SUP-Tipps für Anfänger: sicher Stand Up Paddling lernen

by Sascha Tegtmeyer | Aug. 5, 2018

SUP lernen ist technisch meist nicht das größte Problem. Die entscheidenden Fehler passieren oft vorher: am falschen Gewässer, mit einer ungeeigneten Leash, ohne Auftriebshilfe oder mit einer Route, deren Rückweg gegen Wind und Strömung führt. Für deinen Einstieg brauchst du deshalb keinen Heldenmut, sondern einen ruhigen, erlaubten Übungsplatz, sichere Schwimmfähigkeit, einen Kurs oder eine persönliche Einweisung, passende Kleidung für die Wassertemperatur und einen Plan für den Rückweg. Erst danach geht es ums Aufstehen.

Ich habe es damals anders gemacht. Weil ich schon Erfahrung mit klassischem Surfen hatte, bestellte ich mein erstes SUP-Board, bevor ich überhaupt zum ersten Mal mit einem Paddel darauf gestanden hatte. Ich sah mir Videos an, probierte die Bewegungen aus und brachte mir das Stehpaddeln selbst bei. Das ging gut: Das Board passte zu mir, die Sportart blieb und ich nutzte das Brett noch Jahre später.

Aber „ging bei mir gut“ ist kein Sicherheitskonzept. Ohne meine Vorerfahrung und mit einem anderen Gewässer hätte derselbe Einstieg anders enden können. Mein Rat heute ist deshalb klar: Leihe dir für die erste Einheit ein passendes Board und lass dir Technik, Revier, Wiedereinstieg und Sicherheitsausrüstung von einem qualifizierten Trainer oder einem seriösen Verleih erklären. Starte nicht allein auf einem Fluss, bei ablandigem Wind oder auf offenem Wasser, nur weil die Oberfläche in Ufernähe ruhig aussieht.

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SUP lernen: die richtige Reihenfolge für deinen Einstieg

Die ersten Meter werden leichter, wenn du die Entscheidungen in der richtigen Reihenfolge triffst. Ein besonders breites Board nützt wenig, wenn der Wind dich vom Einstieg wegschiebt. Eine Leash kann auf einem See sinnvoll sein und auf einem Fluss zur Fangstelle werden. Und eine Auftriebshilfe macht aus einem Nichtschwimmer keinen sicheren Wassersportler.

  1. Schwimmfähigkeit ehrlich prüfen: Du musst dich ohne Hilfsmittel sicher im Wasser bewegen können.
  2. Kurs oder Einweisung wählen: Lerne nicht nur den Paddelschlag, sondern auch Materialkontrolle, Revierregeln, Sturz und Wiedereinstieg.
  3. Ein ruhiges Gewässer suchen: Für den ersten Versuch eignen sich überschaubare, ufernahe Bereiche ohne Strömung, Schiffsverkehr, Brandung oder ablandigen Wind.
  4. Ausrüstung anpassen: Board, Paddel, Auftriebshilfe, Leash und Kleidung müssen zu Körpergewicht, Gewässer und Wassertemperatur passen.
  5. Rückweg planen: Lege Strecke, Umkehrpunkt und einen alternativen Ausstieg fest, bevor du ablegst.
  6. Klein anfangen: Übe kniend, stehend, bremsend und drehend in Ufernähe, bevor du an eine Tour denkst.

Die gemeinsamen SUP-Sicherheitsregeln von DLRG, DKV, Wasserwacht und VDWS empfehlen ausdrücklich, Technik und Sicherheit bei einem Trainer, in einem Verein oder an einer zertifizierten Schule beziehungsweise Verleihstation zu lernen. Der VDWS-Grundschein verbindet Grundlagen auf dem Board mit sicherheitsrelevanter Theorie. Mir geht es dabei nicht um den Schein an sich. Eine qualifizierte Einweisung erspart dir Versuch und Irrtum an den Stellen, an denen Irrtum auf dem Wasser teuer werden kann.

Sascha Tegtmeyer steht bei einer früheren Tour auf einem SUP-Board
Historische Aufnahme aus meiner eigenen SUP-Praxis. Heute würde ich einem Anfänger zusätzlich zu Board und Paddel eine passende Einweisung, Auftriebshilfe und gewässergerechte Leash empfehlen. Selfie: Sascha Tegtmeyer

Das richtige Übungsgewässer: ruhig, ufernah und mit Ausstieg

Für die erste Einheit brauchst du keinen möglichst großen und abwechslungsreichen See. Du brauchst einen Bereich, den du überblicken kannst. Ideal sind ruhiges Wasser, ein flacher und erlaubter Einstieg, wenig Verkehr, ausreichend Abstand zu Schwimmern sowie mehrere Stellen, an denen du das Wasser wieder verlassen kannst. Erkundige dich vor Ort nach Befahrungsverboten, Naturzonen, Badebereichen und Schifffahrtsregeln.

