Die besten Reiseziele im September liegen für mich entweder am noch warmen Mittelmeer oder dort, wo gerade eine verlässliche Trockenzeit beginnt. Für einen Badeurlaub würde ich zuerst Sardinien, Mallorca, Krk oder Zypern prüfen; für Wärme mit kurzer bis mittlerer Anreise die Kanaren und das Rote Meer; für eine Fernreise Bali, Lombok und die Gili-Inseln. Wer lieber wandert, bekommt im Alpenraum und in Deutschland oft den angenehmeren Monat als im Hochsommer.
Der September ist trotzdem kein wetterfestes Versprechen. Anfang und Ende des Monats können sich deutlich unterscheiden, am Mittelmeer nehmen Gewitterlagen zu, und in tropischen Regionen entscheidet nicht das Land, sondern die konkrete Küste. Genau deshalb ist dieser Beitrag keine beliebige Sammlung sonniger Orte. Ich ordne Reiseziele ein, die ich selbst bereist habe, und sage ebenso deutlich, wann ich sie nicht wählen würde.
Reiseziele September: meine Auswahl nach Urlaubstyp
| Was du suchst | Meine erste Wahl | Wichtigste Einschränkung |
|---|---|---|
| Warmer Badeurlaub in Europa | Sardinien, Mallorca, Krk oder Zypern | Später im Monat steigt das Risiko wechselhafter Tage |
| Aktivurlaub ohne Hochsommerhitze | PillerseeTal, Tirol oder deutsche Mittelgebirge | Kühle Morgen, kürzere Tage und erste Wetterstürze |
| Planbare Wärme auf mittlerer Strecke | Kanaren oder Rotes Meer | Kanaren sind nicht überall heiß; Ägypten bleibt sehr warm |
| Tropische Fernreise | Bali, Lombok und Gili-Inseln | Regionale Unterschiede und zunehmende Übergangswetterlagen |
| Ruhe statt Hochsaison | Krk, Sardinien oder Mallorca außerhalb der Ferien | Fahrpläne und Saisonangebote werden gegen Monatsende dünner |
Wenn du nur eine Woche hast, würde ich die Flugzeit stärker gewichten als eine theoretisch perfekte Klimatabelle. Zwei Reisetage für eine Fernreise stehen selten im Verhältnis. Für zwei oder drei Wochen kann Indonesien dagegen sinnvoller sein als ein Mittelmeerziel, bei dem du auf genau sieben stabile Tage hoffst.
Anfang oder Ende September: zwei verschiedene Reisezeiten
Anfang September fühlt sich an vielen europäischen Küsten noch wie Hochsommer an. Das Meer hat Wärme gespeichert, viele Restaurants und Ausflugsanbieter arbeiten im vollen Takt, und in einigen Bundesländern laufen noch die Ferien. Entsprechend können Strände, Fähren und Mietwagen weiterhin teuer und gut gebucht sein.
Ab Mitte September wird es meist ruhiger. Als ich an der Ostsee lebte, wurden die späteren Gäste etwas abschätzig „Brombeerpflücker“ genannt. Ich mochte gerade diese Wochen: weniger Gedränge, mehr Platz am Wasser und Wege, auf denen man wieder das Meer hört. An südlichen Küsten bleibt Baden oft möglich, aber die Reise braucht mehr Wetterreserve.
Ende September plane ich anders als den Monatsanfang. Eine Unterkunft mit angenehmem Innenbereich, flexible Stornierung und zwei Ausweichideen für Regentage sind dann wichtiger als das letzte Grad Wassertemperatur. Auf kleineren Inseln prüfe ich außerdem, ob Fähren, Strandbars und saisonale Angebote noch wie gewünscht verkehren.
1. Sardinien: warmes Meer und deutlich mehr Luft

