder Skandinavien erinnern. Foto: Sascha Tegtmeyer
Auf Teneriffa gibt es ausgedehnte Nadelwälder – die ein wenig an Kanada oder Skandinavien erinnern. Foto: Sascha Tegtmeyer

Diese Waldlandschaft erinnerte mich stellenweise eher an Kanada oder Skandinavien als an eine Insel vor der afrikanischen Küste. Entlang meiner Strecke konnte ich an Aussichtspunkten anhalten, aussteigen und die Umgebung zu Fuß erkunden. Der Abschnitt war für mich deshalb nicht nur die Zufahrt zum Teide-Nationalpark, sondern ein eigenständiger Teil des Landschaftserlebnisses.

Meine praktische Konsequenz: Plane zwischen La Orotava und der vulkanischen Hochebene genügend Zeit für spontane Stopps ein. Wer die Strecke lediglich als schnelle Verbindung zum Teide betrachtet, fährt an einem der starken landschaftlichen Übergänge dieser Rundfahrt vorbei.

Los Cristianos und Playa de las Américas: mein kurzer Blick auf den touristischen Süden

Los Cristianos und Playa de las Américas gehören zu den bekannten Ferienorten im Süden Teneriffas. Hotels, Strände und eine deutlich auf Urlauber ausgerichtete Infrastruktur prägen dort das Bild. Ich habe während meiner dritten Rundfahrt allerdings nur kurze Abstecher eingelegt, um mir selbst einen Eindruck zu verschaffen.

Mein Urteil bleibt deshalb bewusst begrenzt: Die Orte wirkten auf mich belebt, stark touristisch und auf einen klassischen Badeurlaub ausgerichtet. Nach den Wäldern, Lavaflächen und gewachsenen Orten im Norden und in der Inselmitte traf dieser Abschnitt weniger meinen persönlichen Geschmack. Für Reisende, die ihren Urlaub überwiegend am Strand und in einem großen Ferienort verbringen möchten, kann dieselbe Ausrichtung jedoch gerade der gewünschte Vorteil sein.

Der kurze Besuch hat mir vor allem gezeigt, warum sich die Frage nach der richtigen Inselseite nicht pauschal beantworten lässt. Mein eigener Schwerpunkt lag auf Rundfahrten, Natur und unterschiedlichen Landschaften. Einen ausführlichen Vergleich der Reisebasen übernimmt deshalb der separate Beitrag über Teneriffas Norden und Süden.

Los Realejos und die Ruine Casa Hamilton

In der Nähe meiner Reisebasis in Los Realejos liegt mit dem Elevador de la Gordejuela, auch Casa Hamilton genannt, eine schaurig-schöne Industrieruine. Der Bau des ehemaligen Pumpwerks begann im November 1903 und wurde im Juni 1907 abgeschlossen. Casa Hamilton initiierte das Werk und beauftragte José Galván Balaguer mit der Ausführung.

Elevador de la Gordejuela „Casa Hamilton“: das alte Pumpwerk ist heute eine Ruine und eine vielbesuchte Sehenswürdigkeit in Los Realejos. Foto: Sascha Tegtmeyer
Elevador de la Gordejuela „Casa Hamilton“: das alte Pumpwerk ist heute eine Ruine und eine vielbesuchte Sehenswürdigkeit in Los Realejos. Foto: Sascha Tegtmeyer

Von meiner Unterkunft aus unternahm ich einen kleinen Spaziergang zu der Ruine im Ortsteil Romántica I. Bei meinem Besuch im Januar 2019 konnte ich allerdings nicht direkt bis zum Gebäude gelangen. Der Weg zum Elevador de la Gordejuela war damals eine Baustelle und wurde neu angelegt.

Diese Einschränkung ist ausdrücklich eine historische Momentaufnahme meiner Reise und keine aktuelle Zugangsinformation. Für mich lohnte sich der Spaziergang trotzdem: Die verwitterte Industriearchitektur über der Küste bildete einen eigenwilligen Gegenpol zu den Altstädten, Stränden und Naturlandschaften, die zuvor meine Rundfahrten geprägt hatten.

