Tauchen auf Malta und Gozo: Meine Erfahrungen aus fünf Reisen

by Sascha Tegtmeyer | Juli 4, 2026

Ich war fünfmal auf Malta und Gozo, meistens zum Tauchen. Was von diesen Reisen zuverlässig hängen geblieben ist: außergewöhnlich klares Wasser, eine konsequent felsige Küste und eine Unterwasserlandschaft, die von Felsformationen, Höhlen und Wracks lebt. Ich mag beide Inseln sehr – gerade weil sie taucherisch nicht versuchen, ein tropisches Korallenriff zu imitieren.

Beim Tauchen auf Malta und Gozo entscheidet allerdings nicht nur der Name des Tauchplatzes über einen guten Tag. Wichtiger sind häufig Windrichtung, Brandung, Einstieg, Ausstieg und die Frage, ob ein Platz vom Ufer oder sinnvoller mit dem Boot angefahren wird. Das klingt weniger glamourös als „Blue Hole“, verhindert aber deutlich mehr Ärger.

Meine Erfahrungen sind deshalb kein Pokalregal berühmter Spots. Ich behaupte ausdrücklich keine eigenen Tauchgänge am Blue Hole, im Inland Sea, an der Um El Faroud oder an der P31. Diese Plätze ordne ich weiter unten als offiziell recherchierte Möglichkeiten ein. Eigene Beobachtung und Recherche gehören getrennt – besonders beim Tauchen, wo ein hübscher Name keine Ausbildungsgrenze aufhebt.

Dieser Beitrag bleibt bewusst unter Wasser und an der Küstenkante. Für Orte, Kultur, Essen und die allgemeine Reiseplanung findest du meinen separaten Reisebericht mit Malta- und Gozo-Erfahrungen.

Was Malta und Gozo taucherisch besonders macht

Das klare Wasser ist keine Nebensache, sondern prägt den gesamten Eindruck. Felskanten wirken räumlicher, Öffnungen und Bögen zeichnen sich deutlich ab, und Wracks lassen sich oft schon aus größerer Entfernung als Struktur erkennen. Genau diese Kombination hat mich bei meinen Reisen immer wieder begeistert.

Der Reiz entsteht weniger durch eine einzelne Attraktion als durch die Geologie: harte Küstenlinien, große Felsblöcke, Spalten, Überhänge und Höhlenräume. Dazu kommen Wracks als künstliche Strukturen. Malta und Gozo sind deshalb besonders interessant für Taucher, die Landschaft unter Wasser mögen – also Linien, Tiefe, Licht und Räume – und nicht ausschließlich einer möglichst langen Artenliste hinterherschwimmen.

Felsige Mittelmeerküste mit Wellen auf Malta
Die Felsküste auf Malta zeigt, warum Wind und Einstieg bei der Tauchplatzwahl wichtig sind. Symbolfoto: Incze Sándor Zoltán / Pexels

Die offizielle Tauchübersicht von Visit Malta beschreibt das Archipel als Revier mit zahlreichen Ufer- und Bootstauchgängen in enger räumlicher Nähe. Die genaue Zahl der beworbenen Spots ist für deine Reiseentscheidung weniger wichtig als die Vielfalt der Zugänge: Du kannst an einem Tag über Fels einsteigen und am nächsten von einem Boot zu einem exponierteren Platz fahren.

Als grobe Revierabgrenzung zu meinem Tauchreisebericht über Zypern steht bei Malta und Gozo besonders die Fels-, Höhlen- und Wrackidentität im Vordergrund. Das ist kein objektives Ranking, sondern eine praktische Einordnung für Taucher, die wissen möchten, welche Art Unterwasserurlaub sie erwartet.

Malta, Gozo oder Comino: Welche Basis passt zu dir?

Die drei Inseln gehören in dieselbe Tauchreise, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben. Malta und Gozo funktionieren als Basis. Comino ist in erster Linie ein Ziel für Bootsausfahrten. Wer alles in einen Topf wirft, plant schnell unnötige Transfers.

