Curaçao-Reisebericht: Zwischen Willemstad, Kakteen und Meer

by Sascha Tegtmeyer | Sep. 24, 2026

An unserem ersten Abend auf Curaçao waren wir noch in der Beachbar am Strand. Dort wurde Geburtstag gefeiert, und es gab eine Darbietung mit Trommeln. Diese Trommeln, die sind mir durch Mark und Bein gegangen. Ich habe eine richtige Gänsehaut bekommen.

Das war mein Curaçao-Moment. Schon am Flughafen und im Hotel waren mir Menschen freundlich begegnet, aber an diesem Abend habe ich diese Energie auch körperlich gespürt. In den folgenden Tagen kam immer wieder etwas hinzu: ein Gruß beim Laufen, ein Gespräch mit einem Trainer, ein Händler, den ich am frühen Morgen ansprach. Die Begegnungen haben meinen Eindruck von der Insel mindestens so stark geprägt wie die Strände und die farbigen Häuser.

Werbung / Pressereise: Diese Reise wurde von Corendon unterstützt. Die Unterstützung hat keinen Einfluss auf meine Berichterstattung. Ich schildere meine eigenen Erfahrungen und bewerte die vorgestellten Angebote ehrlich und unabhängig.

Palmen und Strandliegen vor einer geschützten Bucht im Abendlicht
Abendlicht an der Hotelbucht. Foto: Sascha Tegtmeyer

Ich habe Curaçao im September 2026 kennengelernt, auf einer Pressereise mit gemeinsamen Ausflügen und eigenen Erkundungen dazwischen. Gerade diese Mischung hat für mich funktioniert. Ich konnte mir Willemstad von einer Stadtführerin zeigen lassen und später allein zurückkommen, morgens laufen gehen und danach mit den anderen über die Insel fahren. Dabei hat mich einiges überrascht, denn zu meinem Bild von Karibik passte längst nicht alles, was ich hier sah.

Mein erster Morgen auf Curaçao: 6,8 Kilometer und viele Grüße

Am 20. September war ich um sechs Uhr wach. Nach etwa fünf Stunden Schlaf hätte ich mich noch einmal hinlegen können, aber ich hatte Lust, rauszugehen. Also habe ich meine Laufschuhe angezogen und bin los. Vom Hotel führte mein Weg an der Küste entlang, zunächst vom Stadtzentrum weg, über die Promenade und kleine Pfade am Strand.

Unterwegs waren längst andere Menschen aktiv. Läufer kamen mir entgegen, eine größere Sportgruppe trainierte, und die Leute grüßten. Das klingt nach einer Kleinigkeit, hat für mich aber viel ausgemacht. Ich grüße beim Laufen selbst gern und kenne es von zu Hause auch, dass jemand wegschaut oder nichts erwidert. Hier fühlte sich das an diesem Morgen anders an, und ich hatte umso mehr Lust, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.

Gepflasterter Küstenweg zwischen Meer, Pavillon und Sträuchern auf Curaçao
Der Küstenweg auf meiner ersten morgendlichen Laufrunde. Foto: Sascha Tegtmeyer

Den Trainer der Gruppe habe ich angesprochen und mich als Journalist aus Deutschland vorgestellt. Er erzählte mir von dem offenen Training und lud mich ein, einmal mitzumachen. Wir unterhielten uns kurz, und ich durfte ihn fotografieren. Es war ein unkomplizierter Kontakt, der sich daraus ergab, dass ich unterwegs war und stehen geblieben bin.

Am Ende waren es 6,8 Kilometer. Ein Teil davon war eher ein kleiner Trailrun als eine reine Promenadenrunde, weil es direkt am Strand schmale Pfade gab. Ich hatte Fotos gemacht, jemanden kennengelernt und eine Gegend gesehen, die ich vom Hotelzimmer aus nicht entdeckt hätte. Für mich gehört genau das zu einem guten Aktivurlaub: Bewegung, bei der ich etwas von dem Ort mitbekomme.

Meine Begeisterung über die Begegnungen war groß, und gleichzeitig war mir schon an diesem Morgen eine Grenze bewusst. Es ist natürlich noch mal was anderes, wenn man hier lebt und nicht Urlaub macht. Das ist mir schon klar. Wie der Alltag der Menschen aussieht und welche Sorgen sie beschäftigen, lässt sich aus freundlichen Grüßen nicht ablesen.

