AirPods 1 im Langzeitrückblick: Reisen, Sport und Gebrauchtkauf

by Sascha Tegtmeyer | Okt. 15, 2018

Die AirPods der ersten Generation waren für mich vor allem deshalb stark, weil sie klein, sofort verbunden und im Alltag immer griffbereit waren. Auf Reisen nutzte ich sie am Urlaubsort, beim Telefonieren und mit der Apple Watch. Im Flugzeug fehlte mir die Geräuschreduzierung, beim Joggen saßen sie in meinen Ohren zu locker und Feuchtigkeit war keine gute Idee. Heute führt Apple die AirPods 1 weltweit als Vintage-Produkt. Ich würde sie deshalb nicht mehr gezielt gebraucht kaufen – aber ein vorhandenes, noch gut funktionierendes Paar kann weiterhin nützlich sein.

Unbezahlte Werbung / historischer Produkttest: Ich habe die AirPods über mehr als anderthalb Jahre täglich zu Hause und auf Reisen benutzt. Dieser Beitrag bewertet diese Erfahrung aus heutiger Sicht und ist kein neuer Test eines aktuellen AirPods-Modells.

Mein Urteil vorweg

Die AirPods 1 waren ein hervorragend integriertes Alltagsprodukt ihrer Zeit. Das automatische Verbinden, das kleine Ladecase und die unkomplizierte Nutzung mit iPhone, Mac und Apple Watch machten für mich den Unterschied. Als Gebrauchtkauf sind sie 2026 wegen alter Akkus, Hygiene, fehlendem ANC und Vintage-Status kaum sinnvoll.

Weißer Stöpsel im Ohr: die AirPods kommen bei uns täglich Zuhause und auf Reisen zum Einsatz. Foto: Sascha Tegtmeyer
Weiße Stöpsel im Ohr: die AirPods kommen bei uns täglich Zuhause und auf Reisen zum Einsatz. Foto: Sascha Tegtmeyer

Was damals tatsächlich so gut funktionierte

Ich öffnete das Ladecase neben dem iPhone, wartete kurz und die Verbindung stand. Danach erschienen die AirPods auch auf meinen anderen Apple-Geräten. Diese Einfachheit war keine Kleinigkeit. Ein Kopfhörer, der in der Tasche bleibt, weil das Koppeln nervt, klingt in der Praxis überhaupt nicht.

Die Ohrhörer waren leicht, das Case passte in die Hosentasche und lud sie unterwegs nach. Optische Sensoren erkannten, wenn ich einen AirPod herausnahm. Für Telefonate, Musik am Schreibtisch und kurze Wege waren sie schnell zur Hand.

Auf Reisen: praktisch am Ziel, schwach im Flugzeug

Am Urlaubsort mochte ich die AirPods. Sie brauchten kaum Platz und ließen sich für einen Spaziergang, am Strand oder zum Telefonieren schnell einsetzen. Im Flugzeug und an lauten Flughäfen zeigte sich dagegen der entscheidende Nachteil: Die erste Generation besitzt keine aktive Geräuschunterdrückung und dichtet das Ohr konstruktionsbedingt kaum ab.

Wer die Umgebung übertönen will, dreht dann leicht zu laut auf. Das ist keine vernünftige Lösung. Für Flüge nahm ich deshalb zusätzlich einen großen ANC-Kopfhörer mit. Heute würde ich diese Doppelstrategie nur wählen, wenn beide Geräte einen klaren Zweck erfüllen. Ansonsten ist ein aktueller, gut sitzender In-Ear mit Geräuschreduzierung leichter.

Die Ladecase ist nicht nur Transportbox, sondern auch Zusatzakku für die AirPods. Foto: Sascha Tegtmeyer
Die Ladecase ist nicht nur Transportbox, sondern auch Zusatzakku für die AirPods. Foto: Sascha Tegtmeyer

Das Case ist Transportbox und Zusatzakku zugleich. Genau dort sammelt sich aber auch Schmutz. Nach längerer täglicher Nutzung zeigten sowohl die glänzende Schale als auch die Ohrhörer Kratzer und schwer zugängliche Ablagerungen. Regelmäßige vorsichtige Reinigung gehört bei solchen In-Ears nicht zur Kosmetik, sondern zur Hygiene.

Beim Sport entscheidet allein die Passform

Im Fitnessstudio funktionierten die AirPods für mich gut. Beim Joggen sah es anders aus. Sobald ich mich stärker bewegte, saßen sie locker und drohten herauszufallen. Zubehörbänder und Ohrbügel können helfen, verändern aber das einfache Konzept.

AirPods im Test: beim Sport sitzen die kleinen weißen Ohrhörer manchmal etwas locker. Foto: Sascha Tegtmeyer
AirPods im Test: beim Sport sitzen die kleinen weißen Ohrhörer manchmal etwas locker. Foto: Sascha Tegtmeyer

Die Passform ist individuell. Dass sie mir beim Laufen nicht sicher genug saßen, bedeutet nicht, dass sie aus jedem Ohr fallen. Es bedeutet aber: Einen nicht abdichtenden Einheits-Ohrhörer sollte man vor sportlicher Nutzung mit schnellen Kopfbewegungen testen. Auf Straßen und Wegen muss zudem genug Umgebung hörbar bleiben.