GebietAls UrlaubsbasisTypischer ZugangTaucherische StärkeEhrlicher NachteilPasst besonders zu
MaltaSehr gut für gemischte ReiseUfer- und BootstauchgängeGroße Auswahl, gute Verbindung mit Kultur- und StadtprogrammVerkehr und längere Fahrten können den Tauchtag aufblähenPaare und Gruppen, in denen nicht alle ausschließlich tauchen
GozoSehr gut für eine tauchzentrierte WocheViele Uferplätze, ergänzt durch BooteKompakte Insel, markante Felslandschaften, Höhlen, Tunnel und WracksZusätzliche Fährlogistik; manche Einstiege sind körperlich anspruchsvollTaucher, die den Tagesablauf um Wetter und Tauchplätze bauen
CominoAls feste Basis meist unpraktischVor allem BootEinzelne bekannte Plätze und klare FelskulisseAbhängigkeit von Boot, Wind, Seezustand und TagesplanGezielter Tagesausflug von Malta oder Gozo

Malta: sinnvoll für den kombinierten Urlaub

Malta ist die pragmatische Wahl, wenn Tauchen ein wichtiger Teil der Reise ist, aber nicht der einzige. Du bist nach dem Flug bereits auf der Hauptinsel, hast eine breite Auswahl an Unterkünften und kannst tauchfreie Tage leichter mit Valletta, Küstenorten oder Kultur füllen. Das ist auch dann sinnvoll, wenn die Begleitung nicht taucht.

Der Nachteil: „Kleine Insel“ bedeutet nicht automatisch „in zehn Minuten überall“. Verkehr, Abholung und die Lage der Basis können einen simplen Ufertauchgang logistisch verlängern. Deshalb würde ich eine Tauchbasis nicht nur nach Bewertungen auswählen, sondern nach ihrem tatsächlichen Tagesradius, den bevorzugten Einstiegen und der Abholregel.

Gozo: die konzentriertere Tauchbasis

Gozo ist die schlüssigere Wahl, wenn das Tauchen den Urlaub strukturiert. Die offizielle Gozo-Tauchseite unterscheidet ausdrücklich zwischen Ufer- und Bootstauchgängen sowie zwischen Anfänger-, Fortgeschrittenen-, erfahrenen und technischen Plätzen. Besonders wichtig ist der Hinweis, dass bei Wind auf einer Inselseite oft relativ schnell auf eine andere Seite ausgewichen werden kann. Das ist kein Schönwetterversprechen, sondern der Kern sinnvoller Tagesplanung.

Gozo ist dennoch nicht automatisch bequemer. Kompakt heißt nur, dass Alternativen näher liegen. Es heißt nicht, dass jeder Felszugang angenehm, jede Bucht geschützt oder jedes Wunschwrack erreichbar ist. Das Meer liest keine Bucketlist.

Comino: Ausflugsziel statt Standort

Comino würde ich taucherisch als geplanten Bootstag behandeln. Damit verschiebt sich die entscheidende Frage: nicht „Welches Hotel nehme ich auf Comino?“, sondern „Welche Basis fährt bei passenden Bedingungen dorthin, und was ist die Ersatzroute?“ Ein guter Anbieter verkauft dir keinen garantierten Spot unabhängig vom Wetter, sondern einen sinnvoll geführten Tauchtag.

Felsküste: Der Ein- und Ausstieg ist Teil des Tauchgangs

Meine klare Erinnerung an Malta und Gozo ist die Felsküste. Sie sieht über Wasser eindrucksvoll aus und schafft unter Wasser genau jene Formationen, für die das Revier bekannt ist. Praktisch bedeutet sie aber: Der Tauchgang beginnt nicht erst beim Abtauchen.

Je nach Platz führen Stufen, Leitern, flache Felsplatten oder unregelmäßige Kanten zum Wasser. Trockener Kalkstein kann griffig wirken, nasser Fels mit Salzfilm ist eine andere Disziplin. Mit Flasche, Blei und Kamera wird aus einem kurzen Weg schnell ein kleiner Belastungstest. Wer Rücken, Knie oder Gleichgewicht nicht voll belasten kann, sollte das vor der Buchung offen ansprechen.

Hafen von Mġarr mit Booten und Küstenbebauung auf Gozo
Der Hafen von Mġarr macht sichtbar, dass Gozo-Tauchgänge immer auch eine Transportfrage sind. Symbolfoto: X1ntao Zhou / Pexels

Vor jedem Ufertauchgang gehören fünf Punkte ins Briefing: primärer Einstieg, geplanter Ausstieg, alternative Ausstiegsstelle, Verhalten bei zunehmender Brandung und der Punkt, ab dem abgebrochen wird. Der schönste Tauchplatz ist wertlos, wenn der Rückweg zur Waschmaschine wird.