Sascha läuft an roten und gelben Häusern in Willemstad vorbei
Meine Laufrunde durch Willemstad am frühen Morgen. Foto: Sascha Tegtmeyer

Willemstad mit Heliane: Die Kunst verändert meinen Blick auf die Stadt

Später zeigte uns Heliane Maas Willemstad. Wir waren zu Fuß und mit einem offenen Trolley unterwegs, sahen die Häuser am Wasser und gingen durch Straßen mit großflächigen Wandbildern. Für jemanden wie mich, der auf Reisen ständig fotografiert, gab es mehr als genug zu tun. Ich konnte an einem Haus stehen bleiben, ein Motiv aufnehmen und am nächsten schon wieder die Kamera hervorholen.

Mit den auffälligen Giebeln ist die niederländische Verbindung schnell sichtbar. Die Stadt darauf zu reduzieren, würde ihr allerdings nicht gerecht. Das historische Stadtgebiet von Willemstad mit Punda, Otrobanda, Pietermaai und Scharloo gehört seit 1997 zum UNESCO-Welterbe. Die UNESCO beschreibt eine Architektur, in der europäische Bautraditionen durch karibische Bedingungen sowie Einflüsse aus Amerika und Afrika verändert wurden. Das erklärt mehr von dieser Stadt als ein schneller Vergleich mit den Niederlanden.

Bunte Giebelhäuser an der Handelskade gegenüber dem Hafenwasser
Die Handelskade von der gegenüberliegenden Hafenseite gesehen. Foto: Sascha Tegtmeyer

Bemalte Häuser, in denen Menschen leben

Besonders hängen geblieben ist mir eine Ballerina, die Teil eines Wandbildes über mehrere Häuser ist. Heliane wies uns darauf hin, dass diese Häuser bewohnt sind. Dann sagte sie: „when people come home at the end of the day, they will open the windows, changing the look of these murals“. Wenn die Bewohner abends nach Hause kommen und die Fenster öffnen, verändert sich also auch das Bild an der Fassade – so ihre sinngemäße Erklärung.

Wandbild einer Ballerina auf mehreren gelben bewohnten Häusern in Otrobanda
Life is a beautiful struggle auf bewohnten Häusern in Otrobanda. Künstler: Sander van Beusekom. Foto: Sascha Tegtmeyer

Ein anderes Werk, „Emancipate yourself from mental slavery“ von Giovanni Abath, führte unser Gespräch zur Geschichte der Versklavung und zu ihren Nachwirkungen in Familien. Darüber sagte Heliane: „these are topics that are hard to talk about on the island“. Sinngemäß: Es sind Themen, über die auf der Insel nur schwer gesprochen wird. Die Ballerina und dieses Werk haben mich besonders in ihren Bann gezogen.

Zwischendurch war meine Reaktion viel einfacher. Mein einziger Gedanke hinterher war: So schön würde ich auch gerne mein Haus zu Hause bemalen. Diese Lust auf Farbe ist geblieben. Durch Helianes Erklärungen kam das Interesse dazu, genauer hinzusehen und nachzufragen, was ein Bild bedeutet. Deshalb würde ich gerade beim ersten Besuch eine Stadtführung einplanen und anschließend noch einmal auf eigene Faust durch Willemstad gehen.

Sascha sitzt auf einer farbig gestalteten Treppe in Willemstad
Auf den Colorful Steps in Otrobanda. Kunstwerk: Avantia Damberg. Foto: Sascha Tegtmeyer
Buntes Wandbild mit lachenden Gesichtern und dem Schriftzug Find your spark
Das Wandbild „Find your spark“ in Willemstad. Foto: Sascha Tegtmeyer

Am Floating Market treffe ich Rendy

Am frühen Morgen des 21. September war ich wieder laufend unterwegs, diesmal in Willemstad. Am Floating Market sprach ich einen Händler an. Er hieß Rendy, und auf meine Frage, ob er aus Venezuela komme, antwortete er mit Ja. Unser Gespräch wechselte zwischen Englisch und ein paar spanischen Worten, wobei wir uns längst nicht bei allem verstanden.

