Dominik Landertinger im Interview: „Das PillerseeTal wäre die Goldmedaille bei einer Weltmeisterschaft“

by Sascha Tegtmeyer | Sep. 18, 2025

Dominik Landertinger ist in Hochfilzen aufgewachsen, lebt heute mit seiner Familie in Fieberbrunn und kennt das PillerseeTal nicht aus einer Urlaubswoche, sondern aus einem ganzen Leben. Der ehemalige Biathlon-Weltmeister und mehrfache Olympiamedaillengewinner ist seit 2025 offizieller Botschafter seiner Heimatregion. Im Interview nennt er den Wildseeloder, den Pillersee und das Jakobskreuz als persönliche Orte – und erklärt, warum für ihn das gesamte Tal einer Goldmedaille entspricht.

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Ich habe das PillerseeTal selbst im Sommer und im tief verschneiten Winter erlebt. Beide Reisen fühlten sich sehr unterschiedlich an. Im Sommer waren wir zwischen grünen Almen, Pillersee und den schroffen Bergen unterwegs. Im Winter standen Skifahren, Schnee und die besondere Ruhe abseits der Pisten im Mittelpunkt.

Gerade deshalb wollte ich nicht noch einmal meine eigenen PillerseeTal-Erfahrungen nacherzählen. Mich interessierte die Perspektive eines Menschen, der dort seine sportlichen Wurzeln hat, nach einer internationalen Karriere bewusst geblieben ist und die Region heute als Vater erlebt.

Vom Weltmeister zum Botschafter seiner Heimat

Der Tourismusverband ernannte Dominik Landertinger im September 2025 zum offiziellen Botschafter des PillerseeTals. Der ehemalige Spitzensportler ist heute unter anderem als Biathlon-Experte im ORF präsent. Die Partnerschaft reicht über Werbung hinaus: Im Vorfeld der Biathlon-Weltmeisterschaften 2028 in Hochfilzen soll sie die sportliche Identität der Region sichtbar machen. Das geht aus der offiziellen Mitteilung des Tourismusverbands hervor.

Für Reisende ist eine andere Frage interessanter: Welche Orte empfiehlt jemand, der zwischen Hochfilzen, Fieberbrunn und dem Pillersee aufgewachsen ist? Landertingers Antworten ergeben einen ziemlich klaren kleinen Reiseplan.

Pillersee mit Steg, Wiese und bewaldeten Bergen im Sommer
Der Pillersee ist für Dominik Landertinger ein persönlicher Ort der Ruhe. Foto: Sascha Tegtmeyer

Dominik Landertinger im Interview über das PillerseeTal

Die folgenden Antworten stammen aus meinem Interview mit Dominik Landertinger. Seine Aussagen gebe ich im Wortlaut wieder.

Sie sind in Hochfilzen aufgewachsen und leben heute in Fieberbrunn. Was war Ihr erster Gedanke, als die Anfrage kam, offizieller Botschafter für Ihre Heimat, das Pillerseetal, zu werden?

Dominik Landertinger:

Ich hatte eine riesige Freude, als ich gehört habe, dass der TVB Pillerseetal mich als Markenbotschafter haben möchte und eine Kooperation mit mir starten will.

Ihre Karriere hat Sie um die ganze Welt geführt. Was war das Gefühl, nach langen Reisen und Wettkämpfen immer wieder ins Pillerseetal zurückzukommen? Gibt es einen bestimmten Ort oder einen Anblick, der für Sie „Zuhause“ bedeutet?

Dominik Landertinger:

Dadurch, dass ich als Sportler – aber mittlerweile auch als Biathlon-Experte im ORF – viel unterwegs bin, lernt man die Zeit zuhause ganz neu zu schätzen. Ich liebe die wunderschöne Natur im Pillerseetal, das gute Essen und die herzlichen Menschen. Für mich ist die Region der perfekte Ort, um neue Kraft zu tanken. Mein Lieblingsplatz ist das Jakobskreuz auf der Buchensteinwand – die Aussicht ist einfach atemberaubend. Besonders am Abend, wenn das Kreuz beleuchtet ist, kann man es fast aus dem gesamten PillerseeTal sehen.

Verschneite Berglandschaft im PillerseeTal bei Fieberbrunn
Im Winter prägen Schnee, Langlauf, Biathlon und das Skigebiet rund um Fieberbrunn die Region. Foto: Sascha Tegtmeyer

Die Partnerschaft betont Werte wie Authentizität und Bodenständigkeit. Wie erleben Sie diese Werte im Alltag der Menschen und in der Kultur des Pillerseetals?

