Samsung Hearapy im Test: Hilft der 100-Hz-Ton gegen Reiseübelkeit?

by Sascha Tegtmeyer | Aug. 29, 2026

Meine direkte Antwort: Samsung Hearapy beruht auf einem wissenschaftlich interessanten Ansatz, für den erste experimentelle Daten aus Tier- und Humanversuchen vorliegen. Diese Ergebnisse sprechen dafür, dass eine 60-sekündige Beschallung mit einem reinen 100-Hz-Ton Reiseübelkeit unter bestimmten Versuchsbedingungen möglicherweise lindern kann. Bewiesen ist eine verlässliche Wirkung im Reisealltag damit noch nicht. Die veröffentlichte Studie ist kein großer randomisierter, doppelblinder und placebokontrollierter Wirksamkeitsnachweis. Ich selbst empfand den Ton als angenehm und entspannend, konnte aber keinen klaren Effekt gegen Reiseübelkeit feststellen. Als unkomplizierte Zusatzfunktion im Zusammenspiel von Galaxy-Smartphone und Buds4 Pro finde ich Hearapy dennoch innovativ und einen Versuch wert – ohne daraus eine Wirkungsgarantie abzuleiten.

Werbung / Kooperation: Samsung hat mir das Galaxy S26, die Galaxy Buds4 Pro und den Zugang zur Hearapy App für drei Monate leihweise zur Verfügung gestellt. Eine positive Bewertung war weder vereinbart noch geschuldet. Mein Urteil bleibt unabhängig.

Der praktische Ablauf ist angenehm unkompliziert. Galaxy Buds4 Pro einsetzen, Hearapy öffnen, den Ton eine Minute lang anhören, fertig. Genau diese Einfachheit ist die Stärke der App. Sie ist schnell einsatzbereit und verlangt weder eine komplizierte Vorbereitung noch eine längere Anwendung. Zugleich zeigt sie, wie Samsung Hardware und Software im Galaxy-Ökosystem zu einer konkreten Reiseanwendung verbindet.

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Ein angenehmer Ton ist allerdings zunächst genau das: ein angenehmer Ton. Er wird nicht dadurch zum Wirksamkeitsnachweis, dass er aus einer App kommt. Entscheidend ist deshalb die saubere Trennung zwischen meiner Erfahrung, Samsungs Darstellung und dem, was die zugrunde liegende Studie tatsächlich trägt.

Wie Hearapy mit dem Galaxy S26 und den Galaxy Buds4 Pro zusammenspielt und welche Reiseaufgabe jeder Baustein übernimmt, zeigt die Übersicht Samsung auf Reisen.

Hearapy in der schnellen Einordnung

EbeneWas sich sagen lässtWas sich daraus nicht ableiten lässt
Persönliche ErfahrungDer 100-Hz-Ton fühlte sich für mich angenehm und entspannend anDass er meine Reiseübelkeit erkennbar gelindert hat
Samsung-Darstellung60 Sekunden reiner 100-Hz-Ton vor der Reise; Beschwerden könnten gelindert werdenEine garantierte Wirkung bei jeder Person
HumanversucheMehrere experimentelle Versuche zeigten Unterschiede bei objektiven und subjektiven MessgrößenEin großer allgemeiner Wirksamkeitsnachweis für den Reisealltag
Zwei-Stunden-AussageSamsung spricht von einer möglichen Wirkung bis zu zwei StundenEine direkt am Menschen belegte Wirkungsdauer von zwei Stunden
Universität NagoyaForschende der Universität waren an der zugrunde liegenden Forschung beteiligtDass die Universität die Hearapy App gemeinsam mit Samsung entwickelt hat
Medizinische BedeutungDer Ansatz ist wissenschaftlich untersuchenswert und möglicherweise nützlichDass Hearapy ärztliche Beratung oder eine individuell notwendige Behandlung ersetzt
Transparentes Ladecase der Samsung Galaxy Buds4 Pro von vorn
Die transparente Abdeckung macht das Ladecase optisch eigenständig, ohne aus Glas zu bestehen. Foto: Sascha Tegtmeyer

Was ist Samsung Hearapy?