Ich stellte mich vor, fragte nach seinem Namen und bat ihn um ein Foto. Er war einverstanden. Ein ausführliches Gespräch wurde daraus nicht, trotzdem ist mir die Begegnung geblieben. Am Vortag hatte ich die Stadt mit Heliane kennengelernt; nun war ich allein unterwegs und konnte dort anhalten, wo ich neugierig wurde.

Händler Rendy steht vor Obstkisten am Floating Market in Willemstad
Rendy am Floating Market. Er war mit dem Foto einverstanden. Foto: Sascha Tegtmeyer

Für mich war dieser Lauf ein guter Grund, Willemstad auch außerhalb einer Führung Zeit zu geben. Die Häuser hatte ich zum Teil schon gesehen. Einem Menschen wie Rendy zu begegnen, lässt sich dagegen nicht einfach in einen Besichtigungsplan eintragen.

Zwischen Kakteen: Curaçao sah anders aus, als ich erwartet hatte

Abseits der Stadt wirkte die Insel auf mich trocken und karg. Ich sah viel trockene Erde, Sträucher und Kakteen. Das war eine andere Landschaft als der tropische Regenwald, den ich mit einer Karibikreise durchaus verbunden hatte. Stellenweise fühlte ich mich eher an die Kanaren erinnert.

Mir hat diese raue Landschaft gefallen, besonders dort, wo ich selbst zu Fuß unterwegs war. Zwischen dem Gebüsch saßen Eidechsen, daneben standen große Kakteen, und die Wege führten über trockenen, unebenen Boden. Gleichzeitig fiel mir unterwegs Müll an Straßenrändern auf. Auch das gehört zu meinem Eindruck von der Insel, so wenig es zu den schönen Küstenfotos passt.

Sascha steht auf einem Trail zwischen Kakteen und Sträuchern
Zwischen Kakteen auf meinem Trailrun. Foto: Sascha Tegtmeyer

Mein späterer Hügellauf und die Sache mit dem Wasser

Am 23. September bin ich noch einmal in Richtung eines Hügels in der Nähe des Marriott gelaufen. Den Einstieg in den Weg hatte ich mithilfe einer Karte gefunden. Aus der Runde wurde eine Mischung aus Laufen und Wandern, und ich kam weiter als ursprünglich vorgesehen. Dort oben zwischen den Kakteen war ich für mich, ohne die Gruppe und ohne einen Guide, der den nächsten Halt festlegte.

Bis zum Gipfel bin ich nicht gegangen. Ich hatte kein Wasser dabei. Die Runde war länger geworden, als ich vor dem Loslaufen gedacht hatte, und ich bin umgedreht. Gern würde ich diesen Weg noch einmal mit mehr Vorbereitung angehen, denn gerade das eigenständige Entdecken hat mir dort so gut gefallen.

Sascha auf einem schmalen Trail vor einem Hügel auf Curaçao
Auf meiner eigenen Laufrunde in der trockenen Hügellandschaft. Foto: Sascha Tegtmeyer
Laufschuhe auf felsigem Boden zwischen Steinen und Wurzeln
Meine Laufschuhe auf dem felsigen Untergrund. Foto: Sascha Tegtmeyer

Bei meinen Läufen habe ich den Unterschied zwischen einem frühen Start und der späteren Sonne deutlich gespürt. Je höher sie stand, desto anstrengender wurde es. Für eine weitere Runde würde ich Wasser mitnehmen, die Strecke vorher genauer ansehen und mir eine kürzere Variante offenhalten. Wer gerade erst mit dem Laufen auf solchen Wegen beginnt, findet in meinen Trailrunning-Tipps für Anfänger Hinweise zu Untergrund, Orientierung und Ausrüstung.

Die Buggytour: selbst fahren und den Staub mit nach Hause nehmen

Bei der Tour am 21. September hatten wir zunächst etwas anderes erwartet. Wir dachten, es würde eine Jeep-Safari werden, bei der uns jemand über die Insel fährt. Vor uns standen jedoch Zweier-Buggys, die wir selbst steuern sollten. Ich hatte von Anfang an Lust zu fahren und saß schließlich selbst am Lenkrad.