Dominik Landertinger:

Authentizität und Bodenständigkeit sind Werte, die im Pillerseetal nicht nur gelebt, sondern auch spürbar verkörpert werden.

Stellen Sie sich vor, gute Freunde besuchen Sie für ein perfektes Sommer-Wochenende im Pillerseetal. Was würden Sie mit ihnen unternehmen? Verraten Sie uns vielleicht eine Ihrer Lieblingswanderrouten?

Dominik Landertinger:

Wenn es ums Thema Wandern geht, würde ich mit ihm auf den Wildseeloder gehen – ein wunderschöner Berg in Fieberbrunn, auf dem sich ein idyllischer Bergsee befindet. Direkt neben dem See liegt das Wildseeloderhaus, wo man nach der Tour hervorragend essen kann. Diese Wanderung kann ich zu 100 % empfehlen.

Und im Winter, abseits vom Biathlon-Zirkus: Was ist Ihr persönlicher Geheimtipp für einen unvergesslichen Wintertag – vielleicht eine bestimmte Langlaufloipe, eine Skitour oder ein gemütlicher Ort zum Einkehren?

Dominik Landertinger:

Wenn es um sportliche, winterliche Aktivitäten geht, könnte das Pillerseetal nicht besser aufgestellt sein. Von den perfekt präparierten Langlaufloipen in St. Ulrich bis hin zum Volksbiathlon in Hochfilzen ist für nordisch begeisterte Sportler alles dabei. Für alpine Fans bietet das Pillerseetal mit Fieberbrunn eines der schönsten und größten Skigebiete überhaupt. Egal ob Langlauf, Biathlon, Skifahren oder Tourengehen – hier ist für jeden etwas dabei.

Das Pillerseetal ist auch ein Ort für Familien. Heute erleben Sie die Region als Vater. Was sind die drei Dinge, die jede Familie mit Kindern hier unbedingt erlebt haben muss?

Dominik Landertinger:

Erstens der Familien- und Freizeitpark „Timoks Wilde Welt“ an der Mittelstation Streuböden ist für Familien einfach perfekt. Hier ist wirklich für jeden etwas dabei – vom Alpine Coaster über Wasserspiele bis hin zum Waldseilgarten. In Waidring ist der „Triassic Park“ im Sommer ein echtes Highlight für alle Dinosaurier-Fans. Der Park ist ideal für Familien und Kinder und bietet spannende Erlebnisse rund um die Urzeit. Und in St. Jakob in Haus begeistert der Erlebnispark „Familienland“ mit Spiel, Spaß und Action für Groß und Klein. Von der Familienachterbahn über die Wellenrutsche bis hin zum Wikingerland – hier wird wirklich alles geboten.

Für viele ist Urlaub auch eine Zeit der Erholung. Wo finden Sie persönlich im Pillerseetal Ruhe und können am besten abschalten? Ist es ein stiller See, ein besonderer Gipfel oder ein ganz anderer Ort?

Dominik Landertinger:

Der Pillersee strahlt für mich eine besondere Ruhe aus. Hier kann man die Seele baumeln lassen und inmitten der wunderschönen Natur perfekt abschalten.

Als ehemaliger Weltklasse-Athlet und heutiger Performance-Coach – was macht das Pillerseetal aus sportlicher Sicht so besonders? Welche Bedingungen finden Amateursportler hier vor, um sich auszupowern oder zu trainieren?

Dominik Landertinger:

Ich glaube, dass die hervorragende Infrastruktur im Sommer – mit Wanderwegen, Radstrecken und Klettersteigen – das Pillerseetal in Kombination mit der wunderschönen Natur zur perfekten Sportregion macht. Im Winter sind es die Schneesicherheit, die vielen Pistenkilometer und die bestens präparierten Langlaufloipen, die gemeinsam mit der beeindruckenden Landschaft sportlich aktive Menschen anlockt.

Biathlon-Weltmeister Dominik Landertinger im Porträt
Dominik Landertinger ist ehemaliger Weltmeister, Olympiamedaillengewinner und offizieller Botschafter des PillerseeTals. Foto: Sina Bodingbauer

Mit der Biathlon-WM 2028 in Hochfilzen steht ein riesiges Event bevor. Was bedeutet dieses Großereignis für die Region und wie werden Besucher schon heute vom „Biathlon-Fieber“ angesteckt?