Ein Kursrevier oder der abgegrenzte Bereich eines seriösen Verleihs ist für den Einstieg meist die vernünftigere Wahl als ein beliebiger See. Die Größe des Gewässers ist kein Qualitätsmerkmal. Je weiter das gegenüberliegende Ufer entfernt ist, desto leichter überschätzt man die eigene Reichweite.

Schleusen sind kein Übungsort. Auch Fahrwasser, Hafeneinfahrten, Wehre, Brückenpfeiler, umgestürzte Bäume und gespannte Leinen verlangen großen Abstand oder eine andere Route.

Wind, Strömung und Rückweg gehören zu einer Entscheidung

Eine glatte Wasserfläche direkt am Ufer kann täuschen. Bei ablandigem Wind liegt der Startbereich häufig im Windschatten von Häusern, Bäumen oder einer Steilküste. Weiter draußen trifft dich der Wind stärker und schiebt dich vom Land weg.

Der VDWS warnt deshalb ausdrücklich vor dieser Konstellation. Für einen Anfänger ist die richtige Entscheidung einfach: bei ablandigem Wind nicht starten.

Wenn die Bedingungen für eine kurze Übungsrunde geeignet sind, beginne gegen den Wind. So liegt der leichtere Abschnitt eher auf dem Rückweg. Das ist keine Garantie: Wind kann drehen oder zunehmen, Strömung kann eine andere Richtung haben und Erschöpfung verändert deine Möglichkeiten. Bleibe deshalb anfangs ufernah, lege einen frühen Umkehrpunkt fest und bestimme vor dem Start einen alternativen Ausstieg in der Richtung, in die Wind oder Strömung dich treiben würden.

Prüfe nicht nur eine allgemeine Wetter-App, sondern auch amtliche Warnungen. Die WarnWetter-App des Deutschen Wetterdienstes zeigt unter anderem Wind-, Gewitter-, Küsten- und ausgewählte Binnenseewarnungen. Schau unmittelbar vor dem Start noch einmal hinein und beobachte den Himmel während der Einheit. Bei Gewitter, aufziehender Wetterfront oder kräftigem Wind bleibt das Board an Land.

Bug eines SUP-Boards mit Paddel auf der Hamburger Außenalster bei Sonnenuntergang
Auf der Außenalster habe ich viele SUP-Runden gedreht. Auch vertrautes Wasser verlangt vor jedem Start einen neuen Blick auf Wind, Verkehr und Rückweg. Foto: Sascha Tegtmeyer

Welche Leash beim SUP? Das Gewässer entscheidet

Wähle deine Leash passend zum Gewässer: Eine konventionelle Leash am Knöchel ist auf Fließgewässern gefährlich. Für einen ruhigen See mag eine geeignete Boardleine verhindern, dass Wind das Brett nach einem Sturz wegtreibt. Auf einem Fluss kann dieselbe Fuß-Leash an einem Ast, Stein, Pfahl oder anderem Hindernis hängen bleiben. Die Strömung belastet die Leine weiter, während der Verschluss am Knöchel kaum noch erreichbar sein kann.

GewässertypLeash-Entscheidung für AnfängerWorauf es ankommt
Ruhiger See oder geschützte Bucht ohne Strömung und FangstellenGeeignete Boardleash verwenden; ein schnell lösbares System ist vorzuziehen.Die Leash hält das vom Wind bewegte Board erreichbar. Sie ersetzt weder Auftriebshilfe noch Schwimmfähigkeit.
Großer See oder Meer ohne Brandung, aber mit Wind und WellenNur nach Reviercheck und Einweisung mit passender Leash und Auftriebshilfe starten.Das Board kann nach einem Sturz schnell abtreiben. Wetter, Küstenform und Rückweg verschärfen das Risiko.
Fließgewässer oder Fluss mit HindernissenKeine konventionelle Knöchel- oder Wadenleash. Allenfalls ein dafür vorgesehenes Hüftsystem mit Panikverschluss nach fachlicher Einweisung verwenden.Eine feste Fuß-Leash kann sich verfangen. Fehlt ein geeignetes System oder die Übung damit, ist der Verzicht auf die Tour die richtige Anfängerentscheidung.
Starkes Fließgewässer oder WildwasserKein Anfängerrevier. Nicht ohne spezialisierte Ausbildung, Ortskenntnis und Wildwasserausrüstung starten.Strömung, Hindernisse und Rückläufe verlangen eigene Rettungs- und Leashkonzepte.
BrandungszoneNicht als erste Flatwater-Einheit wählen. Leash und Verhalten in einem Surf- oder SUP-Kurs vor Ort klären.Wellen, andere Personen, Board und Finne erzeugen andere Risiken als auf glattem Wasser.

