Wer Blogger für Pressereisen finden möchte, sollte nicht mit einer nach Followerzahl sortierten Namensliste beginnen. Entscheidend ist, ob Thema, Zielgruppe, Arbeitsweise und geplantes Format wirklich zusammenpassen. Ich nehme seit 2014 regelmäßig an Pressereisen teil. Die besten Kooperationen waren nicht die mit dem dichtesten Programm oder dem größten Teilnehmerfeld, sondern jene, bei denen Ziel, Rahmen und redaktionelle Freiheit schon vor der Zusage klar waren.
Eine Pressereise kann einen sorgfältig recherchierten Blogartikel, eine pointierte Social-Media-Serie, belastbares Bildmaterial oder eine längerfristige redaktionelle Beziehung hervorbringen. Sie kann aber ebenso in austauschbaren Posts und frustrierten Beteiligten enden. Der Unterschied entsteht meist vor der Abreise: bei der Auswahl, im Briefing und in einer ehrlichen Vereinbarung darüber, was finanziert wird und was tatsächlich geschuldet ist.
Wenn du eine Bloggerreise planst, kannst du diesen Ablauf als Kurzfassung verwenden:
- Kommunikationsziel und Zielgruppe festlegen, bevor du Kanäle oder Namen auswählst.
- Das passende Format bestimmen: dauerhafter Blogbeitrag, Video, Social Content oder eine Kombination.
- Arbeitsproben statt Selbstdarstellung prüfen und eine kleine, begründete Shortlist erstellen.
- Individuell anfragen und Termin, Programm, Kostenübernahme sowie erwartete Leistungen offen nennen.
- Einladung und bezahlten Auftrag unterscheiden und Vergütung, Nutzungsrechte, Kennzeichnung sowie Links schriftlich regeln.
- Das Programm für Recherche und Produktion bauen, nicht für eine möglichst lange Liste abgehakter Sehenswürdigkeiten.
- Wirkung am ursprünglichen Ziel messen und die Zusammenarbeit anschließend gemeinsam auswerten.
Vor der Suche: Was soll die Pressereise tatsächlich erreichen?
„Wir brauchen Reichweite“ ist noch kein brauchbares Ziel. Soll ein bisher wenig bekanntes Reiseziel erklärt werden? Möchtest du Buchungsinteresse für eine bestimmte Saison wecken, eine neue Route verständlich machen oder belastbare Inhalte für eine langfristige Google-Suche anstoßen? Erst wenn die gewünschte Veränderung klar ist, lässt sich beurteilen, welcher Publisher oder Creator dafür geeignet ist.
Für ein erklärungsbedürftiges Tauchgebiet kann ein spezialisierter Blog mit kleinerem, fachkundigem Publikum wertvoller sein als ein großer allgemeiner Lifestyle-Kanal. Für die Eröffnung eines Hotels kann eine visuelle Serie mit zeitnaher Aufmerksamkeit sinnvoll sein. Soll ein unbekanntes Wandergebiet über Jahre gefunden werden, ist ein gründlich recherchierter Guide häufig wichtiger als eine flüchtige Story. Kanal und Person folgen also der Aufgabe, nicht umgekehrt.
| Ziel | Passendes Kernformat | Worauf ich bei der Auswahl achten würde |
|---|---|---|
| dauerhaft informieren | ausführlicher Blogartikel oder Video | Recherche, Suchintention, Aktualisierung und fachliche Tiefe |
| zeitnah Aufmerksamkeit schaffen | Reels, Stories, Kurzvideo oder Live-Format | Erzählweise, Community-Reaktion und verlässliche Produktion |
| Vertrauen aufbauen | persönlicher Erfahrungsbericht mit Vor- und Nachteilen | erkennbare Haltung, Transparenz und thematische Glaubwürdigkeit |
| konkrete Handlung auslösen | Ratgeber mit passender Handlungsoption | Zielgruppenfit, nachvollziehbarer Nutzwert und messbarer Weg zur Aktion |
Hilfreich ist außerdem die frühe Entscheidung, ob du redaktionelle Berichterstattung ermöglichen oder definierte Werbeleistungen einkaufen möchtest. Bei einer Einladung übernimmst du beispielsweise Reise-, Übernachtungs- und Programmkosten, ohne damit automatisch einen positiven Beitrag zu erwerben. Bei einem Auftrag vereinbarst du konkrete Leistungen gegen Vergütung. Mischformen sind möglich, müssen aber so klar beschrieben sein, dass beide Seiten dasselbe darunter verstehen.