Sardinien ist mein stärkster europäischer Kandidat, wenn Baden, kleine Buchten und ein Mietwagen zusammengehören sollen. Die Insel kenne ich aus eigener Reise, und ihr Vorteil ist nicht nur die Farbe des Wassers. Zwischen Küste, Bergdörfern und dem raueren Landesinneren lassen sich Strandtage mit echten Entdeckungstouren verbinden. In meinem Reisebericht über Sardinien findest du die ausführlichen Erfahrungen.
Im September fällt ein Teil des Hochsaisontrubels weg, doch berühmte Buchten werden nicht automatisch einsam. Zufahrten, Parkplätze oder Zugänge können weiterhin geregelt beziehungsweise reservierungspflichtig sein. Ich würde morgens starten, nicht jeden Tag die Küste wechseln und mindestens einen Standort so wählen, dass Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten auch ohne lange Autofahrt erreichbar sind.
Nicht meine erste Wahl ist Sardinien für eine Reise ohne Auto, wenn du abgelegene Buchten sehen möchtest. Ebenso würde ich bei einer Buchung ganz am Monatsende prüfen, welche saisonalen Betriebe rund um die gewählte Unterkunft tatsächlich offen bleiben.
2. Mallorca: der einfache Spätsommer mit vielen Auswegen

Mallorca ist im September nicht geheim, aber sehr praktisch. Es gibt viele Flüge, eine große Auswahl an Unterkünften und genügend Alternativen, wenn ein Strandtag ins Wasser fällt. Der Südwesten funktioniert für kurze Wege und Buchten, die Serra de Tramuntana für frühe Wanderungen und Palma für einen Tag, an dem Wolken oder Wind den Strand weniger attraktiv machen.
Ich würde die Insel nicht als pauschal leer verkaufen. Beliebte Aussichtspunkte, Bergdörfer und kleine Calas bleiben voll, besonders am Wochenende. Der Vorteil gegenüber August liegt eher darin, dass Hitze und Besucherandrang langsam nachlassen. Wer wirklich Ruhe sucht, sollte nicht nur den Monat wechseln, sondern auch den Standort und die Tageszeit.
3. Krk und die nördliche Adria: ideal für Roadtrip und Aktivtage

Auf Krk habe ich erlebt, wie stark eine Insel nach der Hauptsaison das Tempo wechselt. Mitte September waren Wege und Buchten spürbar entspannter, während das Meer noch einladend aussah. Für mich ist die Insel deshalb weniger ein reines Badeziel als ein kompakter Roadtrip: morgens wandern oder einen Ort ansehen, später an eine Bucht und abends in eine Konoba.
Die Schattenseite ist die Wettergrenze. Die nördliche Adria ist im Spätsommer weniger berechenbar als Zypern oder Ägypten, und die Bora kann Pläne auf dem Wasser schnell beenden. Wer ausschließlich sieben perfekte Strandtage verlangt, trägt hier ein größeres Risiko. Wer Abwechslung möchte, bekommt dafür kurze Distanzen und viel Landschaft.
4. Zypern: wenn der europäische Sommer möglichst lange dauern soll

Zypern wähle ich, wenn das Baden wichtiger ist als ein möglichst kühler Aktivurlaub. Durch die Lage im östlichen Mittelmeer bleibt die Insel im September typischerweise heißer als die nördliche Adria. Ich habe Zypern über und unter Wasser kennengelernt; besonders die Verbindung aus Küstenlandschaft, antiken Orten und Tauchmöglichkeiten macht die Insel vielseitiger als ein reines Resortziel.
Für ausgedehnte Wanderungen oder stundenlange Besichtigungen kann es weiterhin zu heiß sein. Dann hilft kein romantischer Reisekalender, sondern ein früher Start, eine lange Mittagspause und der Blick auf offizielle Hitzewarnungen. Die WHO weist bei Hitze ausdrücklich auf Schatten, Flüssigkeit und den Verzicht auf anstrengende Aktivitäten zur heißesten Tageszeit hin.
5. Kanaren: stabile Option, aber keine einheitliche Inselwelt

