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Haie im Mittelmeer: Gefahr für Urlauber auf Mallorca und Co?

Im Mittelmeer kommen zahlreiche Hai-Arten vor. Vom Weißen Hai bis zum Blauhai gibt es etliche Spezies der Raubfische, die sich in den Gewässern der beliebten Urlaubsziele zwischen Gibraltar und Israel, Mallorca und Zypern, Tunesien, Sizilien und der Adria antreffen lassen. Sind Haie im Mittelmeer eine Bedrohung für Menschen? Und welche Tiere im Mittelmeer sind wirklich gefährlich? Wir geben Euch einen Überblick über die wichtigsten Fakten – damit Euer nächster Strandurlaub in Südeuropa ohne Angst vor Haien stattfinden kann.

Im Laufe der Jahre war ich relativ oft auf Gozo – der kleinen Nachbarinsel von Malta – tauchen. Und immer, wenn wir an einem bestimmten Felsen vor der Küste abtauchen wollten, berichtete mein Tauchlehrer: “Hier wurde der Weiße Hai gesehen!” Weiße Haie im Mittelmeer? Ich glaubte jahrelang, er wollte uns an der Nase herumführen. Doch ich irrte: 1987 wurde vor Malta der mit 7,1 Metern größte Weiße Hai im Mittelmeer gefangen. Das Gebiet zwischen Malta, Sardinien, Sizilien und Tunesien gilt als bevorzugtes Revier Weißer Haie im Mittelmeer. Doch die großen Raubfische sind längst nicht die einzigen Hai-Arten im Mittelmeer. 

Haie sind in dem südeuropäischen Meer längst keine Ausnahme. Mehrere Dutzend Hai-Arten schwimmen in der Badewanne Europas. Im Juni 2018 dann eine kleine Sensation: gesichtet wurde ein Weißer Hai vor Mallorca. Die Raubfische kommen im Mittelmeer nach wie vor unheimlich selten vor. Obwohl sich die Bestände zu erholen scheinen. Nach Jahren der Überfischung gibt es im Mittelmeer immer mehr Meeresschutzgebiete – und mit den Beutefischen kommen auch die großen Jäger zurück.

Der Große Schwarzspitzenhai kann ebenfalls im Mittelmeer vorkommen. Foto: Unsplash
Der Große Schwarzspitzenhai kann ebenfalls im Mittelmeer vorkommen. Foto: Unsplash

Das sind tolle Nachrichten für Hai-Fans, die als Taucher oder Schnorchler nur liebend gern einmal mit Haien im Mittelmeer tauchen würden. Viele Schwimmer und Badeurlauber sehen das hingegen ganz anders. Kennt Ihr das Gefühl, wenn Ihr im Strandurlaub seid und im klaren Wasser einer Bucht im tieferen Wasser schwimmt – und denkt: Was da wohl gerade unter meinen Füßen ist? Den meisten Menschen dürfte klar sein, dass ihnen beim Baden keine Gefahr droht. Aber ein mulmiges Gefühl bleibt. Denn im Mittelmeer gibt es zahlreiche Tiere wie Haie, Barrakudas und Quallen, die zumindest in Einzelfällen schon Menschen angegriffen haben. Können Haie im Mittelmeer also zur Gefahr werden? Und wenn nicht: Welche Tiere im Mittelmeer sind wirklich gefährlich? 

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Überblick: welche Hai-Arten gibt es im Mittelmeer?

  • Siebenkiemerhai
  • Sechskiemerhai
  • Dornhai (Squalus acanthias)
  • Glatter Engelhai (Squatina oculata)
  • Katzenhai
  • Grauer Glatthai (Mustelus mustelus)
  • Sandtigerhai (Carcharias taurus)
  • Gemeiner Fuchshai (Alopias vulpinus)
  • Riesenhai (Cetorhinus maximus)
  • Weißer Hai (Carcharodon carcharias)
  • Kurzflossen-Mako (Isurus oxyrinchus)
  • Heringshai (Lamna nasus)
  • Bronzehai (Carcharhinus brachyurus)
  • Großer Schwarzspitzenhai (Carcharhinus brevipinna)
  • Seidenhai (Carcharhinus falciformis)
  • Kleiner Schwarzspitzenhai (Carcharhinus limbatus)
  • Weißspitzen-Hochseehai (Carcharhinus longimanus)
  • Schwarzspitzen-Riffhai (Carcharhinus melanopterus)
  • Sandbankhai (Carcharhinus plumbeus)
  • Tigerhai (Galeocerdo cuvier)
  • Blauhai (Prionace glauca)
  • Bogenstirn-Hammerhai (Sphyrna lewini)
  • Großer Hammerhai (Sphyrna mokarran)

Von Mallorca bis Zypern: Welche Hai-Arten lassen sich im Wasser antreffen?

