Holafly-eSIM auf Curaçao: Meine Erfahrung mit Verbindungsproblemen und Erstattung

by Sascha Tegtmeyer | Okt. 2, 2026

Am 20. September 2026 schrieb ich aus Curaçao: „Ich kann gerade so eine WhatsApp-Nachricht verschicken.“ Ich hatte den Tarif vor der Reise gekauft und die eSIM bereits installiert. Eigentlich wollte ich vor Ort damit loslegen und mich anschließend mit der Insel beschäftigen. Stattdessen wurde die Verbindung selbst zu einer Aufgabe.

Bunte Giebelhäuser an der Handelskade gegenüber dem Hafenwasser
Die Handelskade von der gegenüberliegenden Hafenseite gesehen. Foto: Sascha Tegtmeyer

Meine Holafly-Erfahrung bezieht sich auf die Reise vom 19. bis 23. September 2026. Den Tarif habe ich selbst gekauft; für diesen Artikel gibt es keine Kooperation mit Holafly.

Werbung / Pressereise: Diese Reise wurde von Corendon unterstützt. Die Unterstützung hat keinen Einfluss auf meine Berichterstattung. Ich schildere meine eigenen Erfahrungen und bewerte die vorgestellten Angebote ehrlich und unabhängig.

Ich wollte nach der Ankunft keinen SIM-Verkäufer suchen

Die Idee hinter dem Kauf war ziemlich einfach. Nach meiner Anreise mit Corendon von Amsterdam nach Curaçao wollte ich am Flughafen keinen SIM-Verkäufer suchen, Angebote vergleichen oder die Reisegruppe warten lassen. Ich wollte das vorher erledigt haben und nach der Landung eine Verbindung nutzen können. Seelenfrieden beschreibt meine Erwartung ziemlich gut.

Doppelbett im The Rif mit Blick durch die Terrassentür auf den Pool
Mein Zimmer im Erdgeschoss – hinter der Terrassentür liegt der gemeinsame Swim-up-Pool. Foto: Sascha Tegtmeyer

Dazu kam mein Arbeitsbedarf. Ich hatte mein MacBook dabei und wollte mich unterwegs auf eine brauchbare Datenverbindung verlassen können. Beim Reisen mit iPhone und iPad lässt sich vieles mit den mobilen Geräten erledigen; auf dieser Reise hatte ich mich bewusst auch für den Laptop entschieden. Eine eSIM, deren Verbindung ich bei Bedarf teilen könnte, schien dafür praktisch.

Wer Material für einen Reiseblog oder Travel Vlog sammelt, hat außerdem zwei verschiedene Aufgaben: vor Ort etwas erleben und daraus später einen Beitrag machen. Für mich gehört deshalb mehr zur mobilen Nutzung als eine kurze Nachricht nach Hause. Ich wollte genügend Spielraum fürs Arbeiten haben, ohne ständig darüber nachdenken zu müssen, ob die Verbindung dafür reicht.

Mein Kauf: fünf Tage Karibik für 30,31 Euro

Gekauft habe ich vor der Reise den Karibik-Tarif für fünf Tage, in dem Curaçao enthalten war. Auf der Website hatte ich zuvor einen Preis von 31,90 Euro gefunden. Mit fünf Prozent Rabatt zahlte ich tatsächlich 30,31 Euro.

In der App wurden mir bei meiner damaligen Vorbereitung dagegen 36,90 Euro angezeigt. Damit sahen die Zahlen für mich so aus:

Meine Kauf­vorbereitung im September 2026 Betrag
Zuvor gefundener Websitepreis für fünf Tage Karibik 31,90 Euro
Damals in der App angezeigter Preis 36,90 Euro
Tatsächlich gezahlter Kaufpreis nach fünf Prozent Rabatt 30,31 Euro

Warum die Anzeigen auseinanderlagen, kann ich daraus nicht sicher ableiten. Für eine neue Buchung würde ich Website und App deshalb beim exakt gleichen Produkt und derselben Laufzeit vergleichen. Die damaligen Anzeigen sind für mich ein Anlass, genauer hinzusehen; eine allgemeine Preisregel für Holafly ergeben sie nicht.

Für meinen Bedarf erschien mir der gekaufte Tarif zunächst plausibel. Ob ein anderer Tarif vor Ort zuverlässiger funktioniert hätte, weiß ich nicht. Ich habe auf Curaçao keinen Vergleichstest verschiedener eSIM-Angebote durchgeführt.

Teilweise gingen WhatsApp und Instagram – zum Arbeiten reichte es nicht

Vor Ort blieb die Verbindung weit hinter meiner Erwartung zurück. Rückblickend war die eSIM für mich an vier von fünf Reisetagen nicht vernünftig nutzbar. Das beschreibt meinen praktischen Eindruck während dieser Reise; eine lückenlose Aufzeichnung der Netzqualität habe ich nicht.