Sascha sitzt mit Schutzbrille am Lenkrad eines Buggys
Selbst am Lenkrad des Buggys. Foto: Sascha Tegtmeyer

Auf dem unebenen Untergrund gab es für die Federung einiges zu tun. Mir hat es Spaß gemacht, den Buggy über diese Wege zu fahren und dabei die trockene Landschaft um uns herum zu sehen. Das kam dem Gefühl von eigenständigem Unterwegssein nahe, das ich sonst gern mit einem Mietwagen habe. Auf dieser Reise war ich überwiegend mit der Gruppe unterwegs, umso mehr habe ich die Zeit als Fahrer genossen.

Der Staub ist tatsächlich ein Problem. Wir trugen Schutzbrillen und ein Halstuch, trotzdem blieb die Fahrt eine ausgesprochen staubige Angelegenheit. Meine ursprünglich weiße Hose wurde zu einem Erinnerungsstück: Der feine Staub hatte sich so hineingesetzt, dass sie hinterher eher braun war. Für diese Tour würde ich Kleidung wählen, an der ich nicht besonders hänge.

Buggy fährt auf einer staubigen Piste zwischen trockenen Sträuchern
Auf einer staubigen Piste während unserer Buggy-Tour. Foto: Sascha Tegtmeyer

Unterwegs standen wir direkt unter einem Windrad. Aus dieser Nähe habe ich erst richtig wahrgenommen, wie groß so eine Anlage ist. Außerdem machten wir an einer offenen Höhle halt, in der es auch Fledermäuse gab. Die Höhle war ein anderer Ort als die Hato Caves, die wir ebenfalls besuchten.

Sascha lehnt an einem Buggy vor Windrädern und trockener Landschaft
Mit unserem Buggy vor den Windrädern. Foto: Sascha Tegtmeyer
Menschen gehen im Gegenlicht durch eine offene Höhle auf Curaçao
Ein Blick durch die offene Höhle beim Buggy-Ausflug. Foto: Sascha Tegtmeyer

Wenn du überlegst, so einen Ausflug zu buchen, würde ich vorab klären, wer selbst fährt und welcher Führerscheinnachweis verlangt wird. Das war bei uns anfangs nicht allen klar. Dazu kommt die Frage, ob du eine Fahrt mit Staub und Wind angenehm findest. Für mich war die Buggytour eines der Erlebnisse, die ich auf Curaçao wiederholen würde.

Playa Kalki: oben der Pool, unten der Strand

Einer meiner Lieblingsplätze auf dieser Reise war der Beachclub bei Playa Kalki. Oben lag der Poolbereich, darunter der weiße Strand mit glasklarem Wasser. Diese Kombination hat mir ausgesprochen gut gefallen. Man konnte sich oben aufhalten, etwas essen oder trinken und unten ans Meer gehen, ohne sich für den ganzen Aufenthalt auf einen Platz festzulegen.

Zwei Poolbereiche mit Meerblick, Palmen und Liegen oberhalb von Playa Kalki
Oben die Pools, darunter das Meer: der Beachclub bei Playa Kalki. Foto: Sascha Tegtmeyer

Ich habe schon viele Strände und Beachclubs gesehen. Hier gefiel mir, wie die Bereiche zusammenpassten: die Poolanlage, die Restaurants und Bars, der Strand und das Wasser direkt darunter. Dazu kamen Musik, kühle Getränke und eine Atmosphäre, die ich als entspannt erlebt habe. Ich aß einen Burger mit Pommes, der mir gut schmeckte, und war dort auch zum Schnorcheln im Wasser.

Weißer Sandstrand mit Schirmen vor klarem türkisfarbenem Wasser an Playa Kalki
Der Strand unterhalb des Beachclubs bei Playa Kalki. Foto: Sascha Tegtmeyer

Wenn ich noch einmal nach Curaçao reise, würde ich für diesen Ort einen ganzen Strandtag vorsehen. Dann würde ich morgens hinfahren und abends wieder gehen. Für mich war das einer der Plätze, an denen ich gern mehr Zeit verbracht hätte, weil Baden, Essen und Ausruhen so angenehm zusammenkamen.

Beim Schnorcheln blieb meine Begeisterung begrenzt

Zum Meer gehört für mich auch der Blick unter die Oberfläche. Auf dieser Reise war ich an zwei Orten schnorcheln: in der Hotelbucht und an der Playa Kalki. Die Hotelbucht hat mich dabei weniger überzeugt. Ganz ohne Beobachtungen blieb ich nicht, ich sah Fische und auch zwei Sepien. Insgesamt war es aber nicht das Unterwassererlebnis, für das ich eigens eine Fernreise planen würde.