Wie genial wäre es, beim Tauchen im Mittelmeer einem Tigerhai zu begegnen? Die Wahrscheinlichkeit geht gegen 0 – die Tiere sollen jedoch aus wärmeren Gefilden ins Mittelmeer eingewandert sein. Foto: Unsplash
Wie genial wäre es, beim Tauchen im Mittelmeer einem Tigerhai zu begegnen? Die Wahrscheinlichkeit geht jedoch gegen Null – die Tiere sollen jedoch aus wärmeren Gefilden ins Mittelmeer eingewandert sein. Foto: Unsplash

Haien im Mittelmeer zu begegnen ist leider mehr als unwahrscheinlich, auch wenn sich die Bestände ganz langsam zu erholen scheinen. Bisher sind die Zahlen noch immer desaströs: Während weltweit 17 Prozent aller Hai-Arten akut vom Aussterben bedroht sind, sind es im Mittelmeer zwischen Gibraltar und Israel satte 57 Prozent der Hai-Arten, die aufgrund von Überfischung stark gefährdet sind. 

Und dennoch kommt es im Mittelmeer immer wieder vor, dass Haie gesichtet werden. Fragt mal einen Taucher, wie er es finden würde, im Mittelmeer auf einen Hammerhai oder Tigerhai zu treffen. Er wäre wohl bereit, viel Geld für so eine Begegnung zu zahlen. Aber die Wahrscheinlichkeit ist verschwindend gering. Andere Hai-Arten kommen im Mittelmeer hingegen häufiger vor. Blauhaie werden häufiger gesichtet. Erst vor einiger Zeit hatte sich ein kranker Blauhai auf Mallorca an den Strand verirrt. Auch ein riesiger Sechskiemerhai wurde vor zwei Jahren vor der Baleareninsel aus dem Meer gefischt. Und einen verhältnismäßig gefährlichen Hai hat es erst kürzlich vor Kroatien gegeben. Dort wurde ein Kurzflossen-Makohai gesichtet. Diese Tiere sind tendenziell eher unberechenbar und kennen wenig Scheu vor Menschen. 

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Wie gefährlich sind Mittelmeer-Haie wirklich?

Auch Seidenhaie können im Mittelmeer vorkommen. Foto: Pixabay
Auch Seidenhaie können im Mittelmeer vorkommen. Foto: Pixabay

Besonders Urlauber haben viel Freizeit und können am Strand ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Aber machen wir es kurz: Die Gefahr in einem Strandurlaub auf Mallorca beim Schwimmen in einer idyllischen Badebucht von einem Hai angegriffen zu werden, dürfte so ziemlich gegen Null gehen. Natürlich kann im Wasser immer etwas passieren, komplett ausgeschlossen werden kann auch eine Begegnung mit einem Hai natürlich nicht. Zumal sich – wie bereits erwähnt – auf Mallorca in 2017 mehrfach ein kranker Blauhai an einige Badestrände der Ferieninsel verirrt hatte.

Wirft man jedoch einen Blick auf den Internationalen Index für Hai-Angriffe (ISAF), könnt Ihr sogleich aufatmen. Für ganz Europa wurden seit 1847, also in den vergangenen 200 Jahren, lediglich 53 Attacken durch die Raubfische gemeldet. Und nur ein Bruchteil davon verlief für den Menschen tödlich. Die meisten Attacken fanden in Griechenland statt (15), 13 Vorfälle gab es in Italien und sechs Angriffe in Spanien. Die anderen Mittelmeer-Anrainer Malta, Frankreich und Kroatien haben jeweils fünf Hai-Angriffe gemeldet. Einen Angriff gab es auf Zypern.

Also noch einmal: Bei Millionen von Badegästen, die jedes Jahr am Mittelmeer ihren Sommerurlaub verbringen und schwimmen gehen, ist die Wahrscheinlichkeit verschwindend gering, von einem Hai attackiert zu werden. Aber es gibt im Mittelmeer wirklich gefährliche Tiere, vor denen Ihr Euch beim Baden in Acht nehmen müsst.

Welche Tiere im Mittelmeer sind wirklich gefährlich?

Haie gehören eher nicht zu den gefährlichen Tieren im Mittelmeer. Die Wahrscheinlichkeit, beim Schwimmen in einer Badebucht auf Sardinien von einem Hai attackiert zu werden, dürfte niedriger liegen, als auf dem Weg zum Flughafen zu verunglücken. Dennoch gibt es auch im Mittelmeer gefährliche Tiere, die Euch ernsthafte Schmerzen zufügen können – vornehmlich durch Gift. Dazu zählen Petermännchen, Seeigel und Feuerfische (Skorpionfische) sowie die berühmt-berüchtigte Portugiesische Galeere – eine Qualle –, die immer mal wieder vor Mallorcas Küsten gesichtet wird und auch an Stränden anlandet.

  • Portugiesische Galeere

Die Portugiesische Galeere zählt nicht nur zu den giftigsten Quallen der Welt, ihre Tentakel können auch bis zu 50 Meter lang werden. Eine Berührung fühlt sich an wie Peitschenhiebe, die bis zu einer Stunde lang anhalten. Zudem kann das Gift Schockreaktionen auslösen und sogar zum Herzstillstand führen. Die Tiere sind auch dann noch gefährlich, wenn sie tot sind. Die Portugiesische Galeere wurde im Sommer 2019 wieder vor Mallorca gesichtet. Portugal hat sogar eine Warnung für die gesamte Küste herausgegeben.

