An kaum einem anderen Mietwagentag auf Teneriffa lagen die Kontraste für mich so dicht beieinander: erst Santa Cruz, dann der helle Strand von Las Teresitas, danach die engen Kurven und der dichte Lorbeerwald des Anaga-Gebirges – und am Ende La Laguna als historische Stadt. Genau dieser Wechsel macht die Nordost-Runde so stark. Er ist aber auch der Grund, warum sie schnell zu voll wird.
Meine klare Einschätzung: Die Route eignet sich für dich, wenn du einen ganzen Tag zur Verfügung hast, konzentriert auf kurvigen Gebirgsstraßen fahren kannst und nicht an jedem Ort das vollständige Besichtigungsprogramm erwartest. Aufteilen würde ich sie, wenn du lange baden, ausführlich durch beide Städte laufen oder zusätzlich im Anaga-Gebirge wandern möchtest. Auch für Menschen, denen auf kurvigen Straßen schnell übel wird, ist diese Runde nicht unbedingt die beste Wahl.
Für mich gehört die Tour trotzdem zu den abwechslungsreichsten Mietwagentagen auf Teneriffa. Entscheidend ist nicht, noch einen weiteren Aussichtspunkt einzubauen. Entscheidend ist, rechtzeitig etwas wegzulassen.
Teneriffa Nordosten Mietwagen Route: die Etappen auf einen Blick
Als heutige Planung würde ich die Runde in dieser Richtung fahren:
Santa Cruz → Playa de las Teresitas → optional Igueste → zurück nach San Andrés → TF-12 durch das Anaga-Gebirge → Cruz del Carmen und Jardina → La Laguna → Rückfahrt über die Hauptstraßen
Die offiziellen Tourismusseiten fassen Santa Cruz, Las Teresitas, Anaga und La Laguna ebenfalls als zusammenhängende Nordost-Etappe auf. Die offizielle Drei-Tage-Route für Teneriffa kombiniert diese Orte an einem Tag. Eine weitere offizielle Autoroute zwischen La Laguna und Anaga erschließt das Gebirge in der umgekehrten Richtung. Meine Reihenfolge ist deshalb keine angeblich einzig richtige Route, sondern meine aktuelle Empfehlung für einen möglichst schlüssigen Mietwagentag. (Webtenerife)
Welche einzelnen Fotostopps ich damals exakt in welcher Reihenfolge eingelegt habe, kann ich heute nicht mehr sicher rekonstruieren. Belegt und in Erinnerung geblieben sind Santa Cruz, Las Teresitas, die Küstenstraße in Richtung Igueste, die Fahrt ins Anaga-Gebirge, der Lorbeerwald und der weitere Weg nach La Laguna. Die folgende Route verbindet diese Stationen so, wie ich sie heute erneut planen würde.
Wie viel Zeit solltest du einplanen?
Die Zeitangaben sind keine rekonstruierten Fahrzeiten meiner damaligen Tour, sondern realistische Planungswerte ab dem ersten Parkplatz in Santa Cruz bis zur Abfahrt aus La Laguna.
| Variante | Zeitrahmen | Was realistisch hineinpasst |
|---|---|---|
| Kompakt | etwa 6 bis 7 Stunden | kurzer Stadtstopp, Las Teresitas, Anaga-Durchfahrt mit zwei Stopps, kurzer Rundgang in La Laguna |
| Ausgewogen | etwa 8 bis 9 Stunden | Santa Cruz, Strandpause, optional Igueste oder kurzer Waldspaziergang, zwei Aussichtspunkte, La Laguna |
| Ausgedehnt | 10 Stunden und mehr | längerer Stadtbesuch oder Badeaufenthalt, zusätzliche Stopps und ein ausführlicherer Abschluss in La Laguna |
Die An- und Rückfahrt zu deiner Unterkunft kommt noch hinzu. Wenn du aus einem weiter entfernten Ferienort startest, kann aus der ausgewogenen Variante daher ein sehr langer Urlaubstag werden. In diesem Fall würde ich Santa Cruz deutlich verkürzen oder die beiden Städte und das Anaga-Gebirge auf unterschiedliche Tage verteilen.
