Tauchen in Playa Blanca: Spots, Tipps & Erfahrungen

by Sascha Tegtmeyer | Okt. 1, 2014

Playa Blanca ist für Taucher mehr als der Ausgangspunkt zu den Papagayo-Stränden. Vor der Südküste Lanzarotes liegen flache, fischreiche Riffe für Einsteiger ebenso wie eine steile Wand am Faro de Pechiguera, die bis in den 40-Meter-Bereich reicht. Bei meiner Tauchreise starteten wir direkt von der Marina Rubicón mit dem Speedboot. Schon die ersten beiden Tage zeigten, wie unterschiedlich das Tauchen in Playa Blanca sein kann: riesige Fischschwärme am Playa Flamingo, Rochen unter den Felsvorsprüngen von Las Coloradas und ein anspruchsvoller Freiwasserabstieg am Lighthouse.

Mein Fazit vorweg: Tauchen in Playa Blanca lohnt sich besonders für gemischte Gruppen. Weniger erfahrene Taucher finden übersichtliche Spots bis etwa 18 Meter; fortgeschrittene Taucher können weiter draußen tiefere Steilwände planen. Die kurzen Wege von der Marina machen zwei Tauchgänge am Tag bequem. Entscheidend ist, nicht aus dem ruhigen Urlaubsort auf ein durchgehend leichtes Revier zu schließen.

Transparenz: Die ursprüngliche Tauchreise fand im Rahmen einer Pressereise statt. Rubicon Diving war damals Teil des Programms. Die redaktionelle Einschätzung, Auswahl der Kritikpunkte und Aktualisierung dieses Beitrags erfolgen unabhängig.

Tauchbasis und Schlauchboot am Steg der Marina Rubicón in Playa Blanca
Kurze Wege: Von der Tauchbasis in der Marina Rubicón geht es direkt zum Schlauchboot. Foto: Sascha Tegtmeyer

Tauchen in Playa Blanca: das Wichtigste in Kürze

RevierSüdküste Lanzarotes rund um Playa Blanca, Marina Rubicón und Faro de Pechiguera
Typische TiefenFlamingo 0–18 Meter, Las Coloradas 12–18 Meter, Lighthouse/Faro de Pechiguera 20–40 Meter
ZugangJe nach Spot vom Strand oder mit dem Boot; viele Ausfahrten starten in der Marina Rubicón
Geeignet fürAnfänger, Wiedereinsteiger, Unterwasserfotografen und – bei entsprechender Qualifikation – Tieftaucher
UnterwasserSandflächen, Lavafelsen, kleine Höhlen, Steilwände, Schwarmfisch, Barrakudas, Rochen und Zackenbarsche
PreisrahmenGeführte Tauchgänge wurden im Juli 2026 bei Rubicon Diving ab 65 Euro angeboten; Leistungen vorher vergleichen

Der offizielle Tauchführer von Lanzarote unterscheidet mehrere eigenständige Spots im Süden. Playa Flamingo reicht demnach bis etwa 18 Meter, Las Coloradas liegt zwischen ungefähr 12 und 18 Metern, Punta Berrugo zwischen 10 und 18 Metern und Faro de Pechiguera zwischen 20 und 40 Metern. Diese Abstufung ist für die Planung hilfreicher als die pauschale Aussage, der Süden sei ein Anfängerrevier.

Playa Blanca kann außerdem ein guter Standort sein, wenn ein Teil der Reisegruppe nicht taucht. Strände, Promenade, Restaurants und die Marina liegen nah beieinander. Während Taucher morgens auf dem Boot sind, müssen Begleitpersonen keinen abgelegenen Hafen überbrücken. Für einen reinen Tauchurlaub würde ich trotzdem prüfen, welche Spots die Basis in deiner Reisewoche tatsächlich anfährt.

Meine ersten Tauchgänge ab Marina Rubicón

Die Basis von Rubicon Diving lag schon bei meiner Reise mitten in der Marina. Ausrüstung, Boot und Anleger waren nur wenige Schritte voneinander entfernt. Heute führt das Unternehmen den Standort weiterhin als Hauptzentrum und bietet von Playa Blanca geführte Tauchgänge, Ausbildung sowie technische Programme an. Die Logistik ist angenehm: kein langer Bustransfer in nassem Anzug, kein Schleppen über einen weit entfernten Parkplatz.

