Am Saumriff von Abu Dabbab hielt ich den dunklen Schatten im Blau erst für einen großen Fisch. Dann kam eine Grüne Meeresschildkröte ruhig auf mich zu, zog wenige Meter an mir vorbei und fraß später am flachen Riffdach. Die Begegnung dauerte ungefähr eine halbe Stunde. Solche Momente hatte ich auf rund 20 Ägyptenreisen oft, aber sie werden nicht beliebig: Wenn du Schildkröten im Roten Meer sehen möchtest, zählt nicht der bekannteste Ferienort, sondern ein zugängliches Riff oder eine Seegraswiese mit wenig Störung.
Die kurze Antwort: Meine besten und häufigsten Sichtungen hatte ich im Süden Ägyptens rund um Marsa Alam, besonders in Abu Dabbab, Marsa Mubarak und an Hausriffen mit Seegras. Grüne Meeresschildkröten suchen dort Nahrung; Echte Karettschildkröten begegnen dir eher am Korallenriff. Auch bei Safaga, Soma Bay, Makadi Bay und Sharm El Sheikh sind Sichtungen möglich. Kein Ort gibt dir jedoch eine Garantie.
- Beste persönliche Bilanz: Region Marsa Alam mit Abu Dabbab und Marsa Mubarak
- Entscheidender als der Ortsname: Seegras für Grüne Meeresschildkröten, strukturreiches Riff für Echte Karettschildkröten
- Wichtigste Regel: mindestens zwei bis drei Meter Abstand halten und niemals den Weg zur Oberfläche blockieren
- Meine Anti-Empfehlung: keine stundenlange Tour nur wegen eines versprochenen Tieres buchen
Meine Erfahrungen mit Schildkröten im Roten Meer
Ich habe nie systematisch mitgezählt. Nach meinen vielen Reisen zwischen Sharm El Sheikh, Hurghada, Safaga, El Quseir und Marsa Alam dürften es inzwischen Hunderte Schildkröten gewesen sein. Manche glitten nur für ein paar Sekunden durch mein Blickfeld. Andere blieben lange auf einer Seegrasfläche, ließen sich putzen oder kamen zum Atmen an die Oberfläche.
Die eingangs beschriebene Begegnung in Abu Dabbab war deshalb besonders, weil sie außerhalb des größten Gewühls stattfand. Ich war am Rand des Saumriffs unterwegs, als die Grüne Meeresschildkröte aus dem Blau auftauchte. Ich blieb seitlich, schwamm nicht über sie und folgte ihr nur so lange, wie sie ihr Verhalten nicht änderte.

Am flachen Riffdach tauchte sie immer wieder zum Luftholen auf. Genau dort wird aus Nähe schnell Bedrängnis: Eine Meeresschildkröte muss frei an die Oberfläche gelangen können. Dass ein Tier nicht sofort flieht, ist keine Einladung zum Anfassen. Es kann schlicht fressen, ruhen oder einen Fluchtweg abwägen.
Diese Erfahrung prägt meine Antwort auf die Frage, wie du eine Schildkröte findest: Suche zunächst einen passenden Lebensraum und bewege dich darin ruhig. Im umfassenden Beitrag über die Tiere im Roten Meer ordne ich weitere Arten und Lebensräume ein. Hier geht es bewusst nur um Meeresschildkröten.
Wo kannst du in Ägypten Schildkröten sehen?
Meine Beobachtungen ergeben kein amtliches Ranking. Sie zeigen aber ein stabiles Muster: Geschützte Buchten mit Seegras und gut erreichbare Hausriffe sind für Urlauber aussichtsreicher als ein beliebiger Sandstrand. Ein einzelner Tauchplatzname sagt wenig, wenn Wind, Strömung, Bootsverkehr oder Zugang am Besuchstag nicht passen.