Die Kanaren sind mein Sicherheitsnetz, wenn ich Wärme, gute Infrastruktur und viele mögliche Aktivitäten kombinieren möchte. Teneriffa bietet große Höhenunterschiede, Lanzarote Lava und klare Formen, Fuerteventura lange Strände und Gran Canaria sehr verschiedene Landschaftsräume. Mein Kanaren-Reisebericht hilft bei der Inselwahl.
„Ewiger Frühling“ bedeutet allerdings nicht, dass jede Küste identisches Wetter hat. Passat, Wolken, Wind und Höhenlage erzeugen deutliche Unterschiede. Wer nur baden will, wählt Unterkunft und Inselseite anders als jemand, der wandern möchte. Genau diese Mikroklimata sind die Stärke der Inseln, aber auch der Grund, warum pauschale Temperaturversprechen wenig helfen.
6. Rotes Meer: für Taucher und Schnorchler mit Hitzetoleranz

Als Taucher bin ich beim Roten Meer nicht neutral. Hausriffe bei Marsa Alam, Makadi Bay, Soma Bay oder Safaga ermöglichen schon vom Hotel aus lange Stunden im Wasser. Im September bleibt es an Land jedoch sehr heiß. Ich würde Ägypten in diesem Monat vor allem Menschen empfehlen, die tauchen, schnorcheln oder einen ruhigen Resorturlaub möchten.
Für Kairo, Luxor oder eine ambitionierte Rundreise wäre mir ein späterer Monat lieber. Auch beim Schnorcheln gehören UV-Shirt, sehr frühe Wasserzeit und echte Pausen dazu. Wer Hitze schlecht verträgt, sollte sich nicht von einer günstigen Pauschalreise überreden lassen. Mein Ratgeber zur besten Reisezeit für Ägypten trennt die Regionen und Reisearten genauer.
7. Bali, Lombok und Gili-Inseln: Fernreise mit guter Saisonlogik

Indonesien ist mein überzeugendstes Fernreiseziel im September. Bali, Lombok und die Gili-Inseln habe ich als sehr verschiedene Nachbarn erlebt: Bali ist kulturell dicht und verkehrsreich, Lombok rauer und weitläufiger, die Gilis klein und stark vom Meer bestimmt. Wer alles in eine Woche presst, verbringt zu viel Zeit mit Transfers.
Nach den offiziellen Reiseinformationen Indonesiens liegt die Trockenzeit in weiten Teilen des Landes, darunter Java und Bali, typischerweise zwischen April und Oktober. Die Behörde betont zugleich regionale Unterschiede und eine geringere Vorhersagbarkeit durch den Klimawandel. September ist also ein sinnvoller Zeitraum, keine Garantie auf wolkenlose Tage.
8. PillerseeTal, Ostsee und Mittelgebirge: September ohne Badezwang