Auf einem kleinen Schlauchboot fühlt sich die Südküste dennoch sofort nach Atlantik an. Der Wind steht über dem Wasser, Gischt zieht über den Bug, und nach wenigen Minuten tauchen die braun-schwarzen Vulkanhänge aus einer neuen Perspektive auf. Wer zu Seekrankheit neigt, sollte das nicht unterschätzen. Ein leichtes Frühstück, rechtzeitig eingenommene verträgliche Medikamente nach ärztlicher Rücksprache und ein Platz mit Blick zum Horizont können den Start erleichtern.

Playa Flamingo: Fischschwärme im flachen Revier

Playa Flamingo war der Tauchgang, der mir die Fischfülle des Südens am deutlichsten zeigte. Über dem hellen Sand standen so viele Fische, dass einzelne Konturen zeitweise im Schwarm verschwanden. Dazu patrouillierte eine Gruppe Barrakudas am Rand. Die alte Formulierung vom „fischreichsten Platz der Kanaren“ lässt sich seriös nicht belegen – eindrucksvoll war die Dichte trotzdem.

Dichter Schwarm silberner Fische mit gelben Flossen vor Lanzarote
Playa Flamingo blieb mir wegen seiner dichten Fischschwärme in Erinnerung. Foto: Sascha Tegtmeyer

Der Platz liegt an einer durch Wellenbrecher geschützten Badebucht westlich von Playa Blanca. Der offizielle Tauchführer gibt eine maximale Tiefe von etwa 18 Metern an. Der Einstieg vom Ufer, der sandige Grund und die moderate Tiefe machen Flamingo für Ausbildung und entspannte Tauchgänge interessant. „Anfängergeeignet“ bedeutet aber nicht automatisch risikofrei: Badegäste, andere Tauchgruppen und die eigene Tarierung bleiben Teil der Planung.

Ich würde Flamingo heute als ersten Orientierungstauchgang wählen. Dort kann ein Guide Bleimenge, Gasverbrauch und Verhalten im Atlantik einschätzen, bevor eine tiefere Bootstour folgt. Für Fotografen lohnt es sich, nicht nur dem Schwarm hinterherzuschwimmen. An einzelnen Felsblöcken und über dem Sand finden sich oft die ruhigeren Motive.

Las Coloradas: Rochen und kleine Höhlen

Las Coloradas ist ähnlich zugänglich, wirkt unter Wasser aber kleinteiliger. Vor der aufgeschütteten Küste liegen Riffblöcke mit Nischen und kleinen Überhängen. Bei meinem Tauchgang saßen unter einem Vorsprung drei Stachelrochen; zwei Zackenbarsche hielten sich in der Nähe auf. Solche Begegnungen belohnen langsames Tauchen und eine Lampe für die Schattenbereiche.

Der offizielle Tiefenbereich von ungefähr 12 bis 18 Metern lässt viel Zeit für Beobachtungen. Bleib mit genügend Abstand vor den Öffnungen, statt Tiere mit der Lampe herauszutreiben. Wenn mehrere Gruppen denselben Block ansteuern, ist Weiterziehen oft die bessere Entscheidung. Die nächste Nische kann spannender sein und verursacht weniger Stress für die Tiere.

Lighthouse: mein tiefer Tauchgang am Faro de Pechiguera

Der zweite Tauchtag führte mich mit Chris Massaad zum Lighthouse am Faro de Pechiguera. Anders als am geschützten Flamingo begann der Tauchgang mit einem Freiwasserabstieg. Unter mir lag zunächst nur Blau; die Steilwand wurde erst nach einigen Metern sichtbar. Unser geplantes Profil führte bis in den 40-Meter-Bereich.

Beim Abstieg stockte mein Druckausgleich. Ich musste ein Stück auftauchen und erneut ansetzen. Als ich dabei nach oben sah, kam kurz ein Gefühl von Vertigo auf. Eine feste Referenz fehlte, also orientierte ich mich an meinem Buddy und verlangsamte den Abstieg. Erst als die Wand unter uns Kontur gewann, wurde die Situation wieder ruhiger.

Das ist für mich die wichtigste Lehre dieses Tauchgangs: Ein tiefer Abstieg ins Blau darf nie vom Gedanken „einfach mit dem Flow“ getragen werden. Druckausgleich, Abstiegsrate, Buddy-Abstand und eine klare Abbruchentscheidung müssen vorher feststehen. Wenn das Ohr nicht mitmacht oder die Orientierung kippt, ist langsamer werden oder abbrechen die richtige Reaktion – unabhängig davon, wie verheißungsvoll der Spot ist.

