Die Sonne brennt auf die schwarze Lava, der Wind schiebt trockene Wärme über die Straße und hinter der nächsten Kuppe liegt plötzlich der Atlantik. Über Wasser wirkt Lanzarote wie ein sorgfältig aufgeräumter fremder Planet. Unter Wasser wird aus der Kargheit ein Gewimmel aus Fischschwärmen, Zackenbarschen, Rochen und zerklüfteten Lavawänden.
Werbung, weil Pressereise: Ich habe Lanzarote im Rahmen einer Pressereise besucht und mit Tauchbasen in Playa Blanca, Puerto del Carmen und Costa Teguise getaucht. Meine Einschätzungen beruhen auf diesen eigenen Tauchgängen; aktuelle Regeln, Preise und Anbieterangaben habe ich im Juli 2026 neu geprüft.
Mein wichtigstes Urteil ist heute ein anderes als nach dem ersten begeisterten Tagebucheintrag: Für einen guten Tauchurlaub auf Lanzarote brauchst du keine möglichst lange Liste von Spots. Du brauchst den richtigen Standort, eine Basis mit sauberer Sicherheitskultur und genug Flexibilität für Wind und Atlantik. Wer das vor der Hotelbuchung klärt, spart morgens Wege und taucht entspannter.
Direktantwort: Lohnt sich ein Tauchurlaub auf Lanzarote? Ja, besonders wenn du vulkanische Unterwasserlandschaften, viele Landtauchgänge und eine Mischung aus einfachen Buchten und anspruchsvolleren Steilwänden suchst. Tauchen ist ganzjährig möglich; der offizielle Lanzarote-Tauchführer nennt im Mittel etwa 18 bis 24 Grad Wassertemperatur und rund 20 Meter Sicht. Für den reinen Tauchanteil eines Tages mit zwei geführten Tauchgängen solltest du nach veröffentlichten Preislisten vom Juli 2026 grob 80 bis 130 Euro einplanen, je nach Leihequipment, Versicherung und Bootszuschlag. Für reine Anfänger ist Puerto del Carmen praktisch, während erfahrene Taucher mit einem Mietwagen oder organisierten Ausfahrten mehr von Süden und Norden sehen.
Beim Tauchurlaub auf Lanzarote entscheidet der Wohnort über den Tagesrhythmus
Lanzarote ist kompakt, doch Flaschen, Ausrüstung und feste Bootszeiten machen Fahrminuten relevant. Deshalb würde ich zuerst das Tauchgebiet wählen und danach das Hotel.
Wenn Tauchen nur ein Teil deiner Reise ist, helfen mein Lanzarote-Hub und meine Urlaubstipps für Lanzarote bei der Planung der Tage über Wasser.
Puerto del Carmen ist die praktischste Basis für viele Tauchgänge
Am Playa Chica stehen morgens Dutzende Taucher zwischen Kisten, Flaschen und halb geschlossenen Neoprenanzügen. An Land wirkt das wie ein Festival ohne Musik. Im Wasser verteilen sich die Gruppen auf mehrere Routen entlang des Riffs, doch der Einstieg bleibt zu beliebten Zeiten geschäftig.
Puerto del Carmen ist sinnvoll, wenn du viele Landtauchgänge machen, kurze Wege zur Basis haben und auch ohne eigenen Mietwagen auskommen möchtest. Die Bucht bietet geschützte Einstiege für einfachere Programme, während weiter draußen tiefere Steilwände, Höhlen und Routen wie die Kathedrale warten. Für die Details verweise ich bewusst auf meinen eigenen Guide zum Tauchen am Playa Chica.
Die Schattenseite liegt auf der Promenade: Platz für Ausrüstung ist knapp, Badegäste und Taucher teilen sich den Zugang, und in der Hochfrequenz wird aus einem ruhigen Morgen schnell Logistik. Wer Menschenmengen nicht mag, sollte die Basis nach frühen Startzeiten und kleinen Gruppen fragen, statt nur den Paketpreis zu vergleichen.

Playa Blanca passt zu Bootstauchgängen und einem ruhigen Urlaub im Süden
In der Marina Rubicón liegt die Ausrüstung nur wenige Schritte vom Schlauchboot entfernt. Genau diese einfache Kette aus Basis, Steg und Boot hat mir im Süden gefallen. Flamingo und Las Coloradas waren bei meiner Reise die fischreichen Auftakte; am sogenannten Lighthouse wurde es mit Freiwasserabstieg und großer Tiefe deutlich anspruchsvoller.