Hearapy ist eine Samsung-Anwendung, die in Kombination mit den Galaxy Buds4 Pro verwendet wird. Vor einer Fahrt oder Reise spielt die App für 60 Sekunden einen reinen 100-Hz-Sinuston über beide Ohrhörer ab.

Samsung gibt an, dass die App dabei eine Lautstärke von 85 dB einstellt. Diese Herstellerangabe sollte nicht ungenau mit den Messwerten aus der wissenschaftlichen Studie vermischt werden. Im Paper werden bei den Humanversuchen 80 bis 85 dBZ genannt, was dort ungefähr 60,9 bis 65,9 dBA entspricht. dBZ und dBA sind unterschiedlich gewichtete Angaben und deshalb nicht einfach dieselbe Zahl mit einem anderen Buchstaben dahinter.

Für die praktische Nutzung bedeutet das vor allem: Ich würde die in der App vorgesehene Einstellung verwenden und die Lautstärke nicht eigenmächtig erhöhen. Mehr ist nicht automatisch wirksamer, und die vorliegenden Quellen liefern keine Grundlage für selbst erfundene Lautstärke- oder Wiederholungsregime.

Galaxy Buds4 Pro Ohrhörer mit Silikonaufsatz in einer Hand
Der Silikonaufsatz muss dicht sitzen, bevor Klang und Geräuschunterdrückung fair beurteilt werden. Foto: Sascha Tegtmeyer

Samsung positioniert die Galaxy Buds4 Pro als vorgesehene Hardware für Hearapy. Der Hersteller verweist unter anderem auf deren Tieftonwiedergabe und Geräuschunterdrückung. Ob die Ohrhörer unabhängig davon als Reise-Kopfhörer überzeugen, ist eine andere Frage und gehört in einen eigenständigen Produkttest.

Ein einzelner Galaxy Buds4 Pro Ohrhörer in einer Hand
Der einzelne Ohrhörer zeigt die kompakte Form und den kurzen Stiel. Foto: Sascha Tegtmeyer

Mein persönlicher Hearapy-Test: angenehm, aber ohne klaren Effekt

Ich habe den von Hearapy abgespielten 100-Hz-Ton über die Galaxy Buds4 Pro angehört. Der Ton war für mich nicht unangenehm. Im Gegenteil: Ich empfand ihn subjektiv als ruhig und entspannend.

Sascha Tegtmeyer trägt einen Galaxy Buds4 Pro Ohrhörer draußen
Die Galaxy Buds4 Pro saßen bei meinem Spaziergang angenehm im Ohr. Foto: Sascha Tegtmeyer

Das ist eine echte Beobachtung, aber eine begrenzte.

Ich war während dieser Anwendung nicht in einer sauber dokumentierten Situation akuter Reiseübelkeit. Ich habe keine Fahrt mit und ohne Hearapy unter vergleichbaren Bedingungen durchgeführt, keine Symptomskala geführt und keine wiederholten Testreihen absolviert. Deshalb kann ich nicht seriös behaupten, der Ton habe bei mir eine Übelkeit gelindert oder verhindert.

Einen klar erkennbaren Effekt gegen Reiseübelkeit habe ich persönlich nicht festgestellt.

Vielleicht liegt genau darin die wichtigste redaktionelle Grenze dieses Beitrags: Ich kann die Bedienung und mein Hörempfinden beurteilen. Ich kann die wissenschaftliche Grundlage einordnen. Was ich nicht liefern kann, ist ein belastbarer persönlicher Wirksamkeitsnachweis.

Das wäre anders, wenn ich in einer vergleichbaren Reisesituation wiederholt Beschwerden hätte, Hearapy vorab kontrolliert einsetzte und anschließend einen nachvollziehbaren Unterschied dokumentieren könnte. Genau das ist bislang nicht geschehen.

Sascha Tegtmeyer hält das hellblaue Samsung Galaxy S26 auf einem Feldweg
Das Galaxy S26 hatte ich bei meinem Spaziergang als kompaktes Testgerät dabei. Foto: Sascha Tegtmeyer

Was Samsung über die Wirkung sagt

Samsung beschreibt Hearapy als möglichen Ansatz zur Linderung von Reiseübelkeit. Laut Hersteller soll die Anwendung vor der Reise erfolgen: 60 Sekunden, 100 Hz, beidseitig über die Galaxy Buds4 Pro.