Dominik Landertinger:

Die Biathlon-WM 2028 wird mit Sicherheit ein spektakuläres Großereignis, und ich freue mich schon riesig darauf. Der Biathlonsport hat im Pillerseetal – besonders durch Hochfilzen – einen hohen Stellenwert. Ich kann jedem nur empfehlen, den jährlich im Dezember stattfindenden Biathlon-Weltcup zu besuchen, um schon jetzt einen Vorgeschmack auf die WM 2028 zu bekommen.

Wenn Sie die Landschaft des Pillerseetals mit einer sportlichen Herausforderung vergleichen müssten: Wäre sie ein explosiver Sprint, ein taktischer Massenstart oder ein ausdauernder Marathon – und warum?

Dominik Landertinger:

Wenn ich die Landschaft im Pillerseetal mit Sport vergleichen müsste, wäre sie die Goldmedaille bei einer Weltmeisterschaft.

Wenn Sie die Seele des Pillerseetals in einem Satz beschreiben müssten, wie würde dieser lauten?

Dominik Landertinger:

Die Seele des Pillerseetals ist eine harmonische Verbindung aus kraftvoller Natur, gelebter Tradition und echter Herzlichkeit – ein Ort, der Ruhe schenkt und gleichzeitig neue Energie entfacht.

Was ich aus den Antworten für eine Reise ableiten würde

Landertinger nennt keine beliebige Bestenliste. Seine Auswahl ordnet das Tal nach Situationen. Wer zum ersten Mal im Sommer kommt und eine sportliche Tour sucht, bekommt mit dem Wildseeloder ein konkretes Ziel. Wer weniger Höhenmeter möchte, kann den Pillersee zum Mittelpunkt machen. Familien verteilen ihre Tage auf drei sehr unterschiedliche Erlebnisangebote.

Im Winter ist die Trennung ebenso klar: Hochfilzen und St. Ulrich stehen für den nordischen Sport, Fieberbrunn für das alpine Skigebiet. Das hilft mehr als die pauschale Aussage, das Tal biete „für jeden etwas“. Man kann den eigenen Schwerpunkt setzen und muss nicht versuchen, in drei Tagen alles abzuhaken.

Meine Anti-Empfehlung betrifft vor allem das Tempo: Wer Wildseeloder, Familienparks, Pillersee, Jakobskreuz und Wintersport in einen kurzen Aufenthalt presst, sieht viel und erlebt wenig. Das Tal funktioniert besser, wenn ein großes Vorhaben pro Tag reicht.

Weitere aktuelle Betriebszeiten, Wege und Tickets würde ich unmittelbar vor der Reise auf der offiziellen Website des PillerseeTals prüfen. Das Interview liefert persönliche Empfehlungen, ersetzt aber keine tagesaktuelle Tourenplanung und keine Beurteilung von Wetter oder Wegzustand.

Dominik Landertinger im Porträt

Das bestehende Video zeigt Dominik Landertinger über das schriftliche Interview hinaus im Porträt.

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Mehr Informationen
Sascha Tegtmeyer und Nadine Schanze beim Wandern im PillerseeTal
Wir haben das PillerseeTal selbst im Sommer und im Winter bereist. Foto: Sascha Tegtmeyer

Fazit: Seine beste Antwort ist zugleich ein brauchbarer Reiseplan

Die Goldmedaille ist die zitierfähigste Antwort. Für die Reiseplanung finde ich eine andere fast wichtiger: Landertinger verbindet den Pillersee mit Ruhe, den Wildseeloder mit Bewegung und Hochfilzen mit gelebtem Biathlon. Dadurch bekommt das PillerseeTal Kontur.

Das deckt sich mit meinen eigenen Reisen. Im Winter hat mich die verschneite Landschaft gepackt, im Sommer die Mischung aus offenen Almen, Wasser und Bergen. Trotzdem ist dieser Beitrag bewusst kein zweiter Reisebericht. Er lässt einen Einheimischen sprechen, der das Tal aus Sport, Familie und Alltag kennt.

Welcher seiner Tipps würde deinen ersten Tag bestimmen: Wildseeloder, Pillersee, Jakobskreuz oder ein Wintertag in Hochfilzen?

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Reisejournalist, Autor und Gründer von Just Wanderlust

Ich schreibe auf Just Wanderlust aus eigener Reiseerfahrung über Orte, Meer und Outdoor-Abenteuer. Mehr über mich und meine Arbeit.

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