An der Wand selbst wurde der Tauchgang entspannter. Wir stiegen langsam entlang des Riffs auf, sahen viel Kleinfisch und in einer Höhle bei ungefähr 35 Metern einen außergewöhnlich großen Zackenbarsch. Die alte Überschrift versprach Sichtweiten bis 50 Meter; an guten Tagen kann der Atlantik sehr klar sein, doch eine solche Zahl ist keine planbare Eigenschaft. Wind, Plankton, Wellengang und Standort verändern die Sicht.

Welche Spots rund um Playa Blanca passen zu wem?

  • Playa Flamingo, 0–18 Meter: gute Wahl für erste Meerestauchgänge, Ausbildung, Wiedereinstieg und Schwarmfisch.
  • Las Coloradas, 12–18 Meter: entspannter Rifftauchgang mit Blöcken, Überhängen und Chancen auf Rochen.
  • Punta Berrugo, 10–18 Meter: moderater Tiefenbereich; sinnvoll für Taucher, die nach einem Checktauchgang mehr Struktur suchen.
  • El Emisario, 16–18 Meter: kompakter Sporttauchbereich, dessen konkrete Route und Zugang die Basis erläutern sollte.
  • Papagayo, 0–15 Meter: flaches Revier vor der markanten Küste der Los Ajaches; Bedingungen und Zugang können die Durchführung bestimmen.
  • Faro de Pechiguera, 20–40 Meter: tiefer Steilwandtauchgang für passend brevetierte und aktuell erfahrene Taucher.

Die Tiefenangabe ist nur ein Teil der Entscheidung. Frage zusätzlich nach Einstieg, Strömung, Wellengang, Freiwasseranteil, Gruppengröße und geplantem Gas. Ein Taucher mit vielen ruhigen Rifftauchgängen kann sich bei einem 30-Meter-Freiwasserabstieg unwohler fühlen als jemand mit weniger geloggten, aber vergleichbaren Tauchgängen.

Tauchbasis wählen: fünf Fragen vor der Buchung

  1. Welche Spots werden in meiner Reisewoche regelmäßig angefahren?
  2. Sind Guide, Flasche, Blei, Nitrox, Versicherung und komplette Leihausrüstung im Preis enthalten?
  3. Wie werden Gruppen nach Brevet und aktueller Erfahrung aufgeteilt?
  4. Welche Notfallausrüstung befindet sich an Bord, und wo liegt die nächste Druckkammer?
  5. Kann ich den ersten Tauchgang bewusst flach planen, bevor ich Lighthouse oder andere tiefe Routen buche?

Rubicon Diving betreibt nach eigener aktueller Darstellung sein Hauptzentrum in der Marina Rubicón, verfügt über mehrere Boote und bietet Programme vom Einsteigertauchgang bis zum technischen Tauchen an. Das ist eine gute Infrastruktur, ersetzt aber nicht den Vergleich. Entscheidend ist, welcher Guide am konkreten Tag deine Gruppe führt und ob die Route zum Team passt.

Kosten und Ausrüstung für Playa Blanca

Rubicon Diving bewarb geführte Tauchgänge bei der Aktualisierung im Juli 2026 ab 65 Euro. Ein „ab“-Preis sagt noch nicht, ob Bootszuschlag, komplette Leihausrüstung, Versicherung oder Nitrox enthalten sind. Bitte dir deshalb ein schriftliches Gesamtangebot für die gewünschte Zahl an Tauchgängen geben. Mehrere günstige Tauchgänge helfen wenig, wenn die interessanten Bootsausfahrten separat berechnet werden.

  • Kälteschutz: Die offizielle Tourismusinformation nennt für Lanzarote im Winter rund 18 Grad Wassertemperatur. Wähle Anzug und Kopfhaube nach Saison, Tauchdauer und persönlichem Kälteempfinden.
  • Computer und Boje: Nutze einen vertrauten Tauchcomputer; eine Oberflächenboje gehört bei Bootstauchgängen in die Planung.
  • Lampe: Hilfreich für Überhänge und Höhlen, auch bei Tageslicht.
  • Dokumente: Brevet, Logbuch, medizinische Selbstauskunft beziehungsweise Attest und Versicherungsnachweis vorab klären.
  • Seekrankheit: Auf schnellen Schlauchbooten kann die Fahrt ruppig sein; eine individuelle Vorsorge rechtzeitig besprechen.

Playa Blanca oder Playa Chica: welches Revier ist besser?