Warum ich von Santa Cruz nach La Laguna fahren würde
Die umgekehrte Richtung funktioniert ebenfalls. Für eine erste Nordost-Runde hat die Fahrt von Santa Cruz über die Küste ins Anaga-Gebirge für mich jedoch mehrere Vorteile.
Du beginnst mit dem einfachsten Teil des Tages, kannst dich zunächst in der Stadt orientieren und erreichst anschließend Las Teresitas. Danach entscheidest du, ob noch genügend Zeit für Igueste bleibt. Der kurvenreichste Abschnitt durch Anaga liegt möglichst im Tageslicht, während du den Mietwagen in La Laguna abstellen und den letzten Abschnitt zu Fuß erleben kannst. Die spätere Rückfahrt führt dann nicht erneut über die schmalen Gebirgsstraßen.
Von Santa Cruz gelangst du über die TF-11 nach San Andrés. Dort zweigt die TF-12 in Richtung Anaga ab. Wer zunächst nach Igueste fährt, muss für die eigentliche Gebirgsüberquerung wieder in Richtung San Andrés zurückkehren. Die TF-12 führt anschließend über die Höhen des Anaga-Gebirges, durch die Waldgebiete bei Cruz del Carmen und weiter in Richtung La Laguna. (WebTenerife)
Diese Reihenfolge erzeugt zudem genau den Kontrast, der mir von der Tour besonders in Erinnerung geblieben ist: dicht bebaute Stadt, heller Strand, Küstenstraße, feuchter Wald und schließlich wieder eine Stadt – diesmal mit einer völlig anderen Atmosphäre.
1. Santa Cruz: ein urbaner Auftakt, keine vollständige Stadtbesichtigung

Santa Cruz sollte auf dieser Route einen klar begrenzten Platz bekommen. Wer versucht, bereits am Vormittag sämtliche Sehenswürdigkeiten der Inselhauptstadt abzuhaken, verliert den zeitlichen Spielraum, den er später in Anaga benötigt.
Ich würde den Mietwagen einmal abstellen und einen kompakten Spaziergang durch einen zentralen Bereich machen. Dafür reichen je nach Interesse etwa 45 bis 90 Minuten. Es geht an diesem Tag nicht darum, einen vollständigen Santa-Cruz-Städtetrip in die Rundfahrt zu pressen. Die Stadt ist vielmehr der urbane Auftakt und damit der erste Teil des späteren Kontrasts.
Wenn Santa Cruz für dich selbst ein Hauptziel ist, solltest du der Stadt besser einen eigenen halben oder ganzen Tag geben. Für diese Nordost-Route genügt ein bewusst ausgewählter Ausschnitt.
Mein wichtigster praktischer Rat lautet: Lege vorab fest, wann du weiterfährst. Eine zusätzliche Straße, ein weiterer Platz und die Suche nach einem vermeintlich besseren Parkplatz können den Vormittag unbemerkt auffressen.
2. Playa de las Teresitas: kurzer Strandkontrast oder längere Badepause?
Nach der Stadt verändert sich die Umgebung schnell. Der helle Strand von Las Teresitas bildet einen starken Gegensatz zu Santa Cruz und noch mehr zum dunkleren, feuchten Anaga-Gebirge, das später folgt.
Für die Route musst du dich hier entscheiden:
- Kurzer Strandstopp: aussteigen, am Wasser entlanglaufen, die Umgebung aufnehmen und nach etwa 45 bis 60 Minuten weiterfahren.
- Badepause: deutlich mehr Zeit einplanen und dafür Igueste, einen Aussichtspunkt oder den längeren Aufenthalt in La Laguna streichen.
Beides ist sinnvoll. Nicht sinnvoll ist, eine ausgedehnte Badepause einzulegen und anschließend so weiterzufahren, als habe sie keine Zeit gekostet.