| Region oder Spot | Passender Lebensraum | Meine ehrliche Einordnung |
|---|---|---|
| Abu Dabbab bei Marsa Alam | Große Seegraswiese sowie nördliches und südliches Saumriff | Meine verlässlichste persönliche Region; häufig belebt und keine Tiergarantie |
| Marsa Mubarak und Port Ghalib | Seegrasbuchten, Sandflächen und Riffkanten | Mehrfach Schildkröten gesehen; Zugang und Bootsverkehr vorher klären |
| El Quseir und südliche Hausriffe | Riffe und kleinere Marsas | Gute Chancen an geeigneten Hotelriffen, aber stark vom konkreten Standort abhängig |
| Safaga, Soma Bay und Makadi Bay | Hausriffe und vorgelagerte Riffe | Mehrere eigene Sichtungen; ein lokaler Ausflug ist sinnvoller als eine Fernfahrt nach Marsa Alam |
| Hurghada | Vorgelagerte Riffe statt Stadtstrand | Möglich, aber stärkerer Boots- und Nutzungsdruck; seriösen Anbieter und ruhigen Spot wählen |
| Sharm El Sheikh | Korallenriffe, etwa im Großraum Ras Mohammed und Straße von Tiran | Gute Riffbegegnungen möglich; Echte Karettschildkröten passen hier besonders zum Habitat |
Abu Dabbab: hohe Chance, aber kein stiller Geheimtipp
In Abu Dabbab habe ich drei Wochen verbracht und fast täglich geschnorchelt oder getaucht. Die Mitte der Bucht besteht aus Sand und Seegras, an beiden Seiten wachsen Korallenriffe. Damit liegen die wichtigsten Nahrungshabitate dicht beieinander. Gerade Grüne Meeresschildkröten konnte ich auf der Seegrasfläche wiederholt beobachten.
Die Schattenseite ist der Andrang. Tagesgäste, Hotelurlauber, Schnorchler, Taucher und Boote teilen sich die Bucht. Wer dort nur für ein Tierfoto anreist, kann einen langen, teuren und überfüllten Tag erleben. Mein ausführlicher Erfahrungsbericht zum Schnorcheln in Abu Dabbab erklärt Einstiege, Riffseiten und Strömungsrisiken; der Reisebericht über Abu Dabbab hilft bei der Entscheidung, ob die Bucht zu deiner Reise passt.

Marsa Mubarak, El Quseir und die Hausriffe
Marsa Mubarak nördlich von Marsa Alam ist ebenfalls für Seegras, Schildkröten und mögliche Dugong-Sichtungen bekannt. Ich habe dort beide erlebt, allerdings nie auf Bestellung. Eine wissenschaftliche Notiz von 2025 belegt zudem eine Wanderverbindung einer Grünen Meeresschildkröte zwischen der Insel Zabargad und Abu Dabbab. Das bestätigt die Bedeutung der südlichen Nahrungsbuchten, macht aber aus keiner Exkursion eine Garantie.
Zwischen El Quseir und Marsa Alam lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf das Hotelriff: Gibt es einen sicheren Einstieg? Liegt eine Seegrasfläche in erreichbarer Distanz? Sind Schnorchelzonen und Bootswege getrennt? Ein weniger berühmtes Hausriff kann die bessere Wahl sein, weil du mehrere ruhige Versuche hast und nicht alles von einem Ausflug abhängig machst.
Welche Schildkröten leben im Roten Meer?
Der aktuelle Leitfaden von TurtleWatch Egypt nennt fünf Arten für das ägyptische Rote Meer. Für Urlauber sind jedoch vor allem zwei relevant: Die Grüne Meeresschildkröte und die Echte Karettschildkröte fressen und nisten an der ägyptischen Küste. Unechte Karettschildkröte, Lederschildkröte und Oliv-Bastardschildkröte werden nur sporadisch gemeldet.

Grüne Meeresschildkröte: die typische Art auf Seegras
Grüne Meeresschildkröten haben einen eher runden Kopf und aneinanderliegende statt überlappende Hornschilde auf dem Panzer. Erwachsene Tiere fressen häufig Seegras. Das erklärt, warum ich sie in Abu Dabbab, Marsa Mubarak und an anderen flachen Buchten besonders oft am Grund gesehen habe.
Seit der IUCN-Aktualisierung von Oktober 2025 gilt die Art global als nicht gefährdet. Diese erfreuliche Erholung ist kein Freibrief: Regionale Bestände können anders dastehen, und im ägyptischen Roten Meer bleiben Fischerei, Bootsverkehr, Küstenentwicklung und der Verlust geeigneter Lebensräume konkrete Belastungen.
Echte Karettschildkröte: am Riff zu Hause
Die Echte Karettschildkröte heißt wissenschaftlich Eretmochelys imbricata. Ihr schmaler, hakenförmiger Schnabel erreicht Nahrung in Riffspalten. Typisch sind außerdem zwei Schuppenpaare zwischen den Augen sowie überlappende Hornschilde und ein gezackter hinterer Panzerrand. Global führt die IUCN sie weiterhin als vom Aussterben bedroht.