Impressionen aus Teneriffa

Meine Reisebilder

Nachstehend findest du meine fotografischen Eindrücke von Teneriffa. Während meines Aufenthalts auf der Insel habe ich viele Fotos gemacht, die ich gerne mit dir teilen möchte.

Aktivitäten, die meine Teneriffa-Reise geprägt haben

Wandern, Whale Watching und ehrliche Grenzen meiner Erfahrung

Warum ich überhaupt einen Teneriffa-Urlaub gebucht habe? Weil ich bei Instagram ein Video gesehen hatte, in dem junge Menschen auf den Kanaren zum Wandern und Entdecken unterwegs waren. Ich ließ mich davon beeinflussen und dachte: Das probiere ich auch. Aus meinem ursprünglichen Plan, vor allem Sonne und Wärme zu tanken, wurde vor Ort tatsächlich eine aktive Reise mit langen Rundfahrten, Spaziergängen in den Bergen, einem Strandbesuch und einer Bootstour.

Teneriffa bietet durch seine unterschiedlichen Landschaften viele Möglichkeiten, draußen unterwegs zu sein. In diesem persönlichen Reisebericht konzentriere ich mich jedoch auf das, was meine eigene Reise wirklich geprägt hat. Allgemeine Listen mit vermeintlich perfekten Sportrevieren helfen wenig, wenn die einzelnen Orte nicht selbst und unter den jeweiligen Bedingungen geprüft wurden.

Zu Fuß im Orotava-Tal und im Anaga-Gebirge

Zu meinen stärksten Naturerlebnissen gehörten die Abschnitte, in denen ich den Mietwagen stehen ließ und die Landschaft zu Fuß erkundete. Am oberen Ende des Orotava-Tals war ich zwischen Nadelwald und Gesteinsformationen unterwegs. Die Umgebung wirkte auf mich stellenweise eher wie Kanada oder Skandinavien als wie die Vorstellung, die ich zuvor von einer Kanareninsel hatte.

"Lorbeerwald": Der Mercedeswald im Anaga-Gebirge im Nordosten von Teneriffa. Foto: Sascha Tegtmeyer
"Lorbeerwald": Der Mercedeswald im Anaga-Gebirge im Nordosten von Teneriffa. Foto: Sascha Tegtmeyer

Ein völlig anderes Bild erwartete mich im Anaga-Gebirge. Dort ging ich durch den dichten Lorbeerwald, während Nebel zwischen den Bäumen hing und sich an offenen Stellen weite Blicke in die Täler ergaben. Nach der Fahrt von der Küste hinauf auf den Kamm war diese feuchte, grüne Landschaft ein besonders starker Kontrast zum Playa de las Teresitas und zu den trockeneren Teilen der Insel.

Meine Ausflüge waren keine vollständige Prüfung der Wanderwege Teneriffas. Sie zeigten mir aber, dass du für die Berglandschaften nicht nur kurze Fotostopps einplanen solltest. Schon ein Spaziergang verändert die Wahrnehmung: Geräusche, Vegetation, Nebel und Höhenunterschiede erschließen sich zu Fuß viel intensiver als aus dem Auto.

Für eine längere Wanderung würde ich einen eigenen Tagesabschnitt reservieren und die jeweilige Route sowie geltende Zugangsregeln vorab prüfen. Besonders beim Teide gelten für mehrere Wege Reservierungs- und Zugangsvorgaben. Eine spontane Pause an einem Aussichtspunkt und eine geplante Bergtour sind deshalb zwei sehr unterschiedliche Unternehmungen.

Whale Watching in Los Gigantes: meine tatsächliche Sichtung

Für die Beobachtung von Walen und Delfinen kam für mich nur eine Tour in freier Wildbahn infrage. In Los Gigantes tauschte ich während meiner zweiten Rundfahrt den Mietwagen gegen ein Boot und startete zu einer dreistündigen Whale-Watching-Tour. Die Fahrt führte hinaus vor die Küste unterhalb der gewaltigen Felsen.