Die Stadt Santa Cruz weist für Las Teresitas einen großen kostenlosen Parkplatz aus. Zusätzlich lässt sich die aktuelle Auslastung der Parkplätze von Las Teresitas online prüfen. Gerade an stärker nachgefragten Tagen ist diese Information wertvoller als die Hoffnung, vor Ort werde schon irgendwo eine Lücke frei sein. (Santa Cruz de Tenerife)
Ist der Parkplatz bereits stark ausgelastet, würde ich nicht lange kreisen und die gesamte Tagesplanung für einen bestimmten Stellplatz opfern. Dann ist entweder ein kurzer Stopp sinnvoll oder die direkte Weiterfahrt ins Gebirge.
3. Igueste: eine schöne Ergänzung, aber der erste Streichkandidat
Eigene Bilder belegen auch die Straße entlang der Küste und den Bereich bei Igueste. Dieser Abstecher fügt der Route noch einmal eine andere Perspektive hinzu: Die Strecke folgt der zerklüfteten Küste weiter nach Nordosten und entfernt sich spürbar vom Stadtgebiet.
Für die eigentliche Rundfahrt ist Igueste jedoch optional. Der Ort liegt nicht auf der direkten Weiterfahrt über Anaga nach La Laguna. Du fährst für diesen Abstecher von San Andrés aus an der Küste entlang und anschließend denselben Korridor wieder zurück, um die TF-12 ins Gebirge zu nehmen. Igueste ist damit eine Ergänzung und keine Abkürzung. (Reserva de la Biosfera Macizo de Anaga)
Ich würde Igueste einbauen, wenn du:
- früh gestartet bist,
- Las Teresitas nur kurz besucht hast,
- Küstenstraßen und Landschaft wichtiger findest als einen längeren Stadtbummel,
- keinen längeren Spaziergang im Anaga-Wald planst.
Streichen würde ich den Abstecher bei spätem Start, hoher Parkplatzsuche oder einer längeren Badepause. Igueste ist der logischste erste Kandidat für eine Kürzung, weil der Kern der Route auch ohne diesen Abschnitt erhalten bleibt.
Taganana, Benijo oder weitere Ziele an der Nordküste würde ich an diesem Tag nicht zusätzlich einbauen. Sie verdienen eine eigene Anaga-Tour. Werden alle Küstenarme, Strände und Bergdörfer in dieselbe Runde gepackt, verwandelt sich der Tag zunehmend in eine Folge aus Kurven, Parkplatzsuche und Blicken auf die Uhr.
4. Durch das Anaga-Gebirge: der fahrerisch anspruchsvollste Abschnitt

Mit der Auffahrt ins Anaga-Gebirge beginnt der Teil, der mir am stärksten in Erinnerung geblieben ist. Die Straßen werden enger und kurviger, die Umgebung dichter und grüner. Zwischen der hellen Küste und dem Lorbeerwald liegt nur eine vergleichsweise kurze Fahrstrecke – atmosphärisch wirken beide Abschnitte jedoch weit voneinander entfernt.
Die Route verläuft auf regulären Straßen und enthält keinen Geländewagenabschnitt. Die Herausforderung liegt nicht im Straßenbelag, sondern in den vielen Kurven, teilweise knappen Fahrbahnbreiten, wechselnden Sichtverhältnissen und der notwendigen Aufmerksamkeit gegenüber Gegenverkehr, Radfahrern und haltenden Fahrzeugen.
Ein kompakter Mietwagen ist hier angenehmer als ein unnötig großes Fahrzeug. Nicht weil du besondere Geländetechnik benötigst, sondern weil sich ein kleineres Auto in engen Kurven, auf schmalen Abschnitten und beim Einparken leichter einschätzen lässt.
So solltest du im Anaga-Gebirge fahren
Fahre nicht nach der kalkulierten Ankunftszeit des Navigationssystems, sondern nach der Straße vor dir. Plane ein, dass du langsamer unterwegs bist, als die geringe Distanz auf der Karte vermuten lässt.
Besonders wichtig sind für mich fünf Grundregeln:
- Der Fahrer fotografiert nicht während der Fahrt. Für Bilder gibt es Aussichtspunkte und ausgewiesene Haltemöglichkeiten.
- Keine spontanen Vollbremsungen für eine Aussicht. Wenn du an einem Punkt vorbeigefahren bist, akzeptiere ihn oder kehre nur an einer sicheren Stelle um.