Blog, Social Media oder beides?
Blogs und soziale Netzwerke sind keine austauschbaren Verteiler. Ein guter Reiseblog kann eine Frage ausführlich beantworten, Quellen einordnen und über Suchmaschinen lange sichtbar bleiben. Social Media kann näher am Moment erzählen, Reaktionen auslösen und eine Reise in vielen kleinen Szenen vermitteln. Eine Influencer-Pressereise benötigt deshalb andere Produktionsfenster als eine Reise, aus der vor allem ein fundierter Langtext entstehen soll.
Ich würde dennoch nicht automatisch zwei getrennte Gruppen planen. Viele professionelle Reiseblogger arbeiten längst mit Text, Fotografie, Kurzvideo und Community-Kanälen. Prüfe konkret, welches Format eine Person nachweislich gut beherrscht. Mein allgemeiner Leitfaden zum Finden von Reiseinfluencern behandelt die breitere Creator-Suche; hier geht es bewusst um die speziellere Auswahl und Zusammenarbeit für einen Press Trip.
Blogger für Pressereisen finden: Meine Auswahlmatrix
Eine belastbare Shortlist entsteht für mich aus Arbeitsproben, nicht aus einem schönen Media-Kit allein. Ich lese mehrere Beiträge, schaue mir jüngere und ältere Inhalte an und prüfe, ob der Creator ein Thema erklären, einordnen und auch mit seinen Schattenseiten umgehen kann. Bei Social-Kanälen interessieren mich nicht nur Aufrufzahlen, sondern die Qualität der Kommentare, wiederkehrende Community-Mitglieder und die Frage, ob Inhalte zur behaupteten Zielgruppe passen.
Für die Vorauswahl nutze ich sieben Kriterien. Ihre Gewichtung ändert sich je nach Ziel; eine allgemeingültige Mindestreichweite oder Engagement-Rate gibt es nicht.
| Kriterium | Was du konkret prüfst | Warnsignal |
|---|---|---|
| Themenfit | mehrere belastbare Inhalte zur Region, Reiseart oder Zielgruppe | nur ein zufälliger Beitrag zum Thema |
| Inhaltsqualität | eigene Perspektive, Details, erkennbare Recherche, gute Bilder oder Videos | austauschbare Texte und beliebige Motive |
| Publikumsfit | Sprache, Herkunft, Interessen und Reiseverhalten der erreichbaren Menschen | große Zahl ohne Bezug zum Angebot |
| Resonanz | inhaltliche Kommentare, gespeicherte Inhalte, Klicks oder nachvollziehbare Fallbeispiele | auffällig gleichförmige Reaktionen oder starke Sprünge ohne Erklärung |
| Professionalität | Impressum, Kontakt, Kennzeichnung, verlässliche Kommunikation | verdeckte Werbung oder unklare Identität |
| Arbeitsweise | Termintreue, Rückfragen, realistische Produktionsplanung | vage Zusagen trotz konkreter Anforderungen |
| Formatfit | nachweisbare Stärke im tatsächlich benötigten Medium | Reichweite auf einem Kanal, Leistung aber auf einem anderen erwartet |
Wo ich passende Kandidaten recherchieren würde
Ich beginne in der Regel dort, wo die späteren Inhalte gefunden werden sollen: mit Suchanfragen bei Google, YouTube, Instagram, TikTok oder Pinterest. Dabei suche ich nicht nur nach „Reiseblogger“, sondern nach der Verbindung aus Region, Aktivität und Zielgruppe, etwa Familienwandern, Kaltwassertauchen oder barrierearme Städtereise. Branchenveranstaltungen, Empfehlungen aus der Destination und bereits hochwertige Erwähnungen können die Liste ergänzen.