Es gab durchaus Situationen, in denen etwas durchkam. Neben der Nachricht vom 20. September hielt ich meinen Zwischenstand so fest: „Also WhatsApp geht und Instagram geht auch, aber dann hört’s auch schon auf. Alles, was darüber hinaus ist, geht nicht.“ Ich war also zeitweise erreichbar. Für das Arbeiten, das ich mir vorgenommen hatte, war mir diese Verbindung zu eingeschränkt.

Ich hatte eine Verbindung gekauft, auf die ich mich verlassen wollte, und musste nun meine Zeit in ihre Fehlersuche stecken. Das war einfach eine Katastrophe. Auf einer Insel, auf der ich morgens laufen gehen, durch Willemstad streifen und mit Menschen ins Gespräch kommen wollte, empfand ich diese Beschäftigung mit der Technik als besonders lästig.

Sascha auf einem schmalen Trail vor einem Hügel auf Curaçao
Auf meiner eigenen Laufrunde in der trockenen Hügellandschaft. Foto: Sascha Tegtmeyer

Auch meinen geplanten MacBook-Hotspot konnte ich unter diesen Bedingungen nicht sinnvoll als Arbeitslösung erproben. Aus dieser Reise kann ich deshalb keine belastbare Aussage darüber ableiten, wie stabil längeres Arbeiten am Laptop mit diesem Tarif funktioniert. Dass auf dem Smartphone gelegentlich eine App nutzbar war, hat mir diese Frage nicht beantwortet.

Die Always-On-Anzeige machte die Sache zusätzlich unklar

Im Verlauf der Fehlersuche entstand für mich anhand der App der Eindruck, dass Always On verwendet wurde, während ich den vorbereiteten Karibik-Tarif nutzen wollte. Das passte für mich nicht zusammen: Ich hatte ein konkretes Datenpaket gekauft und konnte vor Ort nicht eindeutig nachvollziehen, ob genau dieses Paket tatsächlich arbeitete.

Diese Anzeige war eine wichtige Beobachtung. Sie erklärt aber nicht nachträglich sämtliche Verbindungsprobleme. Welche Rolle das Profil, die Freischaltung oder das Netz vor Ort jeweils gespielt haben, lässt sich aus meinem Verlauf nicht sicher trennen. Auch für meine damalige Vermutung, die frisch installierte iOS-Version könnte beteiligt gewesen sein, habe ich keinen technischen Beleg.

Während der Versuche löschte ich einmal ein Profil und konnte es zunächst nicht wieder installieren. Später gelang die Installation doch noch. Das Löschen hatte die Situation zwischenzeitlich also komplizierter gemacht. Ich würde ein Profil bei einem solchen Problem künftig nur nach Klärung mit dem Support entfernen.

Für mich steckt darin eine konkrete Lehre: Eine installierte eSIM, das dazu gebuchte Datenpaket und die tatsächlich verwendete Datenleitung müssen zusammenpassen. Den ausführlichen Ablauf zur Einrichtung und Kontrolle habe ich in meinem eSIM-Ratgeber für das iPhone beschrieben. Auf Curaçao wurde sehr praktisch deutlich, warum diese Zuordnung Aufmerksamkeit verdient.

Der Support brachte gegen Ende der Reise eine Verbesserung

Gegen Ende der Reise schaltete mir der Support einen anderen, größeren Tarif frei. Danach funktionierte die Verbindung deutlich besser. Die Hilfe kam also an, nur eben spät gemessen an dem Zeitraum, für den ich die eSIM gekauft hatte.

Was Holafly aktuell angibt: Unlimited am Smartphone, begrenzter Hotspot

Aktuelle Anbieterangaben, geprüft am 3. Oktober 2026: Auf der offiziellen Karibik-Tarifseite von Holafly ist Curaçao enthalten. Fünf Tage kosten laut Preisübersicht 31,90 Euro; das Datenvolumen am Smartphone ist unbegrenzt. Für den Hotspot nennt Holafly dagegen 1 GB pro Tag. Always On beschreibt der Anbieter als separates Backup mit 1 GB pro Monat.

Damit sind zwei verschiedene 1-GB-Angaben im Spiel: ein monatliches Backup und ein tägliches Hotspot-Kontingent. Fürs Arbeiten am MacBook ist die Hotspot-Regel maßgeblich. Smartphone-Unlimited lässt sich folglich nicht als unbegrenzter Laptopzugang lesen. Vor einem Kauf würde ich die konkreten Bedingungen und den Endpreis nochmals im Checkout prüfen.

Wenn du etwa Unterwasserfotos mit dem iPhone aufnimmst, sind Fotografieren und späteres Übertragen zwei verschiedene Arbeitsschritte. Für größere Übertragungen über den Laptop müsstest du deinen Bedarf mit dem Hotspot-Kontingent abgleichen. Genau diese Frage gehört für mich auch zur Vorbereitung einer Workation: Welche Verbindung trägt die Arbeit, die tatsächlich ansteht?

