Apple Watch Series 4 im Langzeitrückblick: Meilenstein mit Supportgrenze

by Sascha Tegtmeyer | Nov. 26, 2025

Die Apple Watch Series 4 war für mich das erste wirklich große Redesign der Uhr. Ich trug die silberne Edelstahlversion mit 44 Millimetern, testete sie beim Joggen, Schwimmen und im Alltag und mochte besonders das größere Display, die schnellen Apps und das Infograph-Zifferblatt. Auf dem Saphirglas blieb mein Exemplar lange kratzerfrei, das polierte Edelstahlgehäuse sammelte dagegen feine Spuren. Heute ist die wichtigste Information nicht mehr das damalige EKG-Debüt: Apples Kompatibilitätstabelle führt die reguläre Series-4-Spanne bis watchOS 10.6.1; die Sicherheitsübersicht nennt zusätzlich watchOS 10.6.2 vom 2. Februar 2026 als späteres punktuelles Wartungsupdate. Neue Funktionsunterstützung folgt daraus nicht. Als Alltagsuhr kann sie noch funktionieren, als gezielter Kauf im Jahr 2026 würde ich sie wegen der alten Systemgeneration nur in Ausnahmefällen empfehlen.

Unbezahlte Werbung / historischer Produkttest: Ich habe die Apple Watch Series 4 selbst gekauft und über Monate praktisch getestet. Dieser Rückblick ist kein neuer Vergleich mit aktuellen Modellen und keine medizinische Beratung.

Mein Apple-Watch-Series-4-Test in Kürze

Das größere Display, die höhere Geschwindigkeit und der elektrische Herzsensor machten die Series 4 zu einem echten Generationssprung. Im Alltag bewährte sie sich bei Aktivitätsaufzeichnung, Sport, Kalender, Wetter und Herzfrequenz. 2026 begrenzen der individuelle Akkuzustand und die alte Systemgeneration ihren vernünftigen Einsatz: Apples Kompatibilitätstabelle führt die reguläre Spanne bis watchOS 10.6.1, während die Sicherheitsübersicht zusätzlich watchOS 10.6.2 als punktuelles Wartungsupdate nennt.

Die Apple Watch SE 3 ist eine aktuelle, günstigere Alternative, nicht die getestete Series 4.

Apple Watch SE 3 GPS 40 mm Smartwatch mit Aluminiumgehäuse in Mitternacht und Sportarmband in Mitternacht (S/M). Fitness‑ und Schlaftracker, Herzfrequenzmesser, Always-On Display, Wasserschutz S/M - für 130-180 mm Umfang 40 mm Gehäuse Mitternacht GPS
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Apple Watch Series 4 mit Sportarmband: die Smartwatch ist von hinten bis vorn auf Gesundheit, Sportlichkeit und Aktivität getrimmt. Foto: Sascha Tegtmeyer
Apple Watch Series 4 mit Sportarmband: die Smartwatch ist von hinten bis vorn auf Gesundheit, Sportlichkeit und Aktivität getrimmt. Foto: Sascha Tegtmeyer

Warum die Series 4 damals so neu wirkte

Ich wartete 2018 wochenlang auf die Edelstahlversion und holte sie schließlich im Apple Store am Hamburger Jungfernstieg ab. Schon beim ersten Anlegen war der Unterschied sichtbar: Das Display reichte weiter an den Rand, das Gehäuse wirkte trotz größerer Anzeigefläche schlank und die silberne Version mit Milanaise-Armband fühlte sich hochwertig an.

Die alten Armbänder der größeren Vorgängermodelle passten weiter. Das war praktisch und verhinderte, dass jedes Upgrade automatisch einen kompletten Zubehörneukauf verlangte.

Im Alltag wurde aus Neuheit Routine

Nach mehreren Monaten nutzte ich die Uhr hauptsächlich für sehr bodenständige Aufgaben: Aktivitätsringe, Trainings, Herzfrequenz, Kalender und Wetter. Das Infograph-Zifferblatt zeigte mir viele Informationen auf einen Blick. Apps starteten spürbar schneller als auf frühen Generationen.