An der Playa Kalki gefiel es mir besser. Dort sah ich mehr Fische, auch Fischschwärme und einzelne Korallen. Das war ein schöner Teil meines Aufenthalts am Strand, obwohl ich mir von Curaçao unter Wasser mehr erhofft hatte. Ich hatte die Vorstellung, dass vielleicht auch mal eine Schildkröte oder ein Rochen vorbeikommt. Beides habe ich bei meinen Schnorchelgängen nicht gesehen.

Schwarm dunkler Fische über hellem Meeresboden bei Playa Kalki
Ein Fischschwarm vor meiner Kamera an Playa Kalki. Foto: Sascha Tegtmeyer
Langer schlanker Hornhecht schwimmt knapp unter der Wasseroberfläche
Ein Hornhecht knapp unter der Wasseroberfläche. Foto: Sascha Tegtmeyer

Möglicherweise hatte ich zu viel von den beiden Stellen erwartet. Für ein Urteil über die gesamte Unterwasserwelt Curaçaos reichen sie jedenfalls nicht aus. Ich war auf dieser Reise auch nicht tauchen und kann deshalb nicht sagen, wie ich die Insel aus dieser Perspektive erlebt hätte. Mein persönlicher Vergleich bleibt bei diesen zwei Schnorchelorten, von denen mir Playa Kalki besser gefallen hat.

Wenn Schnorcheln ein Hauptgrund für deine Reise ist, würde ich die Auswahl geeigneter Plätze gezielt vorbereiten. Meine Tipps zum Schnorcheln im Urlaub helfen dir bei den Fragen zu Ausrüstung, Bedingungen und der eigenen Erfahrung. Aus der Nähe eines Strandes zum Hotel würde ich allein noch nicht ableiten, dass dort auch das gewünschte Schnorchelerlebnis wartet.

Die Hato Caves: eine warme Höhlentour mit anderen Erwartungen

Bei den Hato Caves hatte ich mir vorher eine Tour vorgestellt, die weit in den Berg hineinführt. Ich erinnerte mich an eine Höhlenbesichtigung auf Mallorca und daran, wie tief es damals nach meinem Gefühl hineinging. In Hato war die Erfahrung anders. Ich fand die Höhle interessant, war aber überrascht, dass wir nicht so weit hineingingen, wie ich erwartet hatte.

Drinnen war es warm, es standen Ventilatoren, und die Formationen wurden beleuchtet. Der Guide zeigte uns Formen im Gestein, in denen sich mit etwas Fantasie Figuren erkennen ließen. Dazu kamen die Fledermäuse an der Decke. Die Beleuchtung und diese Formen sind mir besonders im Gedächtnis geblieben; eine kühle Pause von der Hitze draußen war die Besichtigung für mich nicht.

Sascha steht in den Hato Caves vor einem großen Ventilator
Am Ventilator in den Hato Caves – die Höhle war warm. Foto: Sascha Tegtmeyer
Lange Tropfsteinformationen hängen von der Decke der Hato Caves
Tropfsteinformationen in den Hato Caves. Foto: Sascha Tegtmeyer

Für die Einordnung des Ausflugs sind zwei Angaben des Anbieters hilfreich: Zum Eingang führen 49 Stufen, und die geführte Tour durch die Hato Caves ist mit ungefähr 45 Minuten angegeben. Wer gern Tropfsteinformationen sieht und sich dazu etwas erklären lässt, kann hier einen interessanten Halt einplanen. Wenn ich zwischen mehreren Ausflügen wählen müsste, wären für mich allerdings die Stadt mit Heliane, die Buggytour und Playa Kalki wichtiger.

Im Gouverneur de Rouville würde ich sofort wieder essen

Das Gouverneur de Rouville liegt in Otrobanda. An unserem Abend war der Innenhof gut gefüllt und die Geräuschkulisse entsprechend lebhaft. Mir hat gefallen, wie das Personal bei dem Trubel den Überblick behielt und die Gänge aufeinander folgten. Das Essen war für mich ein kulinarischer Höhepunkt der Reise.

