Unterwasser-Yoga im Selbstversuch: innere Tarierung in Perfektion

Wir haben die innovative Yoga-Variante im Schwimmbad ausprobiert.

Unterwasser-Yoga in Timmendorfer Strand: Wir haben die Übungen im Schwimmbad ausprobiert. Foto: Thomas Günther
Unterwasser-Yoga in Timmendorfer Strand: Wir haben die Übungen im Schwimmbad ausprobiert. Foto: Thomas Günther

[enthält unbezahlte Werbung] Yoga ist total angesagt. Immer mehr Menschen in Deutschland praktizieren die Dehnübungen und Entspannungsübungen allein oder in Gruppenkursen, um zu mehr innerer Ausgeglichenheit und körperlichem Wohlbefinden zu gelangen. Seit Kurzem gibt es auch immer häufiger die feuchtfröhliche Version Unterwasser-Yoga, eine stark gesteigerte Form des Aqua-Yoga. Wir haben uns bei der Tauchschule nicedive4u aus Timmendorfer Strand „innere Tarierung in Perfektion“ ausprobiert. Wie unterscheidet sich Yoga unter Wasser von der herkömmlichen Version? Ein kleiner Erfahrungsbericht. 

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Um Yoga-Übungen habe ich bisher einen großen Bogen gemacht. Denn meine Assoziation mit den geistigen und körperlichen Praktiken, die ihren Ursprung in Indien haben, waren schmerzhafte Dehnübungen in Kursen, in denen sich die Teilnehmer wie eine Bretzel verbiegen. Vor dem inneren Auge sah ich die Leute schon über meine unbeholfenen Versuche lachen, während ich mir schmerzhafte Blessuren zuziehen würde. Aber weit gefehlt.

Denn wie ich kürzlich feststellen durfte, ist das nicht einmal die halbe Wahrheit: Yoga ist viel mehr als Dehnung und eine unheimlich entspannte Angelegenheit, die man nur jedem ans Herz legen kann, der mal so richtig relaxen und sein körperliches Wohlbefinden steigern möchte. Vereinfacht gesagt bestehen die Praktiken, von denen es verschiedene Arten und Kombinationen gibt, neben dem körperlichen Aspekt vor allem aus Entspannungs- und Konzentrationsübungen. Denn Yoga bedeutet so viel wie „Anspannen“ und „Vereinigung“. Letzteres bezieht sich wohl auf das Zusammenspiel aus Körper und Geist. Auf Yoga zu verzichten war bei mir ein großer Fehler, denn egal ob im Alltag oder im Wellness-Urlaub unterstützen die Übungen immens bei allen Versuchen zu entspannen und allen Detox-Bemühungen.

Im Unterwasser-Yoga-Kurs beginnen wir erst einmal mit Atemübungen und Entspannung an der Oberfläche. Foto: Thomas Günther
Im Unterwasser-Yoga-Kurs beginnen wir erst einmal mit Atemübungen und Entspannung an der Oberfläche. Foto: Thomas Günther

Und Yoga ergänzt sich einfach perfekt mit dem Tauchen: „Einer der wichtigsten positiven Effekte beim Unterwasser-Yoga ist sicherlich die Entspannung unter Wasser. Das hat nicht nur einen temporären Einfluss, es wird auch vom Unterbewusstsein abgespeichert und ist somit auch bei zukünftigen Tauchgängen hilfreich. Des Weiteren beeinflusst es die Beweglichkeit und erzeugt ein gutes Gefühl für Tarierung“, berichtet mir Yoga- und Tauchlehrerin Michaela Günther. Klingt spannend, das muss ich ausprobieren.

Unterwasser-Yoga hat positive Einflüsse auf Körper und Geist

Die Tauchschule nicedive4u in Timmendorfer Strand gehört zu den ersten Dive Centern in Deutschland, die überhaupt UW-Yoga anbieten. Michaela, die das Geschäft gemeinsam mit ihrem Mann betreibt, hat den Ablauf des Kurses komplett selbst konzipiert. Vorgaben der großen Tauchorganisationen dazu gibt es bis dato noch nicht, die Teilnehmer lernen direkt von der Erfinderin. Im tropisch warmen Schwimmbad in Sierksdorf (nahe Scharbeutz) an der Ostseeküste beginnen wir ohne großes Intro mit den Praktiken.

Getreu dem Motto „learning by doing“ fangen wir direkt mit einer Atemübung an, die für ordentlich Entspannung sorgen soll und dem eigentlichen Unterwasser-Yoga vorausgehen. Ich treibe dabei auf einer Matte auf dem Wasser, während Michaela die Meditation führt und meine Atmung korrigiert. Als ich nach mehreren Minuten aufwache, bin ich begeistert. Mein Stresslevel ist in kürzester Zeit locker um 70 Prozent gesunken.