- Rechne hinter jeder Kurve mit Gegenverkehr.
- Halte nur dort, wo das Fahrzeug vollständig und legal von der Fahrbahn passt.
- Wechsle den Fahrer, bevor die Konzentration nachlässt – nicht erst danach.
Die offizielle Biosphärenreserve weist darauf hin, dass sich die Bedingungen in Anaga schnell verändern können. In den höheren Waldgebieten können Feuchtigkeit, Wind, kühlere Luft oder eingeschränkte Sicht auftreten, auch wenn es an der Küste anders aussieht. Eine leichte zusätzliche Schicht und ein Regenschutz gehören deshalb ins Auto, ohne dass du daraus gleich eine Expedition machen musst. (Reserva de la Biosfera Macizo de Anaga)
Welche Aussichtspunkte lohnen sich auf dieser Route?
Der häufigste Planungsfehler besteht darin, jeden Aussichtspunkt als Pflichtstopp zu behandeln. Für einen ausgewogenen Mietwagentag würde ich zwei feste Stopps auswählen und einen dritten nur dann einbauen, wenn Zeit und Parkplatzsituation entspannt sind.
Cruz del Carmen: der wichtigste Waldstopp

Cruz del Carmen ist für mich der sinnvollste Hauptstopp. Hier lassen sich der Lorbeerwald, ein offizieller Aussichtspunkt und das Besucherzentrum räumlich gut miteinander verbinden. Der Platz liegt direkt an der TF-12 und verfügt über ausgewiesene Parkmöglichkeiten. Die Kapazität ist jedoch nicht unbegrenzt.
Die jeweils aktuellen Öffnungszeiten und mögliche Einschränkungen des Besucherzentrums solltest du vorab prüfen. Für die Rundfahrt ist der Ort auch dann interessant, wenn du nur kurz aussteigst und keinen längeren Weg gehst. (Webtenerife)
Mirador de Jardina: der Übergang nach La Laguna
Jardina ist ein besonders schlüssiger zweiter Stopp, weil sich hier bereits der Übergang aus dem Wald in Richtung La Laguna zeigt. Der offizielle Aussichtspunkt liegt an der TF-12, besitzt Parkmöglichkeiten und eröffnet den Blick auf das Gebiet um La Laguna. Damit greift er auch den Bildwechsel auf, der diese Route für mich so spannend macht. (Webtenerife)
Pico del Inglés: nur als zusätzliche Option
Der Pico del Inglés bietet weite Ausblicke über Anaga, liegt jedoch an einem zusätzlichen Abzweig. Der Aussichtspunkt wird offiziell als stark besucht beschrieben und verfügt zwar über Parkmöglichkeiten, diese sollten aber nicht als Garantie für einen freien Platz verstanden werden. Ich würde ihn nur einbauen, wenn die bisherige Runde zügig verlaufen ist und du nicht bereits mehrere ungeplante Stopps gemacht hast. (Webtenerife)
Meine persönliche Auswahl für den ersten Nordost-Tag wäre daher:
Cruz del Carmen als zentraler Waldstopp und Jardina als Übergang nach La Laguna. Pico del Inglés bleibt die Zugabe, nicht die Pflicht.
Schutzgebiet, Spazierwege und Genehmigungen
Anaga ist kein beliebiger Bergparkplatz, sondern ein geschützter Naturraum. Die offiziellen Empfehlungen verlangen, markierte Wege zu nutzen, Fahrzeuge nicht auf Wanderwegen abzustellen oder zu bewegen und die Belastung des Gebiets möglichst gering zu halten. Einige besonders geschützte Wanderwege und Bereiche dürfen nur mit vorheriger Genehmigung betreten werden. (Reserva de la Biosfera Macizo de Anaga)
Für die reine Mietwagenrunde bedeutet das: Ein kurzer Halt an einem offiziellen Aussichtspunkt ist etwas anderes als eine spontane Wanderung. Sobald du einen Spaziergang oder eine längere Tour einbauen möchtest, solltest du vorher prüfen, ob der Weg aktuell freigegeben ist und ob eine Reservierung erforderlich ist.