Das Whale Watching auf Teneriffa beginnt häufig in Los Gigantes – und man trifft dabei regelmäßig auch auf Delfine. Video: Sascha Tegtmeyer
Das Whale Watching auf Teneriffa beginnt häufig in Los Gigantes – und man trifft dabei regelmäßig auch auf Delfine. Video: Sascha Tegtmeyer

An diesem Tag sah ich Große Tümmler. Diese konkrete Begegnung war mein persönliches Erlebnis und keine Garantie für andere Touren. Wale und Delfine sind Wildtiere. Ob, wann und welche Arten auftauchen, lässt sich weder von mir noch von einem seriösen Anbieter verbindlich versprechen.

Bei der Auswahl einer Tour solltest du deshalb nicht auf Sichtungsversprechen, sondern auf einen verantwortungsvollen Anbieter achten. Nach den offiziellen Regeln müssen die eingesetzten Whale-Watching-Schiffe autorisiert sein. Webtenerife nennt außerdem einen Mindestabstand von 60 Metern zu den Tieren und eine maximale Beobachtungsdauer von 30 Minuten. Die weiteren Schutzvorgaben findest du in den offiziellen Whale-Watching-Regeln von Webtenerife.

Mein ausführlicher Beitrag über das Whale Watching auf Teneriffa ordnet die Bootstour und die Entscheidung für einen Anbieter detaillierter ein. Für diesen Inselbericht bleibt die wichtigste Erkenntnis: Die Tour war ein Höhepunkt meiner Rundfahrt, aber eine respektvolle Beobachtung ist wichtiger als möglichst nahe oder möglichst lange bei den Tieren zu bleiben.

SUP, Schnorcheln und Tauchen: keine pauschalen Spotversprechen

Stand Up Paddling, Schnorcheln und Tauchen liegen bei einer Inselreise natürlich nahe. Küste, Buchten und Atlantik gehören auf Teneriffa ständig zum Reiseerlebnis. Eine pauschale Liste angeblich besonders guter Spots möchte ich daraus jedoch nicht ableiten. Bedingungen am Wasser können sich unterscheiden, und dieser persönliche Reisebericht bildet keine systematische Prüfung einzelner SUP- oder Schnorchelreviere ab.

Auf dieser konkreten Teneriffa-Reise war ich nicht tauchen. Ich kenne das Tauchen auf den Kanaren aus früheren Aufenthalten auf Gran Canaria und Lanzarote. Diese Erfahrungen zeigen mir zwar, dass die Inselgruppe auch unter Wasser spannend sein kann, sie sind aber kein Beleg für bestimmte Tauchplätze, Sichtweiten, Tierbegegnungen, Wracks oder Höhlen auf Teneriffa.

Die praktische Konsequenz ist simpel: Suche für eine konkrete Wasseraktivität nach einem spezialisierten lokalen Anbieter, lass dir das Revier und die aktuellen Bedingungen erklären und wähle die Aktivität passend zu deinem Erfahrungsstand. Meine eigenen Schwerpunkte auf dieser Reise lagen klar beim Wandern, bei den Rundfahrten, beim Baden und bei der Bootstour ab Los Gigantes.

Kanarische Küche nach langen Entdeckungstagen

Wer den ganzen Tag unterwegs ist, braucht am Abend etwas Ordentliches zu essen. Nach unseren Rundfahrten suchten wir uns deshalb jeden Tag ein anderes einheimisches Restaurant auf der Insel. Statt an den prominentesten touristischen Adressen zu bleiben, wollten wir kanarische Gerichte probieren und die Reise auch kulinarisch erleben.

Was ich dort gegessen habe und wie ich nach kleineren Lokalen gesucht habe, erzähle ich in meinen Bodega-Erfahrungen auf Teneriffa.