Genau hier lag in der alten Fassung ein Fehler: Dort wurde die Unechte Karettschildkröte mit dem wissenschaftlichen Namen und den Merkmalen der Echten Karettschildkröte vermischt. Die Unechte Karettschildkröte heißt Caretta caretta, hat einen deutlich kräftigeren Kopf und gehört im ägyptischen Roten Meer zu den sporadischen Sichtungen.
| Art | Wissenschaftlicher Name | Realistische Rolle für Urlauber |
|---|---|---|
| Grüne Meeresschildkröte | Chelonia mydas | Regelmäßig an Nahrungsplätzen, besonders auf Seegras |
| Echte Karettschildkröte | Eretmochelys imbricata | Regelmäßig am Korallenriff, aber ortsabhängig |
| Unechte Karettschildkröte | Caretta caretta | Sporadisch; kein planbares Urlaubsziel |
| Lederschildkröte | Dermochelys coriacea | Sporadisch und für Küstenschnorchler äußerst unwahrscheinlich |
| Oliv-Bastardschildkröte | Lepidochelys olivacea | Sporadisch; keine realistische Erwartung für einen Ausflug |
Beste Reisezeit: Gibt es eine Schildkröten-Saison?
Für die Beobachtung an Nahrungsplätzen würde ich keinen einzelnen Monat als beste Schildkröten-Zeit versprechen. TurtleWatch sammelt Datum und Wassertemperatur jeder Meldung gerade deshalb, weil belastbare saisonale Muster im Wasser weiter untersucht werden. Wiederholte Fotoidentifikationen zeigen zugleich, dass einzelne Tiere dieselben Nahrungsgebiete über Jahre nutzen können.
Für deine Reise ist der Monat vor allem eine Komfortfrage. Im Winter können Wind und kühleres Wasser lange Schnorchelgänge unangenehm machen. Im Hochsommer wird die Hitze an Land belastend. Dazwischen liegen häufig angenehme Bedingungen, doch Wind und Wellengang entscheiden am konkreten Tag mehr als der Kalender.
Frühes Schnorcheln kann sich lohnen, weil weniger Menschen und Boote unterwegs sind. Das ist eine Strategie gegen Störung, keine biologische Garantie. Prüfe morgens Wind, Strömung, Sicht, Bootswege und die Freigabe durch Lifeguards oder Tauchbasis. Bei schlechten Bedingungen bleibt der vernünftige Platz am Ufer.
Nistende Tiere und Jungtiere sind ein anderes Thema als eine Begegnung am Futterplatz. Solltest du nachts eine Schildkröte oder Spuren am Strand sehen, halte großen Abstand, verzichte auf Licht und Blitz und informiere das örtliche Schutzpersonal. Ein Nest ist keine Sehenswürdigkeit, um die sich eine Gruppe versammeln sollte.
So erhöhst du deine Chance beim Schnorcheln und Tauchen
Die wirksamste Methode ist unspektakulär: langsam suchen. Auf Seegras erkennst du eine Schildkröte von oben oft erst an der symmetrischen Panzerform oder an einer kleinen Bewegung. Am Riff schaue ich entlang von Kanten, Überhängen und flacheren Plateaus. Hektisches Zickzackschwimmen kostet Kraft und lässt dich mehr übersehen.
- Habitat prüfen: Gibt es Seegras, ein lebendiges Riff und einen sicheren Ein- und Ausstieg?
- Lokal fragen: Lifeguards und Guides kennen aktuelle Sichtungen, Strömung und Sperrzonen.
- Mehrere kurze Versuche planen: Drei ruhige Hausriff-Runden sind oft sinnvoller als eine lange Jagd.
- Seitlich beobachten: Nicht direkt über dem Tier schwimmen und seinen Weg zur Oberfläche offen lassen.
- Erwartungen breit halten: Rochen, Sepien, Muränen und Riffische machen den Ausflug auch ohne Schildkröte wertvoll.
Schnorcheln oder Tauchen: Was ist besser?
Zum Beobachten fressender Grüner Meeresschildkröten reicht Schnorcheln häufig aus, weil viele Seegrasflächen flach liegen. Taucher können Riffkanten und tiefere Ruheplätze länger kontrolliert erkunden. Entscheidend ist nicht die Ausrüstung, sondern ob du sie sicher beherrschst und deine Tarierung stimmt.