Die Besuchsempfehlungen der Biosphärenreserve Anaga enthalten außerdem einen leicht zu übersehenden Hinweis: Innerhalb des Naturparks gibt es keine Tankstelle. Starte deshalb nicht mit nahezu leerem Tank in den kurvenreichsten Abschnitt des Tages. Die Reserve empfiehlt wegen der Fahrzeugbelastung und der begrenzten Parkmöglichkeiten ausdrücklich auch die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln. (Reserva de la Biosfera Macizo de Anaga)
Gerade dieser letzte Punkt gehört zur ehrlichen Planung. Ein Mietwagen gibt dir Flexibilität. Er garantiert dir aber weder einen freien Aussichtspunkt noch einen entspannten Parkplatz.
5. La Laguna: historischer Abschluss statt zweites Vollprogramm

Nach den Kurven und dem dichten Wald wirkt die Ankunft in La Laguna wie ein zweiter Neustart des Tages. Statt Küste und Gebirge folgen Straßen, Plätze und historische Gebäude. Die Altstadt gehört seit 1999 zum UNESCO-Welterbe und wird am sinnvollsten zu Fuß erkundet. (Webtenerife)
Ich würde den Mietwagen einmal abstellen und nicht versuchen, von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit zu fahren. Die offizielle Tourismusseite der Stadt führt verschiedene Parkmöglichkeiten rund um das historische Zentrum auf. Das macht La Laguna zu einem geeigneten Endpunkt: Auto abstellen, eine Runde laufen und anschließend über die Hauptverkehrsstraßen zur Unterkunft zurückfahren. (Turismo de La Laguna)
Für einen ersten Eindruck reichen etwa 60 bis 90 Minuten. Wenn du die Stadt ausführlicher besichtigen, Museen besuchen oder länger einkehren möchtest, sollte La Laguna einen eigenen halben Tag erhalten.
Auch hier hilft eine klare Entscheidung:
- Nach einem langen Anaga-Abschnitt: kurzer Rundgang durch die Altstadt.
- Nach einer kompakten Gebirgsdurchfahrt: längerer Abschluss in La Laguna.
- Bei Müdigkeit oder einsetzender Dunkelheit: keine weitere Besichtigungsrunde erzwingen, sondern den Tag beenden.
Für die Rückfahrt würde ich nicht erneut durch das Anaga-Gebirge fahren. Die direkte Verbindung über die Hauptstraßen macht aus der Strecke eine echte Runde und vermeidet, dass der fahrerisch anspruchsvollste Abschnitt nach einem langen Tag noch einmal wiederholt werden muss.
Welche Stopps passen zu deiner Priorität?
Die Route wird besser, sobald du eine Hauptpriorität bestimmst.
| Deine Priorität | Das würde ich beibehalten | Das würde ich kürzen |
|---|---|---|
| Möglichst viele Kontraste | alle vier Hauptstationen, aber jeweils kompakt | längeres Bad, Wanderung, Pico del Inglés |
| Strand und Meer | längere Pause in Las Teresitas, kurze Anaga-Durchfahrt | Igueste oder mehrere Aussichtspunkte |
| Natur und Lorbeerwald | kurzer Stadt- und Strandstopp, Cruz del Carmen, Jardina, ein aktuell freigegebener Spazierweg | Igueste und längerer Aufenthalt in Santa Cruz |
| Santa Cruz und La Laguna | beide Städte mit mehr Zeit, Anaga als landschaftliche Verbindung | längere Badepause und zusätzliche Bergabstecher |
| Küstenstraße und Fotostopps | Las Teresitas, Igueste und ausgewählte Aussichtspunkte | ausführliche Stadtprogramme |
Die entscheidende Auswahl lautet meistens:
Länger baden, nach Igueste fahren oder im Anaga-Gebirge spazieren – wähle höchstens eine dieser drei Erweiterungen.
Die eigentliche Route bleibt auch ohne Erweiterung vollständig. Santa Cruz, Las Teresitas, eine konzentrierte Fahrt durch Anaga und La Laguna reichen aus, um den Charakter des Nordostens zu verstehen.