Besonders häufig begegneten uns Mojo und Papas Arrugadas. Mojo ist eine würzige Sauce aus Knoblauch, Öl, Essig und Gewürzen, die unter anderem zu Kartoffeln oder gegrillten Gerichten serviert wird. Papas Arrugadas sind kleine, in Salzwasser gegarte Kartoffeln mit runzeliger Schale. Gemeinsam gehören beide für mich zu den Geschmäckern, die unmittelbar mit dieser Reise verbunden bleiben.

Am Strand Playa de las Teresitas bekommt man auch ganz entspannt und relativ günstig etwas zu essen – wir empfehlen den Ensaladilla. Foto: Sascha Tegtmeyer
Am Strand Playa de las Teresitas bekommt man auch ganz entspannt und relativ günstig etwas zu essen – wir empfehlen den Ensaladilla. Foto: Sascha Tegtmeyer

Auch während der Rundfahrten gehörten Essenspausen für mich zum Reiseerlebnis. Am Playa de las Teresitas aßen wir entspannt am Strand, während sich Santiago del Teide für eine kleine Pause zwischen den Bergstrecken anbot. Solche Unterbrechungen waren keine verlorene Zeit, sondern halfen mir, die dicht geplanten Tage nicht vollständig in eine Abfolge von Fotostopps zu verwandeln.

Für mich eine der schönsten Ecken von Teneriffa: Blick auf die Montanas Negras in der Nähe von Santiago del Teide. Foto: Sascha Tegtmeyer
Für mich eine der schönsten Ecken von Teneriffa: Blick auf die Montanas Negras in der Nähe von Santiago del Teide. Foto: Sascha Tegtmeyer

Meine Restaurantbesuche sind keine systematische Prüfung der aktuellen Gastronomie auf Teneriffa. Preise, Öffnungszeiten und Angebote können sich verändern. Mein persönlicher Eindruck bleibt dennoch klar: Die gezielte Suche nach kanarischer Küche hat die Reise bereichert und war für mich die bessere Wahl als ein beliebiger Restaurantbesuch an einer touristischen Promenade.

Baden am Playa de las Teresitas

Am Playa de las Teresitas blieb es nicht bei einem Spaziergang am Wasser. Wir waren dort schwimmen und erlebten das Wasser bei unserem Besuch als klar und türkis. Nach den langen Fahrten und den Bergabschnitten war der Aufenthalt in der geschützten Bucht der ruhige Gegenpol, den mein ursprünglich geplanter Badeurlaub beinahe vollständig verloren hatte.

Badesachen nicht vergessen Das Wasser am Strand Playa de las Teresitas ist glasklar und türkis – und in der Regel auch angenehm warm. Wir haben es natürlich getestet und waren schwimmen. Foto: Sascha Tegtmeyer
Badesachen nicht vergessen – Das Wasser am Strand Playa de las Teresitas ist glasklar und türkis – und in der Regel auch angenehm warm. Wir haben es natürlich getestet und waren schwimmen. Foto: Sascha Tegtmeyer

Aus einem einzelnen Badetag lässt sich keine allgemeine Aussage über Wassertemperaturen oder Bedingungen an allen Stränden Teneriffas ableiten. Für meine Reise steht der Playa de las Teresitas trotzdem exemplarisch dafür, wie gut sich Aktivität und Erholung verbinden ließen: erst Stadt und Küstenstraße, dann Baden, anschließend die Fahrt hinauf in den Lorbeerwald des Anaga-Gebirges.

Radfahren, Freizeitparks sowie Yoga- und Wellnessangebote gehören dagegen nicht zu den tragenden Erfahrungen dieses persönlichen Reiseberichts. Statt daraus allgemeine Empfehlungslisten zu machen, bleibt mein Aktivitätenteil bewusst bei den tatsächlich erlebten Rundfahrten, Wegen, Restaurantbesuchen, dem Baden und der Whale-Watching-Tour.