Der Apple Watch Series 4 Infograph: extrem gut strukturiert mit allen wichtigen Informationen, die Ihr benötigt. Foto: Sascha Tegtmeyer
Der Apple Watch Series 4 Infograph: extrem gut strukturiert mit allen wichtigen Informationen, die Ihr benötigt. Foto: Sascha Tegtmeyer

Genau das ist die interessante Langzeiterfahrung. Ein Produkt muss nach der ersten Begeisterung nicht täglich spektakulär sein. Es muss zuverlässig in den Alltag verschwinden. Die Series 4 schaffte das für mich.

Joggen und Schwimmen

Beim Joggen reagierten Trainings-App und damalige Drittanbieter-Apps schnell. Das größere Display erleichterte den Blick auf Zeit, Tempo und Herzfrequenz. Die optische Messung wirkte schneller als bei meinen Vorgängern, war aber auch hier kein medizinischer Referenzsensor.

Im Schwimmbad zeichnete ich Beckenschwimmen auf und gab die Bahnlänge vor. Apple stufte die Series 4 mit einer Wasserbeständigkeit von 50 Metern nach ISO 22810:2010 ein. Wasserbeständig bedeutet jedoch nicht wasserdicht: Vorgesehen waren Aktivitäten in flachem Wasser, nicht Sporttauchen, große Tiefe oder Wasser mit hoher Geschwindigkeit.

Bei einem alten Gebrauchtgerät würde ich mich außerdem nicht blind auf die ursprüngliche 50-Meter-Angabe verlassen. Der Schutz kann mit der Zeit nachlassen; Dichtungen altern, Stöße hinterlassen Spuren und frühere Reparaturen sind oft unbekannt. Die ursprüngliche 50-Meter-Einstufung ist deshalb keine Garantie für ein gebrauchtes Exemplar.

Kratzer: Glas und Gehäuse alterten unterschiedlich

Auf dem Saphirglas meiner Edelstahlversion sah ich nach der intensiven Nutzung zunächst keinen Kratzer. Das polierte silberne Gehäuse bekam dagegen viele haarfeine Spuren. Sie waren funktional harmlos, bei genauem Hinsehen aber sichtbar.

Das ist beim Gebrauchtkauf hilfreich: Mikrokratzer auf poliertem Edelstahl sind nicht automatisch ein technischer Mangel. Tiefe Schläge, verzogene Kanten, ein beschädigtes Glas oder Korrosion sind eine andere Kategorie.

EKG und Sturzerkennung richtig einordnen

Die Series 4 führte den elektrischen Herzsensor und die EKG-App in diese Modellreihe ein. Hinzu kamen Sturzerkennung und Notruf-Funktionen. Solche Features können nützlich sein, dürfen aber nicht zu falscher Sicherheit führen.

Die Mitteilung zu unregelmäßigem Rhythmus untersucht laut Apple nicht kontinuierlich auf Vorhofflimmern und kann Ereignisse verpassen. Beschwerden gehören ärztlich abgeklärt, auch wenn die Uhr nichts meldet. Ein Ein-Kanal-EKG am Handgelenk ersetzt keine vollständige medizinische Untersuchung.

Die Softwaregrenze ist 2026 der entscheidende Nachteil

Apples Kompatibilitätstabelle nennt für die Series 4 watchOS 5 bis watchOS 10.6.1. In Apples Übersicht der Sicherheitsupdates steht zusätzlich watchOS 10.6.2 vom 2. Februar 2026 für Series 4, Series 5 und SE. Das ist ein punktuelles Wartungsupdate, kein Beleg dafür, dass die Series 4 watchOS 26 oder neue Systemfunktionen erhält. Eine funktionsfähige Series 4 wird dadurch nicht sofort unbrauchbar, aber die aktuelle Plattformentwicklung läuft an ihr vorbei.