Die Fahrrealität: Kurven, Enge, Wetterwechsel und Konzentration
Auf einer Karte wirkt diese Tour überschaubar. Die Kilometerzahl ist jedoch nicht das Problem. Zeit kosten die Parkplatzsuche, das Ein- und Aussteigen, Fotostopps, langsame Fahrzeuge und vor allem die kurvige Passage durch Anaga.
Kurven und schmale Abschnitte
Wer nur breite Autobahnen und übersichtliche Landstraßen gewohnt ist, sollte das Gebirge nicht unterschätzen. Du musst nicht außergewöhnlich sportlich fahren. Im Gegenteil: Ruhiges, vorausschauendes Fahren ist wichtiger als Tempo.
Ein unsicherer Fahrer kann die Strecke grundsätzlich bewältigen, wird aber unter Umständen einen großen Teil seiner Aufmerksamkeit für die Straße benötigen. Dann bleibt weniger Kapazität für die Landschaft – und genau das kann die Freude an der Runde mindern.
Wetter und Sicht
Der Wechsel von der Küste in die Höhe kann sich innerhalb kurzer Zeit bemerkbar machen. Feuchter Lorbeerwald, tiefere Wolken oder eingeschränkte Sicht sind keine außergewöhnlichen Eigenschaften dieses Gebiets. Sie dürfen aber auch nicht pauschal für jeden Reisetag behauptet werden.
Entscheidend ist die aktuelle Lage. Bei schlechter Sicht reduziert sich nicht nur die Aussicht, sondern auch der Fahrkomfort. Dann ist es sinnvoller, zusätzliche Abzweige zu streichen und auf der direkten Route nach La Laguna zu bleiben.
Parken
Die Route besitzt drei völlig unterschiedliche Parkplatzsituationen:
- In Santa Cruz und La Laguna kannst du gezielt einen regulären Parkplatz oder ein Parkhaus ansteuern.
- Las Teresitas verfügt über eine große Parkfläche, deren Auslastung sich online prüfen lässt.
- Im Anaga-Gebirge sind die offiziellen Stellflächen an Aussichtspunkten räumlich begrenzt.
Ein voller Aussichtspunkt ist kein Auftrag, am Straßenrand eine eigene Parkmöglichkeit zu erfinden. Fahre weiter und nutze den nächsten legalen Stopp. Die Landschaft verschwindet nicht, nur weil ein einzelner Parkplatz gerade belegt ist.
Rückweg und Müdigkeit
Die letzten Kurven fühlen sich nach mehreren Stunden anders an als die ersten. Deshalb sollte der längste und anspruchsvollste Straßenabschnitt nicht erst beginnen, wenn die Konzentration bereits nachlässt.
Wenn du La Laguna deutlich später erreichst als geplant, kürze dort den Rundgang. Versuche nicht, verlorene Zeit durch schnelleres Fahren im Gebirge zurückzugewinnen. Diese Route belohnt Auswahl, nicht Aufholjagden.
Wann wird der Mietwagentag zu voll?
Zu voll wird die Runde, sobald du aus jeder Station ein eigenes Hauptprogramm machst. Ein vollständiger Stadtbesuch in Santa Cruz, mehrere Stunden am Strand, der Abstecher nach Igueste, eine längere Wanderung, sämtliche Aussichtspunkte und ein ausführlicher Abend in La Laguna passen nicht sinnvoll in einen entspannten Tag.
Spätestens bei drei der folgenden Punkte würde ich die Route teilen:
- Start erst gegen Mittag
- längere Anfahrt aus einem anderen Inselteil
- mehrstündiger Aufenthalt in Santa Cruz
- ausgedehntes Baden in Las Teresitas
- Abstecher nach Igueste
- längere Wanderung in Anaga
- mehrere zusätzliche Aussichtspunkte
- ausführliche Besichtigung von La Laguna
Das Problem ist nicht, dass die Ziele zu weit auseinanderliegen. Das Problem ist die Summe aus Übergängen und kleinen Verzögerungen. Fünf zusätzliche Minuten beim Parken, zehn Minuten an einem Aussichtspunkt und ein ungeplanter Spaziergang wirken jeweils unbedeutend. Zusammen verschieben sie den Gebirgsabschnitt jedoch schnell in den späten Nachmittag.
