Es ist so dünn und leicht, denke ich, als ich das iPad Pro 13 Zoll mit M4 zum ersten Mal in der Hand halte. Das Display wirkt fast wie eine leuchtende Fläche ohne Gerät drumherum. Wenig später sitze ich damit draußen, lese, schreibe mit dem Apple Pencil und bearbeite Fotos. Dann öffne ich mehrere webbasierte Backends, springe zwischen Fenstern und merke: Die Hardware ist nicht das Problem. Meine Arbeitsabläufe entscheiden, ob dieses iPad ein Reisebegleiter oder ein sehr teurer Umweg ist.
Mein Urteil nach längerer Nutzung: Das iPad Pro M4 ist ausgezeichnet für Lesen, Recherche, handschriftliche Notizen, Präsentation sowie mobile Foto- und Videoarbeit. Als alleiniger Computer passt es nur, wenn deine wichtigsten Apps und Browserprozesse auf iPadOS vollständig funktionieren. Für umfangreiche Blogpflege, Dateiverwaltung mit vielen Quellen und bestimmte Web-Backends nehme ich weiterhin lieber ein MacBook.
Getestet habe ich das 13-Zoll-Modell der 2024 eingeführten M4-Generation. Im Jahr 2026 ist es nicht mehr das aktuelle iPad Pro. Genau deshalb ist diese Fassung kein Neuheitenjubel, sondern eine Kauf- und Nutzungsentscheidung für ein weiterhin leistungsfähiges älteres Modell. Unbezahlter Testbericht; das Gerät ist Teil meines eigenen Arbeits- und Reise-Setups.
Die schnelle Entscheidung: iPad Pro M4 oder MacBook auf Reisen?
| Deine Hauptaufgabe | iPad Pro M4 | MacBook |
|---|---|---|
| Lesen, Filme, Reiseplanung | klar angenehmer | unnötig groß für reine Nutzung |
| Handschriftliche Notizen und Zeichnen | mit Pencil deutlich stärker | nur mit Zusatzgerät |
| Fotos auswählen und schnell bearbeiten | sehr gut | ebenfalls sehr gut, besser bei großen Dateimengen |
| Social-Media-Produktion | stark durch Apps und Touch | stärker bei Browser- und Mehrfensterarbeit |
| Lange Texte schreiben | mit Tastatur gut | für mich ergonomischer und schneller |
| Komplexe Blog-Backends und viele Dateien | vorher exakt testen | meist die sicherere Wahl |
| Nur ein Gerät für die komplette Arbeitsreise | nur bei iPad-tauglichem Workflow | für meinen Workflow verlässlicher |
Meine Anti-Empfehlung: Kaufe das iPad Pro nicht als Laptop-Ersatz, bevor du deine fünf wichtigsten Aufgaben darauf vollständig durchgeführt hast. Ein schneller Prozessor löst keine fehlende App-Funktion, kein widerspenstiges Backend und keinen umständlichen Dateiaustausch.
Mein stärkster Eindruck bleibt das Gehäuse
Apple nennt für das 13-Zoll-Modell 5,1 Millimeter Tiefe und 579 Gramm beim Wi-Fi-Gerät beziehungsweise 582 Gramm bei der Mobilfunkversion. Ohne Hülle und Tastatur ist das für ein 13-Zoll-Gerät bemerkenswert wenig.

Auf Reisen macht sich jedes eingesparte Gramm bemerkbar. Der Vergleich mit einem Notebook wird allerdings schnell unfair, wenn Magic Keyboard, Schutzhülle, Pencil und Ladezubehör dazukommen. Deshalb wiege ich nicht das nackte iPad gegen ein komplettes MacBook, sondern das Paket, das ich wirklich einpacke.
Für einen Urlaub, in dem ich vor allem lesen, Bilder sichten und kurze Notizen schreiben möchte, bleibt das iPad-Paket kleiner. Für eine Arbeitsreise mit Tastatur, Trackpad, mehreren Adaptern und externer SSD schrumpft der Vorteil. Das Gerät ist extrem dünn; der gesamte Workflow ist es nicht automatisch.
Das Tandem-OLED-Display ist draußen der eigentliche Luxus
Das Ultra Retina XDR Display löst mit 2752 mal 2064 Pixeln auf und arbeitet mit Tandem-OLED. Apple gibt bis zu 1.000 Nits SDR-Helligkeit und 1.600 Nits Spitzenhelligkeit für HDR-Inhalte an. In der Praxis ist nicht die größte Zahl entscheidend, sondern dass ich Inhalte draußen deutlich besser erkenne als auf vielen weniger hellen Displays.