Creator-Plattformen können Kennzahlen bündeln und den Erstkontakt vereinfachen. Sie ersetzen aber nicht die eigene Prüfung: Nicht jeder passende Publisher ist dort gelistet, Profildaten können veralten und eine Kennzahl erklärt selten, warum ein Inhalt funktioniert. Mein breiterer Beitrag über Blog-Kooperationen und Blogger Relations ordnet die langfristige Beziehungspflege ein. Für eine einzelne Reise sollte die Shortlist dagegen klein genug bleiben, dass du jede Auswahl in zwei oder drei Sätzen begründen kannst.
Die erste Anfrage: konkret genug für eine echte Entscheidung
Viele Anfragen, die mich erreichen, scheitern nicht an fehlender Höflichkeit, sondern an fehlender Relevanz. Ein Satz wie „Dein Profil passt perfekt zu unserer Marke“ beweist gar nichts. Nenne lieber einen konkreten Beitrag oder ein Format und erkläre, welcher Aspekt daran für das geplante Projekt relevant ist. Das kostet mehr als eine Serienmail, spart aber auf beiden Seiten Rückfragen.
In die erste Nachricht gehören mindestens Reiseziel, Termin, ungefähres Programm, Gruppengröße, übernommene Kosten, gewünschte Kanäle und die Information, ob ein Honorar vorgesehen ist. Wenn noch nicht alles feststeht, benenne die offenen Punkte. Eine kurze, vollständige Anfrage wirkt professioneller als ein geheimnisvoller „spannender Trip“, dessen Bedingungen erst nach mehreren Mails auftauchen.
Musteranschreiben für eine Pressereise
Betreff: Pressereise nach [Reiseziel] vom [Datum] bis [Datum]
Hallo [Name],
dein Beitrag über [konkreter Inhalt] ist uns aufgefallen, weil du darin [relevante Stärke] besonders nachvollziehbar vermittelst. Für [Unternehmen/Destination] planen wir vom [Datum] bis [Datum] eine Pressereise zum Thema [Thema]. Sie richtet sich an [Zielgruppe] und umfasst voraussichtlich [zwei oder drei zentrale Programmpunkte].
Wir übernehmen [Anreise, Unterkunft, Verpflegung und konkret benannte Programmkosten]. Geplant sind [Gruppengröße] Teilnehmende. Für Recherche und eigene Aufnahmen sind [Zeitfenster] vorgesehen. Wir wünschen uns [konkrete Leistung oder „eine redaktionelle Prüfung ohne Veröffentlichungsgarantie“]. Für vereinbarte Leistungen steht ein Honorar von [Betrag oder „wird nach Aufwand abgestimmt“] zur Verfügung.
Im Anhang beziehungsweise unter [Link] findest du den vorläufigen Ablauf und die Bedingungen. Hättest du grundsätzlich Interesse? Dann klären wir gern bis [Datum] alle offenen Fragen zu Programm, Barrierefreiheit, Ernährung, Ausrüstung und Vertrag.
Viele Grüße
[Name, Funktion, Organisation, direkte Kontaktdaten]
Der Satz zur redaktionellen Prüfung ist bewusst so formuliert. Eine Einladung kann Recherche ermöglichen, garantiert aber keine positive Veröffentlichung. Werden dagegen klar definierte Posts, Videos oder Artikel beauftragt, gehören Umfang, Vergütung und Rechte in ein transparentes Angebot.