Meine Kürzungsreihenfolge wäre:
- Igueste streichen.
- Santa Cruz auf einen kurzen Spaziergang reduzieren.
- Nur Cruz del Carmen und Jardina anfahren.
- In Las Teresitas zwischen Spaziergang und Baden entscheiden.
- La Laguna als kurzen Abschluss behandeln.
- Bei fortgeschrittener Zeit direkt nach La Laguna weiterfahren und weitere Abzweige auslassen.
Für wen ich die Route nicht empfehlen würde
Ich würde diesen Mietwagentag nicht empfehlen, wenn du einen vollkommen ruhigen Strandtag suchst. Dafür ist der Anteil an Fahrstrecke, Ortswechseln und Entscheidungen zu groß.
Auch bei ausgeprägter Reiseübelkeit, starker Unsicherheit auf engen Gebirgsstraßen oder einer aktuellen Wetter- beziehungsweise Straßenwarnung würde ich den Anaga-Abschnitt nicht erzwingen. Die Strecke soll ein Erlebnis sein und keine Mutprobe.
An stark frequentierten Tagen kann zudem eine Aufteilung vernünftiger sein. Die Biosphärenreserve empfiehlt wegen des Fahrzeugaufkommens und der Parkplatzprobleme ausdrücklich öffentliche Verkehrsmittel als Alternative. Wer Anaga vor allem erwandern möchte, benötigt nicht zwingend dieselbe Mietwagenlogik wie jemand, der den Nordosten erstmals als Landschaftsrunde erlebt. (Reserva de la Biosfera Macizo de Anaga)
Meine Anti-Empfehlung lautet deshalb: Fahre die Runde nicht, nur um möglichst viele Ortsnamen an einem Tag abzuhaken. Dann bleiben am Ende vor allem Kurven, Einparkmanöver und Zeitdruck in Erinnerung.
Aktuelle Straßenlage und mögliche Sperrungen prüfen
Straßenarbeiten, wetterbedingte Einschränkungen, Veranstaltungen oder Maßnahmen in Schutzgebieten können sich kurzfristig ändern. Eine Sperrung, die an einem bestimmten Reisetag gilt, ist deshalb keine dauerhafte Eigenschaft der Route – und eine ältere Entwarnung keine Garantie für deinen Termin.
Vor der Abfahrt würde ich zwei offizielle Quellen prüfen:
- die aktuelle Verkehrslage des Cabildo de Tenerife für Straßenarbeiten, Zwischenfälle und Einschränkungen auf dem Straßennetz,
- die aktuellen Naturraum-Hinweise bei TenerifeON für Sperrungen, Zugangsbeschränkungen und gegebenenfalls notwendige Reservierungen.
Das Cabildo stellt die Straßenlage dynamisch bereit. TenerifeON bündelt aktuelle Hinweise zu geschützten Naturräumen und ist besonders relevant, wenn du die reine Aussichtspunkt-Runde um einen Wanderweg erweitern möchtest. (CIC Tenerife)
Zusätzlich solltest du am Reisetag die Wettervorhersage und nochmals die Parkplatzbelegung von Las Teresitas ansehen. Diese wenigen Minuten Vorbereitung sind sinnvoller als ein bis ins Detail ausformulierter Zeitplan, der beim ersten vollen Parkplatz nicht mehr funktioniert.
Meine ideale Version der Nordost-Runde
Würde ich die Tour heute erneut fahren, sähe mein ausgewogener Tag so aus:
Ich würde Santa Cruz bewusst kurzhalten und dort nur einen zentralen Stadtbereich zu Fuß ansehen. Danach ginge es nach Las Teresitas für einen Strandspaziergang, aber nicht für einen halben Badetag. Igueste würde ich nur bei frühem Start und entspannter Parkplatzsituation ergänzen.