Praktisch helfen Füßlinge mit stabiler Sohle und Flossen mit offenem Fußteil, sofern sie zu deiner Ausrüstung passen. Kamera, Lampe und weitere Anhängsel sollten beim Ein- und Ausstieg so verstaut sein, dass beide Hände frei bleiben. Bei Wellenschlag bleiben Maske im Gesicht und Atemregler im Mund, bis du sicher stehst. Die konkrete Reihenfolge legt der Guide für den jeweiligen Platz fest; pauschale Heldentipps sind an Felsküsten eher ein Unfallformat.

Auch für Schnorchler gilt dieselbe Logik. Das klare Wasser macht Malta und Gozo attraktiv, aber ein leichter Einstieg am Vormittag kann bei verändertem Wind später unangenehm werden. Grundlagen findest du in meinem Überblick zum Schnorcheln und ausführlicher in den Tipps für sichere und spannende Schnorcheltouren im Urlaub.

Wind, Brandung, Sicht und Strömung richtig einordnen

Die Windrichtung ist auf Malta und Gozo keine Randnotiz in der Wetter-App. Sie beeinflusst, welche Küste geschützt liegt, wo sich Wellen aufbauen und ob ein Felseinstieg vernünftig bleibt. Deshalb halte ich starre Listen nach dem Muster „Montag Spot A, Dienstag Spot B“ für schlechter als eine Wunschliste mit gleichwertigen Alternativen.

Klares Wasser darf dabei nicht mit ruhigem Wasser verwechselt werden. Gute Sicht kann trotz Dünung vorhanden sein, und ruhige Oberfläche schließt Strömung nicht aus. Sichtweite ist ein ästhetischer Vorteil, keine Sicherheitsfreigabe.

Strömung ist außerdem nicht dasselbe wie windbedingte Brandung. Sie kann sich mit Tiefe, Gelände und Zeit verändern. Der Sicherheitsbeitrag von Divers Alert Network zum Tauchen in Strömung empfiehlt ein detailliertes Briefing, eine frühe Beurteilung an festen Referenzen und klare Verfahren für den Fall, dass Taucher vom Boot abgetrieben werden. DAN warnt auch davor, gegen starke Strömung schlicht anzukämpfen, weil das Luftverbrauch und Erschöpfung deutlich erhöhen kann.

Für die Praxis heißt das: Frage nicht nur nach „Strömung ja oder nein“, sondern nach Einstieg, Abstiegshilfe, Strömungsrichtung, Umkehrpunkt, Auftauchverfahren und Oberflächenmarker. Bei Bootstauchgängen gehört eine eigene, sicher beherrschte Signalboje ins System. Bei Ufertauchgängen muss klar sein, was passiert, wenn die geplante Rückkehrstelle nicht mehr sicher erreichbar ist.

Ufertauchgang oder Boot: Beides hat seinen Preis

Ufertauchen passt hervorragend zu Malta und Gozo, weil viele interessante Strukturen küstennah liegen. Es erlaubt flexible Startzeiten, spart Bootswege und macht Wetteralternativen leichter. Der Preis dafür ist körperliche Arbeit: Ausrüstung tragen, über Fels gehen, mögliche Oberflächenschwimmstrecken und ein Ausstieg, der nach dem Tauchgang nicht freundlicher wird.

Bootstauchgänge erleichtern häufig den Wassereinstieg und erschließen Plätze an Comino oder exponierten Küstenabschnitten. Dafür bist du stärker an Fahrplan, Gruppe, Seegang und Leiter gebunden. Wer nach dem Tauchgang mit voller Ausrüstung eine Leiter hochkommt, weiß zudem: „Bootstauchgang“ ist nicht automatisch das Synonym für Wellness.

Die Entscheidung kann nüchtern ausfallen: Bei gut zugänglichen, geschützten Küstenplätzen spricht viel für den Ufertauchgang. Wenn Zugang, Entfernung oder Exposition den Ablauf unnötig komplizieren, ist das Boot die sauberere Lösung. Nicht der niedrigere Preis oder das berühmtere Foto sollte entscheiden, sondern die sicherere Gesamtkette.

Wracks, Höhlen und Tunnel: Attraktion ist keine Ausbildungsstufe

Malta und Gozo werden zu Recht mit Wracks und Höhlen verbunden. Genau hier braucht es aber sprachliche Präzision. Eine große, vom Freiwasser beleuchtete Kaverne ist nicht dasselbe wie eine Höhle ohne direkten Licht- und Freiwasserzugang. Ein Wrack von außen anzusehen ist nicht dasselbe wie es zu penetrieren. Ein Durchbruch ist kein Freibrief, nur weil am anderen Ende Blau leuchtet.