Playa Chica in Puerto del Carmen bietet an einem einzigen Einstieg eine enorme Bandbreite von flacher Bucht bis tiefer Abbruchkante. Playa Blanca verteilt das Erlebnis stärker auf mehrere Spots und Bootsausfahrten. Für einfache Logistik direkt vom Strand ist Playa Chica schwer zu schlagen; für Urlauber, die im Süden wohnen und kleine Bootsfahrten mögen, ist Playa Blanca oft bequemer.

Ich würde die Entscheidung nicht als Entweder-oder behandeln. Bei einer ganzen Tauchwoche sind zwei Tage im Süden und weitere Tauchgänge in Puerto del Carmen eine starke Kombination. Mein detaillierter Spotguide zum Tauchen am Playa Chica zeigt dir die Unterschiede. Die inselweite Auswahl von Basis und Revier erklärt mein Guide zum Tauchurlaub auf Lanzarote.

Quellen und Aktualität

Die Tiefen und offiziellen Spotnamen habe ich mit dem Tauchführer von Lanzarote Sports Destination abgeglichen. Die Eignung von Playa Flamingo für Einsteiger bestätigt ein aktueller Beitrag der offiziellen Sporttourismus-Organisation. Standort, Angebot und Einstiegspreis stammen von der Website von Rubicon Diving. Angaben wurden am 22. Juli 2026 geprüft; Tagesbedingungen, Preise und Touren können sich ändern.

Für die Reiseplanung an Land findest du Sehenswürdigkeiten, Routen und meine Erfahrungen im Lanzarote-Reisebericht. Plane nach mehreren Tauchtagen außerdem genügend Oberflächenpause ein; die aktuellen Empfehlungen ordne ich im Beitrag Fliegen nach dem Tauchen ein.

FAQ zum Tauchen in Playa Blanca

Ist Playa Blanca für Tauchanfänger geeignet?

Ja. Playa Flamingo, Las Coloradas und weitere flachere Spots eignen sich je nach Bedingungen für Einsteiger und Wiedereinsteiger. Tiefe Routen wie Faro de Pechiguera erfordern passende Ausbildung und Erfahrung.

Wie tief sind die Tauchplätze bei Playa Blanca?

Der offizielle Tauchführer nennt etwa 0 bis 18 Meter für Playa Flamingo, 12 bis 18 Meter für Las Coloradas und 20 bis 40 Meter für Faro de Pechiguera.

Was kostet ein Tauchgang in Playa Blanca?

Rubicon Diving warb im Juli 2026 mit geführten Tauchgängen ab 65 Euro. Prüfe vor der Buchung, ob Boot, Guide, Ausrüstung, Versicherung und Nitrox enthalten sind.

Starten die Tauchgänge vom Strand oder vom Boot?

Beides ist möglich. Playa Flamingo besitzt einen bequemen Uferzugang, während viele weitere Spots mit dem Boot von der Marina Rubicón angefahren werden.

Ist Playa Blanca besser als Playa Chica?

Playa Blanca punktet mit mehreren südlichen Spots und Bootslogistik, Playa Chica mit großer Vielfalt an einem zentralen Uferzugang. Bei einer Tauchwoche lohnt die Kombination.

Mein Fazit: der Süden ist mehr als ein Anfängerrevier

Playa Blanca hat mich mit seiner Spannweite überrascht. Am Playa Flamingo konnte ich mitten in dichten Fischschwärmen ruhig im moderaten Tiefenbereich tauchen. Einen Tag später verlangte der Freiwasserabstieg am Lighthouse deutlich mehr Konzentration. Genau darin liegt die Stärke des Reviers: Die Tauchgänge lassen sich an Erfahrung und Tagesform anpassen, ohne dass die Wege lang werden.

Meine klare Empfehlung ist, flach zu beginnen und erst danach über einen tiefen Spot zu entscheiden. So wird aus einer Liste bekannter Namen eine vernünftige Tauchwoche. Welcher Tauchgang rund um Playa Blanca reizt dich am meisten: die Fischschwärme von Flamingo, Las Coloradas oder die Steilwand am Faro de Pechiguera?

Über Sascha Tegtmeyer

Über Sascha Tegtmeyer

Reisejournalist, Autor und Gründer von Just Wanderlust

Ich schreibe auf Just Wanderlust aus eigener Reiseerfahrung über Orte, Meer und Outdoor-Abenteuer. Mehr über mich und meine Arbeit.

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