Darüber hinaus spricht Samsung von einer möglichen Wirkung, die bis zu zwei Stunden anhalten könne.

Diese Aussage muss besonders sorgfältig eingeordnet werden. In der zugrunde liegenden Forschungsarbeit wurde eine bis zu 120 Minuten anhaltende Wirkung direkt bei Mäusen untersucht. Daraus folgt nicht automatisch, dass eine zweistündige Wirksamkeit beim Menschen bereits belegt ist.

Samsungs Zwei-Stunden-Formulierung geht damit über das hinaus, was im Paper direkt als menschlicher Wirksamkeitsnachweis beschrieben wird. Sie ist eine Herstellerdarstellung, keine von mir bestätigte Erfahrung und kein unmittelbar aus einem zweistündigen Humanversuch abgeleitetes Ergebnis.

Samsung stellt außerdem ausdrücklich klar, dass die Universität Nagoya an der Entwicklung der Hearapy App nicht beteiligt war und es bei der App keine Zusammenarbeit mit der Universität gegeben hat. Die Anwendung baut auf Forschungsergebnissen auf. Das ist etwas anderes als eine gemeinsame App-Entwicklung.

Diese Unterscheidung mag klein wirken, ist aber wichtig. Aus „basiert auf Forschung aus dem Umfeld einer Universität“ wird in der Werbung schnell „von der Universität entwickelt“. Genau das wäre hier falsch.

Was die wissenschaftliche Studie tatsächlich untersucht hat

Die zugrunde liegende peer-reviewte Arbeit erschien 2025 in der Fachzeitschrift Environmental Health and Preventive Medicine. Ihr Titel ist vorsichtig formuliert: Eine nur einminütige Exposition gegenüber einem reinen 100-Hz-Ton bei täglich vertretbaren Schalldruckpegeln könnte Reiseübelkeit verbessern.

Schon dieses „may improve“ ist wichtig. Die Forschenden schreiben nicht, dass die Wirkung abschließend bewiesen sei.

Die Arbeit kombiniert mehrere Ebenen:

  • Versuche mit Mäusen;
  • Ex-vivo-Untersuchungen;
  • mehrere Humanversuche;
  • eine Schaukel-Versuchsanordnung;
  • einen Fahrsimulator;
  • ein reales Fahrzeug.

Das ist mehr als eine einzelne kleine Beobachtung. Gleichzeitig handelt es sich nicht um einen einzigen großen Versuch, in dem alle Teilnehmenden unter identischen Bedingungen dieselbe Anwendung absolviert hätten.

Insgesamt 82 registrierte Teilnehmende – verteilt auf mehrere Versuche

Über die verschiedenen Humanversuche hinweg nahmen insgesamt 82 registrierte Personen an mehreren Trials teil. Diese Zahl darf nicht so formuliert werden, als hätten 82 Menschen gemeinsam ein einziges großes Autoexperiment durchlaufen.

Die Humanversuche nutzten ein selbstkontrolliertes Design. Das bedeutet vereinfacht: Teilnehmende wurden unter Bedingungen ohne vorherigen Ton und mit vorheriger Tonexposition untersucht. Zwischen den Bedingungen lagen Erholungsintervalle.

Ein solches Design kann Unterschiede innerhalb derselben Person sichtbar machen. Es reduziert einige Einflüsse individueller Unterschiede, ersetzt aber nicht automatisch einen großen randomisierten, doppelblinden und placebokontrollierten Wirksamkeitsversuch.

Welche Ergebnisse wurden bei Menschen gemessen?

Die Studie erfasste bei den Humanversuchen sowohl objektive als auch subjektive Größen.

Zu den objektiven Messungen gehörten:

  • Posturographie zur Beurteilung der Körperstabilität;
  • Parameter der Herzfrequenzvariabilität, kurz HRV.

Beim Versuch im realen Fahrzeug wurden außerdem subjektive Beschwerden mit dem Motion Sickness Assessment Questionnaire, dem MSAQ, erfasst.

