Im Mövenpick Resort Soma Bay habe ich Urlaub und Arbeit verbunden: Von drei Wochen im Hotel waren zwei Wochen Urlaub und eine Woche Arbeit. Das zuverlässige WLAN machte das Arbeiten dort gut möglich. Für mich ist diese Aufteilung eine gute Möglichkeit, länger an einem schönen Ort zu bleiben. Ob eine Workation auch zu dir passt, hängt vor allem davon ab, was du für deine Arbeit brauchst und wie viel freie Zeit du dir wünschst.
Titelfoto: Sascha Tegtmeyer
Ich arbeite als Journalist, Autor und Berater weitgehend ortsunabhängig. Dadurch habe ich Remote Work und Reisen häufig verbunden, unter anderem in Thailand und Ägypten. Eine neue Umgebung gibt mir Abstand vom gewohnten Büro und neue Ideen. Ich kenne aber auch die Schwierigkeit, am Urlaubsort wirklich Feierabend zu machen. Wenn sich die Arbeit über den ganzen Tag verteilt, bleibt wenig Zeit, die Reise zu genießen.
Die wichtigste Regel steht deshalb am Anfang: Buche nicht zuerst und kläre die rechtlichen sowie technischen Fragen später. Eine touristische Einreise erlaubt nicht automatisch jede Form von Arbeit. Auch innerhalb Europas können Sozialversicherung, Steuer, Vertrag und Arbeitgeberpflichten berührt sein.
Das MacBook Air mit M5 in der Box dient als Beispiel für mobiles Arbeiten; die konkrete Konfiguration habe ich nicht getestet.
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Diese Produktpräsentation wurde mit dem AAWP-Plugin erstellt.
Was eine Workation ist – und was nicht
Workation verbindet „Work“ und „Vacation“. Das Verhältnis kann sehr unterschiedlich sein: morgens vier Stunden arbeiten und nachmittags frei haben, einzelne Arbeitstage an eine Reise hängen oder mehrere Wochen mit klar getrennten Arbeits- und Urlaubstagen kombinieren.
Für mich ist eine Workation eine vorübergehende Reise, bei der ein definierter Teil für bezahlte Arbeit vorgesehen ist. Sie ist kein Dauerstatus als digitaler Nomade. Steht der betriebliche Reiseanlass im Vordergrund, geht es dagegen um eine Dienstreise.
Die Begriffe allein lösen keine rechtliche Frage. Ob du angestellt, selbstständig, entsandt oder lediglich auf private Initiative vorübergehend im Ausland arbeitest, kann die Bewertung verändern.
Was du vor der Buchung klären solltest
Diese sieben Fragen helfen dir, deine Workation vorzubereiten:
- Arbeitgeber oder Auftrag: Ist die Arbeit am Zielort ausdrücklich erlaubt und dokumentiert?
- Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis: Darf ich in diesem Staat in meiner konkreten Konstellation arbeiten?
- Sozialversicherung: Wo bleibe ich versichert, und brauche ich etwa innerhalb der EU eine A1-Bescheinigung?
- Steuern: Entsteht durch Dauer, Tätigkeit oder Arbeitgeberbezug eine zusätzliche Pflicht?
- Versicherung: Decken Kranken-, Haftpflicht-, Geräte- und gegebenenfalls Berufsversicherung den Aufenthalt und die Arbeit?
- Datenschutz und IT-Sicherheit: Darf ich die benötigten Daten aus diesem Staat und über die geplante Verbindung verarbeiten?
- Arbeitsfähigkeit: Sind Internet, Strom, Ergonomie, Ruhe und Zeitverschiebung belastbar genug?
Bleibt eine dieser Fragen offen, kläre sie vor der Buchung mit der zuständigen Stelle oder dem Anbieter. So kannst du besser einschätzen, ob die geplante Reise zu deiner Arbeit passt.
Recht, Sozialversicherung und Steuern: Wer hilft dir weiter?
Die EU fasst auf „Your Europe“ zusammen, dass Arbeit in einem anderen Land unter anderem Arbeitserlaubnis, Sozialversicherung, Steuer und Versicherung berühren kann. Die Übersicht zum Arbeiten im Ausland ist ein guter Einstieg, ersetzt aber keine Prüfung des Einzelfalls.
Für Angestellte gehören Arbeitgeber und Personalabteilung früh an den Tisch. Bei einer vorübergehenden Entsendung innerhalb Europas kann eine A1-Bescheinigung relevant sein. Informationen dazu bietet die EU auf ihrer Seite zur Entsendung von Beschäftigten.
Selbstständige prüfen zusätzlich, ob Tätigkeit, Kunden, Dauer oder ein fester Arbeitsplatz am Zielort steuerliche Folgen auslösen. Die EU erklärt Grundfragen der Doppelbesteuerung, entscheidet aber nicht deinen Fall.
Das hier ist keine Rechts- oder Steuerberatung. Wende dich mit deinen Fragen an Arbeitgeber, Behörden, Versicherer und bei Bedarf eine Steuerberatung. Lass dir die für deine Reise wichtigen Auskünfte möglichst schriftlich geben.