Direkte Sonne bleibt anspruchsvoll. Reflexionen, Wärme und hoher Stromverbrauch verschwinden nicht. Unter einem Sonnenschirm, auf einer schattigen Terrasse oder im hellen Café ist das Display für mich jedoch eine der größten Stärken des Geräts.
Beim Lesen, bei Fotos und bei Video fällt OLED sofort auf. Schwarz ist wirklich dunkel, Kontraste wirken sauber, und feine Details lassen sich gut beurteilen. Wer das iPad nur für E-Mails und gelegentliches Streaming verwendet, bezahlt allerdings für ein Display, dessen Möglichkeiten er selten ausnutzt.
Wofür ich das iPad Pro M4 unterwegs wirklich nutze
Lesen und Lernen
Das ist bis heute meine häufigste Nutzung. Bücher, längere Artikel, PDFs und Videos fühlen sich auf dem großen Display direkter an als auf dem Notebook. Das iPad liegt zwischen Buch und Computer: groß genug für eine Doppelseite, leicht genug für Sofa, Flugzeug und Terrasse.

Als reiner E-Book-Reader ist das 13-Zoll-Modell allerdings groß und teuer. Wer vor allem Romane liest, findet mit einem kleineren Tablet oder E-Ink-Gerät eine leichtere Lösung. Mein Artikel iPad als E-Book-Reader behandelt diese engere Entscheidung.
Handschriftliche Notizen
Mit dem Apple Pencil Pro schreibe ich Ideen, markiere Dokumente und skizziere Zusammenhänge. Das ist keine künstliche Kreativfunktion, sondern ein Arbeitsweg, den ich seit Jahren auf dem iPad nutze. Gerade beim Lesen bleibt ein Gedanke näher am Dokument, wenn ich ihn direkt daneben festhalte.

Der Pencil ist separat, kann verloren gehen und erhöht den Gesamtpreis. Wer nicht gern handschriftlich arbeitet, braucht ihn nicht aus Prinzip. Für mich ist er einer der wenigen Gründe, aus denen das iPad nicht einfach ein dünneres Notebook sein will.
Foto und Video
Fotos lassen sich in der Fotos-App schnell auswählen und korrigieren. Für kurze Videos, Social-Media-Clips und mobile Sichtung ist die Kombination aus hellem Display, Touch und M4-Leistung stark. Final Cut Pro, CapCut und andere Apps können anspruchsvolle Projekte bearbeiten.

Die Grenze zeigt sich beim Gesamtprozess: Speicherkarten, externe Laufwerke, Ordnerstrukturen, mehrere Exporte, Uploads und Archivierung. Einzelne Schritte funktionieren. Ob sie zusammen so flüssig laufen wie am Mac, hängt stark von Apps und Gewohnheiten ab.
Der M4 ist selten mein Flaschenhals
Der M4-Chip besitzt mehr Leistung, als ich für Lesen, Schreiben, Recherche und normale Bildbearbeitung brauche. Selbst anspruchsvollere kreative Apps laufen flüssig. Ich verzichte bewusst auf eine fremde Benchmarkzahl als Qualitätsbeweis. Für die Reiseentscheidung ist wichtiger, ob eine Aufgabe vollständig gelingt.
Ein schneller Export spart Zeit. Ein Backend, in dem ein Editor nicht richtig reagiert, kostet sie sofort wieder. Genau deshalb prüfe ich nicht nur Prozessor und Speicher, sondern den ganzen Weg:
- Material importieren.
- Dateien sinnvoll benennen und ordnen.
- Inhalt bearbeiten.
- In das vorgesehene System exportieren.
- Hochladen und Ergebnis kontrollieren.
- Rohdaten zuverlässig sichern.
Wenn einer dieser Schritte nur mit Umweg funktioniert, ist das iPad für diese Aufgabe kein Laptop-Ersatz, auch wenn der Chip theoretisch schneller wäre.
iPadOS 26 hat die Arbeit verbessert, aber nicht vereinheitlicht
Seit dem ursprünglichen Test hat sich iPadOS deutlich entwickelt. iPadOS 26 brachte ein neues Fenstersystem, verbesserte Dateiverwaltung, eine Vorschau-App für PDFs und Bilder sowie weitere Funktionen für Audio- und Videoarbeit. Fenster lassen sich freier anordnen, und mehrere Apps fühlen sich weniger wie ein Sonderfall an.
Diese Fortschritte sind real. Sie ändern aber nicht, dass App-Versionen, Browserfunktionen und Erweiterungen vom Desktop abweichen können. Meine Schwierigkeiten in webbasierten Redaktionsoberflächen waren nie ein Urteil über jeden Nutzer. Sie waren ein Hinweis auf meinen konkreten Arbeitsalltag.
Wer hauptsächlich in nativen iPad-Apps arbeitet, kann heute weiter kommen als noch 2024. Wer spezielle Browser-Erweiterungen, lokale Entwicklungswerkzeuge oder exakt dieselben Desktop-Programme braucht, sollte jeden Kernprozess testen.
Aktueller Überblick: Apple zu iPadOS 26.
Kamera: für Dokumentation gut, als Reisekamera nicht mein Grund
Das 2024er Modell besitzt hinten eine 12-Megapixel-Weitwinkelkamera und vorne eine querformatige 12-Megapixel-Center-Stage-Kamera. Die Frontkamera ist für Videogespräche sinnvoll positioniert. Die Rückkamera nutze ich selten für klassische Reisefotografie.