Die konservative Regel lautet: Jeder Overhead-Bereich muss zur Ausbildung, Erfahrung, Ausrüstung und Tagesform passen. Bei Wracks kommen Tiefe, scharfe Kanten, Sediment, mögliche Verhakung und struktureller Zustand hinzu. Ein Wrack ist kein Museum mit ausgeschildertem Notausgang.

Vier bekannte Möglichkeiten – ausdrücklich recherchiert, nicht als eigene Tauchgänge behauptet

Blue Hole und Inland Sea bei Dwejra: Die offizielle Dwejra-Seite von Visit Gozo nennt das Blue Hole als bedeutenden Tauchplatz und beschreibt den Inland Sea als Lagune, die über einen rund 100 Meter langen Tunnel mit dem offenen Meer verbunden ist. Dieser Tunnel wird auch von kleineren Booten genutzt. Für Taucher folgt daraus: lokale Führung, Verkehrsbeobachtung und ein klares Verfahren sind wichtiger als das berühmte Motiv. Die Seite warnt zudem an der Küste ausdrücklich vor rauem Wetter. Ich ordne den Ort hier aus Recherche ein; einen eigenen Tauchgang dort behaupte ich nicht.

Boote und dicht bebaute Uferbereiche im Hafen von Valletta auf Malta
Malta und Gozo unterscheiden sich nicht nur unter Wasser, sondern auch bei Wegen und Ausgangsorten. Symbolfoto: Efrem Efre / Pexels

Um El Faroud vor Malta: Das Wrack wird von Visit Malta als offizielle Tauchattraktion geführt. Eine solche Listung ist jedoch keine Schwierigkeitsfreigabe. Vor der Buchung gehören die geplante Route, maximale Tiefe, Gasplanung, Nullzeit beziehungsweise Dekompressionsplanung und die klare Grenze zwischen Außenbesichtigung und Penetration auf den Tisch. Auch hier: recherchierte Möglichkeit, keine von mir behauptete eigene Erfahrung.

P31 bei Comino: Die offizielle Gozo-Datenbank führt das aufrecht liegende Wrack mit durchschnittlich 15 und maximal 20 Metern und ordnet es als anfängergeeignet ein. Das macht die P31 vergleichsweise zugänglich, aber nicht automatisch banal. Bootsbetrieb, Gruppe, Tarierung und jede Form des Eindringens müssen separat bewertet werden. Ich habe keinen eigenen Tauchgang an der P31 als Erfahrung zugrunde gelegt.

Solche Platzbeschreibungen sind Anhaltspunkte, keine Buchungszusage. Die tatsächliche Route kann wegen Wind, Welle, Sicht, Strömung, Gruppenniveau oder behördlicher Einschränkungen anders ausfallen. Wer nur für ein einziges Wrack anreist, baut unnötig viel Enttäuschungspotenzial in den Urlaub.

Tauchbasis, Fähre und Farmhaus auf Gozo praktisch planen

Die wichtigste Frage an eine Tauchbasis lautet nicht: „Fahrt ihr zum Blue Hole?“ Besser sind diese Fragen: Wie entscheidet ihr morgens den Platz? Wie groß sind die Gruppen? Welche Uferzugänge nutzt ihr häufig? Gibt es Alternativen für Taucher mit eingeschränkter Mobilität? Werden Flaschen und Blei am Fahrzeug vorbereitet? Wie werden Bootstage bei Wetteränderung ersetzt?

Für Gozo kommt die Fähre hinzu. Die offizielle Anreiseseite beschreibt die Fahrzeug- und Personenfähre von Ċirkewwa auf Malta nach Mġarr auf Gozo mit einer Überfahrt von etwa 25 Minuten; der Takt variiert saisonal. Zusätzlich wird eine Schnellfähre zwischen Valletta und Mġarr für Fußpassagiere genannt. Fahrpläne und Gepäckregeln solltest du unmittelbar vor der Reise prüfen – besonders mit eigener Tauchausrüstung.

Ein Mietwagen auf Gozo kann praktisch sein, ist für organisierte Taucher aber nicht automatisch nötig. Viele Basen arbeiten mit Fahrzeugen und sammeln Gäste ein. Kläre das vor der Unterkunftsbuchung. Ein billiges Apartment am vermeintlich perfekten Küstenort spart nichts, wenn du morgens erst quer über die Insel zum Treffpunkt musst.