Mein Modell: Urlaub und Arbeit nach Tagen trennen
Bei meiner Workation im Mövenpick Resort Soma Bay waren Urlaub und Arbeit auf verschiedene Wochen verteilt. Diese Trennung nach ganzen Tagen empfehle ich auch dir, wenn deine Aufgaben und Reisepläne es zulassen.

Wenn du nur einen Teil des Tages arbeiten möchtest, lege möglichst vorher fest, wann du aufhörst. Sonst wird aus einer kurzen E-Mail am Pool oder einem Absatz vor dem Abendessen leicht ein weiterer Arbeitsblock.
Für die Aufteilung kommen zum Beispiel diese drei Modelle infrage:
- Blockmodell: mehrere komplette Arbeitstage, danach komplette Urlaubstage.
- Halbtagsmodell: feste Arbeitszeit am Morgen, freie Zeit ab einem klaren Ende.
- Anschlussmodell: Arbeitswoche und Urlaub liegen hintereinander; der Ortswechsel entfällt.
Wenn du deine Arbeitszeiten offenlässt, kann es schwer werden, beidem gerecht zu werden: Ein spontaner Ausflug verschiebt die Arbeit auf den Abend, oder unerledigte Aufgaben begleiten dich durch den ganzen Urlaubstag. Feste Zeiten helfen dir, Arbeit und Freizeit bewusst einzuplanen.
Der Arbeitsplatz entscheidet mehr als die Aussicht
Für ein paar E-Mails kann ein Café am Meer ein angenehmer Arbeitsplatz sein. Wenn du vertrauliche Gespräche führen oder mehrere Stunden konzentriert schreiben möchtest, prüfe vorher, ob du dort genug Ruhe und einen passenden Platz findest.
Bei der Auswahl deines Arbeitsplatzes helfen dir diese Fragen:
- Gibt es einen Tisch in sinnvoller Höhe und einen brauchbaren Stuhl?
- Kann ich während meiner Arbeitszeit ruhig sprechen?
- Liegt direkte Sonne auf Display oder Gerät?
- Gibt es genug Steckdosen, und brauche ich einen Adapter?
- Kann ich den Arbeitsplatz abschließen oder die Technik sicher verstauen?
- Ist eine Klimaanlage vorhanden, und kann ich sie so einstellen, dass ich nicht im Luftstrom sitze?
Ein Balkon mit Meerblick ist ein schöner Bonus. Für längere Arbeit sollte vor allem der Platz am Tisch bequem sein.