Die aktuellen gemeinsamen Verbandsregeln verlangen eine zum Gewässer passende Leash und empfehlen einen Quick Release beziehungsweise Panikverschluss. Für Fließgewässer formuliert die DLRG Seeon-Truchtlaching in ihren Sicherheitshinweisen von Juni 2026 die Konsequenz besonders deutlich: keine fest am Fuß befestigte Leine; stattdessen nur geeignete Hüft- oder selbstauslösende Systeme oder, wenn diese fehlen, keine Leash. Das ist kein Detail, das man erst auf dem Wasser ausprobieren sollte. Lass dir das Lösen des Systems zeigen und übe es kontrolliert.

Auftriebshilfe und Kälteschutz: Zieh dich für das Wasser an

Die Luft kann warm sein, während das Wasser noch kalt ist. Wer dann hineinfällt, verliert nicht nur das Gleichgewicht, sondern kann mit Kreislaufproblemen und schneller Auskühlung reagieren. Richte deine Kleidung deshalb vorrangig nach der niedrigeren Temperatur von Luft und Wasser aus.

Je nach Bedingungen kommen Neopren, Trockenanzug, geeigneter Fußschutz, Kopf- und Sonnenschutz infrage. Eine pauschale Monatsregel hilft wenig: Miss oder prüfe die aktuelle Wassertemperatur.

Die gemeinsamen Regeln nennen eine passend sitzende Schwimmweste beziehungsweise Auftriebshilfe mit 50 Newton nach DIN EN ISO 12402-5, Schnellöffnung und Beingurt. Lass dich zur richtigen Größe und Bauart beraten. Eine Weste ist keine Erlaubnis, bei ungeeigneten Bedingungen zu starten, und sie ersetzt nicht die Voraussetzung, sicher schwimmen zu können.

  • Auftrieb: Weste korrekt anprobieren und alle Gurte einstellen; sie darf beim Zug nach oben nicht über den Kopf rutschen.
  • Kälteschutz: Kleidung auf einen vollständigen Sturz ins Wasser auslegen, nicht auf das warme Gefühl beim Pumpen am Ufer.
  • Sichtbarkeit: Helle Kleidung, Pfeife und bei schlechter Sicht geeignetes Licht mitnehmen.
  • Kommunikation: Mobiltelefon wasserdicht am Körper tragen, nicht lose unter dem Gepäcknetz verstauen.
  • Reserve: Trinkwasser und wasserdicht verpackte Wechselkleidung bei längeren Einheiten einplanen.

Ich hatte auf meinen früheren Touren regelmäßig eine Rettungsboje und ein Smartphone im Drybag dabei. Das Telefon würde ich weiterhin mitnehmen. Die Boje würde ich heute jedoch nicht als Ersatz für eine passend sitzende Auftriebshilfe behandeln. Sicherheitsausrüstung funktioniert nicht als Sammlung einzelner Gegenstände, sondern als System aus Schwimmfähigkeit, Kleidung, Auftrieb, Leash, Kommunikation und einer Route, die zur eigenen Erfahrung passt.

Welches SUP für Anfänger? Erst leihen, dann entscheiden

Mein erster Boardkauf war ein Blindflug. Ich hatte zwar Surferfahrung, aber noch keine eigene SUP-Einheit absolviert. Dass das bestellte Anfängerboard zu mir passte und mich über Jahre begleitete, war ein glücklicher Ausgang.

Daraus folgt keine Kaufregel. Wer noch nicht weiß, ob er kurze Runden, lange Touren, Küste oder Fitness fahren möchte, kann die richtige Form kaum aus einer Produktbeschreibung ableiten.

Für viele Einsteiger ist ein steifes Allround-iSUP sinnvoll, weil es transportabel und kippstabil sein kann. Der VDWS nennt für Anfänger als groben Orientierungsbereich 76 bis 86 Zentimeter Breite und drei bis 3,6 Meter Länge. Das sind keine Universalmaße.

