Delfine in der Ostsee: Sichtungen von Meeressäugern erreichen 2016 neuen Rekord

Siedeln sich Wale und Delfine in der Ostsee an?

Bisher ist nicht bekannt, warum sich die Delfine und Wale in die Ostsee verirren. Dieses Brackwasser-Binnenmeer entspricht sonst so gar nicht ihrem natürlichen Lebensraum. Dennoch scheint das Meer den Säugern genug Nahrung zu geben, um ein Überleben zu ermöglichen. Die Nahrungssuche birgt jedoch auch Gefahren – die Tiere können sich beispielsweise in Fischernetzen verheddern, während sie Fischen nachjagen.

Wer ist für das gehäufte Vorkommen der Meeressäuger verantwortlich? Liegt es an El Nino oder dem Klimawandel? “Wir wissen es nicht”, sagt selbst der Direktor des Deutschen Meeresmuseums, Harald Benke, in Stralsund gegenüber dem SPIEGEL. Eine andere Möglichkeit könnten schlichtweg die verbesserten Meldemöglichkeiten solcher Sichtungen sein. Mittlerweile gibt es sogar Smartphone-Apps, mit denen jedes neu gesichtete Tier sofort gemeldet werden kann.

Fest steht: Die Häufigkeit der Sichtungen ist extrem ungewöhnlich. Forscher und Laien rätseln derzeit gleichermaßen über die Gründe. Der nördliche Teil des Atlantiks hat sich zuletzt extrem stark erwärmt – und mit dieser Erwärmung einhergehend haben sich die Meeresströmungen und die Verteilung von Nahrung verändert – Delfine und Wale folgen diesem Weg. Zudem erwärmt sich die Ostee langfristig, sodass es tatsächlich sein könnte, dass sich Delfine dauerhaft hier ansiedeln. “Der Große Tümmler ist sehr standorttreu”, berichtet Walforscher Benke weiter gegenüber dem SPIEGEL. Die Ostsee bietet mit Dorsch und Hering auch genügend Nahrung für die Meeressäuger. Die Chancen stehen also nicht schlecht, dass Selfie, Delfie und Freddy in Zukunft Besuch weiterer Artgenossen bekommen werden.

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