Teneriffa-Reise planen: meine praktischen Konsequenzen

Reisebasis, Anreise, Hotel und Mietwagen bewusst auswählen

Nach meinen langen Rundfahrten ist die wichtigste Erkenntnis für die Reiseplanung ziemlich klar: Auf Teneriffa entscheidet nicht nur die Auswahl einzelner Sehenswürdigkeiten über den Urlaub. Mindestens ebenso wichtig sind die passende Reisebasis, genügend Zeit und ein Mietwagen, mit dem du dich auch auf anspruchsvolleren Strecken sicher fühlst.

Dieser persönliche Reisebericht ersetzt keinen vollständigen, tagesaktuellen Planungsratgeber. Flugverbindungen, Preise, Hotelangebote, Zugangsregeln und Öffnungszeiten können sich verändern. Für die konkrete Vorbereitung findest du im Teneriffa-Hub die weiterführenden Informationen. Hier konzentriere ich mich auf die Entscheidungen, die meine eigene Reise unmittelbar geprägt haben.

Euren Teneriffa-Mietwagen könnt Ihr auch am Flughafen an der entsprechenden Station abholen. Foto: Sascha Tegtmeyer
Euren Teneriffa-Mietwagen könnt Ihr auch am Flughafen an der entsprechenden Station abholen. Foto: Sascha Tegtmeyer

Reisezeit und Inselhälfte zusammen denken

Eine pauschale beste Reisezeit möchte ich aus meiner einzelnen Reise nicht ableiten. Schon auf meinen Rundfahrten wurde jedoch deutlich, dass Norden und Süden landschaftlich und atmosphärisch sehr verschieden wirken können. Deshalb würde ich Reisezeit und Unterkunft nicht getrennt voneinander auswählen.

Entscheidend ist, was du hauptsächlich unternehmen möchtest. Für meine Mischung aus Berglandschaften, gewachsenen Orten, langen Rundfahrten und einzelnen Strandstopps passte die Basis im Norden sehr gut. Wer dagegen einen klassischen Badeurlaub in einem großen Ferienort plant, kann zu einem anderen Ergebnis kommen. Der ausführliche Beitrag zu Teneriffas Norden und Süden hilft dir bei genau dieser Entscheidung.

Planst du eine Reise in den kühleren Monaten, findest du die saisonale Einordnung im separaten Beitrag über Teneriffa im Winter. Prüfe zusätzlich kurz vor der Abreise die aktuelle Wetterlage für die Regionen und Höhenstufen, die du tatsächlich besuchen möchtest.

Klimatabelle Teneriffa

MonatHöchsttemperatur
(in Grad Celsius)
RegentageSonnenstundenWassertemperatur
Januar219719
Februar217618
März228818
April 237718
Mai 244719
Juni 262820
Juli291821
August291822
September284723
Oktober268822
November2410621
Dezember2212720
Alle Angaben ohne Gewähr.

Anreise nach Teneriffa: den Zielflughafen mitplanen

Die Anreise auf die Kanaren ist mit vielen Airlines ab allen größeren Flughäfen in Europa möglich. Foto: Sascha Tegtmeyer
Die Anreise auf die Kanaren ist mit vielen Airlines ab allen größeren Flughäfen in Europa möglich. Foto: Sascha Tegtmeyer

Für meine Reise begann die Erkundung am Flughafen im Süden. Von dort übernahm ich den Mietwagen und fuhr weiter zu meiner Unterkunft im Norden. Diese erste Strecke war zugleich meine erste Begegnung mit den starken Unterschieden zwischen den Inselteilen.

Aktuelle Flugpläne und Preise solltest du direkt für deinen Reisezeitraum vergleichen. Prüfe dabei nicht nur den Flugpreis, sondern auch, wie der Zielflughafen zu deiner Unterkunft und zur geplanten ersten Etappe passt. Eine vermeintlich günstige Verbindung kann weniger attraktiv sein, wenn danach eine lange Fahrt quer über die Insel folgt.