Körpergewicht, zulässige Last, Volumen, Steifigkeit, Finne und Einsatzzweck gehören zusammen. Ein zu weiches oder überladenes Board biegt sich durch und fährt unruhig; ein sehr breites Brett kann stabil wirken, aber unnötig schwerfällig sein.

Leihe deshalb zuerst zwei oder drei passende Modelle unter Anleitung. Prüfe, ob du das Board allein tragen, kontrolliert wenden und nach einem Sturz wieder besteigen kannst. Achte beim Leihmaterial auf dichtes Ventil, intakte Oberfläche, feste Finne, unbeschädigtes Paddel, geeignete Leash und eine Auftriebshilfe in deiner Größe.

Erst wenn du deinen hauptsächlichen Einsatz kennst, lohnt sich die Kaufentscheidung.

Die erste SUP-Einheit: vom Knien zum kontrollierten Stehen

Beginne dort, wo du nicht sofort in Wind, Verkehr oder tiefes Wasser getrieben wirst. Ein Trainer sollte dir vor dem Einstieg zeigen, wie Board, Finne, Ventil, Paddel, Weste und Leash kontrolliert werden. Ebenso wichtig ist der Wiedereinstieg: Übe ihn unter Aufsicht in einem dafür geeigneten Bereich, bevor du dich weiter vom Ufer entfernst.

1. Kniend ein Gefühl für Board und Paddel bekommen

Knie zunächst ungefähr auf Höhe des Tragegriffs. Paddel einige Schläge auf beiden Seiten, bremse und drehe. So merkst du, wie früh das Board auf Gewichtsverlagerung reagiert. Bleibe nahe am Ufer.

Der erste Erfolg besteht nicht darin, möglichst schnell aufzustehen, sondern das Board kontrolliert anzuhalten und zum Ausgangspunkt zurückzukommen. Halte dabei ausreichend Abstand zu Schwimmern, anderen Boards und festen Hindernissen. Wechsle erst danach in den Stand, nicht bloß nach einer vorgegebenen Zeit.

2. Nacheinander aufstehen und den Blick heben

Stelle aus dem Kniestand einen Fuß nach dem anderen links und rechts des Tragegriffs auf. Die Füße stehen ungefähr parallel und etwa schulterbreit. Richte dich kontrolliert auf, halte die Knie locker und schau zum Horizont statt dauerhaft auf die Boardspitze.

Wenn du dich unsicher fühlst, geh wieder auf die Knie. Das ist kein Scheitern, sondern eine wirksame Möglichkeit, Windangriffsfläche und Sturzrisiko zu reduzieren.

3. Kurze Schläge, Bremsen und Wenden üben

Führe das Paddelblatt vollständig ins Wasser und ziehe es nah am Board nach hinten. Wechsle die Seite, bevor du weit vom Kurs abweichst. Übe danach bewusst das Bremsen mit einem rückwärts gerichteten Schlag und eine weite Bogendrehung.

Geschwindigkeit ist in der ersten Einheit unwichtig. Kontrolle entscheidet, ob du einem Schwimmer, Hindernis oder anderen Board rechtzeitig ausweichen kannst.

4. Sturz und Wiedereinstieg kontrolliert üben

Lass dir zeigen, wie du Abstand zu Board und Finne hältst, wie du dein Paddel sicherst und von der Seite wieder auf das Brett gelangst. Diese Übung gehört in ruhiges Wasser, in Ufernähe und unter Aufsicht. Sie darf nicht erstmals notwendig werden, wenn du bereits erschöpft, ausgekühlt oder weit draußen bist.

Mein Zehn-Minuten-Check vor jeder SUP-Runde

Auch nach vielen Touren lohnt sich derselbe kurze Ablauf. Routine soll Entscheidungen vereinfachen, nicht die Aufmerksamkeit ausschalten.