Playa Blanca eignet sich, wenn du Tauchen mit Strand, Hotel und entspannten Nachmittagen verbinden möchtest. Wer dagegen hauptsächlich am Playa Chica tauchen will, bezahlt den ruhigen Süden mit wiederkehrenden Transfers.
Costa Teguise ist ein guter Ausgangspunkt für den Norden, aber kein Allzweckstandort
Von Costa Teguise aus erreichte ich den felsigen Einstieg bei Charco del Palo. Unter Wasser waren wir fast allein. Licht fiel über die Lava, Barrakudas und Makrelen zogen vorbei, und kurz rauschte ein Schwarm Thunfische durch das Blau.
Der Norden fühlt sich rauer und weniger durchorganisiert an als Playa Chica. Genau das ist sein Reiz, aber Ein- und Ausstieg hängen stärker vom Spot und vom Zustand des Meeres ab. Meine Anti-Empfehlung lautet deshalb: Buche Costa Teguise nicht allein wegen eines vermeintlich zentralen Kartenpunkts, wenn deine Wunschliste fast nur aus Puerto del Carmen und Playa Blanca besteht.

Vier Tauchgebiete zeigen mehr als eine Rekordzahl zur Sichtweite
In einem älteren Titel dieses Blogs stehen „Sichtweiten bis 50 Meter“. Das taugt nicht als Buchungsversprechen. Der Tauchführer der Insel nennt durchschnittlich etwa 20 und maximal etwa 40 Meter; die Bedingungen verändern das Bild täglich.
Flamingo und Las Coloradas liefern Fisch statt großer Dramaturgie
Beim ersten Abtauchen am Flamingo war der Sand bald nur noch eine helle Fläche unter einem dichten Schwarm. Dazu kam eine große Gruppe Barrakudas, die mit viel weniger Aufregung als wir durch die Szene zog. Las Coloradas ergänzte kleine Höhlen und Riffblöcke, unter denen bei meinem Tauchgang Rochen und Zackenbarsche saßen.
Diese Spots haben mich nicht wegen eines einzelnen spektakulären Felsens überzeugt. Sie funktionieren über die Menge an Leben und die ruhige Beobachtung. Für einen Einstieg in die Woche ist das oft wertvoller als sofort die größte Tiefe abzuhaken.

Lighthouse ist kein Tauchgang für eine Mutprobe
Am Lighthouse führte unser Weg im freien Wasser bis an eine tiefe Steilwand. Als der Druckausgleich kurz nicht funktionierte und beim Blick nach oben ein leichtes Vertigo einsetzte, war die schöne Idee vom eleganten Fall ins Blau sofort erledigt. Ein Stück auftauchen, Referenz am Buddy suchen, Ruhe herstellen: Genau das war der eigentliche Inhalt dieses Tauchgangs.
Ich würde die Route nicht als Trophäe empfehlen. Tiefe, Freiwasserabstieg, Strömung und Ausstieg müssen zur Ausbildung, Erfahrung und Tagesform passen. Nach spanischem Recht liegt die Grenze für autonomes Sporttauchen mit Luft oder Nitrox grundsätzlich bei 40 Metern; geplant dekompressionspflichtige Profile sind im normalen Sporttauchrahmen nicht erlaubt.
Playa Chica verbindet bequemen Einstieg mit anspruchsvollen Routen
Die Stärke des Playa Chica liegt in der Staffelung. In der Bucht kannst du flach beginnen, während die Riffkante weiter draußen deutlich tiefer abfällt. Bei meinen Tauchgängen führten die Wege zur Kathedrale und zur Cueva de las Gambas durch eine Landschaft aus Sand, Lava, Kanten und dunklen Öffnungen.
Höhlenromantik ist allerdings kein Freifahrtschein. Der spanische Leitfaden für verantwortliches Tauchen rät, Hohlräume ohne passende Ausbildung zu meiden und besonders auf Tarierung, Flossenschlag und empfindliche Organismen zu achten. Ich halte das für wichtiger als jedes Foto unter einem Überhang.

Charco del Palo ist mein Gegenstück zur Playa-Chica-Routine
In Charco del Palo beginnt der Tauchgang nicht mit einer breiten Sandbucht, sondern an einer felsigen Küste. Dafür war unter Wasser deutlich weniger Betrieb. Die Lava wirkte im flachen Licht fast farbig, und zwischen den Felsen blieb mehr Raum, um nicht der nächsten Gruppe hinterherzutauchen.
Das ist mein persönlicher Tipp für erfahrene Urlaubstaucher, die nicht jeden Tag am selben Einstieg verbringen möchten. Er funktioniert nur mit einer Basis, die den Spot, den Zugang und die aktuellen Bedingungen kennt. Bei Brandung ist ein einsamer Tauchplatz keine Auszeichnung, sondern möglicherweise schlicht die falsche Wahl.
