Bose QuietComfort 35 II im Langzeitrückblick: Reisen, ANC und Gebrauchtkauf

by Sascha Tegtmeyer | Juli 2, 2018

Der Bose QuietComfort 35 II war über Jahre mein verlässlicher Reisekopfhörer. Besonders im Flugzeug reduzierte er das gleichmäßige Triebwerksgeräusch deutlich, saß auch auf längeren Strecken bequem und ließ sich kompakt im festen Etui verstauen. Seine Schwächen lagen für mich bei Wärme und intensiver Nutzung: Unter den Ohrmuscheln staute sich Hitze, die Polster verschlissen und mussten ersetzt werden. Bose verkaufte das Modell von 2017 bis 2022; Ersatzpolster sind weiterhin dokumentiert. Ein gebrauchter QC35 II kann sinnvoll sein, wenn Akku, Gelenke, Polster und Elektronik nachweislich gut sind.

Unbezahlte Werbung / historischer Produkttest: Ich habe den QC35 II selbst über lange Zeit im Büro, beim Sport und auf Reisen benutzt. Dieser Beitrag ist kein erneuter Test im Jahr 2026. Aktuelle Supportangaben habe ich bei Bose geprüft.

Mein Bose-QC35-II-Test in Kürze

Der QC35 II war für mich kein besonders aufregend gestalteter, aber ein sehr funktionaler Reisebegleiter. Komfort, geringes Gewicht, faltbare Bauweise und ANC passten ausgezeichnet zu Flugreisen. Für heiße Reiseziele, Sand und schweißtreibenden Sport war er deutlich weniger geeignet.

Das Design des Bose QuietComfort QC35 II ist zweckmäßig – bei diesem Top-Kopfhörer zählen die inneren Werte. Foto: Sascha Tegtmeyer
Das Design des Bose QuietComfort QC35 II ist zweckmäßig – bei diesem Top-Kopfhörer zählen die inneren Werte. Foto: Sascha Tegtmeyer

Warum der unscheinbare Kopfhörer so oft mitflog

Der erste Eindruck war eher zweckmäßig als luxuriös. Durch die beiden Gelenke ließ sich der Kopfhörer klein zusammenfalten. Aufgesetzt wirkte er leichter, als das Volumen vermuten ließ. Der Bügel war schnell eingestellt, die weichen Polster umschlossen meine Ohren und die Tasten ließen sich ohne Touchgesten ertasten.

Im Alltag verband ich ihn mit iPhone und iPad. Sprachansagen nannten Akkustand und verbundene Geräte. Das war nicht spektakulär, funktionierte aber zuverlässig. Bei Reiseausrüstung ist genau das oft wichtiger als ein Effekt, den man in den ersten zehn Minuten bestaunt.

Im Flugzeug spielte der QC35 II seine größte Stärke aus

Die deutlichste Erfahrung entstand im Flugzeug. Sobald ich ANC aktivierte, trat das tiefe, gleichmäßige Geräusch der Triebwerke stark zurück. Ich nutzte den Kopfhörer nicht nur für Musik und Filme, sondern auf Nachtflügen teilweise auch ohne Wiedergabe, um die Geräuschkulisse zu reduzieren.

Müde bin ich, geht zur Ruh': Dank der Geräuschreduzierung (ANC) des Bose Quietcomfort QC35 kann man im Flugzeug ganz wunderbar schlafen. Foto: Sascha Tegtmeyer
Müde bin ich, geht zur Ruh': Dank der Geräuschreduzierung (ANC) des Bose Quietcomfort QC35 kann man im Flugzeug ganz wunderbar schlafen. Foto: Sascha Tegtmeyer

ANC entfernt nicht jedes Geräusch. Stimmen, Durchsagen und plötzliche Töne können weiterhin hörbar bleiben. Genau das ist auch sinnvoll. Sicherheitsanweisungen und die Umgebung dürfen auf einer Reise nicht vollständig ausgeblendet werden.

Mit einem passenden Airline-Adapter ließ sich der Kopfhörer am damaligen Bordunterhaltungssystem nutzen. Ob du heute überhaupt noch einen Adapter brauchst, hängt vom Flugzeug und Sitzsystem ab. Ich würde ihn nicht blind kaufen, sondern die Anschlüsse der typischen Airline prüfen und notfalls das analoge Kabel mitnehmen.

Klang und Komfort: mein praktischer Maßstab

Der Klang gefiel mir im Alltag sehr gut. Stimmen waren verständlich, Musik wirkte ausgewogen und das ANC schuf eine ruhige Basis. Ich habe keine Labormessung vorgenommen und würde den QC35 II nicht zum neutralsten Studiokopfhörer erklären. Als normaler Hörer wollte ich einen angenehmen Klang über viele Stunden – und genau das bekam ich.

Der Komfort war für mich ein Hauptargument. Auf längeren Strecken drückte der Kopfhörer weniger als manch schwereres Premiumgerät. Die konkrete Passform bleibt individuell. Brille, Kopfform, Ohrgröße und Zustand der Polster können das Ergebnis verändern.

Wärme, Sand und Verschleiß: die Schattenseiten

Bei Temperaturen über etwa 25 Grad wurde es unter den geschlossenen Ohrmuscheln für mich schnell warm. Am Pool, an tropischen Reisezielen oder beim Sport wechselte ich deshalb auf In-Ears. Das Problem ist bauartbedingt und kein kleiner Detailfehler, wenn du viel in Wärme unterwegs bist.

