Pacsafe Venturesafe X40 Test: meine Erfahrungen nach drei Wochen Thailand

by Sascha Tegtmeyer | Feb. 11, 2020

Drei Wochen lang war der Pacsafe Venturesafe X40 in Thailand mein Handgepäck, Tagesrucksack, Strandbegleiter und gelegentlich sogar die Startfläche für meine Drohne. Er bekam Sand, Sonne, Hitze und Regen ab, fuhr auf dem Roller mit und stand auf Ausflügen fast immer neben mir. Mein damaliges Urteil fällt bis heute positiv aus. Trotzdem würde ich den inzwischen nur noch gebraucht erhältlichen Rucksack nicht als mobilen Tresor bezeichnen. Seine Sicherungen erschweren einen schnellen Zugriff. Unbesiegbar machen sie ihn nicht.

Der Venturesafe X40 war ein 40-Liter-Reiserucksack mit schnitthemmenden Materialien, gesicherten Reißverschlüssen und mehreren Möglichkeiten, ihn an einem festen Gegenstand zu sichern. Pacsafe führt das Modell heute noch in seiner Patentübersicht, im regulären Sortiment ist es jedoch nicht mehr zu finden. Wer nach diesem Test sucht, steht deshalb meist vor zwei Fragen: War der Rucksack gut, und lohnt sich ein gebrauchtes Exemplar noch?

Meine kurze Antwort: Der X40 war für Alleinreisende und Reisende mit viel Technik ein durchdachter, stabiler Rucksack. Gebraucht lohnt er sich nur, wenn Gurte, Netzstruktur, Beschläge, Reißverschlüsse und Innenbeschichtung wirklich intakt sind. Wer ein leichtes One-Bag-Modell, modernes Laptopfach oder Herstellergarantie erwartet, sollte ein aktuelles Modell vergleichen.

Was ich mit dem Pacsafe Venturesafe X40 getestet habe

Ich habe den Rucksack nicht im Labor aufgeschnitten. Mein Test war ein Reise-Praxistest. Auf dem Flug transportierte ich darin Smartphone, Tablet, Kopfhörer, Akkus und weitere Technik, die ich griffbereit haben oder wegen der Luftfahrtregeln nicht ins Aufgabegepäck legen wollte. Vor Ort diente er als großer Tagesrucksack bei Ausflügen, am Strand und auf dem Roller.

Das ist wichtig für die Einordnung. Ich kann belastbar beschreiben, wie er sich packen, tragen, sichern und im Reisealltag nutzen ließ. Ich kann nicht versprechen, wie lange das Material einem gezielten Angriff mit schwerem Werkzeug standhält. Ein Anti-Diebstahl-Rucksack kauft Zeit und senkt die Gelegenheit. Er ersetzt keine Aufmerksamkeit.

Der Pacsafe Venturesafe X40 musste auf der letzten Reise alles mitmachen und war vor allem Wasser und Sand, Sonne und Hitze ausgesetzt. Foto: Sascha Tegtmeyer
Der Pacsafe Venturesafe X40 musste auf der letzten Reise alles mitmachen und war vor allem Wasser und Sand, Sonne und Hitze ausgesetzt. Foto: Sascha Tegtmeyer

Tragekomfort und Aufteilung: viel Platz, aber nicht immer viel Uebersicht

Mein erster Eindruck war die sehr ordentliche Verarbeitung. Rücken und Schultergurte waren angenehm gepolstert. Trotz 40 Litern Volumen und der zusätzlichen Sicherheitsstruktur trug sich der X40 für mich vernünftig. Leicht war er im Vergleich zu simplen Trekkingrucksäcken allerdings nicht. Sicherheitselemente kosten Gewicht.

Die großen Fächer schluckten erstaunlich viel. Gleichzeitig verschwand Kleinkram schnell in der Tiefe. Ich musste mehrmals suchen, weil ich zwar wusste, dass ein Gegenstand im Rucksack lag, aber nicht mehr in welchem Fach. Das kleine Fach am Bauchgurt war deshalb auf der Reise besonders nützlich: Dort landeten Dinge, die ich unterwegs häufig brauchte.