Belebter Restaurant-Innenhof mit Brunnen, Palmen und Lichterketten
Der Innenhof während unseres Restaurantabends. Foto: Sascha Tegtmeyer

Als Vorspeise hatte ich Beef Tenderloin Carpaccio, danach Beef Tenderloin. Meine Mitreisenden ließen mich außerdem von ihren Gerichten probieren, unter anderem von der kubanischen Bananensuppe und dem Lachs. Gerade die Suppe hat mich überrascht, weil ich so etwas normalerweise gar nicht besonders mag. An diesem Abend schmeckte sie mir sehr gut, ebenso wie die anderen Sachen, die ich probieren durfte.

Beef Tenderloin mit Sauce und Gemüse auf einem Teller im Gouverneur
Mein Beef Tenderloin im Gouverneur. Foto: Sascha Tegtmeyer

Wenn ich das so sehe, könnte ich es sofort wieder essen. Günstig fand ich das Restaurant nicht, aber nach meinem Eindruck bekam man dafür auch sehr gutes Essen und ordentliche Portionen. Für einen bewusst eingeplanten Restaurantabend in Willemstad würde ich wieder hingehen.

The Rif als Ausgangspunkt: Pool vor der Tür und trotzdem raus auf die Insel

Mein Zimmer im The Rif hatte eine Terrasse direkt an einem langgezogenen Swim-up-Pool, den sich die angrenzenden Zimmer teilten. Nach der Ankunft habe ich den Koffer abgestellt, mir das Zimmer angesehen, die Terrassentür geöffnet und bin ins Wasser. Nach der langen Anreise war das genau das, worauf ich Lust hatte.

Doppelbett im The Rif mit Blick durch die Terrassentür auf den Pool
Mein Zimmer im Erdgeschoss – hinter der Terrassentür liegt der gemeinsame Swim-up-Pool. Foto: Sascha Tegtmeyer
Tasse Kaffee auf der Terrasse vor dem türkisen Swim-up-Pool
Kaffee auf meiner Terrasse am gemeinsamen Pool. Foto: Sascha Tegtmeyer

Ich finde es einfach total cool, die Tür aufzumachen, auf die eigene Terrasse zu gehen und in den Pool davor zu springen. Dafür habe ich auch in Kauf genommen, dass zu unserer Zimmerlage eine Parkgarage gehörte. Ein höher gelegenes Zimmer mit Blick über die Anlage zum Meer hätte die schönere Aussicht gehabt. Ich persönlich mochte den direkten Zugang zum Wasser mehr.

Zum Aufenthalt gehörten für mich auch guter Kaffee und das Essen. Besonders gut sind mir die türkischen Mezze in Erinnerung geblieben, die am ersten Abend den Tisch füllten. Ich hätte es im Resort durchaus länger ausgehalten. Trotzdem bin ich morgens rausgegangen und habe auch bei den Ausflügen gemerkt, wie viel mir entgangen wäre, wenn ich nur dort geblieben wäre.

Eine Einschränkung möchte ich deutlich nennen: Gegen Ende der Reise zog bei ungünstigem Wind ein unangenehmer Geruch von einem nahen Schiff zum Hotel herüber. Das war für mich an diesem Tag sehr störend. Wie häufig das vorkommt, habe ich nicht beobachten können, aber bei der Entscheidung für diese Lage würde ich die Nähe zu den Schiffsanlegern berücksichtigen.

Großes Kreuzfahrtschiff liegt unmittelbar vor dem Ufer auf Curaçao
Die Kreuzfahrtanleger liegen unmittelbar neben der Hotelanlage. Foto: Sascha Tegtmeyer

Ob sich ein Resort wie dieses für dich lohnt, hängt auch davon ab, wie du deine Tage verbringen möchtest. Ich nutze den Komfort gern, will aber ebenso eigenständig unterwegs sein. Wenn du bei der Wahl zwischen Hotel und Ferienwohnung schwankst, würde ich deshalb überlegen, wie viel Zeit du tatsächlich in der Unterkunft verbringen willst und welche Leistungen du dann nutzt.

Was ich für eine eigene Curaçao-Reise einplanen würde

Die Verbindung aus Willemstad, Meer und Unternehmungen war für mich der Reiz dieser Reise. Entsprechend würde ich auch eine nächste Reise aufbauen: Zeit für die Stadt, einen Ausflug über die Insel und dazwischen Tage am Wasser. Meine Curaçao-Übersicht führt die unterschiedlichen Themen zusammen und hilft dir, eigene Schwerpunkte zu setzen.