Meine Anti-Empfehlung: AirPods 1 gebraucht kaufen, um damit regelmäßig im Regen oder bei schweißtreibenden Läufen zu trainieren. Das Modell stammt aus einer anderen Produktgeneration und ist dafür aus heutiger Sicht die falsche Wette.

Telefonieren und Apple Watch

Beim Telefonieren gefiel mir die Freiheit ohne Kabel. In mehreren Gesprächen kamen meine Stimme und wenig störende Umgebung beim Gegenüber an. Wind und starke Außengeräusche bleiben dennoch schwierige Bedingungen. Ein historischer positiver Eindruck ersetzt keinen heutigen Mikrofontest eines alten Exemplars.

Besonders angenehm war die Verbindung mit der Apple Watch. Musik oder Hörbücher konnten ohne ständiges Hantieren mit dem iPhone abgespielt werden. Diese Verzahnung war einer der Gründe, weshalb ich die AirPods so häufig nutzte.

Warum ein alter Akku die Kaufentscheidung kippt

Die winzigen Akkus sitzen in den Ohrhörern und im Ladecase. Nach vielen Ladezyklen sinkt ihre Kapazität. Bei einem gebrauchten Paar können der linke und rechte AirPod außerdem unterschiedlich schnell leer werden. Eine kurze Funktionsprüfung sagt darüber wenig aus.

Vor einem Gebrauchtkauf müsstest du mindestens prüfen:

  • Laufzeit beider Ohrhörer bei gleicher Lautstärke,
  • Ladeverhalten jedes AirPods im Case,
  • Akkustand und Entladung des Cases,
  • Mikrofone bei einem echten Telefonat,
  • automatische Ohrerkennung,
  • Modellnummern und Zuordnung zum Ladecase,
  • sichtbare Verschmutzung, Risse und Korrosion.

Selbst dann bleibt das wirtschaftliche Risiko. Apple führt die erste Generation seit Juni 2026 weltweit als Vintage-Produkt. Service kann bei Vintage-Geräten noch möglich sein, hängt aber von Teilen und Region ab. Für einen gezielten Kauf würde ich ein aktuelleres Modell mit frischem Akku und nachvollziehbarer Gewährleistung vorziehen.

AirPods 1, AirPods 2 und neuere Modelle nicht verwechseln

Die Generationen sehen sich teilweise ähnlich. Apple nennt für die AirPods 1 die Modellnummern A1523 und A1722; sie wurden 2016 eingeführt. AirPods 2 tragen andere Modellnummern. Prüfe die Angaben in den Bluetooth-Einstellungen und auf den Ohrhörern, bevor du Zubehör oder Ersatzteile bestellst.

Aktuelle Modelle bieten je nach Variante andere Passformen, Anschlüsse und Funktionen. Mein alter Test beantwortet deshalb nur, wie sich die erste Generation bei mir bewährt hat. Wie Kopfhörer in mein Gesamtpaket passen, ordne ich im Ratgeber zur technischen Ausrüstung auf Reisen ein. Meine Erfahrungen mit einer moderneren ANC-Variante findest du im AirPods Pro 2 Test.

Mein Fazit

Die ersten AirPods machten eine damals neue Idee im Alltag erstaunlich reibungslos: Case öffnen, einsetzen, hören. Diese Verlässlichkeit, das geringe Gewicht und die enge Verbindung zur Apple Watch waren ihre großen Stärken.

Ihre Grenzen sind heute ebenso klar. Kein ANC, kein sicherer Sitz in jedem Ohr, alte Akkus und ein inzwischen offizieller Vintage-Status sprechen gegen den bewussten Gebrauchtkauf. Wenn dein vorhandenes Paar noch sauber funktioniert, musst du es nicht aus Prinzip ersetzen. Für einen Neukauf gibt es jedoch vernünftigere Optionen.

Wie lange hat der Akku deiner ältesten kabellosen Ohrhörer im Alltag durchgehalten?

Quellen und Stand

Meine Erfahrungen stammen aus der täglichen Nutzung der AirPods 1. Modellnummern und technische Grundlagen habe ich am 1. August 2026 in den offiziellen Apple-Seiten zu den AirPods 1 technischen Daten und zur Identifikation von AirPods geprüft. Den Vintage-Status dokumentiert Apple in der Übersicht zum Service nach Ablauf der Garantie.

Über Sascha Tegtmeyer

Über Sascha Tegtmeyer

Reisejournalist, Autor und Gründer von Just Wanderlust

Ich schreibe auf Just Wanderlust aus eigener Reiseerfahrung über Orte, Meer und Outdoor-Abenteuer. Mehr über mich und meine Arbeit.

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