Kosten, Honorar und Nutzungsrechte fair vereinbaren
Eine übernommene Reise ist nicht automatisch die vollständige Vergütung für mehrere Produktionstage. Reisezeit, Vorbereitung, Foto- und Videoarbeit, Schnitt, Text, Korrekturen und Community-Betreuung bleiben Arbeit. Ich entscheide selbst von Fall zu Fall, ob Thema, Recherchewert und Aufwand eine Einladung ohne zusätzliches Honorar sinnvoll machen. Je genauer die erwarteten Leistungen feststehen, desto eher gehört ein separates Budget dazu.
Vor der Zusage sollten mindestens diese Punkte schriftlich geklärt sein:
- Kosten: An- und Abreise, Transfers, Unterkunft, Verpflegung, Aktivitäten, Versicherungen und mögliche Eigenanteile.
- Leistungen: Zahl, Format, Kanal, Umfang, Zeitraum und realistische Veröffentlichungstermine.
- Vergütung: Honorar, Zahlungsziel, Steuern sowie vereinbarte Zusatzkosten.
- Nutzungsrechte: welche Fotos, Texte oder Videos der Veranstalter wo, wie lange und in welchem Gebiet verwenden darf.
- Freigabe: Korrektur sachlicher Fehler und vertraulicher Angaben, aber kein nachträgliches Erzwingen einer positiven Bewertung.
- Ausfall: Regeln für Krankheit, Wetter, Reiseabbruch, Terminverschiebung und bereits entstandene Kosten.
- Kennzeichnung: transparente Offenlegung der Einladung oder Werbung auf allen betroffenen Kanälen.
Kennzeichnung und Links gehören ins Briefing
Der Veranstalter sollte keine versteckte Werbung verlangen. Der aktuelle Leitfaden der Medienanstalten zur Werbekennzeichnung bezieht Blogs, Podcasts und soziale Netzwerke ein und erklärt die Kennzeichnung anhand unterschiedlicher Gegenleistungen und Darstellungsformen. Der Deutsche Presserat verlangt in Richtlinie 15.1 zudem, die Finanzierung offenzulegen, wenn über eine eingeladene Pressereise berichtet wird.
Auch die Linkfrage sollte nicht erst nach Veröffentlichung auftauchen. Google empfiehlt für Werbung oder bezahlte Platzierungen rel="sponsored"; nofollow bleibt ebenfalls zulässig. Einen ungekennzeichneten, frei vererbenden Link als Gegenleistung zu verlangen, ist deshalb weder ein sinnvoller Qualitätsmaßstab noch eine saubere SEO-Strategie. Die konkrete rechtliche Gestaltung gehört im Zweifel in fachkundige Hände; dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung.
Ein Programm, aus dem eigenständige Geschichten entstehen
Ich habe einmal eine Gruppe von 24 sehr unterschiedlich ausgerichteten Bloggern und Influencern beobachtet, die zweieinhalb Tage lang im Bus von Programmpunkt zu Programmpunkt gefahren wurde. Für eine Sehenswürdigkeit blieben teilweise nur fünf Minuten. Ich war nicht Teilnehmer dieser Reise, aber der Ablauf zeigte das Problem deutlich: Viele Motive, kaum Erfahrungstiefe und wenig Raum für eine eigene Geschichte.
Von diesem Modell würde ich abraten. Eine große, gemischte Gruppe spart auf dem Papier Organisation, macht persönliche Betreuung und flexible Recherche aber schwer. Gerade Text, Fotografie und Video konkurrieren um Zeit: Wer ein Interview führt, kann nicht gleichzeitig die perfekte Hochformatsequenz aufnehmen; wer einen Ort verstehen will, braucht manchmal eine Stunde ohne Programmpunkt.