Hotelwahl: Lage und glaubwürdige Bewertungen waren entscheidend

Bei der Unterkunft orientierte ich mich weniger an der Zahl der Sterne als an Lage, Ausrichtung und Bewertungen. Für meine Reise brauchte ich vor allem ein gutes Zimmer, ein brauchbares Frühstück und einen Ausgangspunkt, von dem aus ich meine Rundfahrten starten konnte. Das Route Active Hotel in Los Realejos erfüllte diese Anforderungen für mich sehr gut.

Vor der Buchung las ich die Hotelbewertungen besonders aufmerksam und achtete dabei auch auf Berichte über Schädlinge. Dieses Thema war für mich relevant, weil ich auf den Kanaren zuvor bereits andere Erfahrungen gemacht hatte. Während meines Aufenthalts im Route Active Hotel sah ich trotz genauen Hinschauens keine einzige Kakerlake.

Die Lobby des Active Route Hotel: ein wirklich interessantes Hotel. Foto: Sascha Tegtmeyer
Die Lobby des Active Route Hotel: ein wirklich interessantes Hotel. Foto: Sascha Tegtmeyer

Diese Beobachtung bezieht sich ausschließlich auf meinen Aufenthalt und ist keine allgemeine Garantie. Für meine Entscheidung war das Hotel dennoch ein Glücksgriff: Zimmer und Frühstück überzeugten mich, die Gestaltung wirkte modern und die Lage passte zu meiner aktiven Reise. Den vollständigen Eindruck von Unterkunft und Ausstattung beschreibe ich in meinem separaten Erfahrungsbericht zum Route Active Hotel.

Mietwagen: Freiheit mit einem unerfreulichen Start

Der Mietwagen war für meine drei Rundfahrten unverzichtbar. Gleichzeitig begann die Reise ausgerechnet am Verleihschalter mit einer ausgesprochen schlechten Erfahrung. Obwohl ich meinen Versicherungsschutz bereits vorab gebucht hatte, versuchte der Mitarbeiter mit großem Nachdruck, mir weitere Versicherungen zu verkaufen. Auch an benachbarten Schaltern erlebten andere Urlauber ähnliche Diskussionen.

Aus dieser Situation ziehe ich eine praktische Konsequenz: Prüfe vor der Abreise genau, welche Leistungen du bereits gebucht hast, und halte die entsprechenden Unterlagen griffbereit. Am Schalter solltest du zusätzliche Angebote in Ruhe mit deinem vorhandenen Schutz vergleichen, statt dich unter Zeitdruck zu einer Entscheidung drängen zu lassen.

Ebenso wichtig ist die Wahl des Fahrzeugs für die geplanten Strecken. Die Autobahnen ließen sich auf meiner Reise gut befahren. In den Bergen und kleinen Orten begegneten mir dagegen starke Steigungen, unebene Abschnitte sowie schwierige Park- und Anfahrsituationen. Der Mietwagen verschafft dir Freiheit – aber nur, wenn Fahrzeug, Fahrpraxis und Route zusammenpassen.

Euren Teneriffa-Mietwagen könnt Ihr auch am Flughafen an der entsprechenden Station abholen. Foto: Sascha Tegtmeyer
Euren Teneriffa-Mietwagen könnt Ihr auch am Flughafen an der entsprechenden Station abholen. Foto: Sascha Tegtmeyer

Für meine nächste Buchung würde ich den Mietwagen erneut vor der Reise auswählen und den Versicherungsschutz genau prüfen. Wichtig ist für mich weniger ein pauschales Testsiegel als die Frage, welche Selbstbeteiligung gilt und ob Leistungen wie Reifen- oder Glasschutz bereits enthalten sind. Je klarer diese Punkte vorab dokumentiert sind, desto leichter lässt sich am Schalter beurteilen, ob ein zusätzlich angebotenes Paket überhaupt sinnvoll ist.