Internet nicht nach einem WLAN-Symbol beurteilen
„WLAN vorhanden“ sagt fast nichts. Ein Hotel kann im Foyer schnell sein und im Zimmer unbrauchbar. Ein Apartment kann hohen Download, aber kaum Upload bieten. Bei Videokonferenzen zählen neben der Datenrate auch Verzögerungen, Schwankungen und Paketverluste.
Frage vor einer längeren Workation beim Hotel oder Vermieter nach:
- Gibt es einen aktuellen Geschwindigkeitstest aus dem vorgesehenen Zimmer oder Arbeitsbereich?
- Wie hoch sind Download, Upload und Latenz?
- Gibt es Datenlimits oder gesperrte Dienste?
- Funktioniert ein lokaler Mobilfunktarif als unabhängiger Hotspot?
- Was passiert bei Stromausfall?
Plane für wichtige Termine eine zweite Verbindung ein, etwa Mobilfunk zusätzlich zum Hotel-WLAN. Prüfe vor Ort, ob du damit auch bei einem WLAN-Ausfall arbeiten kannst. Lade große Dateien mit genügend Zeit vor der Abgabe hoch.
Datenschutz und Sicherheit sind Teil der Reiseplanung
Kläre vor der Reise, wie du Kunden- oder Unternehmensdaten unterwegs schützen sollst. Prüfe dabei Updates, Festplattenverschlüsselung, Gerätesperren und Mehrfaktor-Authentifizierung. Besprich auch, welche WLAN-, VPN- und Cloud-Verbindungen du am Zielort nutzen darfst.
Denke auch daran, wo du deine Geräte aufbewahrst: Lass Notebook und Telefon im Café und im Mietwagen möglichst nicht unbeaufsichtigt zurück. Bewahre eine Datensicherung getrennt vom Gerät auf.
Meine Workation-Erfahrungen in Thailand und Ägypten
Ich habe fünf Wochen für eine Workation in Thailand verbracht. Günstiges Essen, Unterkünfte und mobile Verbindungen waren bei meinem damaligen Aufenthalt hilfreich. Für deine Planung lohnt sich ein genauer Blick auf den Ort und die Unterkunft, etwa auf Phuket. Prüfe außerdem, welche Aufenthalts- und Arbeitsregeln für deine Reise gelten.

In Ägypten war das All-inclusive-Hotel praktisch, weil Essen, Arbeitsplatz und Freizeitwege gebündelt waren. Der Preis unserer damaligen Langzeitreise war auffällig günstig. Ich nenne ihn heute nicht als Buchungsmaßstab: Flug, Hotelpreise, Wechselkurse und Saison haben sich verändert.

Ein großer Vorteil war für mich der Abstand vom gewohnten Büro. Unterwegs hatte ich weniger alltägliche Unterbrechungen und empfand das Arbeiten als kreativer und produktiver.
Gleichzeitig kann die schöne Umgebung ablenken. Wenn du tauchen, paddeln oder Ausflüge machen möchtest, plane dafür freie Zeit ein. Überlege vorher, ob deine Arbeit dir dafür genug Spielraum lässt.
Welches Reiseziel passt zu deiner Arbeit?
Ich würde nicht mit einer Liste vermeintlich perfekter Workation-Länder beginnen. Zuerst kommt die Arbeitsaufgabe.
Viele Videokonferenzen
Zeitzone, ruhiger Raum, stabile Latenz
Große Medien-Dateien
hoher Upload, unbegrenztes Datenvolumen, Backup
Vertrauliche Kundenarbeit
Datenschutz, private Arbeitsfläche, IT-Freigabe
Kreatives Schreiben
Ruhe, Ergonomie, klarer Tagesrhythmus
Teamarbeit
verlässliche Überschneidung der Arbeitszeiten
Kurze administrative Aufgaben
gute Mobilfunkverbindung und sichere Geräte
Thailand, Indonesien, Mauritius, Malaysia, Singapur, Vietnam, Sri Lanka oder die Emirate können je nach Person interessant sein. Keines dieser Ziele ist automatisch rechtlich zulässig, günstig, sicher oder technisch passend. Eine Hauptstadt und eine kleine Insel im selben Land können völlig verschiedene Arbeitsbedingungen bieten.
Budget: nicht nur Flug und Unterkunft rechnen
Bei einer Workation kommen Kosten hinzu, die in einer normalen Urlaubsrechnung leicht fehlen:
- Arbeitsplatz oder Coworking,
- zweiter Internetzugang und lokale SIM,
- Reise- und Geräteversicherung,
- Visum oder Genehmigungen,
- längere Unterkunft mit brauchbarer Ausstattung,
- gegebenenfalls Beratung,
- Umbuchungsreserve,
- und die Kosten eines Ausfalls, wenn du nicht arbeiten kannst.
Die längere Reise kann pro Tag günstiger werden. Sie kann aber ebenso teuer werden, wenn du für Ruhe, Upload, flexible Flüge und einen echten Schreibtisch nachbuchen musst.