Wer noch nie im offenen Meer geschnorchelt hat, sollte nicht allein einer Schildkröte ins tiefere Wasser folgen. Bleibe mit einem Partner unterwegs und halte dich an lokale Zonen. Für Tauchgänge gilt dasselbe: Eine Sichtung ist kein Grund, Tiefe, Luftvorrat, Buddy oder Tauchplan zu vergessen. Mehr praktische Revierdetails findest du in meinem Beitrag über das Tauchen in Abu Dabbab.
Schildkröten richtig beobachten: der lokale Verhaltenskodex
TurtleWatch Egypt formuliert für Taucher und Schnorchler klare Regeln. Sie sind konkreter als ein unverbindliches „respektiere die Natur“ und korrigieren zugleich einen problematischen Rat aus der alten Artikelfassung. Eine GoPro gehört nicht als Schutzschild zwischen Mensch und Tier. Du verhinderst Nähe, indem du Abstand hältst.
- Nie anfassen und nie füttern.
- Mindestens zwei bis drei Meter Abstand halten und langsam bleiben.
- Falls eine Annäherung nötig ist, ruhig seitlich oder von hinten und parallel zum Tier schwimmen.
- Nicht direkt über der Schildkröte schweben, weil sie zum Atmen an die Oberfläche muss.
- Schwimmt sie weg, endet die Begegnung. Nicht verfolgen.
Auch eine Schildkröte, die von selbst näherkommt, bleibt ein Wildtier. Mache keine ruckartigen Bewegungen, greife nicht nach dem Panzer und versuche keine Pose für ein Foto zu erzwingen. Ein Biss ist möglich, vor allem wenn ein Tier bedrängt oder an Fütterung gewöhnt wird. Der wirksame Schutz ist Raum, nicht ein Gegenstand vor deinem Körper.
Aus dem Foto kann ein Forschungsbeitrag werden
TurtleWatch Egypt identifiziert einzelne Tiere anhand ihrer Gesichtsmuster. Hilfreich sind scharfe Aufnahmen des linken und rechten Kopfprofils, dazu Datum, Ort, Tiefe und beobachtetes Verhalten. Dafür musst du die Schildkröte nicht bedrängen: Nutze den Zoom, bleibe seitlich und akzeptiere, wenn nur eine Profilseite gelingt.
Der Bericht 2023 bis 2025 nennt 2.465 Sichtungen und 225 neu registrierte Tiere; über 14 Jahre summierte das Projekt 10.250 Meldungen und 886 registrierte Schildkröten. Diese Daten zeigen, warum ein ordentlich dokumentiertes Urlaubsfoto mehr sein kann als eine Erinnerung. Meldungen kannst du direkt über TurtleWatch Egypt einreichen.
Wenn eine Schildkröte verletzt wirkt
Fasse ein verletztes Tier nicht an und ziehe es nicht aus dem Wasser. TurtleWatch empfiehlt, es aus Abstand zehn bis 15 Minuten zu beobachten, Verhalten und Verletzung zu fotografieren und die Meldung weiterzugeben. Eine Studie von 2025 nennt Fischerei als vermutete Hauptursache der dokumentierten Todesfälle und Bootskollisionen als wichtigste Verletzungsursache bei lebenden Tieren im ägyptischen Roten Meer.
Praktische Vorbereitung für deine Beobachtung
Du brauchst keine Spezialausrüstung. Eine gut sitzende Maske, Schnorchel, passende Flossen und konsequenter Sonnenschutz reichen für viele Buchten. Ich nehme bei längeren Runden einen UV-Schutzanzug und, wenn die örtlichen Regeln es erlauben, eine gut sichtbare Schwimmboje mit. Eine Boje ersetzt weder Buddy noch Kenntnis der Bootswege.
- Vorher klären: Wind, Strömung, Einstiegszone, Bootsverkehr und aktuelle Sperrungen
- Einpacken: eigene Maske, Flossen, UV-Shirt oder dünner Anzug, frühzeitig an Land aufgetragener Sonnenschutz und Wasser für danach
- Für Familien: Kinder nur entsprechend ihrer Schwimmfähigkeit, nah am Ufer und unter enger Aufsicht ins Wasser lassen
- Für Anfänger: Einweisung oder geführte Tour wählen, statt allein weit über die Seegrasfläche zu schwimmen
Eintritt, Transfer und Tourpreise ändern sich je nach Bucht und Anbieter. Für Abu Dabbab halte ich deshalb keine pauschale Zahl für seriös. Frage vor der Buchung nach dem Gesamtpreis, enthaltenem Transfer, Leihmaterial, Gruppengröße, Guide und Rücktritt bei ungeeigneten Bedingungen. Wer ohnehin in Hurghada wohnt, findet näher gelegene Riffe; für eine einzelne mögliche Schildkröte würde ich nicht sechs Stunden im Fahrzeug verbringen.