Die veröffentlichten Ergebnisse zeigten bei ausgewählten Messgrößen Unterschiede zwischen Bedingungen ohne Ton und mit vorheriger 100-Hz-Exposition. Diese Resultate sprechen dafür, dass der Ton in den untersuchten experimentellen Situationen einen Einfluss auf Reiseübelkeit und damit verbundene Reaktionen haben könnte.

Das ist ein wissenschaftlich relevantes Signal.

Es ist noch nicht dasselbe wie die Aussage:

Eine Minute Hearapy verhindert bei Reisenden zuverlässig Beschwerden für die nächsten zwei Stunden.

Zwischen beiden Sätzen liegt der gesamte Unterschied zwischen einer interessanten frühen Evidenz und einem robusten Alltagsversprechen.

Was die Studie noch nicht beantwortet

Die Arbeit liefert einen plausiblen Ausgangspunkt für weitere Forschung. Sie schließt die entscheidenden Fragen für Verbraucher jedoch noch nicht vollständig.

Kein großer doppelblinder Placebo-Wirksamkeitstest

Das veröffentlichte Paper beschreibt keinen großen randomisierten, doppelblinden und placebokontrollierten Wirksamkeitsversuch.

Das ist keine Unterstellung gegen die Forschenden. Nicht jede frühe experimentelle Arbeit muss sofort wie eine große Arzneimittelstudie aufgebaut sein. Das Studiendesign bestimmt jedoch, wie weit sich die Ergebnisse verallgemeinern lassen.

Bei einer Tonanwendung ist Verblindung ohnehin anspruchsvoll: Menschen bemerken, ob sie einen Ton hören. Eine überzeugende Kontrollbedingung müsste deshalb sorgfältig konstruiert werden. Genau solche weiterführenden Versuche wären wichtig, um Erwartungseffekte, Tagesform und andere Einflüsse stärker abzugrenzen.

Keine direkt belegte zweistündige Wirkung beim Menschen

Die im Paper unmittelbar über bis zu 120 Minuten untersuchte Wirkungsdauer stammt aus dem Mausmodell. Das liefert biologische Hinweise, aber keinen direkten menschlichen Zwei-Stunden-Nachweis.

Für Leser bedeutet das: Samsungs Formulierung „bis zu zwei Stunden“ sollte nicht wie eine beim Menschen sicher bestätigte Dauerangabe gelesen werden.

Kein Beleg für Wirkung bei jeder Art von Reiseübelkeit

Schaukel, Fahrsimulator und reales Fahrzeug erzeugen definierte Versuchssituationen. Daraus folgt nicht automatisch, dass der Ton bei jeder Person, jedem Verkehrsmittel und jeder Stärke von Beschwerden gleich funktioniert.

Ein leichter Anflug von Unwohlsein beim Blick aufs Smartphone ist nicht dieselbe Situation wie starke Beschwerden auf einem Boot bei heftigem Seegang. Die vorliegenden Daten erlauben keine pauschale Gleichsetzung.

Keine Grundlage für eigene Lautstärke- oder Wiederholungspläne

Die Studie prüfte konkrete Versuchsbedingungen. Daraus lässt sich nicht ableiten, dass eine lautere, längere oder mehrfach wiederholte Beschallung wirksamer wäre.

Die vernünftige Konsequenz ist deshalb unspektakulär: Die App nur wie vorgesehen verwenden und nicht versuchen, durch eigene Experimente mehr Wirkung zu erzwingen.

Warum die Interessenkonflikte in die Einordnung gehören

Die Studie legt mehrere Verbindungen zu DENSO offen.

Zwei Autoren gehören zu DENSO. Das Unternehmen stellte Forschungsförderung, einen Teil der freiwilligen Teilnehmenden und den Ort für den Fahrzeugversuch bereit.

Darüber hinaus waren zwei Erfinder eines Patents der Universität Nagoya finanziell beteiligt. Sie erhielten Gebühren für die Beteiligung universitärer Forschender sowie eine Optionsgebühr im Zusammenhang mit einer möglichen Patentlizenz durch DENSO.