So kannst du deinen Arbeitstag planen
Lege für den nächsten Arbeitstag eine konkrete Aufgabe fest, zum Beispiel: „Einleitung und zwei Hauptabschnitte redigieren“ oder „Kundenpräsentation final prüfen“. Das lässt sich genauer planen als der allgemeine Vorsatz, am Blog oder an einem Kundenprojekt zu arbeiten.
Wähle Arbeitszeiten, die zu deinen Aufgaben und den Absprachen mit deinem Team passen. Wenn du gern früh arbeitest, kannst du dir einen festen Block am Morgen vornehmen und danach freie Zeit einplanen. Schalte unnötige Mitteilungen während der Arbeit möglichst aus und lege auch das Ende deiner Arbeitszeit fest.
Zum Feierabend kannst du Dateien sichern, offene Aufgaben für den nächsten Arbeitstag notieren, das Notebook schließen und vom Arbeitsplatz weggehen. Nimm dir anschließend bewusst Zeit für die Reise und deine Begleitung.

Wann ich ausdrücklich keine Workation machen würde
Ich würde Arbeit und Urlaub trennen, wenn:
- die rechtliche oder steuerliche Situation nicht geklärt ist,
- vertrauliche Arbeit am Ziel nicht sicher möglich ist,
- der Arbeitgeber nur widerwillig zustimmt,
- die Reise sehr kurz ist,
- Erholung nach Überlastung das eigentliche Ziel ist,
- Familie oder Begleitung einen gemeinsamen Urlaub erwartet,
- oder jeder Ausfall unmittelbar Kunden und Einkommen gefährdet.
Wenn du dich auf der Reise vor allem erholen möchtest, plane dafür Zeit ohne berufliche Aufgaben ein. Du musst Urlaub und Arbeit nicht miteinander verbinden.
Packliste für dein mobiles Büro
- Notebook oder Tablet mit passendem Ladegerät
- kompakter Reiseadapter für das konkrete Land
- Telefon mit freigeschalteter eSIM- oder Dual-SIM-Option
- Kopfhörer für Konzentration, nicht als Ersatz für einen ruhigen Raum
- verschlüsselte Sicherung und Wiederherstellungscodes
- Mehrfachladegerät und benötigte Kabel
- Notebook-Ständer, wenn Gewicht und Aufenthaltsdauer es rechtfertigen
- kleine externe Tastatur oder Maus nach persönlichem Bedarf
- wasserdichte Tasche für Transfers

Fazit: Arbeit und Urlaub brauchen beide ihre Zeit
Ich mag die Möglichkeit, unterwegs zu arbeiten und länger an einem schönen Ort zu bleiben. Aus meinen Workation-Erfahrungen nehme ich aber auch mit: Es lohnt sich, Arbeits- und Urlaubstage möglichst klar zu trennen. So bleibt neben den beruflichen Aufgaben Platz für das, wofür du verreist bist.
Kläre deshalb vor der Buchung die rechtlichen und organisatorischen Fragen und suche eine Unterkunft, in der du gut arbeiten kannst. Entscheide ebenso bewusst, wann du frei haben möchtest. Wenn beides zu deinen Aufgaben und Reiseplänen passt, kann eine Workation eine schöne Möglichkeit sein, Arbeit und Reisen zu verbinden.
Würdest du deine Workation lieber nach ganzen Tagen trennen oder jeden Morgen einen festen Arbeitsblock einplanen?
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