Wer den X40 heute gebraucht kaufen will, sollte die eigene Packweise ehrlich prüfen. Für Kameraausrüstung, Technik und Kleidung funktionieren Packtaschen oder ein Einsatz besser als ein großes, unstrukturiertes Hauptfach. Ohne Organisation wird aus viel Stauraum schnell viel Kramerei.

Als Handgepäck nur mit aktueller Airline-Regel

Ein 40-Liter-Rucksack kann je nach Abmessungen und Packzustand als Handgepäck funktionieren. Die Regeln unterscheiden sich jedoch nach Airline und Tarif. Ich würde mich nicht auf alte Produktbeschreibungen oder meine damalige Reise verlassen. Entscheidend sind die aktuell gebuchten Maße und Gewichtsgrenzen. Voll gepackt kann der X40 zudem so tief werden, dass er in eine Messbox nur mit Druck passt.

Was der Rucksack wirklich absichert und wo seine Grenzen liegen

Pacsafe nennt für die X-Serie unter anderem die Marken eXomesh, Carrysafe und RFIDsafe. In der offiziellen Patent- und Modellübersicht ist der Venturesafe X40 Plus weiterhin aufgeführt. Der praktische Nutzen lässt sich in vier Gruppen einteilen.

Gesicherte Reißverschlüsse

Die Zipper lassen sich so zusammenführen oder fixieren, dass niemand das Hauptfach unbemerkt mit einem schnellen Handgriff öffnet. Das hilft im Gedränge. Das vordere Fach empfand ich jedoch als Schwachstelle, weil es sich weniger elegant sichern ließ. Ich musste improvisieren, um den Reißverschluss zu fixieren.

Ein kleines Schloss verhindert außerdem nicht, dass ein Angreifer den gesamten Rucksack mitnimmt oder an einer anderen Stelle beschädigt. Es macht den Zugriff nur aufwendiger und sichtbarer.

Schnitthemmende Struktur

Im Material und in den Gurten stecken Verstärkungen, die typische Schnittangriffe erschweren sollen. Der richtige Begriff ist für mich schnitthemmend, nicht schnittfest. Mit Zeit und geeignetem Werkzeug lässt sich fast jedes Reisegepäck öffnen.

Anschließen an einen festen Punkt

Am Strand und im Zimmer fand ich die Möglichkeit praktisch, den Rucksack mit einem geeigneten Sicherungselement an einem festen Gegenstand zu befestigen. Ich habe ihn damals sogar an einer Palme gesichert, wenn ich kurz ins Wasser ging.

Heute würde ich das vorsichtiger formulieren: Ein angeschlossener Rucksack ist nicht unbeaufsichtigt sicher. Dokumente, Telefon und Portemonnaie nehme ich nach Möglichkeit mit oder nutze einen vertrauenswürdigen Safe. Die Befestigung ist ein zusätzliches Hindernis, keine Einladung, Wertsachen am Strand zurückzulassen.

Mit dem Schultergurt lässt sich der Pacsafe Venturesafe X40 überall anschließen. Foto: Sascha Tegtmeyer
Mit dem Schultergurt lässt sich der Pacsafe Venturesafe X40 überall anschließen. Foto: Sascha Tegtmeyer

RFID-Fach mit engem Einsatzgebiet

Ein abschirmendes Fach kann das kontaktlose Auslesen entsprechend geeigneter Karten erschweren. Daraus folgt kein allgemeiner Schutz vor Kreditkartenbetrug oder Identitätsdiebstahl. Viele reale Betrugsfälle entstehen durch Phishing, kompromittierte Händlerdaten, verlorene Karten oder manipulierte Terminals. Ich sehe RFID-Schutz deshalb als Zusatzfunktion, nicht als Kaufgrund Nummer eins.

Meine Erfahrungen in Thailand

Auf Phuket hatte ich den X40 praktisch ständig dabei. Er lag im Flugzeug, fuhr auf dem Roller mit, stand am Strand und wurde nass und sandig. Zeitweise nutzte ich seine stabile Oberseite als Unterlage, um meine Drohne zu starten. Diese Zweckentfremdung gehörte natürlich nicht zur Produktfreigabe, zeigt aber, wie robust sich der Rucksack für mich anfühlte.