Ein gutes Programm setzt daher Schwerpunkte. Es erklärt, was nur zu einer bestimmten Zeit möglich ist, und lässt andere Teile offen. Es bietet erreichbare Ansprechpartner, belastbare Hintergrundinformationen und Zugang zu Menschen, die mehr wissen als eine Pressemappe. Ebenso wichtig sind realistische Wege, Essenspausen, Schlaf und ein Plan für schlechtes Wetter.
| Programmbaustein | Warum er wichtig ist | Praktische Lösung |
|---|---|---|
| Orientierung | verhindert falsche Annahmen und doppelte Fragen | kurzes Briefing mit Karte, Kontakten und Kernaussagen |
| eigene Recherchezeit | ermöglicht individuelle Perspektiven | mindestens ein klarer freier Block statt „Freizeit bei Bedarf“ |
| Foto- und Videozeit | Licht, Ton und Wiederholungen brauchen Ruhe | Motive nicht nur zwischen Ankunft und Abfahrt einplanen |
| Expertengespräch | liefert überprüfbare Tiefe | Ansprechpartner und mögliche Themen vorab nennen |
| Alternativprogramm | Wetter oder Betrieb können Pläne ändern | eine echte Option statt improvisierter Leerlauf |

Was du erwarten kannst – und was nicht
Von professionellen Teilnehmenden kannst du Pünktlichkeit, Vorbereitung, respektvollen Umgang, Rückfragen bei Unklarheiten und die Erfüllung schriftlich vereinbarter Leistungen erwarten. Bei einem Auftrag sind auch Termine, Formate und Korrekturschritte verbindlich. Bei rein redaktioneller Teilnahme kannst du Informationen anbieten und Fehler korrigieren lassen, aber nicht Ton, Fazit oder Veröffentlichungsentscheidung kontrollieren.
Ebenso wenig lässt sich eine bestimmte Reichweite seriös garantieren. Plattformen verändern Ausspielungen, Suchnachfrage schwankt und ein guter Beitrag kann langsam wachsen. Vereinbare deshalb nur Kennzahlen, die die jeweilige Seite tatsächlich beeinflussen kann. Ein Creator kann ein Video bis zu einem Termin liefern; er kann nicht versprechen, dass es exakt 100.000 Menschen sehen oder eine bestimmte Zahl von Reisen verkaufen wird.
Auf Veranstalterseite darf der Creator erwarten, dass Bedingungen nicht nachträglich verschoben werden, sensible Anforderungen ernst genommen werden und die vereinbarte Vergütung fristgerecht erfolgt. Dazu gehören auch klare Informationen zu körperlichen Anforderungen, Barrierefreiheit, Ernährung, Einzel- oder Doppelzimmern, Sicherheitsausrüstung und der Frage, ob Begleitpersonen vorgesehen sind.
Erfolg messen, ohne sich an Followerzahlen festzuhalten
Die Auswertung beginnt mit demselben Ziel, das vor der Suche festgelegt wurde. Das kostenlose Integrated Evaluation Framework von AMEC unterscheidet unter anderem Outputs, Reaktionen der Zielgruppe, Outcomes und übergeordnete Wirkung. Für eine Pressereise heißt das: Veröffentlichte Beiträge und Reichweite sind Ergebnisse der Produktion, aber noch nicht automatisch der geschäftliche Erfolg.
- Outputs: veröffentlichte Artikel, Videos, Fotos, Posts, Qualität, Themenabdeckung und fristgerechte Lieferung.
- Reaktion: qualifizierte Kommentare, gespeicherte Inhalte, Wiedergabedauer, Klicks und konkrete Rückfragen.
- Outcome: besseres Verständnis, wachsende Präferenz, Newsletter-Anmeldungen, Angebotsaufrufe oder Anfragen.
- Wirkung: beispielsweise zusätzliche Buchungen oder eine langfristig bessere Wahrnehmung, sofern sich der Beitrag der Kommunikation belastbar zuordnen lässt.
Ich würde nicht jeden Wert in Geld umrechnen und schon gar nicht bloße potenzielle Reichweite mit tatsächlicher Wirkung verwechseln. Aussagekräftiger ist ein kleiner Bericht: Was wurde publiziert, wen hat es erreicht, wie hat diese Zielgruppe reagiert und welche beobachtbare Veränderung passt zum ursprünglichen Ziel? Bei langlebigen Blogartikeln folgt eine zweite Messung nach einigen Monaten, weil ihre Stärke gerade nicht nur im Veröffentlichungstag liegt.