Im Anaga-Gebirge wären Cruz del Carmen und Jardina meine gesetzten Stopps. Einen zusätzlichen Aussichtspunkt oder kurzen Spazierweg würde ich nur spontan einbauen, wenn ausreichend Zeit, Sicht und ein legaler Parkplatz vorhanden sind. La Laguna wäre der ruhige Abschluss zu Fuß, bevor es über die Hauptstraßen zurück zur Unterkunft geht.
So bleibt der Tag abwechslungsreich, ohne in eine Checkliste zu kippen.
Wer zusätzlich die vulkanische Hochgebirgslandschaft erleben möchte, sollte meine Tour zum Teide mit dem Mietwagen als eigenen Reisetag planen. Der Teide ist keine Verlängerung dieser Runde, sondern ein anderes Erlebnis mit eigener Fahr- und Zeitplanung. Für die übergeordnete Inselplanung findest du weitere Einordnungen in meinem Teneriffa-Reisebericht und in meiner Übersicht der wichtigsten Teneriffa-Sehenswürdigkeiten.
Häufige Fragen zur Nordost-Route mit dem Mietwagen
Kann man Santa Cruz, Las Teresitas, Anaga und La Laguna an einem Tag schaffen?
Ja, wenn du die Stopps begrenzt und keine vollständigen Stadtbesichtigungen, lange Badepause und ausgedehnte Wanderung miteinander kombinierst. Für eine ausgewogene Route würde ich ab Santa Cruz etwa acht bis neun Stunden einplanen. Die Fahrt von und zur Unterkunft kommt hinzu.
Welche Fahrtrichtung ist besser?
Für einen ersten Besuch empfehle ich heute die Richtung Santa Cruz, Las Teresitas, Anaga und La Laguna. So liegt der kurvenreichste Abschnitt möglichst im Tageslicht und du kannst den Tag zu Fuß in La Laguna beenden. Die umgekehrte Richtung ist ebenfalls möglich.
Ist der Abstecher nach Igueste notwendig?
Nein. Er erweitert die Route um eine interessante Küstenstrecke, ist aber nicht erforderlich, um den Nordosten zu erleben. Bei Zeitdruck, langem Strandaufenthalt oder geplanter Wanderung würde ich Igueste zuerst streichen.
Ist die Strecke durch Anaga schwierig zu fahren?
Sie ist für einen konzentrierten und auf Gebirgsstraßen sicheren Fahrer gut machbar. Anspruchsvoll sind die vielen Kurven, einige enge Abschnitte, wechselnde Sicht und begrenzte Parkflächen. Ein kompakter Mietwagen erleichtert die Fahrt.
Sollte man Taganana oder Benijo noch ergänzen?
Nicht bei dieser Route. Beide Ziele würden zusätzliche Berg- und Küstenstraßen, Stopps und Parkplatzfragen mitbringen. Für Taganana, Benijo und die abgelegeneren Bereiche des Anaga-Gebirges ist ein eigener Tag die bessere Lösung.
Mein Fazit zur Mietwagenroute durch Teneriffas Nordosten
Die Fahrt durch Teneriffas Nordosten lebt nicht von einer einzelnen großen Sehenswürdigkeit. Ihre Stärke ist die schnelle Abfolge völlig unterschiedlicher Räume: Santa Cruz, Las Teresitas, die Küste bei Igueste, die kurvigen Straßen und der Lorbeerwald von Anaga sowie La Laguna als historischer Abschluss.
Genau deshalb gehört sie für mich zu den abwechslungsreichsten Mietwagentagen auf Teneriffa. Die Runde funktioniert jedoch nur, wenn du nicht jeden möglichen Stopp in ein Pflichtziel verwandelst.
Plane einen ganzen Tag, fahre den Gebirgsabschnitt möglichst bei gutem Tageslicht, lege zwei wichtige Anaga-Stopps fest und entscheide dich zwischen längerer Badepause, Igueste und einem Spazierweg. Dann bleibt die Route ein zusammenhängendes Erlebnis – statt eines langen Tages, an dem du hauptsächlich versuchst, deinem eigenen Zeitplan hinterherzufahren.


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