Beim Tragen gefielen mir die Rückenpolsterung und die ergonomisch geformten Gurte. Auch voll beladen wirkte der Rucksack nicht instabil. Die vielen Sicherungspunkte gaben mir als Alleinreisendem ein gutes Gefühl, vor allem wenn ich in dichtem Verkehr oder in einer Menschenmenge unterwegs war.

Die Kehrseite war das Gewicht und die bereits erwähnte Unübersichtlichkeit. Wer nur eine Wasserflasche, Sonnencreme und ein Handtuch transportieren will, schleppt mit einem X40 viel ungenutzte Konstruktion herum. Für einen kurzen Stadtspaziergang wäre er mir heute zu groß.

Stärken und Schwächen im Rückblick

StärkeMeine Einordnung
VerarbeitungMein Exemplar überstand die intensive Thailand-Reise ohne auffällige Probleme.
TragesystemFür einen großen Sicherheitsrucksack angenehm, aber schwerer als minimalistische Modelle.
Sicherbare HauptfächerSinnvoll gegen schnellen, unbemerkten Zugriff.
Viel StauraumGut für Technik und längere Reisetage, ohne Packtaschen schnell unübersichtlich.
BefestigungsmöglichkeitNützliches zusätzliches Hindernis, kein Ersatz für Beaufsichtigung oder Safe.
SchwächeWarum sie wichtig ist
Eingestelltes ModellErsatzteile, Garantie und identische Neuware sind schwer zu bekommen.
Vorderes FachLieß sich weniger überzeugend sichern als das Hauptfach.
EigengewichtFür leichte Reisen und kurze Ausflüge unnötiger Ballast.
Tiefe FächerKleinteile verschwinden ohne Organizer.
SicherheitsgefühlKann zu Leichtsinn verleiten, wenn man Marketing mit echter Unverwundbarkeit verwechselt.

Gebrauchten Pacsafe X40 kaufen: meine Checkliste

Ein gebrauchtes Exemplar würde ich nur persönlich oder mit sehr guten Detailfotos kaufen. Prüfe dabei:

  1. Lassen sich alle Reißverschlüsse ohne Hakeln komplett schließen?
  2. Sind Zipper, Clips und Sicherungspunkte verbogen oder korrodiert?
  3. Gibt es Schnitte, Scheuerstellen oder herausstehende Drähte an Gurten und Gewebe?
  4. Löst sich die Innenbeschichtung oder riecht der Rucksack modrig?
  5. Sind Rückenpolster, Brust- und Hüftgurt vollständig?
  6. Wurde der Rucksack dauerhaft feucht gelagert?
  7. Passt dein Laptop mitsamt Schutzhülle in das vorgesehene Fach?
  8. Entsprechen die gepackten Maße der Handgepäckregel deiner typischen Airline?

Ein auffällig billiges Exemplar mit beschädigter Sicherheitsstruktur ist kein Schnäppchen. Genau die Merkmale, für die man den X40 kauft, könnten dann wirkungslos sein.

Hochwertige Verarbeitung: die Reißverschlüsse des Pacsafe Venturesafe X40 sind zusätzlich geschützt. Foto: Sascha Tegtmeyer
Hochwertige Verarbeitung: die Reißverschlüsse des Pacsafe Venturesafe X40 sind zusätzlich geschützt. Foto: Sascha Tegtmeyer

Für wen der X40 heute noch passt

Der Rucksack passt zu dir, wenn du ein gut erhaltenes Exemplar findest, viel Technik transportierst, robuste Ausstattung wichtiger als geringes Gewicht findest und die Sicherungen als Zusatzbarriere verstehst.

Ich würde vom Kauf abraten, wenn du ultraleicht reisen, einen modernen Carry-on mit Kofferöffnung, schnellen Garantieservice oder ein klar gegliedertes Office-Fach möchtest. Dann ist ein aktuelles Modell sinnvoller. In meinem Ratgeber über Reiserucksäcke und Reisegepäck findest du weitere Ausrüstungsthemen; für Karten, Bargeld und Dokumente ist außerdem meine Sicherheitslogik für Reiseportemonnaies relevant.