Für eine bereits vorhandene Uhr kann das akzeptabel sein. Für einen gezielten Kauf würde ich sehr genau prüfen, ob ein etwas neueres Modell mit aktuellerem System nicht die bessere Langzeitentscheidung ist. Auch beim Service ist die genaue Variante entscheidend: Apple führt die Series 4 aus Aluminium und Edelstahl als „vintage“, Nike- und Hermès-Varianten dagegen als „obsolete“. Für als obsolete eingestufte Modelle beendet Apple grundsätzlich den Hardware-Service; bei vintage-Modellen können die Möglichkeiten je nach Region und Teileverfügbarkeit variieren. Eine pauschale Aussage für jede Series-4-Variante wäre deshalb falsch.

Gebrauchtkauf: meine Prüfliste

  1. Batteriezustand und reale Laufzeit über einen vollständigen Tag prüfen.
  2. Kopplung mit dem eigenen iPhone und unterstützter iOS-Version klären.
  3. Digital Crown, Seitentaste, Lautsprecher, Mikrofon und haptisches Feedback testen.
  4. Display auf tote Bereiche, Einbrennen, tiefe Kratzer und Ablösungen prüfen.
  5. GPS-Training und Herzfrequenzaufzeichnung vergleichen.
  6. Aktivierungssperre vollständig entfernen lassen.
  7. Cellular-Modell nur mit passendem Tarif und sauberer Gerätehistorie kaufen.
  8. Wasserkontakt bei unbekannter Vorgeschichte vermeiden.

Meine Anti-Empfehlung: Eine Series 4 wegen des niedrigen Preises als „aktuelle Apple Watch“ kaufen. Sie ist ein wichtiger Meilenstein, aber keine aktuelle Plattform mehr.

Für wen sie noch reichen kann

SituationEinschätzung
vorhandene Uhr mit gutem Akkuweiter nutzbar
einfache Aktivitäts- und Trainingsaufzeichnunggrundsätzlich möglich
neueste watchOS-Funktionennicht verfügbar
langfristiger Gebrauchtkaufmeist ein neueres Modell wählen
medizinische Selbstdiagnoseungeeignet

Für die aktuelle Modellauswahl hilft mein Apple-Watch-Ratgeber. Meine Erfahrungen mit der nächsten Generation stehen im Apple Watch Series 5 Rückblick.

Mein Fazit

Die Series 4 war die Apple Watch, bei der das Konzept für mich erwachsen wirkte. Das größere Display, die Geschwindigkeit und die neuen Sensoren machten im Alltag tatsächlich einen Unterschied. Mein Edelstahlmodell überstand Sport und Reisen gut, auch wenn das Gehäuse seine Geschichte in feinen Kratzern erzählte.

Heute ist sie vor allem ein gutes Stück Technikgeschichte. Wer sie besitzt, kann sie weiterverwenden, solange Akku und Apps mitspielen. Wer jetzt kaufen will, sollte die watchOS-Grenze nicht kleinreden. Ein niedriger Preis ist kein Vorteil, wenn die geplante Nutzungsdauer schon an der Software endet.

Trägst du noch eine Series 4 – und reicht dir ihr Funktionsumfang weiterhin?

Quellen und Stand

Die praktischen Erfahrungen stammen aus meinem eigenen Dauertest. Stand der Quellenprüfung ist der 29. August 2026: Apples Übersicht zur Kompatibilität von Apple Watch und iPhone führt die reguläre Series-4-Spanne bis watchOS 10.6.1; watchOS 10.6.2 steht zusätzlich in Apples Übersicht der Sicherheitsupdates. Die Einstufung als vintage oder obsolete folgt Apples Serviceübersicht. Die 50-Meter-Einstufung nennt Apple in den technischen Daten zur Series 4; die Einschränkungen der Wasserbeständigkeit stehen in Apples Nutzungshinweisen. Die Grenzen der Rhythmusmitteilungen erläutert Apple in den Hinweisen zur Herzgesundheit.

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Reisejournalist, Autor und Gründer von Just Wanderlust

Ich schreibe auf Just Wanderlust aus eigener Reiseerfahrung über Orte, Meer und Outdoor-Abenteuer. Mehr über mich und meine Arbeit.

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