  • Schwimmen: Bin ich heute körperlich in der Lage, mir nach einem Sturz selbst zu helfen?
  • Revier: Darf ich hier paddeln, und wo liegen Bade-, Natur-, Hafen- oder Schifffahrtszonen?
  • Wetter: Was melden Windrichtung, Böen, Gewitterwarnung und Sicht für die nächsten Stunden?
  • Wasser: Wie kalt ist es, gibt es Strömung, Wellen, Hindernisse oder einen veränderten Pegel?
  • Kleidung und Auftrieb: Passen Kälteschutz, Sonnenschutz und Weste zu einem vollständigen Sturz?
  • Leash: Ist das System für genau diesen Gewässertyp geeignet, erreichbar und geübt?
  • Material: Stimmen Herstellerdruck, Ventil, Finne, Paddelverbindung und Gepäcksicherung?
  • Route: Wo drehe ich um, und wo liegt mein Notausstieg, wenn der Rückweg nicht funktioniert?
  • Begleitung: Wer paddelt mit, und wer an Land kennt Strecke und geplante Rückkehrzeit?
  • Notruf: Sind Telefon und Pfeife am Körper erreichbar und wasserdicht verpackt?
Mehrere Stand-up-Paddler zwischen Badegästen in einer flachen Ostseebucht
In einer belebten Badebucht müssen Stehpaddler Abstand halten, örtliche Zonen beachten und ihre Route an Schwimmer und andere Wassernutzer anpassen. Foto: Sascha Tegtmeyer

Wann Anfänger besser an Land bleiben

Eine abgesagte Runde ist keine Niederlage. Sie zeigt, dass du Bedingungen beurteilst, bevor sie dich beurteilen. Ich würde einem Anfänger vom Start abraten, wenn einer dieser Punkte zutrifft:

  • Du kannst nicht sicher schwimmen oder fühlst dich körperlich angeschlagen.
  • Es gibt ablandigen oder kräftigen Wind, eine Gewitterwarnung, schlechte Sicht oder eine aufziehende Front.
  • Strömung, Pegel, Wellen oder Wassertemperatur kannst du nicht einschätzen.
  • Die passende Auftriebshilfe, Kleidung oder Leash-Lösung fehlt.
  • Der einzige Rückweg führt durch Fahrwasser, Brandung, eine Schleuse oder an Fangstellen vorbei.
  • Niemand an Land kennt deine Route, oder du hast keine erreichbare Notfallkommunikation.
  • Du hast Alkohol oder andere berauschende Mittel konsumiert.

Gerade Flüsse wirken vom Ufer häufig harmloser, als sie sind. Strömung bleibt nicht überall gleich, und Hindernisse liegen teilweise knapp unter der Oberfläche. Übe zuerst auf ruhigem Wasser und wechsle erst mit Kurs, passender Ausrüstung und Ortskenntnis auf anspruchsvollere Reviere.

Wie schnell kann man Stand Up Paddling lernen?

Manche stehen in der ersten Einheit, andere bleiben zunächst auf den Knien. Beides ist normal. Wind, Board, Körpergefühl, Vorerfahrung und Anleitung verändern das Lerntempo.

Ein glaubwürdiger Kurs verspricht dir deshalb nicht, nach einer festen Zahl von Minuten „sicher“ zu sein. Das Ziel der ersten Einheit lautet: kontrolliert starten, bremsen, wenden, zurückkehren und wieder aufs Board kommen.

Bei mir kam der Fortschritt über Regelmäßigkeit. Später übte ich schnelle Kurven mit Ausfallschritt, bewegte mich auf dem Board und testete die Balance in anspruchsvolleren Situationen. Irgendwann bremste mich das breite Anfängerboard mehr, als es mir half.

Der richtige Zeitpunkt für ein Touringboard entstand also aus meiner Nutzung, nicht aus einem Kalender. Fahre erst das vorhandene oder geliehene Material sauber, bevor du Geld in die nächste Kategorie steckst.

Wenn die Grundlagen sitzen, findest du auf Just Wanderlust vertiefende Erfahrungen zum SUP auf der Alster, zum SUP auf der Ostsee und zum SUP im Winter. Der Überblick zu Stand Up Paddling führt zu weiteren Revier- und Ausrüstungsthemen. Für einen rücksichtsvollen Umgang mit Uferzonen und Material gibt es außerdem meine Tipps zum nachhaltigen Stand Up Paddling.

Sicherheitsquellen und Recherche-Stand

Recherche-Stand dieses Beitrags ist der 31. Juli 2026. Maßgeblich waren die aktuellen gemeinsamen SUP-Regeln von Deutschem Kanu-Verband, DLRG, Wasserwacht und VDWS, die Revier-, Touren- und Materialchecks des VDWS, die aktuellen DLRG-Hinweise für Fließgewässer sowie die Wetterwarnungen des DWD.