Meine schlechte Erfahrung mit dem Anbieter bleibt ein einzelner, aber prägender Teil dieser Reise. Sie ändert nichts daran, dass der Mietwagen für meine Rundfahrten die richtige Wahl war. Ich würde mich nur nicht noch einmal unter Druck setzen lassen, sondern Buchung, Schutz und mögliche Zusatzkosten vor der Abreise sorgfältiger gegenüberstellen.

Kanarische Restaurants statt beliebiger Touristenlokale

Ein echt kanarisches Restaurant in Los Realejos auf Teneriffa: wir waren jeden Abend original kanarisch essen. Foto: Sascha Tegtmeyer
Ein echt kanarisches Restaurant in Los Realejos auf Teneriffa: wir waren jeden Abend original kanarisch essen. Foto: Sascha Tegtmeyer

Nach den langen Tagen suchten wir gezielt nach einheimischen Restaurants und landeten dabei immer wieder in kleineren Lokalen abseits der prominentesten Promenaden. Manche dieser Restaurants trugen die Bezeichnung Tasca. Dort bekamen wir kanarische Küche mit Fleisch, Fisch, Papas Arrugadas sowie roter und grüner Mojo.

Diese Restaurantbesuche gehörten für mich fest zur Reise. Nach zwölf Stunden unterwegs wollte ich nicht einfach irgendwo satt werden, sondern auch kulinarisch etwas von der Insel mitnehmen. Mein praktischer Tipp lautet deshalb: Verlasse dich nicht nur auf die auffälligsten Lagen, sondern schaue auch in den Orten rund um deine Unterkunft nach kleineren kanarischen Restaurants.

Welche Lokale heute geöffnet sind, wie ihre Qualität ausfällt und was einzelne Gerichte kosten, solltest du aktuell prüfen. Meine Besuche bilden eine persönliche Erfahrung aus meinem Reisezeitraum ab und keine dauerhafte Restaurant- oder Preisempfehlung.

Preisniveau: meine Erfahrung ist eine historische Momentaufnahme

Während meiner Reise im Januar 2019 empfand ich das Preisniveau insgesamt als moderat. Restaurantbesuche, Einkäufe und das Tanken wirkten auf mich nicht außergewöhnlich teuer. Wie viel ein Teneriffa-Urlaub heute kostet, lässt sich daraus jedoch nicht verlässlich ableiten.

Flug, Unterkunft, Mietwagen, Saison und persönliche Ansprüche beeinflussen das Reisebudget wesentlich stärker als eine pauschale Einordnung der Insel als günstig oder teuer. Vergleiche deshalb aktuelle Gesamtpreise für deinen Zeitraum, statt mit alten Einzelbeträgen aus diesem Reisebericht zu rechnen.

Für wen Teneriffa aus meiner Sicht besonders gut passt

Teneriffa passt besonders gut zu dir, wenn du in einer Reise mehrere sehr unterschiedliche Landschaften verbinden möchtest. Meine Tage wechselten zwischen Altstädten, Stränden, Lorbeerwald, Nadelwald, vulkanischer Hochebene, Bergstraßen und einer Bootstour. Gerade für Rundreisen, aktive Entdeckungstage und eine Mischung aus Natur und Meer besitzt die Insel für mich eine enorme Stärke.

Auch einen Badeurlaub kannst du mit einzelnen Ausflügen verbinden. Der Playa de las Teresitas war für mich der überzeugendste Strandstopp, während die touristischen Orte im Süden eine ganz andere Urlaubsform repräsentierten. Welche Seite besser zu dir passt, hängt deshalb weniger von einem allgemeinen Inselurteil als von deinem eigenen Reisestil ab.

Weniger empfehlen würde ich Teneriffa Reisenden, die ausschließlich Abgeschiedenheit, kompromisslose Ruhe oder ein durchgehend unberührtes Individualreiseziel suchen. Die Insel ist touristisch stark erschlossen, und in den bekannten Ferienorten lässt sich das kaum ausblenden. Wer beweglich bleibt und bewusst zwischen diesen Zentren und den landschaftlich stärkeren Regionen wechselt, kann Teneriffa dennoch sehr individuell erleben.