Ein Farmhaus ist auf Gozo eine echte Option für Buddyteams, Familien oder kleine Gruppen. Die offizielle Unterkunftsübersicht führt renovierte Farmhouses und Häuser mit Charakter als verbreitete Selbstversorgerform auf. Für Taucher sind jedoch nicht Naturstein und Pool entscheidend, sondern Platz für Kisten, eine erlaubte Möglichkeit zum Trocknen, Park- oder Abholsituation und ein unkompliziertes Frühstück vor frühem Start. Salzwasser-Ausrüstung ungefragt über historische Mauern zu hängen, ist keine lokale Tradition.

Alleinreisende oder Paare sind in einem Hotel, B&B oder Apartment oft effizienter untergebracht. Eine Gruppe profitiert eher von Küche, gemeinsamem Wohnraum und geteilten Kosten. Die Unterkunft sollte zum Ablauf passen, nicht umgekehrt.

Ehrliche Grenzen: Für wen Malta und Gozo weniger gut passen

Malta und Gozo sind keine idealen Ziele für jeden Taucher. Wer ausschließlich bequeme Sandstrandeinstiege sucht, kann an manchen Tagen mit der Felsküste fremdeln. Wer eine Garantie für einen bestimmten Wracktauchgang erwartet, unterschätzt Wind und Seegang. Wer Höhlen und Wracks nur wegen spektakulärer Bilder auswählt, aber seine Ausbildung nicht mitdenkt, setzt die Prioritäten falsch.

Auch die außergewöhnliche Klarheit kann täuschen: Entfernungen und Tiefen wirken leichter beherrschbar, als sie tatsächlich sind. Gute Tarierung, sauberes Gasmanagement und ein verlässliches Buddyverfahren bleiben wichtiger als Sichtweite.

Haie sind für diesen Praxisratgeber kein zentrales Planungsproblem. Wer das Thema sachlich einordnen möchte, findet in meinem Beitrag über Haie im Mittelmeer und das Risiko für Urlauber die breitere Einordnung. Anekdoten ersetzen weder Statistik noch Tauchbriefing.

Historische Architektur und Hafen von Valletta auf Malta
Auf Malta beeinflussen Unterkunftsort und Straßenwege, wie aufwendig der nächste Tauchgang beginnt. Symbolfoto: Samfoll Sf / Pexels

Für Unterwasserfotos gilt ebenfalls: Erst Einstieg, Tarierung und Team, dann Kamera. Wer mit dem Smartphone fotografieren möchte, sollte sich vorab mit Druckgrenzen, Bedienung und Sicherung beschäftigen; dazu passt mein Ratgeber zum Unterwassergehäuse für iPhone und Smartphone. An einem unruhigen Felsausstieg ist ein lose baumelndes Telefon vor allem ein sehr teurer Pendelkörper.

Mein Fazit zu meinen Tauchen-Malta-Gozo-Erfahrungen

Nach fünf Reisen ist mein Urteil klar: Malta und Gozo gehören für mich zu den eigenständigsten Tauchzielen im Mittelmeer. Das außergewöhnlich klare Wasser, die Felsküste, die großen Formationen, Höhlen und Wracks ergeben einen Charakter, den man nicht mit austauschbaren Strandtauchgängen verwechseln kann. Ich war mehrfach dort und bin von beiden Inseln weiterhin begeistert.

Die beste Reise entsteht aber nicht durch das Abhaken möglichst bekannter Namen. Sie entsteht durch eine gute Basis, flexible Platzwahl und ehrliche Selbsteinschätzung. Für eine tauchzentrierte Woche spricht viel für Gozo, sofern die Fährlogistik bewusst eingeplant wird. Malta ist stärker, wenn Tauchen und allgemeiner Inselurlaub gleichberechtigt nebeneinanderstehen. Comino bleibt ein wetterabhängiges Bootsziel.

Der wichtigste Rat ist unspektakulär und deshalb brauchbar: Buche eine Basis, die nach Bedingungen entscheidet, nicht nach Prospekt. Prüfe den Felseinstieg genauso ernst wie Tiefe und Luftvorrat. Und behandle Wracks und Höhlen als Umgebungen mit Anforderungen, nicht als Kulissen. Dann zeigen Malta und Gozo genau das, was sie besonders gut können: klares Wasser und starke Unterwasserlandschaften – ohne dass man dem Meer vorher ein Drehbuch schicken muss.

Über Sascha Tegtmeyer

Über Sascha Tegtmeyer

Reisejournalist, Autor und Gründer von Just Wanderlust

Ich schreibe auf Just Wanderlust aus eigener Reiseerfahrung über Orte, Meer und Outdoor-Abenteuer. Mehr über mich und meine Arbeit.

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