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Richelieu Rock: Thailand-Tauchsafari auf den Spuren von Jacques Cousteau

Aber erst mal gibt es essen! Nach einer Begutachtung der ersten Mahlzeit mit Chicken Wings, diversen Thaifood Spezialitäten und allerlei Beilagen, bin ich mir direkt relativ sicher: Auch die zweite Bedingung für einen gelungenen Liveaboard ist erfüllt – das Essen ist sehr gut. Kann ja im Grunde genommen nichts mehr schiefgehen und als wir die erste Tauchstelle erreichen, können wir es kaum erwarten, endlich ins Wasser zu kommen. Manta also, denke ich, und schaue bedächtig in das dunkelblaue, glasklare Wasser.

tauchsafari sea bees diving genesis I andamanensee similan islands surin islands richelieu rock Koh Bon: Auf Tauchsafari mit der Genesis I von Sea Bees Diving fahren wir die schönsten Tauchplätze der Andamanensee von den Similan Islands bis hoch zu den Surin Islands an. Foto: Sascha Tegtmeyer

Koh Bon: Auf Tauchsafari mit der Genesis I von Sea Bees Diving fahren wir die schönsten Tauchplätze der Andamanensee von den Similan Islands bis hoch zu den Surin Islands an. Foto: Sascha Tegtmeyer

Tauchsafari in Thailand: nördlich der Similan Islands, südlich der Surin Islands

Wir befinden uns praktisch im Nirgendwo. Südlich von uns sind die berühmten Similan Islands und nördlich von uns die Surin Islands, die schon ziemlich nah an der Grenze zu Myanmar liegen. Das Festland? Schon fast außer Sicht! Dazwischen befinden sich Koh Bon und Koh Tachai, zwei winzige Inselchen, die einige Meter aus dem Meer ragen. Von dem Moment an, als wir die erste Tauchstelle erreichen, beginnt der Rhythmus einer jeden guten Tauchsafari: Tauchen, Essen, Entspannen – und wieder von vorne beginnen.

Schon beim ersten Tauchgang vor Koh Bon bin ich nicht überrascht, aber ausgesprochen begeistert: Hier gibt es Fischsuppe! Im glasklaren Wasser tummelt sich, was die Andamanensee zu bieten hat! Ich tauche zusammen mit dem erfahrenen Tourleader Koen, der praktisch einmal die Woche an den Spots hier im Norden ist und die Plätze kennt wie seine Westentasche. Ich bin erstaunt über die riesigen Schwärme an Makrelen und vor allem auch Barracudas, die sich sowohl an Koh Bon als auch in allen weiteren Tauchplätzen, die wir besuchen, tummeln.

So ein ausgewachsener Großer Barakuda ist schon ein eindrucksvolles Tier, wenn es sich einem ohne Scheu nähert. Wir erleben Schwärme über Schwärme – Thunfische, Zackenbarsche und allerlei kleinere Fische, die der Indische Ozean zu bieten hat. Man mag sich kaum daran satt sehen und ich erfreue mich immer wieder daran, komplett in einem Fischwarm zu versinken, so dass man kaum die Hand vor Augen sieht. An den anderen Tauchplätzen ist es ähnlich. Auch etwas außerhalb von Koh Bon, an der Koh Bon Pinnacle, an Koh Tachai und dem Boonsung Wrack.

tauchsafari sea bees diving genesis I andamanensee similan islands surin islands richelieu rock Tauchsafari mit der Genesis I: Klar zum Abtauchen! Foto: Sascha Tegtmeyer

Tauchsafari mit der Genesis I: Klar zum Abtauchen! Foto: Sascha Tegtmeyer

Koh Tachai wiederum ist nicht nur unter Wasser eine Augenweide, sondern besitzt auch eine geschützte Bucht mit einem weißen feinen Sandstrand, in deren Strömungsschatten die Genesis ankert und die Tourgäste zum Landgang starten. Außer einer Rangerstation ist auf dem kleinen Eiland niemand zu finden, sodass wir uns auf eine kurze, abenteuerliche Tour in den Regenwald mit Flughunden, Riesenkrabben und Waranen begeben, und die Sonne und das glasklare Wasser genießen. Das ist das i-Tüpfelchen neben dem Tauchen!