Die Anreise über Amsterdam

Ich bin von Hannover mit KLM Cityhopper nach Amsterdam geflogen und von dort mit Corendon im A350 weiter nach Curaçao. Das Flugzeug hat mir gut gefallen; bei Sitzkomfort und Essen gab es für mich Abstriche. Wie ich Hin- und Rückflug erlebt habe, beschreibe ich ausführlicher in meinen Corendon-Erfahrungen auf der Strecke Amsterdam–Curaçao.

Zum Hinweg gehörte ein langer Aufenthalt in Amsterdam. Ich musste meinen Koffer abholen und später wieder aufgeben; für die Zeit dazwischen nutzte ich die Gepäckaufbewahrung und erkundete den Flughafen. Besonders mochte ich die Panoramaterrasse. Mein Erfahrungsbericht zum Aufenthalt in Schiphol hilft dir bei der Frage, wie sich so ein Umstieg organisieren lässt. Ob dein Gepäck durchgecheckt wird, solltest du für deine eigene Buchung klären.

Wege, Hitze und freie Zeit

Für eine weitere Reise würde ich gern einen Mietwagen nehmen. Mir fehlte zwischendurch die Möglichkeit, spontan selbst irgendwohin zu fahren und länger zu bleiben. Einen Mietwagenurlaub auf Curaçao habe ich allerdings noch nicht ausprobiert. Meine Erfahrung stammt aus den organisierten Ausflügen, der selbst gefahrenen Buggytour und den Wegen, die ich zu Fuß erkundet habe.

Bei der Reiseplanung würde ich deshalb Unterkunft und Ausflugsziele zusammen betrachten und überlegen, wie die Wege dazwischen funktionieren. Ebenso wichtig wäre mir, die Tage nicht vollständig zu verplanen. Ich würde immer im Wechsel einen Strandtag und einen Erlebnistag machen. An einem Strandtag müsste das auch nicht jedes Mal der Strand am Hotel sein.

Auf das mobile Internet konnte ich mich nicht verlassen

Weniger gut funktionierte etwas, das ich vorab gründlich vorbereitet hatte: mein mobiler Internetzugang. Der recherchierte und bereits installierte Holafly-Tarif lieferte vor Ort lange keine verlässliche Verbindung. Das kostete mich Zeit und Nerven. Erst kurz vor Ende der Reise wurde es nach Kontakt mit dem Kundenservice und der Freischaltung eines anderen Tarifs einigermaßen brauchbar.

Für meine Arbeit unterwegs war das keine zuverlässige Lösung. Woran das Problem im Einzelnen lag, konnte ich nicht sicher klären. Wenn du auf Reisen auf mobiles Internet angewiesen bist, würde ich einen Ersatzweg einplanen und die Verbindung vor wichtigen Aufgaben testen. Mein Ratgeber zur eSIM im Ausland erklärt die Grundlagen.

Was von Curaçao für mich bleibt

In meiner persönlichen Liste der Lieblingsreiseziele ist Curaçao auf Anhieb weit oben gelandet, direkt hinter Mauritius. Die trockene Landschaft war anders als erwartet, das Schnorcheln hat mich nur begrenzt überzeugt, und auch im Hotel war nicht alles durchgehend angenehm. Trotzdem wollte ich morgens wieder los.

Ich denke an die Trommeln am ersten Abend, an den Trainer an der Küste und an Rendy am Floating Market. Ebenso an Helianes Hinweis, dass sich die Wandbilder verändern, wenn die Menschen zu Hause ihre Fenster öffnen. Solche Einzelheiten haben mir Curaçao nähergebracht. Sie sind mir geblieben, weil ich draußen unterwegs war, hingeschaut und Menschen angesprochen habe.

Meine Entdeckungslust ist wieder da.

Rote Blüten und Palmen vor einem weißen Gebäude in Otrobanda
Blüten vor einem Gebäude in Otrobanda. Foto: Sascha Tegtmeyer

Ähnliche Beiträge

Über Sascha Tegtmeyer

Über Sascha Tegtmeyer

Reisejournalist, Autor und Gründer von Just Wanderlust

Ich schreibe auf Just Wanderlust aus eigener Reiseerfahrung über Orte, Meer und Outdoor-Abenteuer. Mehr über mich und meine Arbeit.

0 Comments