Eine gute Tauchbasis erkennst du nicht am Verbandslogo allein
Auf Lanzarote arbeiten viele Basen; die drei meiner damaligen Reise sind weiterhin online. Eine Bestenliste wäre dennoch falsch: Teams, Eigentümer, Preise und Abläufe können sich ändern. Meine Erfahrung ersetzt keine Prüfung im Jahr 2026.
Ich würde vor der Buchung diese Fragen stellen:
- Ist das Zentrum in den Kanaren für Sporttauchen zugelassen?
- Wie groß sind die Gruppen, und wie werden Erfahrung sowie Sprache zusammengebracht?
- Sind Flasche, Blei, Computer, Nitrox, Boot und Versicherung im Preis enthalten?
- Wie entscheidet die Basis bei Wind, Welle oder einem schwierigen Einstieg über einen Spotwechsel?
- Wo liegen Sauerstoff, Notfallplan und nächste medizinische Anlaufstelle?
- Werden meine Brevetierung, letzten Tauchgänge und der Gesundheitsfragebogen tatsächlich geprüft?
Das sind keine Schikanen. Das kanarische Genehmigungsverfahren verlangt von Tauchzentren unter anderem qualifiziertes Personal, Haftpflichtschutz, einen Notfall- und Evakuierungsplan sowie eine geregelte medizinische Versorgung. Eine Basis, die ruhig und konkret auf diese Punkte antwortet, macht auf mich einen besseren Eindruck als ein aggressiver Rabatt.
Regeln und Gesundheit gehören vor der Anreise in die Tasche
Der seit Ende 2025 aktualisierte spanische Sicherheitsrahmen für das Tauchen verlangt beim autonomen Freizeittauchen unter anderem eine Unfall- und Haftpflichtversicherung, ein Buddy-Team, angemessene Ausbildung und passende Wärmeisolierung. Vor dem Tauchen über ein Zentrum füllst du eine Gesundheitserklärung aus. Ergibt sie einen relevanten Hinweis oder ist die körperliche Eignung erkennbar fraglich, wird eine ärztliche Freigabe verlangt.
Deshalb packe ich Brevet, Versicherungsnachweis, Tauchcomputer, nötige ärztliche Unterlagen und Nachweise der letzten Tauchgänge ein. Wer länger nicht im Wasser war, sollte einen Check Dive vorab anmelden.
Für Tauchgänge im Meeresschutzgebiet um La Graciosa ist zusätzlich eine Genehmigung nötig. Die kanarische Behörde nennt dafür unter anderem Versicherungs- und Befähigungsnachweise; bei Zentren kommen weitere Unterlagen hinzu. Für Urlauber ist eine organisierte Ausfahrt deshalb deutlich vernünftiger, als die Bürokratie und Logistik einer privaten Tour zu unterschätzen.

Beste Reisezeit, Ausrüstung und Kosten brauchen ehrliche Reserven
Lanzarote ist ein Ganzjahresziel, aber kein tropisches Warmwasserbecken. Der offizielle Tauchführer nennt etwa 18 Grad im Winter und bis zu 24 Grad im Sommer beziehungsweise Frühherbst. Die offizielle Klimatabelle für Lanzarote weist September und Oktober mit 23 Grad als wärmste Monate im Meer aus; in der Tiefe können Thermoklinen das Wasser kühler wirken lassen.
Ich würde den Anzug nicht nach der Lufttemperatur am Hotelpool auswählen. Wer schnell friert oder mehrere Tage hintereinander taucht, bespricht vorab Anzugstärke, Kopfhaube und Leihgrößen. Wind nach dem Tauchgang ist der Moment, in dem ein zu dünner Anzug seine ganze Sparsamkeit zeigt.
Preisbeispiele, Stand Juli 2026: Die Preisliste von Aquatis nennt zwei geführte Tauchgänge für zertifizierte Taucher mit eigener Ausrüstung mit 80 Euro und mit Leihausrüstung mit 100 Euro. Rubicón Diving listet zwei Tauchgänge mit 110 Euro; Leihausrüstung kostet dort laut Liste zusätzlich 10 Euro pro Tauchgang. Hinzukommen können Versicherung, Boot, Nitrox, Computer oder spezielle Ausfahrten.
Für einen Tauchtag plane ich als Arbeitswert 80 bis 130 Euro für zwei geführte Tauchgänge ein. Unterkunft, Mietwagen und Verpflegung kommen hinzu. Buche nicht jeden Reisetag im Voraus voll: Ein freier Ausweich- oder Oberflächentag hilft bei Wetteränderungen und schafft Abstand zum Rückflug. Die aktuellen Mindestabstände erkläre ich ausführlich im Beitrag Fliegen nach dem Tauchen.