Sieben Warnsignale vor einer Zusage
- Die Anfrage nennt weder konkrete Inhalte noch einen nachvollziehbaren Grund für die Auswahl.
- Reisekosten werden als großzügiges Honorar dargestellt, obwohl umfangreiche Pflichtleistungen erwartet werden.
- Eine positive Bewertung, versteckte Werbung oder ein ungekennzeichneter „dofollow“-Link wird vorausgesetzt.
- Nutzungsrechte sollen unbegrenzt gelten, werden aber weder beschrieben noch vergütet.
- Das Programm lässt keine realistische Recherche- oder Produktionszeit.
- Reichweite zählt mehr als Themen- und Publikumsfit.
- Wichtige Bedingungen bleiben bis kurz vor Abreise offen oder ändern sich ohne Abstimmung.
Häufige Fragen zu Bloggerreisen
Wie viele Blogger sollte ich zu einer Pressereise einladen?
So wenige, dass Betreuung, Zugang und Recherchezeit für alle realistisch bleiben. Die passende Zahl hängt von Route, Team, Transfers und Produktionsformen ab. Eine kleinere, thematisch stimmige Gruppe ist meist leichter zu führen als ein großes Feld mit gegensätzlichen Anforderungen.
Muss eine eingeladene Bloggerin anschließend berichten?
Nur wenn eine konkrete Veröffentlichung wirksam vereinbart wurde. Eine reine Einladung garantiert weder einen Beitrag noch ein positives Urteil. Wer bestimmte Leistungen benötigt, sollte sie als Auftrag mit Umfang, Termin, Vergütung, Kennzeichnung und Rechten schriftlich regeln.
Ist ein großer Account automatisch die beste Wahl?
Nein. Eine kleinere, fachlich passende Community kann für ein spezielles Angebot wesentlich wertvoller sein. Vergleiche nicht nur Follower, sondern Inhalt, Zielgruppe, Resonanz, Professionalität und die Stärke im benötigten Format.
Wie lange vorher sollte ich Blogger für eine Pressereise anfragen?
So früh, dass Termine, Anreise, Bedingungen und individuelle Anforderungen ohne Zeitdruck geklärt werden können. Für eine mehrtägige Auslandsreise würde ich mehrere Monate Vorlauf einplanen. Je aufwendiger Anreise, Visa, Spezialausrüstung oder vereinbarte Produktion sind, desto größer sollte der Puffer sein. Eine späte Anfrage kann funktionieren, ist aber kein verlässlicher Standard.
Mein Fazit: Gute Pressereisen beginnen mit einer begründeten Auswahl
Blogger für Pressereisen zu finden, ist keine Einkaufsentscheidung nach einer einzigen Kennzahl. Eine starke Zusammenarbeit entsteht, wenn ein klarer Kommunikationszweck auf die passende Person trifft, wenn Einladung und Auftrag sauber getrennt sind und wenn das Programm genug Raum für eigene Wahrnehmung lässt. Genau dort entsteht der Unterschied zwischen einer oberflächlichen Rundfahrt und einem Inhalt, der Leserinnen und Lesern wirklich weiterhilft.
Für meine eigenen Zusagen bleiben Relevanz, transparente Bedingungen und ausreichend Arbeitszeit die wichtigsten Kriterien. Unternehmen erhalten dafür keine bestellte Begeisterung, sondern die Chance auf eine glaubwürdige, fachlich belastbare Veröffentlichung. Wenn du deine Auswahl und Ansprache breiter aufstellen möchtest, findest du weitere Grundlagen in meinen Ratgebern zu Reiseinfluencern und Blogger Relations. Für eine individuelle Projektanfrage erreichst du mich über sascha@just-wanderlust.com.
Welche Erfahrung hast du mit Pressereisen gemacht: Was hat bei Auswahl, Programm oder Zusammenarbeit besonders gut funktioniert – und was würdest du heute anders planen?


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