Wenn du mehrere Tage im Süden planst, kombiniere die Tierbeobachtung mit Hausriff, Rifftour und einem entspannten Strandtag. Meine Beiträge zum Schnorcheln in Marsa Alam und zur Seekuh in Ägypten ergänzen diesen Ratgeber, ohne eine Schildkrötensichtung vorauszusetzen.
Häufige Fragen zu Schildkröten im Roten Meer
Wo ist die Chance auf Schildkröten in Ägypten am größten?
Meine beste persönliche Bilanz habe ich rund um Marsa Alam, besonders in Abu Dabbab und Marsa Mubarak. Wichtiger als der Name ist eine geschützte Seegrasfläche oder ein intaktes Riff mit sicherem Zugang. Auch an geeigneten Hausriffen weiter nördlich sind Sichtungen möglich.
Welche Art sehe ich am häufigsten?
Auf den Seegraswiesen im Süden habe ich am häufigsten Grüne Meeresschildkröten beobachtet. Am Korallenriff kannst du zudem Echten Karettschildkröten begegnen. Die drei weiteren für das ägyptische Rote Meer dokumentierten Arten werden nur sporadisch gemeldet.
Kann man Schildkröten im Roten Meer ganzjährig sehen?
Begegnungen an Nahrungsplätzen sind grundsätzlich zu verschiedenen Jahreszeiten möglich. Einen garantierten besten Monat gibt es nicht. Wähle deine Reisezeit nach angenehmen Bedingungen und prüfe am Tag selbst Wind, Welle, Strömung und lokale Hinweise.
Darf ich mit einer Schildkröte schwimmen oder sie berühren?
Du darfst sie aus respektvoller Entfernung beobachten, aber niemals berühren, füttern oder verfolgen. TurtleWatch Egypt empfiehlt mindestens zwei bis drei Meter Abstand. Schwimme nicht über dem Tier und halte den Weg zur Oberfläche frei.
Mein Fazit: Die beste Begegnung beginnt mit Abstand
Schildkröten im Roten Meer sind weder Dekoration noch buchbare Attraktion. Gerade im Süden Ägyptens hast du an Seegrasbuchten und Hausriffen gute Möglichkeiten, sie in ihrem Alltag zu beobachten. Meine stärksten Momente entstanden nicht durch Hinterherschwimmen, sondern dadurch, dass ich ruhig blieb und das Tier entscheiden ließ.
Plane deshalb den Lebensraum, nicht das Versprechen. Wähle einen sicheren Spot, gehe mit realistischen Erwartungen ins Wasser und nimm auch einen schildkrötenlosen Schnorcheltag als vollständiges Erlebnis. Wenn eine Begegnung gelingt, bleiben zwei bis drei Meter Abstand erstaunlich nah.
Wo hast du im Roten Meer eine Meeresschildkröte gesehen – und war sie auf Seegras, am Riff oder im freien Wasser unterwegs? Teile deine Beobachtung gern in den Kommentaren.
Quellen und Transparenz
Meine Ortsbewertungen und Erlebnisse beruhen auf rund 20 eigenen Ägyptenreisen sowie drei Wochen in Abu Dabbab. Arten, Schutz und Verhalten habe ich am 24. Juli 2026 mit folgenden Primär- und Fachquellen geprüft:
- TurtleWatch Egypt 2.0: Manual – Arten, Fotoidentifikation und Meldung von Sichtungen
- TurtleWatch Egypt: Code of Conduct – Abstand und Verhalten im Wasser
- TurtleWatch Report 2023–2025 – Sichtungen und registrierte Tiere
- British Herpetological Society 2025 – Verbindung zwischen Zabargad und Abu Dabbab
- Endangered Species Research 2025 – Verletzungen und Todesursachen im ägyptischen Roten Meer
- IUCN Red List Update 2025 – globaler Status der Grünen Meeresschildkröte

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