Familien-, Luxus- und Spezialreisen habe ich während dieses Aufenthalts nicht systematisch geprüft. Dazu möchte ich deshalb keine pauschalen Empfehlungen aussprechen. Mein belastbares Urteil bezieht sich auf die Reise, die ich tatsächlich unternommen habe: ein privat organisierter Aufenthalt mit Hotelbasis im Norden, drei langen Mietwagen-Rundfahrten, Wanderabschnitten, Strandbesuch und Whale Watching.

Reisebericht Teneriffa – meine neue Lieblings-Kanareninsel?

Mein Fazit nach einer überraschend aktiven Reise

Wie eingangs erwähnt, wollte ich auf Teneriffa eigentlich nur etwas Sonne und Wärme tanken. Als Individualreiseziel oder Basis für einen Abenteuerurlaub erschien mir die Insel zunächst viel zu touristisch. Ich kannte Teneriffa vor allem aus Fernsehdokumentationen, Pauschalreiseangeboten und Reiseschnäppchen. Entsprechend festgefahren war mein Bild – und entsprechend deutlich musste die Insel es während dieser Reise korrigieren.

Schon 2006 war ich einmal auf Teneriffa und hatte damals einen ähnlich touristischen Eindruck gewonnen. Doch manchmal täuscht man sich einfach. Während dieser erneuten Reise habe ich die Insel wesentlich intensiver erkundet – und mein Urteil hat sich dabei grundlegend verändert.

Ich werde wiederkommen

Ja, Teneriffa ist touristisch. Das ist aber nur eine Seite der Insel. Auf meinen Rundfahrten habe ich grüne Berghänge, Lorbeer- und Nadelwälder, vulkanische Hochflächen, gewachsene Orte, Strände und schroffe Küsten erlebt. Mit dem Mietwagen konnte ich dort länger bleiben, wo mich die Landschaft besonders gepackt hat, und die großen Ferienorte hinter mir lassen, wenn sie nicht zu meiner Art zu reisen passten.

Für mich funktioniert Teneriffa deshalb besser als zusammenhängende Entdeckungsreise denn als Liste einzelner Sehenswürdigkeiten. Die stärksten Tage entstanden durch die Wechsel: vom Strand hinauf in den Nebelwald, aus den Bergen zum Hafen von Los Gigantes oder vom Nadelwald in die karge Vulkanlandschaft rund um den Teide. Genau diese Gegensätze hatte ich der Insel vor der Reise nicht zugetraut.

Ob Teneriffa nach einer Woche bereits endgültig meine Lieblingsinsel der Kanaren ist, möchte ich offenlassen. Sicher ist aber: Die größte Kanareninsel hat mich deutlich stärker begeistert, als ich erwartet hatte. In einer Woche konnte ich nur einen Ausschnitt entdecken. Deshalb möchte ich wiederkommen, einzelne Regionen ausführlicher erkunden und mir für die Landschaften mehr Zeit nehmen, die auf dieser Reise zwischen den langen Etappen zu kurz kamen.

Unsere Reise nach Teneriffa war ein privater und vollständig selbst bezahlter Urlaub. Wir haben von keinem der genannten Anbieter Geld- oder Sachleistungen erhalten. Dieser Reisebericht folgt unseren eigenen Erlebnissen sowie redaktionellen und kritischen Maßstäben.

Warst du bereits auf Teneriffa oder planst du deine erste Reise auf die Kanareninsel? Welche Orte und Erlebnisse haben dich auf den Kanaren besonders beeindruckt? Teile deine Erfahrungen in den Kommentaren.

Über Sascha Tegtmeyer

Über Sascha Tegtmeyer

Reisejournalist, Autor und Gründer von Just Wanderlust

Ich schreibe auf Just Wanderlust aus eigener Reiseerfahrung über Orte, Meer und Outdoor-Abenteuer. Mehr über mich und meine Arbeit.

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