tauchsafari sea bees diving genesis I andamanensee similan islands surin islands richelieu rock Richelieu Rock: Hier sieht man die Hand vor Augen nicht, weil es so viel Fisch gibt! Foto: Sascha Tegtmeyer

Richelieu Rock: Hier sieht man die Hand vor Augen nicht, weil es so viel Fisch gibt! Foto: Sascha Tegtmeyer

Unglaublicher Richelieu Rock! Weltklasse Tauchen in der Andamanensee

Nur ein weiterer Tauchplatz setzt allem noch die Krone auf: der Richelieu Rock. Der Legende nach hat der Meeresforscher Jacques-Yves Costeau diesen Traum-Spot entdeckt – einfach in dem er die lokalen Fischer gefragt hat, wo es in der Gegend den meisten Fisch gibt und wo sie denn zum Fischen hinführen. So erzählt man es sich zumindest vor Ort. Dieser Platz ist mindestens einer der besten Spots Thailands, wenn nicht der beste – und in jedem Fall ist er weltklasse!

Auch wenn der Name nach einem mächtigen Felsen im Meer klingt, handelt es sich dabei in Wirklichkeit oberhalb der Meeresoberfläche eher um ein Steinchen, dass nur bei Ebbe für vielleicht einen Meter aus dem Wasser schaut. Aber diese absolute Unscheinbarkeit an der Oberfläche ist der ultimative Antagonismus zu dem, was sich unter Wasser abspielt: Man kann es kommen Worte fassen! Die Guides würden sagen Fischsuppe. Und eigentlich gibt es nur eine Möglichkeit, mit dieser Reizüberflutung umzugehen: Man tariert sich komplett neutral aus, hängt sich in seinen Tarierjacket und genießt! Barrakudas, Trevalies, Stachelmakrelen, Thunfische, Drückerfische, einige Süßlippen, tausende Gelbrücken- und Blaurücken-Füsiliere, während etwas abseits ein Blacktip – ein Schwarzspitzenriffhai – vorbeihuscht.

Aber unten am Fuße eines Felsens ganz unscheinbar versteckt, lebt der Hingucker dieses Tauchspots: Ein kleines, gelbes Seepferdchen. Zeitweise ringen sich Scharen von Tauchern um den kleinen Riffbewohner, machen Fotos und Selfies. Man möchte fast sagen: „Lasst doch das arme Geschöpf mal in Frieden!“ Das kleine Tier ist der Star am Riff und nimmt seine Rolle scheinbar mit stoischer Gelassenheit.

tauchsafari sea bees diving genesis I andamanensee similan islands surin islands richelieu rock Das kleine Seepferdchen am Richelieu Rock. Foto: Sascha Tegtmeyer

Das kleine Seepferdchen am Richelieu Rock. Foto: Sascha Tegtmeyer

Fazit zu unserer Tauchsafari in Thailand: So gut ist das Tauchen am Richelieu Rock

Und mit diesem Eindruck kehren wir nach drei Tagen zurück nach Khao Lak ins Palm Garden Resort, als wäre nichts geschehen und als wären wir nie weggewesen. Drei Tage mit zwölf Tauchgängen und komprimiertem Unterwasser-Abenteuer, die sich anfühlen wie drei Wochen, weil wir so viel gesehen und erlebt haben. Ein seltsamer Gedanke bleibt deshalb am Ende: Zwischen dem unglaublichen Gewusel – dem Fisch- und Artenreichtum – an den Tauchplätzen der Andamanensee lebt irgendwo mittendrin einziges, Daumen großes, gelbes Seepferdchen. Das sollte man gesehen haben. Danke, Jacques Costeau, für die Entdeckung dieses einzigartigen Fleckchen Erdes.

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About Author

Moin, ich bin Sascha! Meer-Fan, Reise-Liebhaber und immer für ein Abenteuer zu haben. Auf meinem Reiseblog Just Wanderlust verbinde ich die Liebe zum Reisen und zur Natur mit einem Faible für Wassersport wie Stand Up Paddling, Tauchen und Surfen. Ich bin Journalist und von Natur aus Neugierig, wenn ich neue Reiseziele kennen lerne und anschließend ausführlich darüber berichte. Wenn ich mit meiner Familie oder allein unterwegs bin, dürfen bei mir als Technik-Fan auch immer gern ein paar Reise-Gadgets zu Testzwecken mit dabei sein. Meine bevorzugten Reiseländer: USA, Thailand und Malediven.

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