Für Fotos und Videos greife ich normalerweise zum iPhone oder zu einer separaten Kamera. Das iPad eignet sich dafür, ein Dokument zu erfassen, eine schnelle Referenz aufzunehmen oder Inhalte direkt im Projekt zu verwenden. Ein 13-Zoll-Gerät vor ein Motiv zu halten, ist weder diskret noch ergonomisch.
Die einzelne Rückkamera ist für mich deshalb kein schwerer Verlust. Wer Augmented-Reality-Anwendungen, Dokumentation oder einen sehr speziellen Kamera-Workflow plant, sollte die Ausstattung genauer prüfen.
Akku, Mobilfunk und Speicher realistisch einordnen
Apple nennt bis zu zehn Stunden Surfen im WLAN oder Videowiedergabe und bis zu neun Stunden im Mobilfunknetz. Das sind Herstellerwerte unter definierten Bedingungen. Helligkeit, 5G, Videoschnitt, externe Laufwerke und Hintergrundprozesse verändern die Laufzeit.
Ich komme bei gemischter Nutzung gut durch lange Abschnitte eines Reisetags, plane aber keinen vollen Arbeitstag ohne Lademöglichkeit als Garantie. USB-C erleichtert das Nachladen; ein Netzteil mit ausreichender Leistung gehört trotzdem ins Gepäck.
Beim Speicher gilt: 256 GB können für Dokumente, Apps und gestreamte Medien reichen. Große Foto- und Videoprojekte füllen sie schnell. Cloudspeicher löst das nur bei verlässlicher Verbindung. Vor der Wahl würde ich ein reales Reiseprojekt messen, statt pauschal die teuerste Variante zu nehmen.
Das Zubehör entscheidet über den tatsächlichen Preis
Magic Keyboard und Pencil Pro verwandeln das iPad in ein anderes Arbeitsgerät. Sie sind nicht bloß Dekoration, sondern beheben echte Eingabeprobleme. Gleichzeitig erhöhen sie Preis, Gewicht und Platzbedarf.

Für kurze Texte reicht mir manchmal die Bildschirmtastatur oder Diktat. Für mehrere Stunden Schreiben nehme ich eine physische Tastatur. Spätestens dann vergleiche ich das Gesamtpaket mit einem MacBook Air und nicht mehr nur zwei nackte Geräte.
Wer das iPad Pro M4 heute noch kaufen sollte
Das M4-Modell bleibt interessant, wenn du es zu einem guten, nachvollziehbaren Preis findest und genau seine Stärken brauchst: großes OLED-Display, Pencil, hohe Leistung und geringes Gewicht ohne Tastatur. Für Kreative mit passenden Apps kann es weiterhin das bessere mobile Werkzeug sein.
Ich würde es nicht kaufen, wenn du nur surfen, streamen und E-Mails schreiben möchtest. Dafür gibt es günstigere iPads. Ich würde es ebenso wenig blind als einzigen Arbeitscomputer bestellen, wenn dein Einkommen an komplexen Desktop- oder Browserprozessen hängt.
Vor einem Gebraucht- oder Refurbished-Kauf prüfe ich:
- exakte Modellnummer und Speichergröße,
- Wi-Fi oder Mobilfunk,
- Zustand von Display und Gehäuse,
- Aktivierungssperre und seriösen Herkunftsnachweis,
- Akkuzustand beziehungsweise Rückgaberecht,
- Kompatibilität von Tastatur und Pencil,
- sowie Endpreis des kompletten Setups.
Mein Fazit: Die beste Hardware gewinnt nicht jeden Workflow
Das iPad Pro M4 beeindruckt mich noch immer. Es ist dünn, leicht, schnell und besitzt ein Display, auf dem ich gern lese, schreibe und Bilder bearbeite. Für Reisen ist das eine starke Kombination.
Als alleiniger Arbeitscomputer gewinnt es bei mir trotzdem nicht automatisch. Sobald ich viele Dateien, Browserfenster und Redaktionssysteme gleichzeitig beherrschen muss, ist das MacBook der ruhigere Weg. iPadOS 26 hat den Abstand verkleinert, aber meine Aufgaben nicht vereinheitlicht.
Meine Entscheidung ist deshalb einfach: Für Urlaub, Notizen, Medien und kreative Einzelaufgaben nehme ich das iPad sehr gern. Für eine Reise, auf der die komplette Arbeit zuverlässig erledigt werden muss, bleibt das MacBook meine Absicherung.
Der allgemeine Artikel iPad Pro auf Reisen: Ersetzt es einen Laptop? trennt diese Grundsatzfrage vom M4-Modell. Technische Daten: Apple Support zum 13-Zoll-iPad-Pro M4. Recherche-Stand: 1. August 2026.

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