  • Petermännchen (Trachinus aranaeus)

Aber auch Petermännchen – so harmlos der Name klingt – sind nicht ohne: Petermännchen (Trachinus aranaeus) graben sich gerne im Sandboden ein. Wenn ein Badender auf das Tier tritt, gibt es nicht nur höllische Schmerzen, sondern kann auch zu Herzklopfen, Erbrechen und Atemlähmung führen. 

  • Seeigel 

Seeigel sind die harmlosesten der gefährlichen Tiere im Mittelmeer. Wer jedoch so wie ich schon einmal auf einen Seeigel getreten ist, weiß auch, dass die Tiere höllisch wehtun können. Die Wunde im Salzwasser tut ihr übriges. Ihr solltet tunlichst sofort zum Arzt gehen, denn die Wunde kann sich entzünden. 

Haie kommen in dieser Aufzählung nicht vor, denn sie sind in der Regel nicht gefährlich. Betrunkene Ballermann-Urlauber sind da eine viel größere Bedrohung. 

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Fazit: Haie im Mittelmeer sind keine Bedrohung – sie sind stark bedroht

Quallen-Kadaver am Strand: die Portugiesische Galeere ist das gefährlichste Tier im Mittelmeer. Foto: Pixabay
Quallen-Kadaver am Strand: die Portugiesische Galeere ist das gefährlichste Tier im Mittelmeer. Foto: Pixabay

Vor Haien im Mittelmeer braucht Ihr Euch grundsätzlich keine Sorgen zu machen. Die faszinierenden Raubfische sind selten, scheu und meiden Menschen, wo es nur geht. Der Blauhai, der sich damals in Badebuchten vor Mallorca verirrt hatte, war ein krankes Tier und eine Ausnahme. Der Weiße Hai, der vor der Ferieninsel gesichtet wurde, wurde im tiefen Wasser weit draußen vor der Küste gesichtet. Die Wahrscheinlichkeit, dass er sich an einen Badestrand verirrt, ist verschwindend gering. Nicht ganz so ungefährlich ist hingegen die Sichtung eines Makohais vor Kroatien, der ungewöhnlich nahe an die Küste gekommen ist und dort auch über mehrere Tage gesehen wurde. Makohaie haben keine sonderlich große Scheu vor Menschen. 

Wir haben schon weltweit Abenteuer mit den faszinierenden Raubfischen erlebt. Wir waren schon Tauchen mit Haien auf den Malediven und haben Haie in Thailand gesehen. Auch Haie im Roten Meer sind immer wieder spannend zu beobachten, wenn man sie denn antrifft. Um heutzutage beim Tauchen oder Schnorcheln noch einen Hai zu entdecken, muss man sich jedoch schon ordentlich anstrengen. Wenn Ihr beim Tauchen oder Schnorcheln einem Hai begegnet, ist das eher ein Grund zur Freude – denn so eine außergewöhnliche Begegnung wird den meisten Menschen im Leben nicht jeden Tag zuteil. 

Das Tauchen mit Haien ist einfach atemberaubend und Ihr solltet es ausprobieren, solange es noch Haie auf unserem Planeten gibt. Denn die Fakten sind erschreckend – der Mensch rottet die Haie derzeit aus. Hauptursache ist die Nachfrage nach Haifischflossen in China, aber auch als Beifang landen die Tiere häufig in Fischernetzen. Die Anzahl der schützenswerten Raubfische wird jährlich um eine Anzahl im Bereich von hundert Millionen dezimiert – man könnte es auch Massenmord nennen – und dementsprechend geraten viele Hai-Arten immer näher an den Rand der Ausrottung.

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Hat Euch unser Beitrag „Haie im Mittelmeer: echte Gefahr für Urlauber auf Mallorca und Co?“ gefallen? Welche Erfahrungen habt Ihr mit Mittelmeer-Haien gemacht oder habt Ihr Angst davor? Teilt es uns in den Kommentaren mit.

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About Author

Moin, ich bin Sascha! Meer-Fan, Reise-Liebhaber und immer für ein Abenteuer zu haben. Auf meinem Reiseblog Just Wanderlust verbinde ich die Liebe zum Reisen und zur Natur mit einem Faible für Wassersport wie Stand Up Paddling, Tauchen und Surfen. Ich bin Journalist und von Natur aus Neugierig, wenn ich neue Reiseziele kennen lerne und anschließend ausführlich darüber berichte. Wenn ich mit meiner Familie oder allein unterwegs bin, dürfen bei mir als Technik-Fan auch immer gern ein paar Reise-Gadgets zu Testzwecken mit dabei sein. Meine bevorzugten Reiseländer: USA, Thailand und Malediven.

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Katrin grohrock
12. September 2019 22:33
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Habe in ca’savio Italien toden Hai fotografiert am Strand und wüsste gern was das für ein Hai war….wie kann ich das herausfinden …lg

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