Packliste für einen Tauchurlaub auf Lanzarote
Neben der persönlichen Ausrüstung gehören diese Dinge ins Gepäck:
- Brevetkarte oder digitaler Nachweis und Logbuch,
- Versicherungsnachweis für Unfall und Haftpflicht,
- eigener Tauchcomputer mit frischer Batterie oder geladenem Akku,
- Badebekleidung, Sonnenschutz und Trinkflasche,
- warme Lage oder Windjacke für Oberflächenpausen,
- Trockentasche für Telefon, Dokumente und Kleidung,
- persönliche Maske, wenn Passform für dich kritisch ist,
- kleine Ersatzteile wie Maskenband und Mundstück nur, wenn du sie sicher montieren kannst.
Schwere Bleigewichte und Flaschen reisen natürlich nicht mit. Auch ein komplettes eigenes Set ist nicht automatisch die beste Lösung, wenn Freigepäck und Transfer teuer werden. Maske und Computer bringen meist den größten persönlichen Nutzen; beim Rest entscheiden Leihqualität und Gepäcktarif.
Stand und Quellen
Recherche-Stand: 21. Juli 2026. Sicherheitsregeln und Gesundheitsanforderungen wurden anhand des konsolidierten Real Decreto 550/2020 geprüft. Für Zentren und La Graciosa habe ich die Verfahren der kanarischen Regierung und die Reservatsgenehmigung verwendet. Wasserwerte stammen aus dem offiziellen Lanzarote-Tauchführer; Preisbeispiele aus den veröffentlichten Listen von Aquatis und Rubicón Diving. Bedingungen und Preise können sich ändern.
FAQ zum Tauchurlaub auf Lanzarote
Kann man auf Lanzarote das ganze Jahr tauchen?
Ja. Der offizielle Tauchführer nennt im Jahresverlauf ungefähr 18 bis 24 Grad Wassertemperatur und im Mittel rund 20 Meter Sicht. Wind, Welle und lokale Bedingungen können einzelne Spots trotzdem unzugänglich machen.
Wo sollte ich als Taucher auf Lanzarote wohnen?
Puerto del Carmen ist für viele Landtauchgänge und kurze Wege zum Playa Chica am praktischsten. Playa Blanca passt besser zu südlichen Bootstauchgängen und einem ruhigen Resorturlaub, Costa Teguise zu Programmen im Osten und Norden. Wähle zuerst die Tauchregion und danach das Hotel.
Brauche ich auf Lanzarote ein ärztliches Attest zum Tauchen?
Nicht automatisch. Ein Tauchzentrum verlangt eine Gesundheitserklärung; bei relevanten Vorerkrankungen, auffälligen Antworten oder Zweifeln an der körperlichen Eignung ist eine ärztliche Freigabe erforderlich. Kläre gesundheitliche Fragen vor der Reise, nicht am ersten Tauchtag.
Wie viel kosten zwei Tauchgänge auf Lanzarote?
Veröffentlichte Anbieterpreise lagen im Juli 2026 beispielhaft zwischen 80 und 110 Euro für zwei Tauchgänge. Leihequipment, Versicherung, Boot, Nitrox oder Sonderausfahrten können den Preis erhöhen. Prüfe immer, welche Leistungen enthalten sind.
Ist Playa Chica für Anfänger geeignet?
Die geschützte Bucht erlaubt flache Einstiege und Ausbildungsprogramme. Viele Routen außerhalb der Bucht führen jedoch an tiefe Steilwände oder in den Bereich von Höhlen und sind nicht automatisch anfängertauglich. Spot, Tiefe und Gruppeneinteilung müssen zur Ausbildung passen.
Fazit: Lanzarote belohnt Auswahl, nicht Sammeltrieb
Mein stärkstes Bild von Lanzarote ist nicht die größte Tiefe. Es ist der Moment, in dem die karge Insel unter der Oberfläche plötzlich dicht wird: Fische vor dem Sand, eine dunkle Lavakante, der Buddy als ruhiger Bezugspunkt im Blau.
Ich würde heute weniger Spots auf eine Woche pressen und dafür den Standort klüger wählen. Zwei Regionen, eine verlässliche Basis, ein Wetterpuffer und ein freier Tag vor dem Flug ergeben den besseren Tauchurlaub als eine Liste voller Haken.
Würdest du für eine Woche eher am vielseitigen Playa Chica wohnen oder den ruhigeren Süden bei Playa Blanca wählen?


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