Nicht jeder Septemberurlaub braucht 30 Grad. Im PillerseeTal habe ich den Sommer als Mischung aus Bergbahnen, Seen, Wanderwegen und Orten erlebt, zwischen denen die Wege kurz bleiben. Im September kann die Luft angenehmer für Bewegung sein als im Juli. Dafür gehören eine Regenjacke, eine warme Schicht und ein Plan für Wetterwechsel in den Rucksack.
An der Ostsee und in den Mittelgebirgen geht es weniger um Wettersicherheit als um Atmosphäre. Ein klarer, kühler Morgen kann wertvoller sein als ein weiterer heißer Pooltag. Wer schwimmen möchte, sollte allerdings keine Hochsommerbedingungen voraussetzen und bei Wind sowie Wellen die örtlichen Warnungen ernst nehmen.
Welche Reiseziele ich im September nur mit Vorbehalt wählen würde
- Phuket und Thailands Andamanenküste: Die thailändische Tourismusbehörde beschreibt September als Ende der Regenzeit und empfiehlt für einen Südthailand-Strandurlaub eher die Golfseite, weil der Monsun an der Andamanensee noch nicht vorbei ist. Für flexible Reisende kann Phuket funktionieren; für sieben fest verplante Strandtage wäre es nicht meine erste Wahl.
- Florida, Karibik und Teile des westlichen Atlantiks: Laut US National Hurricane Center liegt der statistische Höhepunkt der Atlantik-Hurrikansaison um den 10. September. Das schließt Reisen nicht aus, verlangt aber flexible Buchungen, Versicherungsschutz und aktive Wetterbeobachtung.
- Dubai und andere Ziele am Arabischen Golf: Wer Hitze nicht sehr gut verträgt, sollte bis in den späteren Herbst warten. Ein niedriger Hotelpreis macht Stunden in klimatisierten Innenräumen nicht automatisch zu einem guten Urlaub.
- Jede Insel mit zu knappem Anschluss: Herbstlicher Wind kann Fähren beeinflussen. Am Tag vor dem Rückflug würde ich keine riskante Inselverbindung mehr einplanen.
So buche ich einen Septemberurlaub mit weniger Wetterrisiko
- Zeitraum präzisieren: Anfang September wird anders bewertet als die letzte Woche.
- Eine Wetteralternative einplanen: Unterkunft, Ort und Region sollten auch ohne Strand funktionieren.
- Tarife vergleichen: Ein stornierbarer Mietwagen oder eine flexible Unterkunft kann wertvoller sein als der billigste Endpreis.
- Aktuelle Warnungen prüfen: Hitze, Starkregen, Waldbrandgefahr und Seegang sind keine historischen Durchschnittswerte.
- Transferpuffer lassen: Besonders bei Fähren und getrennt gebuchten Flügen plane ich eine Nacht Reserve ein.
Häufige Fragen zu Reisezielen im September
Wo ist es im September in Europa noch warm?
Die besten Chancen auf sommerliche Bedingungen bieten das südliche und östliche Mittelmeer, etwa Sardinien, Mallorca, griechische Inseln und Zypern. Die Kanaren sind ebenfalls mild bis warm, klimatisch aber anders als das Mittelmeer. Kurzfristige Wetterlagen bleiben entscheidend.
Welches Reiseziel eignet sich Ende September für Badeurlaub?
Für möglichst viel Wärme würde ich Zypern, die Kanaren oder das Rote Meer prüfen. Sardinien und Mallorca können ebenfalls sehr gut sein, besitzen Ende September aber ein höheres Wechselrisiko. Wer nur baden will, sollte eine flexible Buchung bevorzugen.
Ist Urlaub im September günstiger?
Oft sinkt die Nachfrage nach dem Ende der Schulferien, aber nicht überall und nicht an jedem Termin. Flüge, Messen, Veranstaltungen und knappe Verbindungen können Preise hoch halten. Ich vergleiche deshalb den Gesamtpreis aus Flug, Gepäck, Mietwagen und Unterkunft statt nur das Hotel.
Fazit: Der September belohnt eine klare Entscheidung
Wenn ich im September einen europäischen Badeurlaub buchen müsste, lägen Sardinien, Mallorca und Zypern weit vorn. Für eine aktive Woche würde ich Krk oder den Alpenraum wählen. Bei zwei oder drei Wochen Zeit reizt mich Indonesien, weil Reisezeit und Saison dort sinnvoll zusammenpassen.
Der eigentliche Vorteil des Monats ist nicht die Behauptung, überall sei es leer und billig. Es ist die Auswahl: warmer Spätsommer, guter Aktivurlaub oder tropische Trockenzeit sind gleichzeitig möglich. Welche Art von Septemberreise suchst du gerade – Baden, Wandern oder eine längere Fernreise?
Quellenstand: Klimatische Einordnung und Sicherheitshinweise wurden am 30. Juli 2026 anhand der offiziellen Informationen von Indonesia Travel, Tourism Authority of Thailand, US National Hurricane Center und WHO geprüft. Langjährige Klimamuster ersetzen keine aktuelle Vorhersage.

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