Am Strand kommt Sand hinzu. Feine Körner gelangen in Gelenke und Etui, zerkratzen Flächen und setzen sich unter Polstern fest. Ich würde den QC35 II dort nur mit sauberem Etui und sehr bewusst verwenden.

Meine Ohrpolster zeigten nach intensiver täglicher Nutzung deutlichen Verschleiß. Bose ersetzte sie bei mir damals innerhalb der Garantie. Heute dokumentiert der Hersteller weiterhin den Polstertausch. Das ist erfreulich, aber kein Grund, beschädigte Polster beim Kauf zu ignorieren: Ersatz kostet Geld und ein ungepflegter Kopfhörer kann weitere Probleme verbergen.

Bose QC35 II gebraucht kaufen: meine Prüfliste

Bose kennzeichnet den QC35 II als von 2017 bis 2022 verkauft. Selbst das jüngste regulär verkaufte Exemplar ist damit nicht neu. Der Akku ist deshalb die wichtigste unbekannte Größe.

  1. Vollständig laden und die Laufzeit mit aktiviertem ANC beobachten.
  2. Beide Kanäle bei leiser und mittlerer Lautstärke vergleichen.
  3. ANC in ruhiger und gleichmäßig lauter Umgebung prüfen.
  4. Gelenke langsam falten und auf Risse, Spiel oder Knacken untersuchen.
  5. Polster abnehmen beziehungsweise den Sitz und die Befestigung prüfen.
  6. Tasten, Sprachansagen, Kabelbetrieb und Ladebuchse testen.
  7. Neu koppeln und die Verbindung mit zwei Geräten ausprobieren.
  8. Etui, Kabel, Seriennummer und Herkunft kontrollieren.

Ein Akku, der nach kurzer Zeit einbricht, lässt sich nicht durch neue Polster retten. Ein niedriger Preis ist nur dann günstig, wenn das Gerät den vorgesehenen Einsatz noch zuverlässig erfüllt.

Meine Anti-Empfehlung: Einen ungeprüften QC35 II für eine bevorstehende Fernreise kaufen und sich darauf verlassen, dass eine alte Hersteller-Laufzeitangabe noch gilt. Teste ihn mehrere Tage vor Abflug.

QC35 II oder Bose 700?

Ich habe beide Modelle benutzt. Der QC35 II war faltbar, leicht und für mich auf langen Reisen sehr bequem. Der Bose 700 wirkte moderner, bot Touch-Bedienung und überzeugte mich besonders bei Telefonaten. Welcher besser sitzt, entscheidet sich am Kopf, nicht in einer Tabelle.

PrioritätMeine Tendenz
kleines TransportmaßQC35 II
Tasten statt TouchQC35 II
Telefonie im FreienBose 700
moderne BedienungBose 700
Wärme beim Sportbeide nur eingeschränkt

Meine Erfahrungen mit dem anderen Modell stehen im Bose NCH 700 Rückblick. Wie Kopfhörer in mein Gesamtpaket passen, ordne ich im Ratgeber zur technischen Ausrüstung auf Reisen ein.

Lohnt sich der Bose QC35 II heute noch?

Als vorhandener Kopfhörer: Ja, solange Akku, Polster und Elektronik funktionieren. Sein Komfort und die Reiseeigenschaften sind nicht plötzlich verschwunden.

Als Gebrauchtkauf: Nur bei gutem Zustand, nachvollziehbarem Preis und ausreichend langer eigener Prüfung.

Als gezielter Neukauf aus altem Lagerbestand: Eher nicht ohne klare Gewährleistung und einen erheblichen Preisvorteil. Ein unbenutzter Karton verhindert keine kalendarische Akku-Alterung.

Mein Fazit

Der QC35 II war eines jener Reise-Gadgets, die ihren Platz nicht durch eine lange Funktionsliste verdienten, sondern durch Wiederholung. Einpacken, aufsetzen, Ruhe. Gerade im Flugzeug war der Unterschied für mich jedes Mal unmittelbar hörbar.

Sein Alter verlangt heute eine andere Bewertung als 2018. Der Kopfhörer kann weiterhin gut sein. Aber der konkrete Zustand ist das Produkt. Akku, Polster, Gelenke und Ladebuchse entscheiden – nicht die Erinnerung an einen Bestseller.

Nutzt du noch einen QC35 II auf Reisen, und wie hat sich sein Akku über die Jahre entwickelt?

Quellen und Stand

Die Nutzungserfahrungen stammen aus meinem eigenen Langzeittest. Den Modellzeitraum und die aktuelle Anleitung zum Polstertausch habe ich am 1. August 2026 auf der offiziellen Bose-Supportseite zum QuietComfort 35 II geprüft. Ersatzteilverfügbarkeit und Reparaturkonditionen können sich ändern.

Über Sascha Tegtmeyer

Über Sascha Tegtmeyer

Reisejournalist, Autor und Gründer von Just Wanderlust

Ich schreibe auf Just Wanderlust aus eigener Reiseerfahrung über Orte, Meer und Outdoor-Abenteuer. Mehr über mich und meine Arbeit.

0 Comments

Deine Erfahrung zählt

Für Prüfung, Moderation und Spam-Abwehr verarbeiten wir deinen Namen, deine E-Mail-Adresse, den Kommentar, deine IP-Adresse und Browserdaten. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Mehr dazu steht in der Datenschutzerklärung.