Lokale Befahrungsregeln, Pegel, Sperrzonen und Bedingungen können sich ändern. Prüfe sie für dein konkretes Gewässer unmittelbar vor jeder Tour und frage bei Unsicherheit eine örtliche Wassersportschule, einen Kanuverein oder die zuständige Stelle.

Häufige Fragen zu SUP-Tipps für Anfänger

Brauche ich als Anfänger einen SUP-Kurs?

Für einen guten Einstieg empfehle ich einen qualifizierten Kurs oder mindestens eine persönliche Einweisung. Du lernst dort nicht nur das Aufstehen, sondern auch Reviercheck, Sicherheitsausrüstung, Sturz, Wiedereinstieg, Bremsen und Rückwegplanung. Entscheidend ist nicht der Schein, sondern dass du diese Abläufe unter passenden Bedingungen praktisch übst.

Kann ich SUP fahren, wenn ich nicht sicher schwimmen kann?

Nein. Sichere Schwimmfähigkeit ist nach den gemeinsamen Verbandsregeln Voraussetzung für Wassersport. Eine Auftriebshilfe reduziert Risiken, ersetzt aber nicht die Fähigkeit, dich nach einem Sturz im Wasser zu bewegen.

Welche Leash ist für SUP-Anfänger richtig?

Das hängt vom Gewässer ab. Auf ruhigem Stillgewässer und auf offenem Wasser ohne Fangstellen wird eine geeignete Boardleash empfohlen. Auf Fließgewässern darf keine konventionelle Leash am Knöchel oder an der Wade befestigt werden.

Dort kommt allenfalls ein dafür vorgesehenes, eingeübtes Hüftsystem mit Panikverschluss infrage. Wildwasser und Brandung gehören in eine spezialisierte Ausbildung.

Brauche ich beim SUP eine Schwimmweste?

Die aktuellen gemeinsamen Sicherheitsregeln empfehlen eine passend sitzende Schwimmweste beziehungsweise 50-N-Auftriebshilfe. Sie gehört mit Schwimmfähigkeit, Kälteschutz, Leash, Wetter- und Routenplanung zu einem Gesamtsystem. Lass Größe und Bauart passend zu dir und deinem Revier auswählen.

Kann ich direkt auf dem Meer oder einem Fluss anfangen?

Eine geschützte, ruhige Bucht kann unter Anleitung geeignet sein. Offene Küste, Brandung und Fließgewässer stellen jedoch zusätzliche Anforderungen an Leash, Strömungsbeurteilung, Wind, Rettung und Ortskenntnis. Für den ersten selbstständigen Versuch ist ein ruhiges, erlaubtes Stillgewässer mit kurzem Weg zum Ufer die bessere Wahl.

Mein Fazit: Erst den Rückweg klären, dann aufstehen

Stand Up Paddling kann schnell zugänglich sein. Genau darin liegt seine Stärke und ein Teil seines Risikos. Das Board liegt am Strand, die Sonne scheint, das Wasser sieht glatt aus – und fünf Minuten später stellt man fest, dass Wind und Entfernung auf dem Rückweg eine andere Rechnung aufmachen.

Ich würde heute noch immer mit derselben Neugier aufs Board steigen wie damals. Ich würde den Einstieg nur anders organisieren: erst leihen, einweisen lassen, Gewässer und Wetter prüfen, passende Auftriebshilfe und Leash wählen, den Wiedereinstieg üben und die erste Runde bewusst kurz halten. Das nimmt dem Sport nichts. Es schafft die Ruhe, die man braucht, um ihn wirklich zu genießen.

Stehst du vor deiner ersten SUP-Einheit – und welche Frage zu Gewässer, Leash oder Ausrüstung ist bei dir noch offen? Schreib sie in die Kommentare.

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Über Sascha Tegtmeyer

Über Sascha Tegtmeyer

Reisejournalist, Autor und Gründer von Just Wanderlust

Ich schreibe auf Just Wanderlust aus eigener Reiseerfahrung über Orte, Meer und Outdoor-Abenteuer. Mehr über mich und meine Arbeit.

1 Comment

  1. Sehr guter Beitrag, wenn Ihr es zum 1. Mal auf dem Meer ausprobiert, würde ich Euch zu einem Anfaänger Kurs raten, selbst wenn das Meer ruhig ist und es wenig bis gar keinen Wind hat, das kann sich ganz schnell ändern, auch im Hochsommer, hier bei uns in Calpe an der Costa Blanca kann es um 9 Uhr top ruhig sein, und eine Stunde später zieht der Wind an und unerfahrene SUPer kommen ins schleudern….

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