Schwarm dunkler Fische über hellem Meeresboden bei Playa Kalki
Ein Fischschwarm vor meiner Kamera an Playa Kalki. Foto: Sascha Tegtmeyer

In seiner FAQ zu unbegrenztem Datenvolumen erklärt Holafly außerdem, dass lokale Netzbetreiber nach intensiver Highspeed-Nutzung zeitweise drosseln können. Die am 3. Oktober 2026 geprüfte FAQ nennt als Aktualisierungsdatum den 23. September 2026. Ob eine solche Drosselung bei meinen Problemen eine Rolle spielte, ist ungeklärt.

Nach der Rückkehr wurde die vollständige Erstattung veranlasst

Nach der Reise beantragte ich über die Erstattungsfunktion mein Geld zurück. Am 25. September 2026 konnte ich festhalten, dass die vollständige Rückerstattung veranlasst worden war. Laut Bestätigung sollte sie auf meine ursprüngliche Zahlungsmethode erfolgen; als üblicher Zeitraum wurden drei bis fünf Werktage genannt.

Das wiederum ist eine ziemlich feine Sache, muss ich sagen. Ich hatte für eine Leistung bezahlt, die ich während eines großen Teils der Reise nicht vernünftig nutzen konnte, und Holafly bestätigte mir die Erstattung des vollen Kaufpreises. Für meinen Fall war das ein fairer Abschluss.

Die Zeit und die Nerven, die ich auf Curaçao in die Verbindung gesteckt hatte, blieben natürlich Teil der Erfahrung. Der Umgang mit der Erstattung hat meine Einschätzung des Anbieters dennoch verbessert. Einen entsprechenden Ausgang kann ich aus meinem Fall für andere Reklamationen nicht versprechen.

Was ich bei der nächsten Reise genauer prüfen würde

Für meine nächste Buchung würde ich stärker von den Aufgaben ausgehen, die die Verbindung erfüllen soll. Ein Messenger, eine Online-Recherche und das Arbeiten am Laptop sind verschiedene Anforderungen. Auch bei Apple Intelligence auf Reisen interessiert mich deshalb die einzelne Funktion: Was ist auf dem Gerät verfügbar, was braucht eine Verbindung, und worauf möchte ich unterwegs wirklich angewiesen sein?

Aus meiner Curaçao-Erfahrung nehme ich vor allem diese Prüfpunkte mit:

  • Vor dem Kauf: das konkrete Datenpaket, die enthaltenen Länder, den Laufzeitbeginn, den Netzpartner und die Hotspot-Regel prüfen. Der Tarif muss zu meinem geplanten Einsatz passen.
  • Nach der Ankunft: nachvollziehen, welches Profil und welches Paket aktiv sind, und die verwendete Datenleitung kontrollieren. Anschließend genau die Anwendungen ausprobieren, die ich unterwegs brauche – einschließlich des Laptops, falls er dazugehören soll.
  • Bei Problemen: den Support früh einschalten und den nächsten Schritt klären, bevor ich Profile lösche. Für wichtige Arbeit möchte ich vorher wissen, welche zweite Verbindungsmöglichkeit infrage kommt.

Diese Ausweichmöglichkeit gehört für mich in die Reiseplanung, solange ich noch in Ruhe recherchieren kann. Ebenso möchte ich wichtige Adressen und Reisedaten vorher so sichern, dass ich sie ohne erneuten Onlineabruf öffnen kann. Wie ich solche Vorkehrungen rund um Karten, Wallet und mobiles Bezahlen angehe, habe ich separat aufgeschrieben.

Tasse Kaffee auf der Terrasse vor dem türkisen Swim-up-Pool
Kaffee auf meiner Terrasse am gemeinsamen Pool. Foto: Sascha Tegtmeyer

Mein Fazit: Ich würde Holafly noch eine Chance geben

Für meinen geplanten Einsatz auf Curaçao hat Holafly meine Erwartungen während des größten Teils der Reise nicht erfüllt. Der günstige Kaufpreis half mir wenig, solange ich die Verbindung kaum sinnvoll nutzen konnte. Die späte Verbesserung durch den Support und die veranlasste vollständige Erstattung gehören für mich allerdings genauso zu einem ehrlichen Urteil.

Ich würde Holafly deshalb noch einmal eine Chance geben. Beim nächsten Mal würde ich genauer prüfen, welches Paket tatsächlich aktiv ist, ob die Hotspot-Bedingungen zu meiner Arbeit passen und wie ich bei Problemen weiterkomme. Mein Ziel ist dabei immer noch dasselbe: ankommen, eine brauchbare Verbindung haben und meine Aufmerksamkeit der Reise widmen können.

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Reisejournalist, Autor und Gründer von Just Wanderlust

Ich schreibe auf Just Wanderlust aus eigener Reiseerfahrung über Orte, Meer und Outdoor-Abenteuer. Mehr über mich und meine Arbeit.

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