Übungen aus dem Freediving: beim Unterwasser-Yoga lernt man, die Luft anzuhalten. Foto: Thomas Günther
Übungen aus dem Freediving: beim Unterwasser-Yoga lernt man, die Luft anzuhalten. Foto: Thomas Günther

Es folgen Apnoe-Übungen, die dem Freediving entliehen sind und bei denen ich die Luft anhalten muss. „In der Apnoephase des Unterwasser-Yoga hilft uns der Tauchreflex, sehr schnell einen meditativen Zustand zu erreichen. Es ist sozusagen eine Art Abkürzung zur Meditation“, erklärt Michaela. Dank der Entspannung schaffe ich fast zwei Minuten ohne Atmen – und ich bin normalerweise wirklich nicht gut im Luftanhalten.

Die Asanas werden beim Unterwasser-Yoga mit Tauchgerät ausgeführt

Anschließend geht es ans Eingemachte: Wir führen die Asanas durch, also die körperlichen Übungen. Oben auf dem Wasser treiben die Geräte. Wir werden durch einen Atemregler mit extralangem Schlauch mit Luft versorgt, während wir uns im Schwimmbeckens frei bewegen können. Michaela macht die Übungen vor und ich mache sie nach. Das ist anfangs gar nicht so einfach, denn ich soll die Augen dabei schließen. Das ist erst einmal sehr ungewohnt, aber ganz besonders wichtig! „Der Unterwasser-Yoga-Kurs findet immer im Schwimmbad statt. Hauptsächlich aufgrund der Wassertemperaturen, aber auch, damit die Teilnehmer die Augen schließen können, ohne Bedenken zu haben, dabei „verloren“ zu gehen“, so die Tauchlehrerin.

Beim Unterwasser-Yoga werden die Asanas (Übungen) mit dem Atemgerät unter Wasser ausgeführt. Foto: Thomas Günther
Beim Unterwasser-Yoga werden die Asanas (Übungen) mit dem Atemgerät unter Wasser ausgeführt. Foto: Thomas Günther

Während wir verschiedene Übungen machen, die die Muskulatur dehnen, bemerke ich, wie ich unheimlich entspannt, achtsam und konzentriert werde. Gelegentlich läuft mir etwas Wasser in die Maske, aber das ist nicht so schlimm. Die Übungen machen richtig Spaß, besonders gefällt mir das Hovern im Schneidersitz und eine Übung im Handstand. Dabei fühlt man sich richtig frei und losgelöst!

Mein Fazit zum Unterwasser-Yoga: mehr als nur ein kurzfristiger Trend

Die UW-Version der fernöstlichen Übungen sind nicht ohne Grund aktuell bei vielen Tauchern im Trend. „Der Unterschied bei Unterwasser-Yoga liegt zum einen darin, dass unser Körper, der einen Energiekreislauf darstellt, komplett vom Wasser umschlossen wird. Dadurch ist man unempfindlicher für äußere Reize“, erklärt mir die Instruktorin. Das kann ich so bestätigen. Kaum waren wir abgetaucht, war ich mit geschlossenen Augen während der Übungen völlig weggetreten. „Es fällt leicht, sich Unterwasser auf den Atem zu konzentrieren, zur Ruhe zu kommen und sich der Gewichtslosigkeit mit dem Auf und Ab des Atems hinzugeben“, so Yoga-Profi Michaela.

Nicht ohne Grund finden die Praktiken des Unterwasser-Yoga so großen Zuspruch. Nach dem ungefähr eineinhalbstündigen Kurs fühlt man sich federleicht und entspannt. Die Gruppen werden auch ganz klein gehalten: Michaela Günther gibt Seminare ab einem und bis maximal vier Teilnehmern auf einmal. Die Nachfrage ist groß und es ist nur eine Frage der Zeit, bis es deutschlandweit mehr derartige Angebote geben wird. Das Unterwasser-Yoga hat so viele positive Effekte auf Entspannung und Konzentration, dass ich wohl direkt auch mal die Version an Land ausprobieren werde. Angst, mich lächerlich zu machen, habe ich nicht mehr: Die Teilnehmer müssen ja während der Übungen ihre Augen schließen.

Unterwasser-Yoga-Kurse finden jetzt auf Kreta statt

Mittlerweile betreiben die Tauchlehrer Michael und Thomas Günther eine Zweigstelle ihrer Tauchschule nicedive4u auf der griechischen Insel Kreta. Die Tauchschule in Timmendorfer Strand läuft unterdessen wie gewohnt weiter. Wer seinen Unterwasser-Yoga-Kurs bei Michaela Günther machen möchte, kann diese im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubende Erfahrung mit einem Urlaub (oder Tauchurlaub) auf Kreta verbinden und dort diese bahnbrechenden Techniken für mehr körperliche und geistige Gelassenheit lernen.

  • Kontakt zur Tauchschule nicedive4u Timmendorfer Strand

Michaela und Thomas Günther, Oeverdieker Weg 9, 23669 Timmendorfer Strand

Tel. 04503 / 89 82 48, https://www.nicedive4u.deinfo@nicedive4u.de

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