FAQ zum Pacsafe Venturesafe X40

Ist der Pacsafe X40 diebstahlsicher?

Nein. Seine Konstruktion kann typische Gelegenheitsangriffe erschweren. Kein Rucksack ist gegen jede Methode, jedes Werkzeug und unbegrenzte Zeit sicher.

Ist der X40 noch neu erhältlich?

Im regulären Pacsafe-Sortiment ist das Modell nach meiner aktuellen Prüfung nicht mehr gelistet. Restbestände und gebrauchte Exemplare können auftauchen. Produktzustand und Händlerangaben sind dann besonders sorgfältig zu prüfen.

Werbung / Affiliate-Link: Die folgende Produktbox zeigt den Pacsafe EXP45 als aktuellere, ähnlich große Anti-Diebstahl-Reisealternative. Er ist nicht der von mir getestete Venturesafe X40. Vergleiche vor dem Kauf Maße, Volumen, Eigengewicht, Sicherheitsfunktionen und die Handgepäckregeln deiner Airline.

Pacsafe Unisex Pacsafe Exp45 Anti-diebstahl-handgepäck-reisetasche Handgepäck Rucksack (1er Pack) 45 l Schwarz*
  • Material: 750D, 100 % Polyester (recycelt)
  • Material Futter: 150D, 100 % Polyester (recycelt)

Diese Produktpräsentation wurde mit dem AAWP-Plugin erstellt.

Kann man den Rucksack am Strand allein lassen?

Ich habe ihn damals kurzzeitig befestigt, würde wertvolle Gegenstände heute aber nicht unbeaufsichtigt zurücklassen. Eine Sicherung reduziert die Gelegenheit, beseitigt das Risiko jedoch nicht.

Lohnt sich ein RFID-Fach?

Als Zusatz kann es sinnvoll sein. Es schützt nicht vor den häufigsten Formen von Karten- und Kontobetrug und ersetzt weder Kartensperre noch sorgfältigen Umgang.

Fazit: ein guter Reiserucksack, aber kein Tresor

Der Pacsafe Venturesafe X40 hat mich auf meiner Thailand-Reise überzeugt. Er trug viel Ausrüstung, fühlte sich robust an und bot Sicherungsdetails, die bei einem normalen Rucksack fehlen. Besonders als Alleinreisender schätzte ich die Möglichkeit, Reißverschlüsse zu sichern und den Rucksack zusätzlich zu befestigen.

Mit dem Abstand mehrerer Jahre fällt mein Urteil präziser aus als damals: Der X40 war ein widerstandsfähiger Reiserucksack mit guten Diebstahlhemmnissen, aber kein portabler Safe. Als Gebrauchtkauf kann er passen. Blind bestellen würde ich ihn nicht.

Welche Situation soll ein Sicherheitsrucksack bei dir lösen: dichtes Gedränge, der Transport teurer Technik oder das Reisen allein?

*Affiliate Links (Werbung) & Amazon Werbeanzeigen mit Affiliate Links / Verkauf durch Amazon oder Drittanbieter auf dem Amazon Marktplatz. / Als Amazon-Partner erhalten wir eine kleine Provision – Ihr bezahlt nichts extra. / Letzte Aktualisierung der Produktdaten am 24.08.2026 / Bilder von der Amazon Product Advertising API / Produktbilder werden über einen Datenschutz-Proxy ausgeliefert / Haftungsausschluss: Der angegebene Preis kann seit der letzten Aktualisierung gestiegen sein. Maßgeblich für den Verkauf ist der tatsächliche Preis des Produkts, der zum Zeitpunkt des Kaufs auf der Website des Verkäufers auf Amazon.de stand. Eine Echtzeit-Aktualisierung der vorstehend angegebenen Preise ist technisch nicht möglich. 

Über Sascha Tegtmeyer

Über Sascha Tegtmeyer

Reisejournalist, Autor und Gründer von Just Wanderlust

Ich schreibe auf Just Wanderlust aus eigener Reiseerfahrung über Orte, Meer und Outdoor-Abenteuer. Mehr über mich und meine Arbeit.

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