Die Autoren erklären zugleich, dass die Geldgeber keine Rolle beim Studiendesign, bei Datenerhebung und Datenanalyse, bei der Entscheidung zur Veröffentlichung oder bei der Vorbereitung des Manuskripts gespielt hätten.

Wie ist das zu bewerten?

Nicht mit dem reflexhaften Satz: industriegefördert, also wertlos. Das wäre genauso unseriös wie das Verschweigen der Verbindungen.

Finanzierung, Patente und kommerzielle Interessen können Forschung ermöglichen. Sie schaffen zugleich mögliche Interessenkonflikte, die transparent gemacht und bei der Bewertung berücksichtigt werden müssen. Gerade deshalb wären unabhängige Replikationen durch andere Forschungsgruppen wertvoll.

Transparenz entwertet die Studie nicht. Sie verhindert nur, dass wir sie naiver lesen, als wir sollten.

Sascha Tegtmeyer mit Galaxy Buds4 Pro bei einem Spaziergang
Beim Spaziergang konnte ich Sitz, Bedienung und Geräuschunterdrückung im Alltag prüfen. Foto: Sascha Tegtmeyer

Was folgt daraus für Reisende?

Die praktische Entscheidung hängt stark davon ab, in welcher Situation du bist.

Du besitzt bereits ein kompatibles Galaxy-Setup

Wenn du die Galaxy Buds4 Pro und ein kompatibles Galaxy-Smartphone ohnehin besitzt und Reiseübelkeit kennst, ist Hearapy ein niedrigschwelliger Versuch. Die Anwendung dauert nur eine Minute und verlangt keine komplizierte Vorbereitung.

Dabei sollte die Erwartung realistisch bleiben: Du probierst einen wissenschaftlich interessanten Ansatz mit ersten experimentellen Hinweisen aus. Du verwendest keine garantiert wirksame Behandlung.

Du überlegst, die Galaxy Buds4 Pro allein wegen Hearapy zu kaufen

Dafür reicht mir die gegenwärtige Evidenz nicht für eine uneingeschränkte Kaufempfehlung.

Die Ohrhörer können unabhängig von Hearapy aus anderen Gründen interessant sein. Wer sie jedoch ausschließlich in der Erwartung kauft, seine Reiseübelkeit damit zuverlässig zu kontrollieren, setzt auf ein Versprechen, das noch nicht durch einen großen menschlichen Wirksamkeitsnachweis abgesichert ist.

Meine eigene Erfahrung liefert ebenfalls keinen zusätzlichen Kaufgrund: Ich mochte den Ton, bemerkte aber keinen klaren Effekt gegen Reiseübelkeit.

Du hast starke, neue oder unklare Beschwerden

Hearapy ersetzt keine medizinische Abklärung. Bei starken, neu aufgetretenen, anhaltenden oder schwer einzuordnenden Beschwerden ist es sinnvoll, medizinischen Rat einzuholen.

Das gilt besonders dann, wenn Schwindel oder Übelkeit nicht nur in typischen Reisesituationen auftreten oder sich deutlich verändern.

Die App sollte ebenso wenig als Anlass dienen, eine individuell notwendige Behandlung eigenmächtig wegzulassen. Darüber kann ein Produkttest keine seriöse Empfehlung geben.

Galaxy Buds4 Pro im Ohr von Sascha Tegtmeyer im Profil
Im Profil ist gut erkennbar, wie kompakt der Ohrhörer sitzt. Foto: Sascha Tegtmeyer

Hearapy sicher verwenden

Samsung sieht die Anwendung vor der Reise vor. Genau dabei sollte es bleiben.

Für Fahrer gilt:

  • Hearapy vor Fahrtbeginn im stehenden Fahrzeug verwenden;
  • Smartphone und App während der Fahrt nicht bedienen;
  • keine Aufzeichnungen oder Tests am Steuer durchführen;
  • sicherheitsrelevante Umgebungsgeräusche nicht durch ANC oder Ohrhörer ausblenden;
  • lokale Verkehrsregeln beachten.

Eine mitfahrende Person kann die Anwendung oder Dokumentation übernehmen. Der Fahrer sollte sich auf den Verkehr konzentrieren und nicht auf ein Smartphone-Experiment.

