Hawaii: Tiefe Korallenriffe vor der Küste entdeckt

Vor dem Archipel wurden ganz besondere neue Riffe entdeckt

“Dies sind nur einige der umfangreichsten und dicht besiedeltsten Korallenriffe in Hawaii”, erklärt der Meeresbiologe Anthony Montgomery. Foto: Pixabay hawaii korallenriff fische
“Dies sind nur einige der umfangreichsten und dicht besiedeltsten Korallenriffe in Hawaii”, erklärt der Meeresbiologe Anthony Montgomery. Foto: Pixabay

Forscher haben rund um das Hawaii-Archipel neue Korallenriffe entdeckt, die tiefer liegen als die bisher bekannten und eine ungeheure Artenvielfalt bieten. Aber was macht diese Riffe so besonders?

Korallenriffe werden häufig auch als die Regenwälder der Meere bezeichnet. Im Normalfall geht man davon aus, dass diese Lebewesen knapp unter der Wasseroberfläche leben, weil sie Sonnenlicht zum Gedeihen benötigen. Aber wenn man ein wenig tiefer taucht, sind die Dinge nicht ganz so, wie sie scheinen: Forscher haben kürzlich vor der Küste von Hawaii in tieferen Gebieten Korallenriffe entdeckt, die zu den artenreichsten Riffen im gesamten Ozean gehören.

Wissenschaftler überprüfen 2500 Kilometer großes Gebiet rund um Hawaii

Die Forscher haben sich über zwei Jahre lang mit den Korallenriffen in einer Distanz von 2590 Kilometern rund um Hawaii befasst: Dabei haben sie festgestellt, dass es in einer Tiefe von 30 bis 150 Metern Tiefe eine erstaunlich große Menge an Artenvielfalt gab. Die Forscher haben entdeckt, dass es in diesem Gebiet zum Teil riesige Algenwiesen mit mehr als 70 unterschiedlichen Arten von Algen und Mikroalgen gibt, sowie weite Bereiche, in denen zu 100 Prozent Korallenbewuchs vorhanden war. Zudem lebten in dieser Region große Mengen an Fisch und an wirbellosen Tieren.

Riffe gehören zu den dicht besiedelsten auf Hawaii

“Dies sind nur einige der umfangreichsten und dicht besiedeltsten Korallenriffe in Hawaii”, erklärt der Meeresbiologe Anthony Montgomery, der Mitautor der Studie ist. „Wir finden es erstaunlich, so reiche Korallengemeinschaften so tief vorzufinden.“

Um zu ihren Ergebnissen zu gelangen, haben die Forscher eine Vielzahl an Techniken verwendet, um die sogenannte mesophotische Korallenzone erforschen zu können. Sie verwendeten Kamerasysteme, die sie mit Booten schleppten, ferngesteuerte Kameras und sogar speziell ausgerüstete Taucher kamen zum Einsatz.

„U-Boote können viel tiefer gehen und viel länger unten bleiben, aber andererseits können Taucher komplexere Aufgaben ausführen, Experimente durchzuführen und Proben sammeln“, sagt Hauptautor Richard Pyle über die Versuchsdurchführung. “Die Kombination von unbemannten U-Booten und Tauchern, die gemeinsam auf die Tauchgänge gingen, erlaubt es uns, Aufgaben zu erledigen, die nicht von einer Technologie allein durchgeführt werden könnten.“

Hawaii: Mehr Lebewesen in den tieferen Gebieten

In Zusammenarbeit mit Geologen, Biologen und Botanikern, konnte das Team die gesamte Inselkette untersuchen. Während man bisher davon ausgegangen ist, dass sich in den flachen Korallenriffen 17 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten befinden, konnte man nun feststellen, dass auf 70 Metern Tiefe knapp 50 Prozent aller Lebewesen vorgefunden werden konnten. Auf diese Weise konnten sie sogar die höchste Artenvielfalt messen, die es jemals in einem marinen Ökosystem gab.

Die Korallenfelder in dieser Tiefe waren riesig und haben sich teilweise über mehrere Quadratkilometer erstreckt. Diese wurden hauptsächlich bevölkert von den riffbildenden Korallen der Gattung Leptoseris.

Papahānaumokuākea Marine National Monument: Studie hat Auswirkungen auf den Umweltschutz

Die Entdeckung solcher unglaublichen Lebensräume, die im Gegensatz zu den gut untersuchten, flach liegenden Korallenriffen so weit unter den Wellen liegt, hat wichtige Auswirkungen darauf, wie wir diese verborgenen Umgebungen betrachten sollten: Kabelverlegung, Ausbaggern, Deponien und tiefe Abwassermündungen könnten irreparable Schäden an solchen Ökosystemen verursachen. Erst vor kurzem hat die US-Regierung vor Hawaii den größten Marinen Nationalpark des Planeten, das Papahānaumokuākea Marine National Monument, rund um das Hawaii-Archipel ins Leben gerufen. Mit etwas Glück könnten auch diese neuen Riffstrukturen geschützt werden.

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