Auch bei der Lautstärke gilt: Die App wie vorgesehen verwenden und den Pegel nicht eigenmächtig erhöhen.

Für wen könnte Hearapy interessant sein?

AusgangslageMeine Einordnung
Du besitzt Galaxy Buds4 Pro und ein kompatibles Galaxy-SmartphoneHearapy lässt sich mit geringem Aufwand ausprobieren
Dir wird bei bestimmten Reisen regelmäßig leicht unwohlDer Ansatz könnte einen Versuch wert sein, ohne Wirkungsgarantie
Du möchtest eine wissenschaftlich abschließend bewiesene MethodeDiesen Beleg liefert die aktuelle Studienlage noch nicht
Du willst Hardware allein wegen Hearapy kaufenAus meiner Sicht derzeit nur nach sehr vorsichtiger Abwägung
Du erwartest sicher zwei Stunden WirkungBeim Menschen ist diese Dauer nicht direkt belegt
Du hattest bislang keine Beschwerden während der AnwendungDann lässt sich ein persönlicher Effekt kaum beurteilen
Du hast starke, neue oder anhaltende SymptomeMedizinische Abklärung ist sinnvoll
Du möchtest Medikamente oder andere Behandlung ersetzenDafür liefert Hearapy keine ausreichende Grundlage
Du fährst selbstAnwendung nur vor dem Losfahren; keine Bedienung während der Fahrt

Mein Fazit zum Samsung-Hearapy-Test

Samsung Hearapy ist eine innovative und wissenschaftlich interessante Ergänzung des Galaxy-Ökosystems, auch wenn eine verlässliche Wirkung gegen Reiseübelkeit noch nicht zweifelsfrei bewiesen ist.

Die Grundidee wird durch eine peer-reviewte Forschungsarbeit mit Tierexperimenten, Ex-vivo-Untersuchungen und mehreren Humanversuchen gestützt. Die Ergebnisse liefern Hinweise darauf, dass eine einminütige 100-Hz-Exposition in bestimmten experimentellen Situationen Beschwerden und damit verbundene Messwerte beeinflussen könnte.

Gleichzeitig bleiben wichtige Grenzen:

  • keine große randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Wirksamkeitsstudie;
  • mehrere unterschiedliche Humanversuche statt eines einzigen großen Trials;
  • eine direkt über 120 Minuten untersuchte Wirkung nur bei Mäusen;
  • offengelegte finanzielle und patentrechtliche Verbindungen zu DENSO;
  • noch fehlende unabhängige Bestätigung im breiten Reisealltag.

Mein eigener Eindruck fällt entsprechend nüchtern aus. Der Ton war für mich angenehm und entspannend. Einen klaren Effekt gegen Reiseübelkeit habe ich nicht festgestellt. Da ich keine akute Beschwerdesituation unter kontrollierten Bedingungen getestet habe, wäre alles Weitere erfunden.

Mein Urteil lautet deshalb: Hearapy ist ein einfacher, innovativer und empfehlenswerter Versuch für Menschen, die das kompatible Samsung-Setup bereits besitzen. Als verlässlich bewiesene Lösung oder alleiniger Grund für den Kauf der Galaxy Buds4 Pro reicht die vorhandene Evidenz noch nicht. Als zusätzliche Funktion macht Hearapy die Kombination aus Galaxy-Smartphone und Buds4 Pro jedoch vielseitiger und zeigt, wie sinnvoll Samsungs Ökosystem im Reisealltag zusammenspielen kann.

Ich kann mir deshalb gut vorstellen, Hearapy vor passenden Reisen regelmäßig zu verwenden. Der Unterschied zwischen spannend und bewiesen bleibt dabei wichtig: Die Anwendung ist einen Versuch wert, aber kein medizinisches Versprechen.

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Über Sascha Tegtmeyer

Über Sascha Tegtmeyer

Reisejournalist, Autor und Gründer von Just Wanderlust

Ich schreibe auf Just Wanderlust aus eigener Reiseerfahrung über Orte, Meer und Outdoor-Abenteuer. Mehr über mich und meine Arbeit.

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